Original von dvrvm
Das ist aber was anderes. Als Azubi ist die Leistung des Arbeitgebers vor allem deine Ausbildung. Und beim Studium bekommst du zwar kein Geld, erschaffst aber auch keinen Mehrwert. (Idealerweise ist ein Praktikum auch vor allem Ausbildung, obwohl ja schon bekannt ist, dass das heutzutage oft missbraucht wird.)
Mein Punkt war einfach der, dass es verschiedene Formen von Arbeitsverhältnissen gibt (Azubi, Praktika, Volontariate...), die man nicht wegen der aktuellen Bezahlung eingeht, sondern weil man sich zukünftig etwas davon verspricht, for Future Value sozusagen. Trotzdem natürlich nich verkehrt, was du sagst.
Original von dvrvm
Zum Zweiten: das ist IMO eher das Problem als die Lösung. Wenn das Arbeitsamt da weiterzahlt, sind das drölf Euro mehr Sozialausgaben des Staats, die sich real das Unternehmen als Lohnkosten spart. D.h. der Steuerzahler finanziert nicht mehr die Arbeitslosen und sozial Schwachen, sondern jetzt plötzlich die Arbeitgeber. Und eine Umverteilung vom Staat an die Unternehmer kann jetzt wirklich nicht im Sinne des Sozialstaats sein.Ob man so ein Angebot jetzt aus Mangel an Alternativen annimmt oder nicht, ist natürlich dann eine Einzelfallentscheidung der jeweiligen Person. Ein Kumpel von mir hat in einer ähnlichen Situation die Stelle angenommen (allerdings geht es da um Forschung und eine Doktoratsstelle in Aussicht.) Ziemlich daneben vom AG finde ich es aber auf jeden Fall.
Hier musst du mich nicht überzeugen, sehe das im Prinzip genauso. Klar ist es für den Arbeitsmarkt und die Gesellschaft nicht unbedingt optimal, wenn der Staat für UN die Lohnkosten übernimmt. Sicher gibt's hier auch AG, die damit kalkulieren und das ausnutzen. Wer (Vollzeit) arbeitet, sollte dafür angemessen bezahlt werden und auch davon leben können. Bin übrigens auch für den Mindestlohn.
Auf der anderen Seite gibts aber auch einfach eine schwer vermittelbare Klientel, der man so helfen will, wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu kommen. Die werden zu normalen Verhältnissen oft einfach nicht angestellt!
Den Ansatz finde ich im Prinzip richtig bzw. man muss erstmal bessere Vorschläge machen. Außerdem muss man sich auch fragen, wieviel Arbeitslose durch solch subventionierte Arbeitsverhältnisse wieder in reguläre Beschäftigung finden und so dann den Steuerzahler unter dem Strich wieder entlasten. Und angenommen OPs Freundin bekommt während diesen vier Wochen weiter ALG, steht sie, wie bereits erwähnt wurde, ja auf keinen Fall schlechter da.
Ist halt ein recht komplexes Thema, für das es mMn keine Patentlösung gibt.