Original von Elisamo
@N0gg wenn du selbst in einer sozialen Einrichtung arbeitest dann wirst du doch wissen wie hoch der Krankenstand der Mitarbeiter dort seit dem hohen C ist.
Ich vermute er wird viel viel höher sein als pre 2020, die Leute welche aufgrund von Quarantäne/Infektion fehlen rausgerechnet. Es geht mir nur um die “normalen“ Krankschreibungen. Korrigiere mich bitte wenn ihr keinen signifikant höheren Krankenstand und Personalnot habt.
Ich behaupte dass die Maßnahmen viele Menschen krankmachen, dass es keine Einzelfälle sind und wenn diese Menschen, wie von dir vorgeschlagen, alle den Job wechseln würden dann das gesamte Pflegesystem in sich kollabieren würde. Aber vielleicht ist dies notwendig und überfällig um grundlegende Veränderungen herbeizuführen. Solange zu viele Menschen zuviel mitmachen wird sich nichts ändern.
Also ich denke mal da gibt es sehr starke Unterschiede zwischen Ost und West. Und wenn man mit Corona pragmatisch unterwegs ist, und nicht so hysterisch, dann hat man die Probleme imo nicht.
Und nein das ist kein generelles Problem sondern liegt zum großen Teil daran, wie die Gesellschaft in den Regionen damit umgeht.
Ich kann dir für uns in NRW sagen - die Eingliederungshilfe (sprich Behindertenarbeit) hat eine Impfquote in allen Einrichtungen von 95% - sowohl beim Hauptamtlichen Personal, als auch bei Menschen mit Beeinträchtigung. Die von dir beschriebenen 40% ungeimpft gibt es hier im Westen nur in ausnahmefällen - ich habe aber von keinem gehört.
Zum Krankenstand gibt es keine Veröffentlichung wie es im Land aussieht - für meinen Arbeitgeber kann ich dir sagen dass wir wegen corona und psychischer Belastung niemanden Krank haben (bei >250 hauptamtlichen Mitarbeitern). Wir hatten 2020 einen deutlich niedrigeren Krankenstand als pre Corona - einfach wegen den rigorosen Maßnahmen. 2021 war kein großer Unterschied zu vorher. 2022 jetzt mit Omnicron haben wir einen höheren Krankenstand - aber weil viele eben wegen einer Infektion ausfallen.
Und ja auch wir haben bei uns in der Einrichtung Mitarbeiter, die Impfungen ablehnen - auch hauptamtliche - und auch im Querdenkermilieu aktiv sind/waren. Aber die Personen haben sich an ihrem Arbeitsplatz an alle Vorgaben gehalten. Genervt von den Maßnahmen waren natürlich einige, zum Ende hin deutlich mehr, und inzwischen sind auch alle froh, dass wir die Maßnahmen abschaffen durften. Trotzdem muss man bei uns auch sagen, dass selbst die Personen die wirklich im Querdenker-Milieu unterwegs waren und auf Demos waren (waren 1-2 Mitarbeiter) so viel professionalität zeigen konnten, sich an die Maßnahmen die sich keiner Ausgesucht hat zu halten. Der größte Teil der Personen die bei uns nicht geimpft ist, hat das aber auch nicht gemacht weil Corona geleugnet wurde, sondern einfach weil sie sich gegen die Impfung entschieden haben. Da war die individuelle Bewertung der Folgen durch corona und Impfung einfach anders. Die Entscheidung wurde aber bei uns auch von den allermeisten respektiert.
Psychisch belastend war für einige die Impfpflicht und die damit verbundene Unsicherheit, ob man seinen Job weiter ausüben darf. Hier haben sich ein paar einzelne doch noch impfen lassen, andere nicht. Inzwischen ist das Thema aber erledigt, da die Entscheidungen der Gesundheitsämter keine Betretungsverbote vorsehen wenn der Arbeitgeber einen Haken bei "ist nicht ersetzbar" im Anhörungsbogen macht.
Hier hat bei uns der Betriebsrat gute Arbeit geleistet und im Zuge der anderen Lage mit Omnicron den AG davon überzeugt, den Haken zu setzen. Musste beim Gesundheitsamt nichtmal begründet werden.
Insgesamt im speziellen in unserer Einrichtung haben wir ca. 7% der hauptamtlichen Mitarbeiter die nicht vollständig geimpft sind. Da sind aber auch Leute dabei die zum Beispiel 2mal Corona hatten und für sich sagen sie haben genug Immunität.
Dementsprechend kann ich dir sagen, dass es das beschriebene Problem bei uns und vermutlich im ganzen westl. Teil der BRD nicht gibt. Ich würde da auch die These aufstellen, dass die Ursache in den östlichen Ländern weniger mit den Corona Maßnahmen an sich zu tun hat, sondern viel mehr mit dem gesellschaftlichen Umgang mit Maßnahmen und Politik.
Es ist vermutlich schwer zu glauben, aber hier in der Einrichtung haben wir keine erhöhten Zahlen von psychischen Erkrankgungen wegen der Maßnahmen, keinen merklich erhöhten Krankenstand durch Impfnebenwirkungen, es ist nicht zu erkennen, dass der Verlauf von Corona mit Impfung schlimmer wäre oder dass man häufiger Krank ist mit Impfung. Hier arbeitet und lebt der allergrößte Teil ein normales Leben mit Corona ohne hysterisch zu sein. (wobei es natürlich auch hier die paar % Verückten i beide Richtungen gibt). Anderes habe ich von anderen Einrichtungen auch nicht gehört. Die Wohn- und Pflegeheime mit denen wir zu tun haben, wo ein Teil unserer Mitarbeiter lebt, hat diese Probleme auch nicht.