Auch wenn die Terminpläne von Elon Musk immer überoptimistisch sind, bin ich mir auch sicher, dass wir in den nächsten 2-3 Jahrzehnten definitiv eine Crew zum Mars schicken werden.
Das wird auch keine oneway oder Selbstmordmission werden, wie Sim schon erklärt hat. Ein gewisses Restrisiko dabei zu sterben wird es aber defintiv geben und die Frage ist dann halt noch wie viel Risiko ist man bereit zu gehen.
Viel spannender finde ich den längerfristigen Ansatz. Wird es zu einer langfristigen und wachsenden Marsbasis kommen, die irgendwann autark ist mit einer Millionen Bevölkerung oder wird es eher so laufen wie bei den Mondmissionen in den 60ern, dass wir aus Kostengründen das Interesse nach ein paar bemannten Missionen wieder verlieren.
Die Frage wird eben sein, ob es genug Menschen gibt die genug Geld und den Willen besitzen ihr neues Glück auf dem Mars zu suchen. Da bin ich mir noch nicht sicher, ob das wirklich so ist. Bisher war Auswanderung ja immer mit dem Wunsch auf Freiheit und ein besseres Leben verbunden. Klassisches Beispiel, die Auswanderungswelle ab dem 16 Jahrhundert nach Nordamerika. Dort sind vor allem Leute ausgewandert um sich ein besseres Leben aufzubauen.
Und genau das sehe ich beim Mars zumindest noch sehr lange nicht. Das Leben wird in fast allen Bereichen beschwerlicher sein und man wird auf vieles verzichten müssen, was auf der Erde selbstverständlich ist.
Ich sehe da ehrlich gesagt auch keinen Business Case. Ich wüsste nichts, was der Mars zu bieten hat, was man dort besser oder einfacher herstellen oder abbauen kann als auf der Erde. Also woher soll der Wohlstand einer Marszivilisation kommen? Wird es genug reiche Marsfans auf der Erde geben, die das ganze Projekt von hier finanzieren. In diesem Außmaß glaube ich das nicht.
Auf dem Mond kann man sich ja auch noch eine Art Tourismus Case vorstellen, aber das geht halt auf dem Mars aufgrund der Entfernung und Reisedauer auch nicht.
Vielleicht wird es in der Zukunft ja irgendetwas geben, an das wir heute noch nicht denken, deshalb möchte ich das nicht ausschließen. Aktuell sehe ich da aber eher wenig.
@HijackerStar: Was den langsamen Fortschritt im Weltraum angeht, darf man halt auch nicht vergessen, das Fortschritt sich in vielen Bereichen exponentiell entwickelt und wir einige neue Technologien wie KI oder 3d Druck haben, die erst noch in den Kinderschuhen stecken aber gerade zusammen mit der Privatisierung der Raumfahrt echte Gamechanger sein können.
Man sollte halt auch nicht alles mit der Mondlandung 1969 ins Verhältnis setzen, weil dies ein so gigantischer Kraftakt und Aufwand war, das dieses Ereignis eigentlich Jahrzehnte vor seiner Zeit passiert ist. Weil dieser gigantische Aufwand auch nicht längerfristig aufrechtzuerhalten war, gab es in den darauffolgenden Jahrzehnten gefühlt kaum einen Fortschritt.
Ich bin aber auch der Meinung, dass man beim Fortschritt in der Raumfahrt eher in Jahrzehnten als in Jahren rechnen sollte.