@TheHanzou: Wie schon 1000 mal gesagt, aus sein lässt sich kein sollen ableiten.
Ich halte es allerdings für überspitzt zu behaupten jemand der aus gesundheitlichen Gründen auf Fleisch verzichtet sei ein Spinner der sich für einen besseren Menschen halten würde. Außerdem: Wie kann jemand den Fleischverzehr aus Protest gegen Massentierhaltung ablehnen ohne moralische Gründe dafür zu haben?
Das Eliteargument scheint in unserer Gesellschaft so eine Art Totschlagargument zu sein, allerdings sehe ich auch darin keinen wirklichen Inhalt. Niemand kritisiert z.B. ein Auto weil es zu gut (nur weil es zu teuer ist, aber das ist was anderes) oder einen Sportler weil er zu gut ist. Selbst in unserer Gesellschaft bestehen starke Klassenunterschiede und ich denke es ist auch schwierig diese zu beseitigen. Aber ich denke mit dem Eliteargument kommen wir da keinen Schritt voran. Beispiel: Minister X sagt "Wir sollten pflichtmäßig eine dritte Fremdsprache in allen Schulen einführen". Gegenargument: "Zu elitär (macht es nur auf dem Gymnasium so?)".
Ich zweifle kein bisschen daran das ich moralisch weit höher stehe als Assikinder aus der Nachbarschaft, der Mann von der Schwester meine Oma der zu jeder Gelgenheit erwähnt, dass bei Hitler alles besser war, oder dem Typen der gedankenlos Burger bei McDonalds verkauft und sich schon dauf freut nach Feierabend Richterin Barbara Salesch zu kucken.
Wer jetzt leugnet das es sowas wie moralische Stufen oder ähnliches gibt darf sich gerne die hier erwähnten Menschen in Regierungspositionen oder als Richter vorstellen.
Aber naja, das hat nichts mit dem Thema zu tun.
Wieder zu elatzo:
So gesehen werfe ich dir garnichts vor. Praktisch gesehen scheinst du richtig zu handeln, nur denke ich, dass die Theorie dahinte falsch ist. Auch mit der Ansicht über Euthanasie, etc. scheinen wir hier mittlerweile übereinzustimmen.
Wenn wir deinen Satz ein kleines Stück verdrehen sieht er denke ich schon um einiges positiver aus: Ist es Faschismus Tiere mit geistig Behinderten gleichzusetzen?
Die Intention der Umstellung ist hier, dass es sich in deinem Beispiel anhört als ob die Rechte geistig Behinderter so umgestaltet werden sollten das sie gleich mit den aktuellen Tierrechten sind. Die neue Variante soll es so hinstellen, dass Tiere die Rechte haben sollten die momentan auch geistig Behinderte haben.
Bei der Experimentsache stimmen wir letztendlich auch fast überein. Experimente an Tieren sollten schon erlaubt sein, aber nur dann wenn diese Experimente auch Sinn machen. D.h. wenn das erprobte einen medizinischen Nutzen hat (für Mensch und wenn möglich auch Tier) wäre es sinnvoll. Wenn irgend ein Mist hergestellt wird für den mir grade kein Beispiel einfällt, aber im Bereich der Kosmetik beispielsweise werden ja auch Tierversuche gemacht, dann ist das eher unnötig.
Wie sieht es mit Menschen aus? Folgendes Szenario: Person A leidet an z.B. Krebs und wird voraussichtlich innerhalb der nächsten 10 Tage sterben. Darf der Arzt hier ein unerprobtes Heilmittel für Krebs anbieten? Wenn der Patient zustimmt sehe ich hier kein Problem.
Wenn wir allerdings auf unfreiwilliger Basis Experimente durchführen, also in der Form wie bei dem Affen dann tendiere ich dazu, dass es in dem Fall erlaubt sein sollte wenn der Behinderte die gleichen kognitiven Fähigkeiten besitzt wie ein Affe. Allerdings ist das Problem extrem komplex und wie gesagt beziehe ich mich hier nur auf medizinisch dringend notwendige Experimente.
Zu deinem letzten Absatz: Schwierig. Allerdings dürften die Unterschiede zwischen Mann und Frau sehr gering sein. Wir können außerdem keine Messwerte oder ähnliches angeben und müssten deswegen die gesamte Staffelung relativ grob vornehmen. Wenn Zweifel bestehen sollte das Individuum lieber eine Stufe zu hoch eingestuft werden als eine zu niedrig.
Mit den nicht leidensfähigen Menschen ist es allerdings relativ schwierig. Ich weiß, dass sowas existiert, allerdings weiß ich nicht ob es heilbar ist.
Angenommen es ist nicht heilbar und würde keinen Schaden hinterlassen, dann wäre es eine moralisch neutrale Handlung diesen Menschen zu schlagen. Angenommen es würde nicht wehtun, aber Schaden hinterlassen so wäre es wieder negativ. Gleichzusetzen mit z.B. mit Vandalismus. Außerdem sollten wir berücksichtigen das eine solche Person zwar keinen physischen, aber sicher doch psychischen Schmerz erleidet. Wenn die Person weder physisch, noch psyschisch Schmerzen erleidet ist sie wohl das was manche Philosophen als "Zombie" bezeichnen (vorausgesetzt sie interagiert mit uns, wenn sie z.B. nur rumliegt ist sie eher ein Stein oder sowas).
Ich gehe davon aus das sowas heilbar ist, wenn nicht kann wie gesagt eine Verletzung der Person negativ gewertet werden abgeleitet von dem hinterlassenen Schaden.
Wenn die Person geheilt werden kann und es sich nur um einen temporären Zustand handelt können wir das ähnlich einer Schocksituation sehen. Wenn jemand nach einem Autounfall verwirrt ist, dann ist das kein Grund ihn für den Rest seines Lebens als nicht zurechnungsfähig anzusehen.