Original von AyCaramba44
Man muss einfach nur, bereinigt um einige Faktoren, schauen wie sich die Infektionszahlen entwickeln! Wenn die Kurve bei gleicher Testanzahl seit über 14 Tagen runtergeht, finde ich den genannten R0=1,3 einfach sehr komisch einen Tag vor den neuen Maßnahmen. Einen Tag danach ist man dann bei 0,7. Wenn du denkst, dass es seriöse Arbeit ist, dann soll mir das Recht sein. Ich sehe das anders!
Original von AyCaramba44
Und man kann auch sehr gut sehen wie eigentlich seriöse Institute eine Agenda verfolgen und gezielt Informationen so darstellen/mitteilen, dass es eben für sie passt. John Hopkins hat von 0,8-0,9 gesprochen, Merkel von etwas über 1 und das RKI von 1,3. Alle kurz vor den Maßnahmen. Heute passt das RKI den wichtigsten Wert auf 0,7 an. Darf man das nicht komisch finden?
Natürlich darfst du das komisch finden. Finde ich absolut nachvollziehbar. Ich bin selber manchmal erstaunt über diverse Zahlen. Es gibt imo mehrere Möglichkeiten was man in dem Fall machen könnte. z.B:
1) Man beschäftigt sich mit der Frage, wie die offiziellen Zahlen methodisch zustande gekommen sind (einzelne Methodische Schritte, Annahmen, Estimates usw.). Auf Basis dessen kann man versuchen sich zu erklären, warum diese von den eigenen Zahlen abweichen. Es könnte ja sein, dass es dafür eine Erklärung gibt. Man kann auch eine vorsichtige Einschätzung treffen, wie valide die Methode und die daraus resultierenden Zahlen sind. Man könnte z.B. Annahmen in Frage stellen, Faktoren anders gewichten wollen, alternative statistische Verfahren für sinnvoller halten, die Generalisierbarkeit anzweifeln usw. Aufbauend darauf könnte man für sich ein Urteil fällen und zur Diskussion stellen.
Ggf. stellt man auch fest, dass nicht ausreichend methodische Informationen zur Verfügung stehen, dass man fachlich nicht in der Lage ist die Berechnung methodisch nachzuvollziehen, oder dass man einfach keinen darauf Bock hat. In letzteren Fällen sollte man imo um so vorsichtiger sein ein Urteil zu fällen.
2) Man schaut sich einfach eine Übersicht an und leitet sich seine eigenen Zahlen ab. Da diese von den offiziellen Zahlen abweichen und man seine eigenen für einleuchtender hält, stellt man die Seriosität der offiziellen Zahlen in Frage. Über die Seriosität der offiziellen Zahlen urteilt man aber nicht begründet durch substantielle Kritik an der Methodik sondern dadurch, dass man dem Institut eine Agenda unterstellt.
Ich finde die zweite Variante ist wenig überzeugend und bietet eine sehr schlechte Diskussionsgrundlage, denn wie du selber sagst:
Original von AyCaramba44
Finde es einfach naiv und gefährlich wie man blind alles glaubt
Wenn ich dich daher interessiert nach den methodischen Aspekten deiner Zahlen frage, sind die Antworten leider i.d.R. sehr vage und intransparent:
Original von AyCaramba44
Man muss einfach nur, bereinigt um einige Faktoren, schauen wie sich die Infektionszahlen entwickeln!
Und mehrfaches Nachbohren meinerseits führte in unserer vorherigen Diskussion führte zum Ende der Diskussion:
Original von AyCaramba44
Habe mir das gerade nochmal angeschaut und ich weiß jetzt wo mein Fehler bzw. der Unterschied herkommt[...]Ich glaube die Diskussion können wir dann lassen
Man kann alternativ auch 3) einfach ein bisschen in einem Pokerforum über die Entwicklungen einer Pandemie philosophieren, ohne daraus eine wissenschaftliche Abhandlung zu machen. Aber wenn man seine persönlichen Einschätzungen zu wissenschaftlichen Ergebnissen und die Existenz einer Agenda von anerkannten Forschungsinstituten (mindestens rhetorisch) als Fakten verkündet, sollte da imo schon was mehr Substanz hinter stecken.