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Nostalgie Blog eines Pokerdinosauriers

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Ramadamses
Beigetreten: 08.06.2011
Poker Player

Wie läuft’s bei der WPT?


Antwort
Zitat
AvoidMyRage Themenstarter
AvoidMyRage
Beigetreten: 03.10.2011
Poker Player

Okay, ich melde mich mal zurück. :)

Es stellt sich heraus, der Umzug hat mich dann doch mehr Energie gekostet als ich annahm. Der Lifestyle ist halt doch ein seehr anderer, von gechillte Arbeiterbude im Außenbezirk Budapest zu Businessviertel-Highrise in Asien. Social dynamics hier auch anders, dadurch dass der PA halt täglich drin ist usw. Super cleanes Essen, mit regelmäßigem Sport angefangen.

Anyways, jetzt habe ich mich hier eingelebt und alles soweit auf der Reihe. Bin jetzt bereit, hier bisschen aufzudrehen. Aber zuerst:

Die WPT war ne Katastrophe. Der Raum ist einfach *eiskalt* (und ja ich weiß, Casinos sind immer kühl... das ist was Anderes da, vorallem im Kontrast). Die Omaha-Turniere waren tiny (teilweise gar nicht / zu spät gestartet) und auch erstaunlich tough, da ist ne Gruppe Asiaten, die haben richtig aufgeräumt. Verbunden mit den kleinen Buy-Ins und dem chaotischen Cashgame während der Series hab ich dann schnell "rage" quitted, das lohnt sich für den Stress für mich nicht.

Bin den ganzen Monat aber auch wirklich Grütze gelaufen, das muss man schon sagen. Nach Juni und Juli jetzt auch nicht die größte Überraschung, aber beim 1-table Omaha wird das sehr schnell sehr nervig. Hehe.

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So sah es dann am Ende aus. Vermutlich mein teuerster Monat ever aus mehreren Gründen, meine Ausgaben allein waren etwa $5k, aber da ist auch Deposit für die Wohnung und so drin.

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Ich habe mir dann ein paar Gedanken gemacht - ganz generell bin ich hier, um auf Hourly zu maximieren. Dann ist die Frage - wie erreicht man das am besten?

Die Optionen sind vielseitig, ich könnte:

- Weiter 5- und 6PLO (Hi/Lo) spielen. Dafür spricht einiges, das Problem ist hier einfach das Volumen, auf den Levels, die ich spielen will, läuft da nicht immer was und man muss die Lobbys durchstöbern und kann Glück oder Pech haben. Swings auch massiv. Aber potenziell trotz alldem die höchste Hourly.

- Zu MTTs wechseln - da ich von hier aus wieder Zugriff auf Nat8 habe ist das eine durchaus attraktive Option, in MTTs war ich immer solide Winner und der "Multiplier" von dicken Cashes in mass fields, wenn man sie denn hitted, ist schon enorm und die Varianz kann ich auch wegstecken. Nachteile hier, es sind halt MTTs, das ist weder sonderlich stimulierend pokertheorie-technisch, noch in irgendeiner Art freude machend. Gegner sind auch schnell sehr kompetent. Könnte ggf. trotzdem die beste Option sein, hat schon n Grund, warum viele Nosebleeders rüber gewechselt sind. Action basically year-round, aber locked-in, wenn man ne Session anfängt. Ich bin da lieber flexibel.
Könnte aber trotzdem die beste Option sein.

- Mehr Live Poker spielen - vermutlich eher nicht die beste Option. Ja, es läuft hier ein dickes 5/5/10-20 5PLO Game sehr regelmäßig und die Gegner sind.. Live Spieler halt. Aber ein Tisch ist rough, dafür sind die Stakes dann doch zu niedrig. Abgesehen davon bin ich live deutlich unerfahrener / schwächer, auch wenn das vermutlich nur ne Frage der Zeit wäre und trotzdem reicht. Wer weiß, vllt. stirbt online irgendwann wirklich komplett und das wird die einzige Option, dann wäre ein frühes Investment jetzt ne gute Sache?

--- oder eine Kombination aus den dreien. Ich denke da jetzt schon ne ganze Weile drüber nach und komme zu keiner Entscheidung, es ärgert mich (deswegen auch der Grund, warum ich das mal niederschreiben wollte).

Jedenfalls ist das Ziel, möglichst schnell weiter aufzusteigen und als loses Ziel hab ich mir für die nächsten 18 Monate ein Ziel von $300-500k gesetzt, als kleines tribute an den Herrn SD.  😍  Ich vermisse ihn, hoffe er posted auch bald wieder.

Das Geld ist nicht für mich, ich habe ne andere Idee, aber die bedarf auch eines längeren Texts und grad kein Bock. Diesen Monat werde ich mich auf die Bomb Pot Tische fokussieren. 2/5 läuft recht regelmäßig und es laufen auch 25/50 Games, auf die ich es abgesehen habe. Also wieder ein bisschen Selbstbewusstsein auf 2/5 tanken und dann, wenn Profit drin ist ein bisschen 25/50 shotten. Gucke auch noch auf ein paar andere Spots in den Lobbies, aber das ist das bread & butter.

Bisher $5.5k up diesen Monat. Ich kann es also noch! Hoffentlich bald 50/100+ Berichte 😉 

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Ach, eins noch: Zwei Freundinnen hier haben mir mein Office eingerichtet! Also sie sind noch nicht fertig, ich bekomme auch noch gerahmte Kunst einer anderen Künstlerfreundin hier. Aber ich freu mich richtig, ich hab noch nie bewusst einen Raum eingerichtet (bekommen).

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(Da kommt noch ein Neon Sign rein und ich krieg noch n zweiten Bildschirm)

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Bonuspic:

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Schönen Tag noch allen, und an die Mods: Ich hasse das Update, der Editor ist ne absolute Katastrophe!


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lego
Beigetreten: 08.03.2005
Oldschool Grinder

Veröffentlicht von: @avoidmyrage

Ich hasse das Update, der Editor ist ne absolute Katastrophe!

Total ungewöhnlich, bisher waren eigentlich alle Rückmeldungen positiv :yaoming:


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PokerSpass
Beigetreten: 05.02.2006
Oldschool Grinder

Super, dass du hier wieder schreibst. 

Finde deinen Blog immer sehr interessant, kann man etwas die Atmospähre eines Pro's mitschnuppern :-)

Bin auch vom neuem Forums-Update nicht begeistert.


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JungevonOben
Beigetreten: 18.12.2014
Oldschool Grinder

Hast dir die Antwort eigentlich selbst gegeben und sollte auch overall +EV sein den Mix zu wählen. MTTs die Sunday Grinden und ansonsten Spielart je nach (Social) Life Situation  - denke das könnte man mal testen 


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AvoidMyRage Themenstarter
AvoidMyRage
Beigetreten: 03.10.2011
Poker Player

Wo sich die Spreu vom Weizen trennt:


Wenn man in den Stakes aufsteigt passiert etwas Ungewöhnliches. Ziemlich genau um den Bereich NL/PLO500 und dann 1k+ noch deutlicher ändert sich das Game ziemlich abrupt. Die Fische werden auf einmal super aggro. Klingt für einige hier vermutlich trivial, aber für die, die nie höher als Midstakes gespielt haben ist das vielleicht unintuitiv. Ich denke, das hat sich in den letzten Jahren nochmal deutlich verstärkt, Stichwort K-shaped economy.

Die Freizeitspieler auf den niedrigen Stakes, sind, um es mal brutal zu sagen, eher die Arbeiterklasse, die halt Spaß haben wollen für 'n bestimmten Betrag. Auf den höheren Stakes spielt man dann aber zunehmend gegen Leute, die den Bezug zu Geldbeträgen in verschiedenen Formen und Ausmaßen verloren haben. Die Motivation ist nicht Entspannung, sondern Anspannung.

Das Problem, was ich bei den Leuten die ich coache oft sehe ist, dass wenn man zu lange auf den Lowstakes seine Skills schärft oft zu große Schwierigkeiten hat, da umzustellen. Denn offensichtlich möchtest du gegen Spieler, die tight und money scared sind super aggro spielen, small ball schön die ganzen kleinen und mittelgroßen Pötte mitnehmen und dann halt aufgeben, wenn sie dir zeigen, sie haben es. Stattdessen heißt es weiter oben eher "Du gewinnst die ganzen kleinen Pötte, dafür ballerst du dann equitytot in die Großen rein (oder callst bets, nachdem du am Flop und Turn dafür gesorgt hast, dass ich am River nichts Schlechteres mehr habe als du). Natürlich darf man auch hier nicht zu viel aufgeben (und man kann durchaus die schwachen Ranges dieser Spieler attackieren), aber man muss dabei eben deutlich präziser sein und die Spots werden ungemütlicher und die Swings größer - aber das Game dafür halt auch deutlich "softer", also die erreichbare Winrate höher. Der niedrigere Rake und das höhere Rakeback tun dann seinen Teil dazu bei.

Das interessante dabei ist, dass ich glaube, dass sowohl in der Fisch- als auch Regqualität sich hin zu den Nosebleeds dann nicht mehr so viel verändert. Das ist dann hauptsächlich "Wer war vorher schon reich, ist durch Crypto reich geworden oder war am sparsamsten vorher" + "Hast du überhaupt Bock auf den Stress, wenn du eh schon genug verdienst" als reine Skillunterschiede bei den Regs und "Welches Level von Businessman" bei den Freizeitspielern.

Was ich damit sagen will ist im Grunde: Wenn man es mit Poker ernst nehmen will muss man alles dafür tun, um so schnell wie möglich aus den Low- und Midstakes rauszukommen, um gegen die Wale zu spielen. Und für die, die sich nicht trauen, finanziell nicht können oder nicht wollen sind die Chancen hoch, dass sich da Dinge ins eigene Spiel einschleichen, die nur schwer wieder rauszukriegen sind (wenn man ein Jahrzehnt lang sieht, dass niemand den River overbluffed z.B.).


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