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Warum gehn alle arbeiten

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Renne01
Beigetreten: 15.05.2007
Elite Grinder

Original von majorsnake

Original von Renne01
Heute werden Steuern zwar auch noch fürs Allgemeinwohl ausgegeben, primär gehts aber nur noch um eine Umverteilung nach oben, was mit Steuern im Sinne von "etwas steuern" nichts mehr zu tun hat.

Wie funktioniert das? Kannst du mir ein Beispiel dafür nennen, bei denen meine Steuerabgaben dazu führen, dass jemand noch reicher wird? Und was bedeutet hier vor allem das "primär"? Werden 50%+ meiner Steuerabgaben verwendet, dass die Reichen noch reicher werden?

Mir ist durchaus bewusst, dass die Reichen immer reicher werden (denn Kapital kann man am einfachsten generieren, wenn man schon auf eine große Summe an Kapital zurückgreifen kann). Dass der Staat den Leuten mit gewissen Steuervergünstigungen entgegen kommt, kann ich auch noch verstehe. Aber wo kriegen die Reichen noch mehr Geld vom Staat?

Ein Staat kann an den richtigen Stellen subventionieren oder andersrum Subventionierungen zurückfahren. Viele Bereiche funktionieren ohne Subventionen garnicht mehr. Der Staat kann an bestimmten Steuerschrauben drehen. Wenn zB. Brot teurer wird, kaufen wir es trotzdem. Gibt Sachen, wo wir nicht ausweichen können, oder nur schwer. Benzin, Diesel wären zwei weitere Beispiele.
Weiters kann ein Staat bei Bankenrettungen einspringen. Das funktioniert weitestgehend über Haftungsübernahmen. Da helfen meistens mehrere Staaten und Institutionen zusammen, damit die Großinvestoren, denen Verlust droht, ihre faulen Papiere noch schnell abstoßen können. ZB. die EZB kauft dann diese Papiere gerne auf bzw. hilft beim Verkauf. Die Großinvestoren machen so mit Hilfe der Staaten/Institutionen ihre Surebets. Die sind dann fein raus, während die Staaten und Institutionen auf den wertlosen Papieren sitzen bleiben. Die Banken werden dann auf Steuerkosten gerettet. Wenn bei dem Spiel ganze Staaten pleitezugehen drohen, kommen Kredithaie und zwingen sie zur Kreditaufnahme, wobei die Kreditbedingungen extrem sind. In der Finanzwelt nennen wir die Haie IWF, EZB, Troika, Weltbank etc. Am Beispiel Griechenlands kann man das schön darstellen, wenn man will. Viele Bereiche dort wurden sofort privatisiert, Sozialleistungen gekürzt, uswus. Was noch passiert ist, was nicht jeder weiß, ist, dass gleichzeitig die Rüstungsausgaben stark erhöht wurden. Nun könnte man sagen, ist ja nicht soo schlimm. Die haben ja ne eigene Waffenindustrie, stärken also die heimische Wirtschaft. Stimmt aber nicht, weil die die Waffen im Ausland kaufen müssen. Das geht dann durch Vertragsklauseln oder durch Aufkauf der dortigen Industrie (zu Minipreisen versteht sich. Denn die gesamte "Staatsmasse" wird von den Haien verwaltet. Sie entscheiden also was an wen für wieviel verkauft werden muss), durch niedrigere Preise, etc.
Und am Ende profitieren immer ein paar Wenige während die Mehrzahl verliert.


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Zitat
koeniksgeburt
Beigetreten: 17.10.2013
Poker Player

Jo shore, das passt hier gar nicht rein, kannst du das vielleicht woanders diskutieren?


Antwort
Zitat
Shore
Beigetreten: 11.11.2007
PokerStrategist

Original von Renne01

Original von Shore
...
Der Markt. Würdest du bei einem Sicherheitsdienstleister Kunde bleiben, wenn rauskommt, dass er seine Macht missbraucht?

Uh, der Post klingt verdächtig nach BWL Student. Den Satz hör ich oft. Die Theorie, dass sich der Markt selbst reguliert, ist leider eine falsche. Das kann man überall beobachten, wo der Staat seine Regulierung zurückfährt.
Wichtig wäre, dass niemand, der fürs Allgemeinwohl zuständig ist am freien Markt tätig sein darf. Wenn ich als Pharmakonzern Gewinn machen will, dann sorge ich dafür, dass die Leute nicht gesund werden oder zumindest nicht gesund bleiben. Sie dürfen aber auch nicht zu früh sterben, sonst verlier ich unnötig Kunden. Und je mehr Medikamente ich den Leuten aufs Auge drücken kann, desto mehr profitiere ich davon. Gesunde Menschen wären mein Ruin, das gilt es zu vermeiden. Wenn ich als Waffenproduzent tätig bin, dann will ich Krieg und keinen Frieden. Frieden ist schlecht fürs Geschäft, das gilt es zu vermeiden. Also sorg ich dafür, dass ich immer irgendwo für Unruhe sorgen kann, um meine Waffen an den Mann zu bringen. Die größten Unternehmen gehen einen Schritt weiter, in dem sie neben den Waffen, Minen usw. auch die Minensuchgeräte und Protesen dazuliefern. Das passiert, wenn ein Markt nicht reguliert wird. Das passiert, wenn ein System gewinnorientiert und konkurrenzbasiert aufgestellt ist.

Du nennst hier zwei Industriezweige als negative Beispiele des Freien Markts, die aber eigentlich sehr stark vom Staat reguliert sind. Pharmaindustrie und Waffenindustrie. Wenn ich in einem freien Markt merke, dass mich ein Medikament krank macht, dann kaufe ich sie nicht mehr. In einem vom Staat regulierten Markt muss ich zum Arzt gehen und er kann mir nur die gesetzlich erlaubten Medikament verschrieben. Du kritisierst hier den Freien Markt für etwas, wofür der Staat verantwortlich ist.


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Zitat
MyLady17
Beigetreten: 11.03.2007
BlackMember

Original von Shore

Würde das Thema sprengen, aber im Anarcho-Kapitalismus gibt es gewisse Grundprinzipen nach denen die Menschen handeln. Klar, Anarcho-Kapitalismus kann nur entstehen, wenn sich die Menschen freiwillig zu diesen Grundprinzipen bekennen. Zum Beispiel ist ein Grundpinzip das Nicht-Aggressions-Prinzip, das besagt, dass man keine Gewalt initieren darf. Würde ein Sicherheitsdienstleister gegen dieses Prinzip verstoßen, hätten alle anderen Sicherheitsdienstleister, das Recht, sich zu ihrem eigenen Schutz gegen den korrupten SDL zu verbünden.

Naja, wenn man solche utopischen Annahmen trifft kann man sich jedes System schönreden. In der Realität hauen sich die Menschen ja die Köpfe ab, weil jemand anders etwas imaginäres angebetet, wovon der andere glaubt, dass es schlechter ist als sein imaginäres Etwas. Schau dir doch mal an, was passiert, wenn Mächtige Recht und Gesetz in die Hand nehmen. Gibt es ein historisches Beispiel, wo so etwas funktioniert hat?


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Zitat
Renne01
Beigetreten: 15.05.2007
Elite Grinder

Original von ine23
ich werde ausgeraubt und habe keine ressourcen mehr um eine private sicherheitsfirma zu bezahlen, warum hab ich kein anrecht auf verfolgung der schuldigen?

ich raube jemanden aus und habe nun ressourcen um mich gegen verfolgung zu schützen, warum ist das gerecht?

weil der markt es so regelt. fällt mir echt schwer zu begreifen warum das jemand für richtig hält.

Ich kann Shores Gedanken schon verstehen. Er meint halt, dass der Staat, wenn er gegen das Volk arbeitet, inkl. Polizei, viel mehr Macht über uns hat, als private Unternehmen, weil wir bei Firma A nicht kaufen müssen, wenn sie uns nicht passt. Da hat er auch völlig recht. Auf der anderen Seite haben wir aber auch recht, wenn wir sagen, die Privaten regulieren sich selbst und beuten uns dann gemeinsam besser aus als es der Staat tut. Und, dass wir nicht auf die Sicherheitsdienstleistung verzichten wollen, nur weil wir finanzschwach sind. Eine Gesellschaft sollte die Schwachen schützen. Leider haben wir das Dilemma, dass weder der eine noch der andere Weg zu einer Verbesserung führen, weil eben beide Seiten eigennützig und nach Gewinn strebend agieren. Der Staat darf das eigentlich nicht aber wer hindert ihn daran? Schuld ist das konkurrenzorientierte Denken in unseren Köpfen, das wir von Klein auf eingetrichtert bekommen. Schuld ist der Kapitalismus, der dieses Denken weiter fördert. Das müssen wir loswerden.

@Shore: Seh ich im Grunde schon ähnlich, dass sich Konkurrenz und Kooperation nicht ausschließen müssen. Das gilt aber nur, wenn Konkurrenz als gesunder und fairer Wettkampf mit strengen Regeln geführt wird und wenn dahinter nicht die Gier steckt, was ja meistens der Fall ist. Außerdem darf Kooperation nicht dazu dienen besser konkurrieren zu können. Das wäre nicht sinnvoll. Dann würde sich das Konkurrenzgebaren nur auf eine höhere Stufe begeben. Wenn wir uns zB. ein Fußballmatch anschauen. Da wollen beide gewinnen, klar Konkurrenzdenken. Wenn jetzt die eine Mannschaft mit harten Fouls und nem gekaufen Schiedsrichter die Partie an sich reißen will, ist das nicht mehr fair. Die andere Mannschaft hat so keine Chance. Vll. weiß sie aber bereits vorher von dem Vorhaben des Gegners und läuft mit mit Messern oder Pistolen bewaffnet aufs Feld (was gut für die Wirtschaft ist). Die andere Mannschaft erfährt das wieder rechtzeitig und kommt mit Sturmgewehren (noch besser für die Wirtschaft)... Aber wo bleibt da eigentlich das Gemeinwohl? Soll die Aufgabe eines Marktteilnehmers nicht sein Güter und Dienstleistungen zu erzeugen, um damit dem Gemeinwohl zu dienen?
Ist ein recht krasses und stark überzeichnetes Beispiel, aber von der Idee her sollte klar sein, was ich meine. Das ist Kapitalismus, wo der Zweck (Gewinnmaximierung) die Mittel heiligt. Konurrenz darf nicht ausarten, sondern nur als gegenseitiger Motivator dienen, wenn wir den denn wirklich brauchen. Vll. brauchen wir den aber auch garnicht, was ich mir gerne vorstelle. Vll. können wir aus Spaß an der Freude, am Tüfteln, am Reifen als Gesellschaft, als Spezies auch effizient sein. Es gibt ja auch dafür Beispiele in jeder Gesellschaft, Stichwort gemeinnützige Arbeit. Da wird teilweise mit fast 0 Geld ziemlich gut gearbeitet.


Antwort
Zitat
Renne01
Beigetreten: 15.05.2007
Elite Grinder

Original von Shore
...
Du nennst hier zwei Industriezweige als negative Beispiele des Freien Markts, die aber eigentlich sehr stark vom Staat reguliert sind. Pharmaindustrie und Waffenindustrie. Wenn ich in einem freien Markt merke, dass mich ein Medikament krank macht, dann kaufe ich sie nicht mehr. In einem vom Staat regulierten Markt muss ich zum Arzt gehen und er kann mir nur die gesetzlich erlaubten Medikament verschrieben. Du kritisierst hier den Freien Markt für etwas, wofür der Staat verantwortlich ist.

Sind natürlich die Klassiker. Aber das bedeutet nicht, dass der Staat der Schuldige ist, weil er solches Verhalten nicht unterbindet und bestraft. Er ist mitschuld weil er einfach zusieht, die Hauptschuld trägt aber der Markt, weil er den Schwamm (aka Rechsstaat, Gesetze, Institutionen, Einzelpersonen etc.) für sich ausnutzt, um selbst zu profitieren, während er bewusst andere schädigt. Ich glaub übrigens nicht, dass wir den krankmachenden bzw. halbkrankhaltenden Medikamenten so ohne weiteres ausweichen können. Dafür bräuchten wir schon Fachwissen und müssten die einzelen Medikamente selbstständig überprüfen, außer natürlich wenn wir dem Urteil der "unabhängigen" Konrolleure vertrauen würden, dann nicht. Außerdem ist ein Ausweichen auch deshalb schwer, weil die Großen der Industrie gemeinsam gegen uns arbeiten. Dass das so ist, kann ich nicht beweisen. Ich frage mich aber schon, warum wir im allgemeinen bei all den Medikamenten nicht gesünder werden. Durch die moderene Pharmakologie und Medizin halten wir länger durch, für gesünder halte ich uns aber nicht.
Ein besseres Beispiel der Selbstregulation ist vll. die US-Bankenbranche der Clintonregierungszeit. Dort wurden viele staatlichen Regulationsaufgaben aufgegeben. Diese Selbst- bzw. Nichtregulation gipfelte in der Lehman Brothers Pleite, der Euro-Krise etc.


Antwort
Zitat

Und Shore, hätte deine Freundin im Bekanntenkreis nicht auch jetzt schon private Sicherheit kaufen können, um sich gegen ihren Vater zu schützen? Ich mein sowas wie Bodyguards gibt's ja sicherlich auch heute schon. Ach ne, war bestimmt kein Geld da. Ups. Damit wäre sie in deiner Utopie allerdings auch angearscht.
Zumal die Polizei nur aufgrund von "bedroht fühlen" nicht agieren kann, solange keine handfeste Bedrohung nachweisbar ist. Ja das ist nicht unbedingt schön, aber eine nicht ununterschätzbare Anzahl an Lappalien und Pseudo-Delikten würden alsbald das ganze System lahmlegen, sollte die Polizei da jedem häuslichen Streit gleich auf den Grund gehen.

An diesem Punkte gehe ich aber damit d'accord dass imho unsinnig viel Geld für Sicherheitseinsätze bei Fußballspielen ausgegeben wird und das andersweitig sicher besser aufgehoben wär.


Antwort
Zitat
Renne01
Beigetreten: 15.05.2007
Elite Grinder

Ein Sicherheitsdienst ist mehr wie die Polizei und weniger wie Bodyguards. Die fahren durch die Straßen, schauen ob alles ruhig ist. Wenn "Anzeigen" eingehen, gehen sie denen nach. Die kosten aber natürlich auch was. Polizei als Aufpasser bei Fußballspielen ist imo auch falsch. Das sind ja im Grunde Veranstaltungen von privaten Vereinen/Unternehmen. Dass dafür die öffentliche Exekutive herhalten muss, find ich auch falsch. Aber vll. müssen die Veranstalter Extragebühren entrichten für solche Einsätze, kA.


Antwort
Zitat
ScHnibL0r
Beigetreten: 29.01.2005
BlackMember

Original von Shore
Dieser Aufstieg, angetrieben durch Ressourcen-Mangel, und Abstieg, verursacht durch Nachlässigkeit bei Ressourcen-Überfluss, ist ein sehr deutliches Muster, das man sehr oft in der Geschichte wiederfindet.

Bist du dir sicher, dass dies allein dem "Wohlstand" zusammenhängt ?
Ich glaube freie fließende Kreativität ist erst dann möglich, wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind und keine "Angst" mehr vorhanden ist.
Ich hatte auch immer das Gefühl, dass die besten Sportler, krassesten Arbeitstiere aus ärmeren Verhältnissen kommen oder eine schwere Kindheit hatten und somit ihren Mangel in irgendeiner Form befriedigen.
Aus einem Mangel heraus wird wahrscheinlich immer dieser Mangel versucht zu befriedigen, was natürlich ein extremer Antriebsmotor ist aber nur begrenzt Fortschtitt bedeutet.
Wirklich bahnbrechende Erfindungen befriedigen nur indirekt einen Mangel, sondern schaffen weitaus Größeres?

Wenn ich keine Kraft mehr habe um meinen Acker zu pflügen, komme ich eventuell auf die Idee ein Pferd zu nehmen, oder ein Gerät was mir die Arbeit abnimmt.
Aber komme ich so wirklich zu revolutionären Erkentnissen wie Edison, Einstein, Heisenberg und Co ?

Welche Erfindungen wurden aus Mangel und welche aus Überfluss gemacht ?

Bei einem Mangel wird wohl immer dieser Mangel befiredigt.
Bei Überfluss können wohl revolutionärerer Dinge entstehen wie Einstein und Co?
Hast du deine These darauf bezogen mal untersucht ?

Arbeit aus Angst ist sicher eine Entwicklung, aber ist es wirklich der maximale EV, würde mich auf jeden Fall interessieren, weil es mein derzeitiges Weltbild dann auf den Kopf stellt.


Antwort
Zitat
ScHnibL0r
Beigetreten: 29.01.2005
BlackMember

Original von Renne01
Sind natürlich die Klassiker. Aber das bedeutet nicht, dass der Staat der Schuldige ist, weil er solches Verhalten nicht unterbindet und bestraft. Er ist mitschuld weil er einfach zusieht, die Hauptschuld trägt aber der Markt, weil er den Schwamm (aka Rechsstaat, Gesetze, Institutionen, Einzelpersonen etc.) für sich ausnutzt, um selbst zu profitieren, während er bewusst andere schädigt.

Ist ja im Endeffekt egal, wer hier wen ausnutzt, Tatsache ist doch, dass ohne diesen Staat diese Möglichkeit erst gar nicht bestünde ?
Somit wären wir wohl besser dran ohne einen Staat und darum geht es ja Shore die ganze Zeit nur.
Klar sind dann nicht alle Probleme sofort gelöst, aber dieses eine Problem der Manipulation, des Zwangs und Eingriffs in die Freiheit eines jeden Menschen ist auf jeden Fall gelöst und meiner Meinung nach auch an der Ursache.
Was sich dann entwickelt, entscheiden im Endeffekt immer wir alle, wie auch jetzt. Nur glaube ich, dass viele Menschen sich diesen Dynamiken gar nicht bewusst sind und Einiges auch erst seit dem Internet überhaupt transparenter wird.
Es bleibt auf jeden Fall spannend für was wir uns entscheiden. Ich glaube, dass wir ohne einen Staat und ohne EZB wesentlich besser dran wären ( Gesamtwirtschatlich und auf das Gemeinwohl bezogen ).


Antwort
Zitat
Renne01
Beigetreten: 15.05.2007
Elite Grinder

Du hast recht. Ob ich von Hans oder Klaus verhauen werde, spielt keine Rolle. In der Theorie sollte mich Hans vor Klaus aber beschützen. Leider ist das im realen Leben ziemlich unrealistisch. Damit sich ein Hans nicht so leicht auf die andere Seite schlagen kann, ist es sehr wichtig dafür zu sorgen, dass er es eben nicht mehr kann oder will. Auf Wohlwollen zu hoffen, wird leider nicht die Lösung sein. Deshalb könnte ich mir auch ein Ende des Staates vorstellen, aber anders, als es heute von oben geplant wird. Die Obrigkeit will die Nationalstaaten auch abschaffen, aber in Richtung einer Weltregierung oder zumindest in Kontinentalregierungen. Das ist sehr bedenklich, weil sich so die Macht noch stärker konzentriert, was es schwerer macht, sich dagegen zu wehren. Besser wäre ne regionale Lösung. Ein böser Bürgermeister ist schnell aufgeknüpft (überspitzt ausgedrückt). Auf der anderen Seite steht er dem Volk viel näher, kennt die örtlichen Gegebenheiten und Probleme. Das sehe ich als eine gute Regierungsform an, als Obergrenze. Vll. wärs noch besser, wenn man die Strukturen noch eine Stufe kleiner macht, also nicht mehr auf Gemeindeebene sondern auf Dorfebene. Auf dieser Ebene interessieren sich die Menschen auch für Politik, weil sie selbst direkt betroffen sind. Wenn ein Dorf ein Projekt realisieren will, besteht ein viel größerer Zusammenhalt, bzw. entsteht dieser. Das wirkt sich gut auf das gesellschaftliche Zusammenleben aus. Für größere Projekte können mehrere Dörfer oder in besonderen Fälle auch Gemeinden zusammenarbeiten. Die Frage ist nur, was passiert mit den Konzernen. Deren Macht muss auch irgendwie eingeschränkt werden. Denn bis jetzt haben wir gedanklich erst den Staat als Teilkonstrukt der Macht zurechtgestutzt. Banken sehe ich auch als verzichtbar an, weil es in einer kooperativen Gesellschaft keine Banken braucht. Die haben aus meiner Sicht schon heute keine Berechtigung mehr, zumindest würd ich den gesamten Finanzsektor sofort einstampfen. Die Finanzmenschen sollen ins echte Kasino gehen und mit ihrem eigenen Geld zocken, wie alle anderen auch. Geldvermehrung, Geld für sich arbeiten lassen, mit Geld Sachen kaufen etc. das muss man aber erstmal aus den Köpfen rausbekommen. Erst dann werden andere Wirtschafts- und Gesellschaftsmodelle eine reale Chance bekommen, glaub ich. Man wird wohl anfangs Kombinationsmodelle brauchen, also kooperative und kapitalistische in Kombination, und den Kapitalismus dann langsam auslaufen lassen. Die Alternativmodelle, die ich mir bis jetzt angeschaut habe, bauen alle darauf, dass sich die Menschen von sich aus vom Kapitalismus abwenden, das Bessere am neuen Modell erkennen und direkt damit durchstarten. So wird das aber aus meiner Sicht nicht passieren. Ich glaube auf das Aus einer EZB würden wir uns schnell einigen können, wenns zu einer Abstimmung käme. Ich würde aber vorher die Geschäftsbanken abschaffen und direkt von der EZB Geld leihen. So könnte die EZB ihren Auftrag genauso erfüllen ("genauso" unter der Annahme, dass sie das heute tun würde, was sie als Zentralbank tatsächlich genau nicht macht). Die Geschäftsbanken sind nur dazu da, dass sich das Geld an wenigen Stellen konzentrieren kann. Soll heißen, dass Geschäftsbanken viel schlechter sind als eine Zentralbank.

So glaube ich, könnten wir für gleichmäßigen Wohlstand sorgen und durch die geschaffene Existenzsicherung (wie auch immer die aussehen soll, BGE zB.) aus innerem Antrieb heraus produktiv werden. Gibt auch Literatur zum Thema Sklaventum und Freiheit. Mir fällt aber leider grad nichts ein. In Kurzform gehts darum, dass gezeigt wird, dass ein Sklave ohne Fesseln mehr Leistung bringt als mit.


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Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Aha. Und wenn du die Banken abschaffst, von wem bekommen dann die Unternehmen Kapital?


Antwort
Zitat
Renne01
Beigetreten: 15.05.2007
Elite Grinder

Original von DerBobs
Aha. Und wenn du die Banken abschaffst, von wem bekommen dann die Unternehmen Kapital?

Solange es kein neues System gibt ganz einfach von der Zentralbank, Crowdfund, Unternehmensbeteiligung. Die Geschäftsbank dazwischen braucht kein Mensch.


Antwort
Zitat

Damit die Zentralbank die Währung komplett frei regulieren kann? Wohl eher schlechte Idee imo


Antwort
Zitat
ScHnibL0r
Beigetreten: 29.01.2005
BlackMember

@ Renne

Ich bin zum Großteil deiner Meinung und klar ist eine dezentralere Lösung besser als die Jetzige, langfristig wird es aber vielleicht auf die dezentralste Lösung hinauslaufen und die ist eben ohne Staat ?

Das mit den Banken sehe ich allerdings nicht ganz so, und die Dienstleistungen einer Bank brauchen schon Menschen, die zum Beispiel ihr Kapital in bestimmte Märkte investieren möchten ohne sich damit zu befassen. Ich bin kein Befürworter von Banken im klassischen Sinne , Bitcoin braucht viele Funktionen einer Bank nicht mehr und investieren kann ich klar ohne, bzw. Horten ist auch eine Form von investieren.
Aber es gibt durchaus eine Daseinsberechtigung, beziehungsweise es wird sie eben so lange geben, solange es eine Nachfrage danach gibt. Da braucht man auch keinen der sagt, Banken sind schädlich... die Regulierungen sind schädlich, die die Banken noch stärker machen und Staaten die Banken retten und alles verzerren und Monopole schaffen die nichts mit einem freien Markt zu tun haben.
Die Finanzmenschen können übrigens nur Geld aus „nichts“ machen durch den Staat und die Zentralbank, ansonsten bräuchten sie immer einen anderen Menschen der ihnen Geld für ihren Service gibt. Und man braucht das auch gar nicht aus den Köpfen rausbekommen, weil es nicht funktioniert, solange es nicht durch Geldfluten und Monopolstellung der Großbanken ermöglicht wird, aber da ist auch wieder die Frage ob EZB oder Großbank der schlimmere ist.
Fakt ist, ohne eine EZB die Kredite alleinig an Großbanken verleiht, gibt es auch Großbanken nicht mehr mit dieser Monopolstellung.

Eine Zentralbank wird meiner Meinung nach nie im Sinne der Allgemeinheit handeln, und selbst wenn, dann bräuchte man sie ja auch nicht mehr, weil man ja dann nichts manipulieren oder lenken muss.


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Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Du willst also schön alles auf dorfebene regeln, aber der Gründer darf für den Dorfladen bei der EZB um Geld betteln? :f_love:


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Zitat
bumblebeebee
Beigetreten: 06.06.2006
Oldschool Grinder

Original von DerBobs
Aha. Und wenn du die Banken abschaffst, von wem bekommen dann die Unternehmen Kapital?

Schau dir kickstarter an. Wer eine gute Idee hat, findet private Investoren. Und dann halt organisches Wachstum.
Wozu die ganzen Bankkredite führen sieht man doch seit 2008, und grade aktuell wieder in China.


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Zitat
larseda
Beigetreten: 06.08.2006
Elite Grinder

Original von bumblebeebee

Original von DerBobs
Aha. Und wenn du die Banken abschaffst, von wem bekommen dann die Unternehmen Kapital?

Schau dir kickstarter an. Wer eine gute Idee hat, findet private Investoren. Und dann halt organisches Wachstum.
Wozu die ganzen Bankkredite führen sieht man doch seit 2008, und grade aktuell wieder in China.

Stell mir grade vor wie VW direkt nach dem Abgas-Skandal bei kickstarter für 10 Mrd einstellt ...
wäre sicher witzig ... aber würde es sie dann heute noch geben ?


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Zitat
bumblebeebee
Beigetreten: 06.06.2006
Oldschool Grinder

Freie Marktwirtschaft....

Aber ernsthaft: Der Konzern "gehört" den Aktionären. Die verdienen dran, wenn das Unternehmen Gewinne macht. Dann sollen sie auch die Strafe zahlen, wenn ihr Unternehmen scheisse baut. Wenn Sie das nicht wollen oder können ist die Investition futsch.


Antwort
Zitat
larseda
Beigetreten: 06.08.2006
Elite Grinder

atm bekommen aktionäre nur nen teil der gewinne ...
wenn sie alle kosten tragen sollen ... müsste sie auch alle gewinne bekommen ...
stell mir das system schwierig vor ...


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Zitat
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