Original von HiJack667
ich empfehle die lektüre der aktuellen zeit, da gibt es eine ausführliche auseinandersetzung mit dem thema ohne schönfärberei oder panikmache
dito - dürfte allerdings das eine oder andere Weltbild hier zum Einsturz bringen. Letzlich ist ja nicht mal klar, ob die Jugendkriminalität überhaupt zugenommen hat. Klar sind die Fallzahlen gestiegen, aber laut kriminologischen Untersuchungen liegt das zumindest zu einem erheblichen Teil an einer verstärkten Anzeigebereitschaft. Es gibt auch eine Kriminalstatistik aus dem 19. Jahrhundert (Jahr weiss ich nimmer genau, ca. 1885-90), umgerechnet auf heutige Einwohnerzahlen ist die Rate an Gewaltdelikten unter männlcihen Jugendlichen bzw. jungen männlichen Erwachsenen in etwa gleich wie heute.
Die Gewalt, von der hier gesprochen wird, ist doch primär nicht herkunfts - sondern schichtspezifisch. Es sind doch nicht Kinder von türkischen Rechtsanwälten oder Zahnärzten, die durch kriminelle Karrieren auffallen. Es ist leider eine traurige Tatsache, daß in keinem anderen westlichen Industrieland der soziale Status der Eltern so entscheidend für den Werdegang der Kinder ist wie in Deutschland. Es gibt wohl keinen Euro, der besser, auch in einem ganz platten Sinne ökonomisch besser, investiert ist wie Geld, das man ins Bildungssystem steckt. Verpflichtender Besuch von Kindergärten, bessere Ausbildung und Bezahlung, von KindergärterInnen und GrundschullehrerInnen, Ganztagesschulen, Sprachkurse (nicht nur für Kinder aus Migrantenfamilien, sondern auch für die Kinder aus deutschen Unterschichtfamilien, die in einer deakto sprachlosen Umgebung aufwachsen), etc, etc. Die Konzepte sind alle seit Jahren bekannt. Leider sind das Investitionen, dessen Ertrag sich erst ein bis drei Legislaturperioden einstellt.
Das viele Linke blind waren, teilweise auch noch sind für Probleme die aus Migration erwachsen können, weil man sich zu lange an einer Multikultiromantik erwärmt hat, ist absolut korrekt. Die Versäumnisse der rechten Parteien sins allerdings genauso eklatant. Viel zu lange hat man aus ideologischen Gründen die Tatsache negiert, daß Deutschland ein Einwanderungsland IST, wir Migration sogar brauchen. Das sind die zwei Seiten der Medaille, die dazu geführt haben, daß man darauf verzichtet hat, Zuwanderung zu steuern undMigranten sowohl zu fördern, wie sie auch zu fordern.