Original von groovechampion
@heiterbiswolkig
1. Bleib mal locker!
Ansonsten:
Ob ich Ahnung davon habe oder nicht, kannst Du anhand meines Posts gar nicht erkennen (habe natürlich keine:coolface:!)
Ferner lasse ich mich ungern anschnauzen, weil Montessori-Lehrer dieses oder jenes tun, oder Reformpädagogik-Opfer ihre Kinder zuhause nachträglich ausbilden. Dafür kann ich persönlich überhaupt nichts, ich finde es lediglich interessant!
Die Probleme der Kinder im jetzigen Schulsystem liegen zu 95% an den Eltern, die Kinder können meist wenig dafür. Das ist auch der Grund, warum ein flächendeckendes Reformpädagogik-System wahrscheinlich ähnliche „Fehlquoten“ produzieren würde wie das jetzige System. Derzeit erfolgt die Auswahl der privaten Reformpädagogik-Schüler über den Geldbeutel (in FFM wird man aufgefordert „mindestens 5-stellig“ zu „spenden“, um als Neuling ins Montessori-System zu gelangen). Die Leute, die das wollen und können setzen auch sonst alle Hebel in Bewegung, daß die Schulkarriere später nicht ins Stocken gerät. Unser Problem sind aber vorrangig die bildungsfernen Elternhäuser.
Wenn Du Deine Kinder ins Wolkenkuckucksheim schicken willst, dann bitte. Daß ich nicht offen für diese Art Voodoo bin ist richtig. Daß Du anscheinend glaubst, das sei das alleinig seligmachende Konzept finde ich nicht besonders weltoffen.
Für mich hat sich´s halt so angehört, als ziehst du die repräsentative Stichprobe aus deinem Bekanntenkreis für ne Bewertung alternativer Schulkonzepte heran... Wollt ich so ungern stehen lassen... ansonsten bin ich eigentlich ziemlich locker...
Ich will auch nicht bezweifeln, dass klassische Schulkonzepte funktionieren können. War bei mir persönlich doch nicht anders. Ich hatte in meiner eigenen Schulzeit überhaupt keinen Grund zur Klage. Ich werfe aber gerne die Frage in den Raum, ob es nicht auch für die, bei denen es gut funktioniert, nicht auch besser sein könnte. Wenn du Winning-Player bist, versuchst du ja trotzdem noch, besser zu werden, oder nicht?
Dass die Kinder relativ wenig für das Scheitern des jetzigen Schulsystems können, sehe ich exakt genauso wie du. Aber die Bringschuld sehe ich deswegen nicht zwangsläufig allein bei den Eltern. Da sind noch die Lehrkräfte, die meines Erachtens viel viel wichtiger sind, als das Schulsystem an sich. Es gibt an alternativen Schulen und Privatschulen leider genauso schlechte Lehrer wie an staatlichen Schulen gute. Da hilft dann leider das beste Schulkonzept nichts... Und ein Blick der von uns gewählten Volksvertretung beispielsweise nach Skandinavien könnte auf der Suche nach Ideen zur Erweiterung des schulischen Angebotes meiner Meinung nach auch nicht schaden...
Dass derzeit leider der Geldbeutel die einzige Eintrittskarte in solche Schulsysteme ist, ist genau die Motivation, die mich dazu veranlasst hat, diesen Thread hier aufzumachen. Da diese Schulen nicht dem staatlichen Konzept entsprechen, werden sie eben auch nur zu einem verschwindend geringen Anteil über den staatlichen Haushalt getragen. Der Rest kommt durch die Eltern. Und gerade wir Hessen sind diesbezüglich Schlusslicht in Deutschland.
Die breite Öffentlich weiß doch oftmals noch nicht einmal, dass es überhaupt andere Schulkonzepte gibt. Von den Vorurteilen will ich da noch gar nicht gesprochen haben... Ging mir bis vor nem Jahr doch auch nicht anders. Aber ich hab ganz schön mit den Ohren geschlackert, als ich gesehen habe, was es alles für Möglichkeiten gibt und was dahintersteckt.
Ich will hier nicht belehren, sondern in erster Linie informieren oder zumindest zeigen, dass es überhaupt was anderes gibt... Ich persönlich bin von den Konzepten schwer begeistert. Dass das nicht jeder genauso sehen muss, ist mir auch klar...