Gespräch mit dem Vater mehr oder weniger zwischen Tür und Angel verlief eher so määäh. Er meinte, dass er es nicht verstehen kann, dass ich die 5,5 Monate nicht noch durchziehe und was ist denn, wenn ich die Prüfung nicht schaffe und die Schule mich deswegen nicht nimmt. Dann stehe ich ohne alles da.
Außerdem meinte er wird es meine Mutter gar nicht verstehen (beides Sicherheitsmenschen aus der Verwaltung (nur solche Menschen gehen in die Verwaltung)). Er meinte halt nur das ich dann ausziehen könne und für was ich mir die Wohnung eingerichtet habe etc. wenn ich jetzt kündigen will. Verstehe den Zusammenhang jetzt nicht aber ok.
Leider muss ich zugeben, dass mich dieses Gespräch wieder verunsichert hat. Nicht bzgl. meiner Entscheidung sondern dem womöglichen Stress mit den Eltern. Meine Güte ich bin fast 23 und schaffe es immer noch nicht meine eigenen Entscheidungen zu treffen was das angeht und lasse mir immer noch ständig von den Eltern reinreden. Das haben die immer schon überall gemacht (extrem behütet halt) und ich werde diese Unsicherheit sobald es ein wenig gegenwind gibt nicht los.
Es wäre wohl echt das Beste gewesen ich hätte einen glatten Bruch gemacht, wäre ausgezogen und hätte mein eigenes Ding durchgezogen. So stehe ich immer noch unter der Fittiche meiner Mutter.
Ich muss es wohl einfach wagen und denen endlich zeigen, dass ich meine eigenen Entscheidungen treffe und für die geradestehe.
Fuck, ich hätte einfach ausziehen sollen, so komme ich nie von denen los und werde selbstständig.
Alter könnte gerade einfach nur laut schreien und irgendwas kaputt schlagen, obwohl ich nicht mal genau definieren kann, gegen wen sich der Zorn richtet; meine Eltern, mich, meine Arbeit, mein Dasein generell? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, wenn ich so weitermache wie bisscher mit der Arbeit habe ich bis Sommer psychische Störungen/Burnout oder was sonst noch kommen kann.
Wen ich andere sehe, die machen mit 20 eine Weltreise alleine, ziehen mit 16 aus, um eine Ausbildung in einer anderen Stadt zu beginnen, bekommen mit 18 ein Kind und werden damit fertig. Warum tue ich mir so schwer, mir das Leben zu ermöglichen, welches ich gerne hätte, oder zumindest das Leben was ich aktuell führe, hinter mir zu lassen?
Nein ich werde das jetzt durchziehen, es gibt kein zurück mehr. Dann kann ich auch befreit für die Prüfung lernen, da ich weiß, dass es nur diese eine Chance gibt und ich nicht nochmal ein Jahr warten kann.
Ich werde heute Abend auch weiter in dem Buch "Think and get rich" lesen, welches mir einfach immer mehr und mehr die Augen öffnet und mir aufzeigt, warum ich mit 23 Jahren in so einer perspektivlosen Arbeitssituation stecke und es zeigt mir wie ich da raus komme.
Jetzt heißt es einfach den ersten Schritt wagen, welcher wohl mit Abstand der schwierigste in den nächsten Jahren sein wird. Einfach Beruf etc. hinter sich zu lassen und alles auf eine Karte zu setzen (Fachabi/Studium). Endlich weg von dem Sicherheitsdenken der aktuellen mittleren deutschen Generation, welche lieber ihr Leben lang unglücklich sind, dafür aber keine Risiko eingehen mussten, wo Sie hätten scheitern können. Drecks Gesellschaft, zu der ich später mal nicht gehören möchte. Ich möchte, wen mich jemand nach meinem Beruf fragt und ob dieser mir Spaß macht, ehrlich antworten können und sagen, dass es der Beste Beruf auf Erden ist, der mich zufrieden und glücklich macht.
So genug von der Seele geschrieben. Ich hoffe es war nicht zu verwirrend, es sind die Gedanken, welche mir mir gerade selber gemacht habe.