Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg verzichtet allem Anschein nach für immer auf seinen akademischen Titel. Der Verzicht schmerzt ihn, wie er auf einer Wahlkampfveranstaltung in Hessen bekannte.
Guttenberg sagte am Montagabend bei einer Wahlveranstaltung im hessischen Kelkheim:. „Ich habe mich am Wochenende nochmals mit meiner Doktorarbeit beschäftigt und es war richtig, dass ich gesagt habe, dass ich den Doktortitel nicht mehr führen werde.“ Am Freitag hatte der CSU-Politiker angekündigt, den Titel vorübergehend nicht mehr führen zu wollen, bis die Universität Bayreuth die Plagiatsvorwürfe geprüft habe. Diese Einschränkung machte er am Montag nicht mehr. „Die Entscheidung, den Doktortitel nicht zu führen, schmerzt.“
Guttenberg räumte erneut Fehler ein: „Ich habe Fehler gemacht, ich habe sie nicht bewusst gemacht.“ Zugleich entschuldigte Guttenberg sich bei denen, die er mit seiner Arbeit verletzt habe. Er wies erneut die Vermutung zurück, die Arbeit nicht selbst geschrieben zu haben. „Ich habe diese Arbeit selbst geschrieben. Ich stehe dazu, aber ich stehe auch zu dem Blödsinn, den ich geschrieben habe.“ An seinem Amt will Guttenberg weiter festhalten. Er gehe im Sturm nicht von Deck, sagte er.
ala/Reuters/dpa
FOCUS Online liegt ein weiteres Gutachten der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags vor, das Verteidigungsminister zu Guttenberg fast eins zu eins in seine Doktorarbeit übernahm.
Auf den ersten Blick wirkt die Quellenangabe auf Seite 199 außergewöhnlich präzise. Der damalige Bundestagsabgeordnete und Doktortitel-Anwärter Karl-Theodor zu Guttenberg berichtet in Fußnote 564 von einem Vortrag, den er im November 2005 in Washington gehalten habe. „Die nachfolgenden Thesen“, so der CSU-Politiker in der Anmerkung, würden sich auf diesen Vortrag „stützen“. Damit reklamiert er die Urheberschaft also explizit für sich.
„Wesentliche Impulse“ zu dem Vortrag, so schreibt Guttenberg weiter in der Fußnote, habe eine Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages gesetzt. Diese Interpretation erscheint allerdings arg untertrieben. In Wahrheit sind die nachfolgenden 15 Seiten, die Guttenberg auf Seite 199 mit der Fußnote einleitet, fast zur Gänze wörtliche Kopien des Gutachtens, das FOCUS Online vorliegt.
Nur an wenigen Stellen griff Guttenberg marginal ein, änderte zum Beispiel ein „obwohl“ durch ein „obgleich“. Zudem kürzte er die Expertise leicht: Auf mehreren Seiten strich er jeweils ein paar Zeilen oder einen Absatz.
Der wahre Verfasser der Ausarbeitung heißt Wilhelm Weege. Am 25. Oktober 2005 hatte er das Gutachten im Auftrag des CSU-Politikers erstellt. Der Titel: „Die Rolle der USA im europäischen Einigungsprozess bis zum Ende des Ost-West-Konflikts“.
von FOCUS-Korrespondent Hubert Gude und FOCUS-Online-Redakteur Ansgar Siemens
Im Falle des Herrn Guttenberg ist mit dem Titel noch etwas mehr verbunden. Der feine Herr hat nämlich nur das 1. Staatsexamen gemacht. Somit ist er bei Aberkennung des Titels kein Volljurist mehr. Den Titel ablegen kann man im übrigen nicht. Der Titel wird verliehen von einer Fakultät. Nur diese kann Ihn wieder entziehen.
Damit schwinden dann übrigens die restlichen 30% gewaltig dahin. Wird Zeit für ne Sidebet. Ich sage mit den beiden Arbeiten des wissenschaftlichen Dienstes sind am Ende 94% der Arbeit Plagiate. ♦ Wer bietet mehr oder weniger? Machen wir nen extra Fred? Einsatz?

72,77% GOGOGOGO