Ich verstehe die ganze diskussion nicht. demokratie heißt - und ich denke, dass niemand ernsthaft an dieser staatsform zweifelt - das volk regiert und damit, dass es die ganze palette der parteien (links wie rechts) geben MUSS sofern sie irgendwo her reputation holen. man kann nicht einfach eine partei verbieten. das hatten wir schonmal und wie es geendet ist wissen wir ja. parteien aus noch so guten moralischen gründen zu verbieten ist der erste schritt in eine diktatur.
von daher geht der spot in ordnung, weil das öffentlich rechtliche allen parteien eine plattform geben muss.
nun zu den einzelnen parteien... meiner meinung gibt es keine richtige mitte mehr... die stirbt politisch aus parallel dazu die mittelschicht.
npd:
ist klar rechts und orientiert sich sonst stark an eigentlich linken inhalten (Ökonomie) wobei die schuldzuweisung (die ausländer nehmen uns die arbeitsplätze weg vollkommen hiernrissig ist, allein schon deshalb weil die wirtschaft sehr wohl selbst entscheiden kann wer am besten für unternehmen xy arbeitet... hier liegt die kategorie ausbildung und leistung vor, völlig unabhängig vom herkunftsland.
cdu:
tendiert meiner meinung nach auch nach rechts... siehe koch und die u-bahn schläger. wenn er die jugendlichen die eine straftat begehen ausweisen will, bewertet er mit 2 kategorien... "deutsche" würden für die gleiche tat ja auch nicht ins exil geschickt. hier soll das rechtsystem entscheiden unabhängig von der herkunft. zudem sehe ich hier keine reformpartei sondern konservatie ideologie... fragt sich nur was man eigentlich bewahren will?? dass es vielen schlechter geht..
fdp:
marktwirtschaft 4tw. das würde in radikalisierter (ist jetzt kein parteiprogramm aber die tendenz geht ja klar in diese richtung) form so aussehen: alle schleusen auf. bei uns kann jeder arbeiten der will und die wirtschaft freut sich über ne menge arbeitswillige die sich für 1€ die stunde den arsch aufreisen, damit sie am ende des monats 50€ in die arme heimat schicken können. die einkommesdifferenz zwischen unternehmer und arbeitnehmer würde wie im 19 Jhr. sein vielleicht hätten wir dann einen der Karl Marx' gedanken nochmal auffrischt (genau genau in dieser situation kommt so ein mann an solche reputation) damals wurden übrigens die ersten gewerkschaften gegründet... und in einem hatte er recht.. man erhält nicht seinen lohn für seine leitung sondern der lohn ist abhängig von der masse an leute die deine arbeit für weniger machen würden!
--> meiner meinung nach wollen die die zeit um 200 Jahre zurückdrehen... geldtechnisch hat sich ja nichts geändert wohl aber an den arbeitsbedingungen (die sie ja lockern wollen)
das ist ökonomischer Anarchismus. jeder kämpft für sich und wer nicht kämpfen kann bleibt auf der (finanziellen strecke)
mich würde mal interessieren warum ein überzeugter fdp wähler diese partei wählt (kann es nämlich nicht nachvollziehen, bin aber offen für jede diskussion... schließlich hat man ja nie ausgelernt)
aber um fair zu bleiben bietet sie ja jedem bürger 500€ grundeinkommen an, damit sich der staat um nichts mehr kümmern braucht. (den gedanken finde ich nicht schlecht aber von 500€ kann man auch nicht viel machen.)
piraten:
außer "Internet =rechtfreier raum" "Datenschutz" und "Urheberrecht aufheben" haben die kein Wahlprogramm. Was ist mit Ökonomie, Aussen- bzw Innenpolitik? Wo stehen die? links? sind mir zwar intuitiv sympathisch aber das ist dann doch klar zu wenig... wer die wählt kann auch lotto spielen.. man weiß zwar wieviel geld man riskiert aber ob man was dabei gewinnt oder verliert steht in den sternen. --->wahlprogramm unausgegoren.
spd:
die gute alte arbeiterpartei... hier sieht man wieder (unabhängig von irgendwelchen skandalen, die gabs immer) sie stirbt mit der mittelschicht aus. (ja die "sozio-ökonomisch-demographischen veränderungen darf man nicht vergessen) den typischen arbeiter gibts nicht mehr. mit der agenda 2010 hat sie sich nocheinmal von der linken seite wegbewegt und damit viele langsam verarmenden anhänger verloren. aber inzwischen sucht diese partei nach identität... und die findet sie momentan unter dem slogan "links light"
die linke:
ist für mich eine zukunftspartei und zwar nicht weil sie visionäre ideen entwickelt hätte (die sind teilweise nur billige propaganda), sondern weil man mit ihr einen punkt in verbindung bringt der in den nächsten jahren immer aktueller wird. --> verteilungsproblematik
kurz gesagt: gut das sie drauf aufmerksam macht --> schlecht in der umsetzung. dass die reichen reicher werden und die armen ärmer und es damit zwangläufig zu mehr armen kommt als reichen könnte sie sich langfristig als eine säule im parteienkarusell etablieren...
ich versteh hier allerdings nicht, dass hier manche meinen, dass "extrem" wählen schlecht wäre. mit welcher begründung?? schließlich muss ich ja als wähler in irgend einer form extrem wählen wenn ich was ändern will. den jede veränderung (oder reform) ist anfangs extrem. was denkst du denn wie die arbeitgeber vor 100 Jahren gestöhnt haben als Kinderarbeit verboten wurde... das war auch extrem.
das problem das bei den linken noch dazukommt ist folgendes und damit sind sicherlich auch ein paar äußerungen wie "die linken werfen steine und kloppen die nazis und die nazis kloppen eben ausländer --> ergo beide scheiße" zu erklären:
sie sind in ihrer eigenen moral gefangen, das paradoxon ist, dass sie in einer form gegen das system sind aber auf der anderen seite alle minderheiten (frauen, "ausländer", behinderte) in eben dieses system integrieren wollen.
ebenso wir wollen keine nazis weil die andere "grundlos=aufgrund von äußeren merkmalen" schlagen, also kloppen wir die nazis. das gilt aber nur für die linksradikalen und nicht für die partei.
grüne:
der name ist programm . was soll ich dazu schreiben... viele linke intellektuelle fühlen sich hier gut aufgehoben. das wahlprogramm hört sich vernünftig an ist aber marktwirtschaftlich auch schwer zu realisieren.
fazit: wir haben kein problem mit den parteien sondern ein problem mit dem system der marktwirtschaft... die spd will die marktwirtschaft z.b. "sozialer" machen... aber jeder hauch von sozialem kostet eben wieder. die fdp geht diesen kosten aus dem weg zuungusten von mehr "Sozialität" (wobei hier sozial schon irgendwie ein synonym für verteilungsgerechtigkeit geworden ist.
klar, die marktgesetzte sind knallhart und das ist in der natur auch so aber wir sind ja keine tiere sondern wünschen uns alle irgendwie etwas menschlichkeit. man könnte ja kranke und behinderte auch verhungern lassen, macht man aber nicht - soviel anstand hat man ja doch.
die frage die für mich elementar ist und die unter den ganzen parteiendiskussionen immer im verborgenen bleibt und immer aktueller wird, ist: "wie kann man ein wirtschaftssystem so aufbauen, dass es allen menschen dienen kann?"
darüber wird aber nie gesprochen - fast scheint es als wäre der kapitalismus, das objektiv gegebene von dem aus alles andere gedacht werden muss.... wer, wie ich, nach alternativen sucht findet vielleicht hier was:
www.inwo.de