Moin.
ich spiele nun seit rund 20 Jahren Poker. Mein erster Account war damals auf Everest, empfohlen von einem Klassenkameraden in der Berufsschule. Wer schon lange genug dabei ist, wird sich vielleicht erinnern: Dort konnte man kostenlose Sit & Gos mit einem Preispool von 10 Cent spielen und sich so ohne jedes Risiko eine kleine Bankroll aufbauen.
Dabei blieb es natürlich nicht. Im Laufe der Jahre kamen diverse weitere Seiten hinzu, gelegentliche Final Tables in größeren Turnieren auf den niedrigsten Limits – und immer wieder der Versuch, mit den Winnings an den Cash-Game-Tischen den großen Traum vom Supernova-Elite-Status auf PokerStars anzugehen. Im Ergebnis habe ich die Turniergewinne allerdings immer wieder verbrannt. Es hat bei mir eine ganze Weile gedauert zu verstehen, dass Turniere und Cash Game zwei völlig unterschiedliche Herangehensweisen erfordern.
2019 habe ich nach einer längeren Pause begonnen, auf Twitch zu streamen. Eigentlich wollte ich nur die Technik des kleinen „TV-Studios“ dahinter erproben. Als Feldversuch habe ich dann angefangen, die Turniere der PokerStars School zu spielen und diese bis zum Ende zu kommentieren – inklusive einer selbstgebauten Livetabelle des Leaderboards. Zu Spitzenzeiten waren rund 80 Zuschauer dabei, und einige Namen von damals sind mir bis heute vertraut. Besonders grüße ich an dieser Stelle Ossenberg, der hier eine Bankroll-Challenge nach der anderen durchzieht – und natürlich auch alle anderen, die vielleicht hin und wieder hier im Blog mitlesen. Kurz darauf kam Duderino dazu, der uns über PokerStars diverse Tickets für Verlosungen in unserem Blog besorgt hat. Ende 2019 wurde die Turnierserie von PokerStars dann jedoch überraschend eingestellt und später neu aufgelegt. Da ich beruflich immer weniger Zeit für Twitch hatte, habe ich in dieser Pause schließlich das Streamen ganz aufgegeben.
Seitdem spiele ich weiterhin gelegentlich – und seit Inkrafttreten des Glücksspielstaatsvertrages ausschließlich auf GG. Die Ergebnisse dort waren bisher ein ständiges Auf und Ab mit leicht negativer Tendenz. Zwar konnte ich in der Vergangenheit laut Holdem Manager den Spielerpool schlagen, aber viel zu knapp, um nach Abzug des Rake profitabel zu sein. „Mehr Rake ist besser“ gilt für mich leider nicht.
Einzahlen, runtergrinden, wieder einzahlen – das ist mir auf Dauer zuwider, auch wenn ich diejenigen gut verstehe, die sagen: Hobbys kosten nun mal Geld. Aber auch wenn ich Poker nur in meiner Freizeit spiele, habe ich dennoch den Ehrgeiz, mein Spiel zu verbessern und gerade das Cash Game besser in den Griff zu bekommen.
Darum möchte ich jetzt einen neuen Ansatz verfolgen: keine Einzahlungen mehr (es sei denn, GG überrascht mich mit einem Bonusangebot, das ich nicht ablehnen kann). Stattdessen baue ich mir über die täglich geschenkten Tickets für Spins und Mystery Battle eine Bankroll auf, die für NL2 reicht. Vielleicht gehe ich gewissenhafter mit meiner Bankroll um, wenn ich sie mir „erspielt“ habe, statt sie einfach einzuzahlen.
Damit habe ich vor einer Woche begonnen und kann heute ein aktuelles Guthaben von 6,89 € + 0,13 € Rakeback mein Eigen nennen. Ich starte diesen Blog also bei einer Bankroll von 7,02 € und setze mir als (nicht ganz bescheidenes) Ziel die Marke von 1.000 €.
Wie lange das dauern wird? Vermutlich ewig. Durch Beruf und Familiengründung vor wenigen Jahren habe ich aktuell kaum Zeit für mich allein. Eine gewerbliche Tätigkeit kann ich bei der nächsten Steuerprüfung also wohl guten Gewissens verneinen.
Mehr fällt mir zu meiner Person nicht ein – also ran an die Tische.











