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[Geschlossen] Freund zwangsweise in Psychatrie einweisen

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Hi
ich habe einen sehr guten Freund der seit einiger Zeit an Depressionen leidet. Er war vor 3 wochen für eine woche in einer psychatrie, allerdings hat er sich da freiwillig einweisen lassen. Dort hat er wohl Tabletten verschrieben bekommen, die allerding (soweit ich das beurteilen kann) für ihn falsch eingestellt waren und er hat angefangen noch mehr am Rad zu drehen als vorher. Jetzt hat er eigenmächtig die Medikamente abgesetzt und ist völlig schizophren und ich habe wirklich Angst, dass er sich etwas antut. Er reagiert auch völlig gereizt und aggressiv bei allen gesprächen, daher denke ich wirklich er muss in eine vernünftige behandlung wo er unter beobachtung steht.
Ich habe allerdings gehört das ginge nicht, wenn der Patient (über 18) nicht damit einverstanden ist. Wie weit stimmt das und was kann man tuen?
vielen dank


47 Antworten
dye
dye
Beigetreten: 17.03.2007
Elite Grinder

Original von Blinzler
Hi
ich habe einen sehr guten Freund der seit einiger Zeit an Depressionen leidet. Er war vor 3 wochen für eine woche in einer psychatrie, allerdings hat er sich da freiwillig einweisen lassen. Dort hat er wohl Tabletten verschrieben bekommen, die allerding (soweit ich das beurteilen kann) für ihn falsch eingestellt waren und er hat angefangen noch mehr am Rad zu drehen als vorher. Jetzt hat er eigenmächtig die Medikamente abgesetzt und ist völlig schizophren und ich habe wirklich Angst, dass er sich etwas antut. Er reagiert auch völlig gereizt und aggressiv bei allen gesprächen, daher denke ich wirklich er muss in eine vernünftige behandlung wo er unter beobachtung steht.
Ich habe allerdings gehört das ginge nicht, wenn der Patient (über 18) nicht damit einverstanden ist. Wie weit stimmt das und was kann man tuen?
vielen dank

Soweit er sich nicht selbst toeten will oder jemand anderen, kann man ihn nicht einweisen. Was reicht um zu "beweisen" das jemand sich selbst oder jemand anders toeten will weis ich nicht, aber das sind die einzigen Bedingungen unter welcher eine Zwangseinweisung stattfindet.


Ignite
Beigetreten: 15.02.2006
PokerStrategist

Oha...diese Uneinsichtigkeit und Aggression gehört zum Krankheitsbild der fortgeschrittenen Depression...

Damit der Kranke aber wieder zur vollständigen Genesung kommt, sollte er unbedingt in ärztliche Behandlung. Das kann vor allem zu Beginn auf heftigen Widerstand stoßen. Depressive halten sich nicht für krank. Möglicherweise schämen sie sich auch, weil sie kein "ordentliches", d.h. für jedermann nachvollziehbares Leiden vorweisen zu können. Ausgerechnet im fortgeschrittenen Stadium ist dann die fehlende Krankheitseinsicht sogar noch typisch und wird durch unglaubliche Schuldgefühle erschwert. So behaupten manche Depressive, "schuldig und nicht krank zu sein", dafür "Strafe und keine Behandlung" zu verdienen. Deshalb dürfen sich die Angehörigen nicht entmutigen lassen, selbst wenn der Patient unnahbar, reizbar oder aggressiv wird. Das ist nicht persönlich gemeint. Die liebevolle Unterstützung und Mitgefühl hilft häufig, den Depressiven zu einer ärztlichen Behandlung zu bewegen.

Es gibt in Deutschland die Möglichkeit der Zwangseinweisung nach dem PsychG...

Es ist für Angehörige und Freunde oft sehr schwer sich richtig zu verhalten...viele belastet eine solche Krankheit eines geschätzten Menschen auch selbst und es kommt nicht selten zur Entwicklung eigener Krankheiten...

Was du machst, find ich genau das Richtige...andere Leute (Außenstehende) um Hilfe fragen...auch wenn das hier vielleicht nicht das richtige Forum dafür ist...
google mal nach "depression + angehörige"


Würde empfehlen einfach mal bei der Psychiatrie wo er in Behandlung war anzurufen, den Sachverhalt zu schildern und dort nachzufragen was du tun kannst/sollst und zwar besser heute als morgen. Speziell die Sache mit den abgesetzten Medis halte ich für erwähnenswert und sehr bedenklich.

zum thema dosierung: da die ärzte nicht messen können, wie krank/verrückt jemand ist, läuft die dosierung mehr nach dem try-and-error-prinzip... langsam hochfahren und schauen wann sich etwas tut.


Ignite
Beigetreten: 15.02.2006
PokerStrategist

Original von IncredibleSchmirk
zum thema dosierung: da die ärzte nicht messen können, wie krank/verrückt jemand ist, läuft die dosierung mehr nach dem try-and-error-prinzip... langsam hochfahren und schauen wann sich etwas tut.

verrückt ?
Ich bitte dich. Definitiv das falsche Wort...
aber ansonsten hast du Recht...


bahmrockk
Beigetreten: 10.09.2005
Elite Grinder

Original von IncredibleSchmirk
Würde empfehlen einfach mal bei der Psychiatrie wo er in Behandlung war anzurufen, den Sachverhalt zu schildern und dort nachzufragen was du tun kannst/sollst und zwar besser heute als morgen. Speziell die Sache mit den abgesetzten Medis halte ich für erwähnenswert und sehr bedenklich.

zum thema dosierung: da die ärzte nicht messen können, wie krank/verrückt jemand ist, läuft die dosierung mehr nach dem try-and-error-prinzip... langsam hochfahren und schauen wann sich etwas tut.

rautiert! That's your line, und nur das! Anrufen, nachfragen, Dir von wem mit PLAN sagen lassen, was Sache ist. Sag ruhig auch, wenn das der Fall ist, dass Du dir sorgen machst, dass der was kaputtmacht, wenn er so agro ist ...

Dye liegt hier definitiv falsch, siehe auch die Quotes vor mir :)

- georg


Original von bahmrockk

Original von IncredibleSchmirk
Würde empfehlen einfach mal bei der Psychiatrie wo er in Behandlung war anzurufen, den Sachverhalt zu schildern und dort nachzufragen was du tun kannst/sollst und zwar besser heute als morgen. Speziell die Sache mit den abgesetzten Medis halte ich für erwähnenswert und sehr bedenklich.

zum thema dosierung: da die ärzte nicht messen können, wie krank/verrückt jemand ist, läuft die dosierung mehr nach dem try-and-error-prinzip... langsam hochfahren und schauen wann sich etwas tut.

rautiert! That's your line, und nur das! Anrufen, nachfragen, Dir von wem mit PLAN sagen lassen, was Sache ist. Sag ruhig auch, wenn das der Fall ist, dass Du dir sorgen machst, dass der was kaputtmacht, wenn er so agro ist ...

Dye liegt hier definitiv falsch, siehe auch die Quotes vor mir :)

- georg

Genau so würd ich es machen und lass dich nciht von ner Hilfsschwester abspeisen sondern nen verantwortlichen da an den Hörer holen...

Wenn dein Freund jedoch sehr agressiv werden sollte und für sich oder andere eine Gefahr darstellen könnte ist nen Anruf beim Rettungsdiens / Polizei das richtige.
Durfte in Meiner Zivi Zeit einige solcher Fälle in die dementsprechende Klinik bringen teils mit Polizeischutz im Krankenwagen.
Sollte aber nur das letzte Mittel sein. Rede mit der Klinik und evtl. mit angehörigen von ihm das du begründete Sorgen hast.

Hör dabei auf deinen Bauch... meist merkt man wenn so Grenzen überschritten worden sind.


Original von Ignite

Original von IncredibleSchmirk
zum thema dosierung: da die ärzte nicht messen können, wie krank/verrückt jemand ist, läuft die dosierung mehr nach dem try-and-error-prinzip... langsam hochfahren und schauen wann sich etwas tut.

verrückt ?
Ich bitte dich. Definitiv das falsche Wort...
aber ansonsten hast du Recht...

hab als zivi auf ner geschlossenen station (Härtefälle) einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie gearbeitet. psychisch krank (verrückt) sein ist keine schande und das wort hat in meinen augen auch keinen abwertenden charakter. kann schließlich jedem passieren.

hier mal die erläuterung von wikipedia:
Der Begriff Verrücktheit - von "im Geiste verrückt sein", im Sinne von "im Geiste verschoben sein" - bezeichnet eine Abweichung von der Verhaltensnorm. Dabei spricht man

* in der deutschsprachigen Psychiatrie von ca. 1840 bis 1890 von Psychose,
* in der Psychologie von Neurose,
* kulturgeschichtlich von Wahnsinn

wobei alle diese Begriffe unterschiedliche Deutungen haben.

gibt auch die seite
www.verrueckt.de

und einer der Ärzte in der Klinik formulierte das verrückt sein folgendermaßen:

Verrückt ist man erst, wenn man nicht mehr merkt, dass man verrückt ist, sondern meint das erste mal im leben völlig klar zu sehen und den durchblick zu haben.


luxxx
Beigetreten: 21.12.2006
Oldschool Grinder

Original von Blinzler
Hi
ich habe einen sehr guten Freund der seit einiger Zeit an Depressionen leidet. Er war vor 3 wochen für eine woche in einer psychatrie, allerdings hat er sich da freiwillig einweisen lassen. Dort hat er wohl Tabletten verschrieben bekommen, die allerding (soweit ich das beurteilen kann) für ihn falsch eingestellt waren und er hat angefangen noch mehr am Rad zu drehen als vorher. Jetzt hat er eigenmächtig die Medikamente abgesetzt und ist völlig schizophren und ich habe wirklich Angst, dass er sich etwas antut. Er reagiert auch völlig gereizt und aggressiv bei allen gesprächen, daher denke ich wirklich er muss in eine vernünftige behandlung wo er unter beobachtung steht.
Ich habe allerdings gehört das ginge nicht, wenn der Patient (über 18) nicht damit einverstanden ist. Wie weit stimmt das und was kann man tuen?
vielen dank

Erstmal Respekt dafuer, dass du trotz seiner Problem sein sehr guter Freund geblieben bist, soviel Charakter haben nicht viele.
Ich weiss nicht, ob du ihn selber einweisen lassen kannst, aber wie waere es mit einer Joint-Intervention, d.h. Hol seine besten Freunde und Familienmitglieder zusammen und redet gemeinsam mit ihm.


Quentin73
Beigetreten: 23.09.2005
Elite Grinder

Wenn er in einer Psychose hängt, und so hört es sich für mich fast an, bringt mit ihm reden imo nicht viel, gerade wenn er so aggro ist.

Ich denke auch es ist am besten in der Psychatrie anzurufen und sich Hilfe zu holen.

Wünsche euch alles Gute.


hooni
Beigetreten: 09.02.2006
Elite Grinder

jo, mein beileid, hba grad genau das gleiche mit meiner sis, die hat mir schon fast meine augen ausgekratzt (wenigstens hab ich jetzt nen grund, waru mmich andere scarface nennen koennen...haha.....)

meine schwester nimmt jetzt medikamente (abilify), die sie ruhig zustellen scheinen, aber sie hat immer noch den unerklaerlichen hass gg meine mutter und mich, dafuer kann sie aber ihre wut und aggressivitaet in einem gewissen masse kontrollieren

ihr freund scheint die einzige person zu sein, auf die sie noch hoert und ich glaub das und die medikamente scheinen die einzigen gruende zu sein, weshalb sie keine physische gewalt mehr auf meine mom und mich richtet (wobei die gewalt sich gg meine mom noch in grenzen gehalten hat)

naja ich glaub nich, dass ich dir damit weiterhelfen konnte merk ich grad, is mehr ne art frustabbau :(

edit: alles gute fuer euch beide auch von mir


Ihr solltet euch vielleicht vor so ner Behandlung mit Antidepressiva und so Klamotten mal Gedanken machen was dabei überhaupt passiert. Antidepressiva bekämpfen niemals die Ursache einer Depression, sondern nur die Symptome. Für eine erfolgreiche Therapie von Depressiven müssen 2 Dinge gegegeben sein.

1. Man braucht einen guten Arzt

2. Man braucht die richtige Dosis an Antidepressiva

Wenn du deinen Kumpel einweisen lassen willst, dann tu dir und ihm einen Gefallen und sucht euch vorher einen gescheiten Arzt.


Original von Ghostmaster
Ihr solltet euch vielleicht vor so ner Behandlung mit Antidepressiva und so Klamotten mal Gedanken machen was dabei überhaupt passiert. Antidepressiva bekämpfen niemals die Ursache einer Depression, sondern nur die Symptome. Für eine erfolgreiche Therapie von Depressiven müssen 2 Dinge gegegeben sein.

1. Man braucht einen guten Arzt

2. Man braucht die richtige Dosis an Antidepressiva

Wenn du deinen Kumpel einweisen lassen willst, dann tu dir und ihm einen Gefallen und sucht euch vorher einen gescheiten Arzt.

Dazu muss ich leider sagen: Eine Psychose an sich ist unheilbar. jedenfalls nicht mit der heutigen medizin. mit den medis (egal ob antidepressiva, sedativa oder andere psychopharmaka) werden nur die symptome bekämpft/unterdrückt/gemindert.


ilja
Beigetreten: 20.06.2006
BlackMember

Original von IncredibleSchmirk
hab als zivi auf ner geschlossenen station (Härtefälle) einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie gearbeitet.

wo? :)


Vorlop
Beigetreten: 05.10.2007
Oldschool Grinder

Psychatrie ist imho der größte Schwachsinn den man machen kann. Wenn du wirklich ne Zwangseinweisung erreichst, dann wird dann Freund einfach so lange mit Drogen voll gepumpt, bis seine Depression sein kleinstes Problem ist und irgendwann wieder entlassen. Such ihm lieber nen anständigen (möglichst jungen (weil engagierter)) Arzt der der ihn auf ne anständige Dosis einstellt und evtl. ein paar Ursachen der Depression bekämpfen mag. Denn auch wenns grundsätzlich unheilbar ist, kann man einiges tun.


"normale" Depressionen sind heilbar, psychiosen keine Ahnung.


Ignite
Beigetreten: 15.02.2006
PokerStrategist

Bisher lautet die Diagnose ja "Depressionen"...

da helfen ADs aber auf jeden Fall...
ADs sind eine sehr gute Stütze auf dem Weg zur Heilung, da sie den Patienten oft überhaupt erst therapiefähig machen...

hab heut morgen auch zuerst mal dran gedacht, dass da was anderes sein könnte, als "nur" ne Depression, aber das sollte man doch besser den Leuten überlassen, die da näher dran sind und mehr Ahnung haben...

wichtig is natürlich en guter Arzt...
wichtiger aber ein guter Therapeut, sei es für eine kognitive Verhaltenstherapie, ne Psychoanalyse oder gar EMDR...

kurz noch ne wichte Frage:
hast du angst, dass dein kumpel suizidal ist ?
dann wäre natürlich ne Zwangseinweisung unabdingbar...


Das sich dein Freund hat selber einweisen lassen ist schonmal ein gutes Zeichen, da er selber eingesehen hat das er ein schwerwiegendes Problem hat.

Wichtig ist einen guten Arzt zu haben und Anti-Depressiva sind helfen auf jeden Fall auch auf den richtigen Weg zu kommen, wenn man die richtige Mischung gefunden hat.
Ein Therapeut kann auch helfen, da es bei einigen Dingen leichter ist mit einem Unbeteiligtem darüber zu reden als mit Freunden/Familie.

Zwangseinweisung würde ich als allerletzte Möglichkeit sehen und mit allen Bekannten auf ihn einzureden halte ich für gar keine gute Idee, da du ihn damit in die Enge treibst und er im schlechtesten Fall so Gedanken fasst, wie "Alle sind gegen mich", "die wollen mich loswerden" oder "Ich mache meinen Freunden/meiner Familie nur Kummer".

Das Beste was du machen kannst ist ihn bei allem zu unterstützen, also z.B. zum Arzt zu begleiten, etc.
Ist eine richtig blöde Situation, bei der man nicht viel mehr machen kann als einfach nur da zu sein.


WillMcfly
Beigetreten: 17.02.2008
Oldschool Grinder

Auch wenn hier einige versuchen dir bei deinem Problem zu helfen, denke ich das ein Forum von einer Pokerwebsite der falsche Ort dafür ist oder?


Coreprime
Beigetreten: 24.06.2007
Elite Grinder

Psychatrie ist imho der größte Schwachsinn den man machen kann. Wenn du wirklich ne Zwangseinweisung erreichst, dann wird dann Freund einfach so lange mit Drogen voll gepumpt, bis seine Depression sein kleinstes Problem ist und irgendwann wieder entlassen. Such ihm lieber nen anständigen (möglichst jungen (weil engagierter)) Arzt der der ihn auf ne anständige Dosis einstellt und evtl. ein paar Ursachen der Depression bekämpfen mag. Denn auch wenns grundsätzlich unheilbar ist, kann man einiges tun.

sorry, aber das ist absoluter Bullshit was du da schreibst !
Wenn man überhaupt keine Ahnung hat sollte man sein Halbwissen für sich behalten.....


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