Kurz nochmal von einem Juristen (allerdings nach deutschem Recht):
Miet- und Pachtverträge können auch mündlich abgeschlossen werden.
Der Vertrag ist auch zustandegekommen, wenn die Willenserklärungen beider Parteien objektiv übereinstimmen. Ein Dissens liegt nur dann vor, wenn die WE -objektiv- von einandern abweichen. Das bestimmt sich nach dem objektiven Empfängerhorizont, also der Sicht eines Dritten anstelle der Parteien.
Fallen hingegen subjektiver Wille und objektiv Erklärtes auseinander, liegt gerade die Anfechtungslage vor. Das gilt nicht, wenn der Andere wusste, was konkret gewollt war (denn er wäre nicht schutzwürdig). Er kann sich dann nicht auf das objektiv Erklärte berufen, es ist viel mehr ein Vertrag mit subjektiv Gewolltem zustandegekommen.
Für diesen Fall bedeutet das:
Der Vertrag ist zustandegekommen, aber es fragt sich, mit welchem Inhalt. Das ist im Wege der Auslegung zu ermitteln und evtl. Kenntnis der Parteien vom Willen des Anderen zu ermitteln.
Und hier liegt gerade die Krux: Konnte bzw. musste man den Vermieter/-pächter so verstehen, dass 480 oder 880 € inkl. Kaution gezahlt werden sollten?
Was die Stornogebühr angeht: Streng genommen, kann OP nicht stornieren, da diese Möglichkeit nicht einmal vereinbart war. Es kann aber wenigstens keine feste Stornogebühr verlangt werden. Man mag das vielleicht wirklich als abweichende Vereinbarung verstehen nach der Art: Ich lass dich für 120 € aus dem Vertrag, aber im Zweifel würde ich das nicht denken.
@TheKami:
Sofortige Annahme meint doch ohne schuldhaftes Zögern (§ 121 I BGB). Imho war im Übrigen das Angebot hier noch aktuell zur Zeit der Annahme. Ansonsten gehst du halt von einem neuen Angebot seitens OP aus, das der Vermieter hier auch angenommen hätte, wenn ich die Schilderung richtig verstehe.
Und warum Dissens? Objektiv stimmen die WE doch überein.