In Sachsen steigen die Zahlen immer höher und falls es so weitergeht wird es in absehbarer Zeit mehr Intensivpatienten mit Corona geben als auf dem Höhepunkt der 3. Welle. Laut zeit.de gibt es aktuell 237 Intensivpatienten mit einem Wochentrend von +39%. Auch die Inzidenz an sich steigt in Sachsen immer weiter, aktuell bei 365 mit einem Wochentrend von +37%. Das heißt, dass in den kommenden zwei Wochen die Intensivpatientenzahlen weiter steigen werden. Wenn man mit diesem Anstieg von 39% bei den Intensivpatienten weiterrechnet, ist man in zwei Wochen bei 458 und damit höher als am Höhepunkt der 3. Welle (420, wo es damals aber den Frühling und die Impfung gab als gewichtige Faktoren die geholfen haben Corona in den Griff zu bekommen) und noch eine Woche weiter bei 636 und damit auch über dem absoluten Höhepunkt der 2. Welle (595), als Patienten in andere Bundesländer verlegt wurden.
Was kann man also in Sachsen machen um das zu verhindern ohne die Grundrechte der Bürger zu stark einzuschränken?
1. Booster Impfungen: Diese verhindern mit einer hohen Wirksamkeit sowohl einen schweren Verlauf als auch die Weitergabe des Virus. Bis jetzt wird noch auf einen Abstand von 6 Monaten bestanden, aber ich finde man sollte diese Beschränkung deutlich verkürzen. Denn wenn der Schutz einer Boosterimpfung bei einem Abstand von mindestens 5 Monaten bei 93% liegt, wird er auch bei einem Abstand von 3-4 Monaten relevant sein. Die, die im Juli ihre Zweitimpfung bekommen haben, sollten nicht bis Ende Januar auf den Booster warten müssen. Zudem darf man hier nicht vergessen, dass Sachsen so weit ich weiß als einziges Bundesland einen 3 Wochen Impfabstand bei Biontech gemacht hat und das scheinbar nicht so gut schützt wie ein längerer Impfabstand.
2. Beschränkungen für Risikopatienten: Sachsen wird höchstwahrscheinlich breit 2G einführen. Ich fände es aber deutlich sinnvoller, dass man Zugangsbeschränkungen nach Risiko auf der Intensivstation zu landen einführt. Eine ungeimpfte 18 jährige hat in dieser Hinsicht ein deutlich geringeres Risiko als ein doppelt geimpfter 75jähriger. Dieser Logik folgend, sollte zB (die Zahlen sind grob geschätzt, natürlich sollte man sie wissenschaftlich ermitteln) ein Restaurantbesuch für alle unter 30 möglich sein, alle einmal Geimpften bis 50 (wenn die Impfung mindestens 10 Tage und maximal 6 Wochen zurückliegt), alle doppelt Geimpften bis 60 sowie für alle mit einer Booster Impfung.
3. Schnelltest: Man sollte wieder die Testzentren öffnen und wie vergangenes Jahr im Frühling für alle Indoor Aktivitäten die Tests wieder verpflichtend machen, sowohl für Geimpfte wie Ungeimpfte. Das hat damals enorm dazu beigetragen, dass viele Infektionen erkannt wurden. Man könnte es so machen, dass der Schnelltest für Geimpfte eine Gültigkeit von 48 Stunden und für Ungeimpfte von 24 Stunden hat.