
Hi,
da es mittlerwerweile einige Threads zum Thema gibt, viele Interesse bekundet haben und ich den Bericht auch in anderen Foren, in denen ich die anderen Reports auch sehr hilfreich fand, hier mal mein Tripreport zur gestern stattgefundenen Laser-OP.
Ob ich Ort und Namen der Klinik bzw. des Arztes poste weiß ich noch nicht, gäbe es dadurch evtl. Probleme?
Ich habe relativ viel recherchiert und mich eigentlich schon für die LASIK mit Flap entschieden (zur relex smile habe ich einige schlechte Dinge gelesen), jedoch kam ich dann durch Zufall auf die Seite von Schwind und das SmartSurface Verfahren. Ganz kurz erklärt: Die Hornhaut ist dem Laser im Weg und muss entfernt werden. Bei den ersten Verfahren (PRK) wurde die Hornhaut in Alkohol aufgelöst bzw. mit einem Instrument manuell weggeschabt. Bei der LASIK wird die Hornhaut in einem fast vollständigen Kreis aufgeschnitten, sodass sie dann hochgeklappt werden kann. Nach der Behandlung wird sie wieder runtergeklappt und verwächst an der Nahtstelle wieder. Das hat den Nachteil, dass es einige Stellen im Verfahren gibt, an denen Komplikationen auftreten können, v.a. da es einen manuellen Eingriff des Operateurs erfordert. Auch Jahre nach der OP wird die Nahtstelle noch nicht komplett verheilt sein und es kann bei Gewalteinwirkung auf das Auge (Airbag, Kampfsport, Sturz...) dazu kommen, dass der Flap sich wieder ablöst. Beim SMILE Verfahren, welches in den meisten Kliniken und Ketten als das neueste Verfahren beworben wird, wird nur ein kleiner Schnitt gesetzt und dann mit der Pinzette Gewebe durch den Schnitt rausgezogen. Auch das erfordert wieder einen manuellen Eingriff und bietet mehr Freiheitsgrade für Fehler.
Das als grobe Erklärung, evtl. stimmen meine Angaben nicht so genau, Kern der Aussage ist jedoch die Notwendigkeit des manuellen Eingriffs und möglicher Flapkomplikationen auch Jahre nach der OP. Im Gegensatz zur Aussage vieler Anbieter, Relex Smile sei das neueste und beste Verfahren, gibt es mit der SmartSurface Trans-PRK aber ein noch neueres Verfahren, über welches jedoch nicht viele Anbieter verfügen. Dabei wird die Hornhaut mit einem Laser entfernt und wächst dann vollständig nach, sodass kein mechanisches Eingreifen am Auge stattfindet und im Nachhinein keine Komplikationen mit dem Flap entstehen können.
Eignungscheck:
Es wird ein kostenloser Eignungscheck angeboten bei dem die Sehschwäche annäherungsweise bestimmt und die Hornhautdicke gemessen wird. Das Gespräch führt man mit einem Angestellten, nicht mit dem Operateur selbst. Ich hatte mich im Vorfeld gut informiert und auch vom Marketing-Sprech gelesen, was dann auch nicht lange auf sich warten ließ. "So Herr KBE, Sie wollen also endlich ein Leben ohne Brille?"
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Da ich keine Lust auf ein Verkaufsgespräch hatte habe ich direkt auf die Epitheldicke umgelenkt und ein paar Fragen zum Ablauf gestellt. Nach der Messung, welche etwa 20 Minuten dauerte, erklärte voller Elan:
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"Sie sind perfekt geeignet. Das Epithel ist nicht übermäßig dick, aber ausreichend."
>perfekt geeignet
Da ich mittlerweile nicht mehr in Deutschland lebe und extra dafür aus dem Ausland anreise, haben wir den Termin zur umfangreichen Voruntersuchung auf Mittwoch gelegt, die Operation auf Donnerstag und die Nachsorge auf Freitag sowie den darauffolgenden Montag. Die Wartezeit bis zur OP waren ca. 4 Wochen.
Mittwoch, ein Tag vor der OP, Voruntersuchung:
Ich hatte mir bei AirBnB ein kleines Apartment von Dienstag bis Montag gemietet, da ja Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Montag Termine stattfinden. Mittwoch also die Voruntersuchung. Ein wünderschöner Apriltag, 26 Grad, heiterer Himmel und Sonnenschein. Ich wackel ins Laserzentrum und es werden die Tests vom Eignungscheck wiederholt sowie andere Untersuchungen gemacht, inkl. Sehtest. Gegen Ende bekam ich Augentropfen, die die Pupille maximal weiten. Ich sah aus als hätte ich mir alles an Drogen reingezogen was ging. Ich konnte dann gehen und ging aus dem Gebäude. Wie erwähnt war es ja ein wunderschöner, sonniger Tag.
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Ich konnte kaum was sehen, selbst auf den Boden schauen war kaum zu ertragen, alles war so extrem hell. Meine Begleitung brachte mich dann wie ein Blindenhund zurück zum Apartment. Meine Pupillen waren bis recht spät am Abend noch geweitet und haben sich allmählich zusammengezogen. Abgesehen hiervon war der Abend dann sehr entspannt.
Donnerstag, OP Tag:
Termin war um 14 Uhr, hab dann morgens noch eine letzte Session gespielt bevor ich ein paar Tage Zwangspause machen muss. Im Augenzentrum angekommen bekam ich vorab eine Schmerztablette und zwei weitere für Freitag Abend und bei Bedarf Samstag. Zudem Augentropfen zum Benetzen, so oft nehmen wie nötig, und ein Rezept für weitere Augentropfen, 4x täglich für zwei Wochen. Die musste meine Begleitung aus der Apotheke holen. 20 Euro. Wenn man 2900€ für die Sache bezahlt könnte das als Service eigentlich auch noch drin sein. Eine kleine Ampule mit betäubenden Tropfen für den Notfall war noch dabei, die maimal zwei Mal eingesetzt werden können. Und eine Sonnenbrille. Die hätten sie mir auch gestern schon geben können. Dann bekam ich noch Augentropfen und musste etwas warten.
Als ich zur OP aufgerufen wurde empfing mich einer in voller OP Montur. Im Vorzimmer gab er mir nochmals Augentropfen und mimte den good cop, war einfühlsam und bot mir zwei Stressbälle an, die ich wenn ich will während der Behandlung zusammendrücken kann. Da es nicht mal die von Stars waren und ich meine leichte Nervosität unmöglich zugeben konnte hab ich dankend abgelehnt.
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Da ich meine Brille schon abgenommen hatte hab ich kaum was gesehen im OP Saal, der Operateur saß hinterm Laser, in der Ecke konnte ich schemenhaft den bis hierhin fehlenden bad cop erkennen:
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Letztlich hat der aber auch nur zwischendurch die Augen befeuchtet und ein paar Instrumente gereicht, angesichts dessen war sein Auftritt etwas überzogen. Ich sollte mich dann hinlegen, wurde unter den Laser gefahren und bekam das rechte Auge abgeklebt. Am linken wurden die Wimpern abgeklebt und eine Lidsperre eingesetzt, damit ich nicht mehr blinzeln kann. Dann gabs noch einige Tropfen. Der Laser beerechnet dann die Dauer, links waren es 37 Sekunden, rechts 40. Man schaut dann in ein grünes Licht das mit einer Frequenz von ca. 1 Hz pulsiert, das Gerät rattert und es riecht nach verbranntem Menschenfleisch. Ich kannte den Geruch aus Zivizeit und Praktikum in der Klinik, aber man gewöhnt sich kaum daran. Nach einigen Sekunden ist die Hornhaut dann abgetragen und das eigentliche Lasern geht los. Der Operateur sagte noch, dass gleich das grüne Licht schrittweise verschwommener wird, was dann auch so war und einerseits faszinierend, andererseits auch beängstigend ist. Man riecht wie das eigene Auge verbrannt wird und merkt sofort, dass es von Sekunde zu Sekunde verschwommener wird. (Keine Ahnung warum es erst schlechter wird und man dann plötzlich besser sieht...). Am Ende wurde noch eine Schutzkontaktlinse eingesetzt die bis Montag bleibt.
Dann kam das rechte Auge dran, der Ablauf ist genau gleich. Gestunken hat es aber noch mal intensiver und ich hatte kurz einen Würgereiz...
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Good cop hat mich dann aus dem Laser rausgefahren und nett wie er ist zwei Traubenzucker geschenkt.
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Danach wurde ich noch mal in einen Warteraum gesetzt. Der Seheindruck war als hätte ich eine leicht trübe Milchglasscheibe vorm Auge, aber schon viel besser als vorher (ich hatte -4.25 und -3.75 dpt). Ich konnte schon einzelne Schriftzüge lesen, Schmerzen hatte ich keine. Im Abschlussgespräch meinte der Arzt, dass alles gut verlaufen sei und noch eine Dioptrie fehle, die mit dem Zusammenwachsen der Hornhaut dann kommt, könnte aber ein paar Wochen dauern bis die volle Sehleistung da ist. Im Raum in dem das Gespräch war gab es keine Fenster und es war ziemlich dunkel, die Deckenleuchte war aus. Im Gespräch hat sie zwei Mal kurz geflackert und ich habe den Operateur gefragt, ob das Flackern von der Lampe kam. Er meint trocken "ne, was für ein Flackern?", musste dann aber lachen. Sehr witzig.
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Danach konnte ich gehen, keine Schmerzen, kaum geblendet, Visus ganz okay. Der Rest des Tages war dann entspannt, ich hatte nur ein Gefühl als hätte man seine Kontaktlinsen morgens um 7 eingesetzt, den ganzen Tg auf einen Monitor geschaut und dann bis morgens um 6 in einem verrauchten Lokal gesessen. Ein leichtes Kratzen, etwas unangenehm, aber geht. Einschlafen war dann recht einfach.
Freitag, ein Tag nach der OP:
Nachts um etwa 2 Uhr bin ich aufgewacht und hatte das Gefühl, mir hat jemand eine ganze Flasche Flüssigkleber ins Auge geschüttet. Nachdem ich es aufbekokmmen hatte und ca. 2000 Mal geblinzelt hatte, habe ich getropft und dann versucht weiter zu schlafen. Nach gefühlten zwei Stunden konnte ich dann wieder einschlafen.
Der Wecker war für die Nachsorge auf 7.45h gestellt, um 6 bin ich aufgewacht und musste sofort wieder Tropfen, es hat deutlich intensiver gebrannt als zuvor. Habe dann nen joeingram Podcast gehört und die Augen geschlossen gehalten, war aber nicht sehr angenehm. Mit der Zeit wurde es dann besser, zur Nachsorge (wieder strahlender Sonnenschein) konnte ich sogar ohne Sonnenbrille. Dort war alles okay.
Seit dem Kontrolltermin haben sich die Schmerzen nochmals etwas intensiviert, ich spüre ein konstantes, unangenehmes Brennen. So muss es sich anfühlen, wenn man seine Kontaktlinsen drei Tage am Stück getragen hat und jede Nacht saufen war. Die Kühlbrille gerade war jedoch sehr angenehm. Ich höre mal weiter podcasts und ergänze später dann, sofern ich kann. Schreiben geht so einigermaßen, längere Zeit auf den Bildschirm schauen kann ich nicht, aber ich kann nirgendwohin längere zeit schauen. Am besten ist es abwechselnd die Augen zu schließen und eine Weile zu öffnen und viel zu blinzeln.
Tippfehler korrigiere ich aus offensichtlichen Gründen mal noch nicht.


