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Warum gehn alle arbeiten

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MyLady17
Beigetreten: 11.03.2007
BlackMember

Original von Renne01

Original von DerBobs

Original von Renne01
Deutschland ist ja sog. Exportweltmeister. Dh. euer Land produziert Überschüsse, arbeitet also mehr als für den Eigenbedarf notwendig. Dh. bedeutet gleichzeitig, dass es Arbeitslosigkeit exportiert, aber das nur nebenbei. Wenn DE keine Überschüsse produzieren würde, müsste nicht so viel gearbeitet werden, was die Löhne relativ anheben ließe. Hungerlöhne wären also in DE garnicht notwendig, sind aber nun mal gewollt.

Wie kommst du denn auf den Zusammenhang? Wenn ein Unternehmen x% exportiert, und diesen Anteil jetzt weglässt schrumpft es um diesen Anteil. Weniger Arbeitsplätze, mehr Arbeitslose. Evtl. sogar Unwirtschaftlichkeit, jedenfalls steigen die Löhne für die verbleibenden Arbeitsplätze sicher nicht.

Hehe, die Antwort hab ich erwartet. Die kommt so gut wie immer. :) Aber denk mal genauer drüber nach, warum ich mit der Aussage recht haben könnte.

Seit wann führt eine niedrigere Nachfrage nach Arbeitskräften zu einer höheren Entlohnung?!

Wenn du schon mit wirren (bzw. falschen) Thesen um dich wirfst, begründe sie doch bitte selbst warum das so sein sollte.
Deine Thesen sind allesamt einfach nicht zu Ende gedacht und werden von jedem mit ein bisschen Ahnung einfach sofort widerlegt.


Antwort
Zitat
AyCaramba44
Beigetreten: 27.04.2010
BlackMember

Das haben wir doch als erstes in der Schule gelernt. Wenn etwas im Überfluss da ist und niemand es braucht, dann bezahlen ALLE am meisten dafür. :f_drink:


Antwort
Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Original von Palmero92
Wenn nicht mehr exportiert wird (also Handelsbilanz=0), dann bleibt der Konsum im Innland trotzdem gleich, aber die hergestellten Güter werden weniger. Es muss weniger gearbeitet werden für den selben Konsum --> Der Reallohn/h steigt.

Warum sollte der Konsum gleich bleiben, wenn weniger verdient wird? Das ergibt überhaupt keinen Sinn.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

Weil nur das konsumiert werden kann, was produziert wird.

Kann sein, dass ich mich irgendwo gedanklich verheddert habe.


Antwort
Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Original von Palmero92
Weil nur das konsumiert werden kann, was produziert wird.

Kann sein, dass ich mich irgendwo gedanklich verheddert habe.

Falsch, konsumiert werden kann das was die Leute sich leisten können. Wenn du den Export zurückschraubst sinken die Einnahmen/Gehälter der Menschen im Inland, ergo können sie sich weniger leisten. Weiterhin sinken dadurch auch die Steuereinnahmen, und damit wiederum der Lebensstandard.


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006
BlackMember

Sehe es wie Palmero.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

Jou, this - stell dir einen Automonteur vor. Der arbeitet 7 Stunden am Tag für Güter die in Deutschland konsumiert werden. Eine weitere Stunde arbeitet er für Güter die ins Ausland exportiert werden. Der Arbeitgeber könnte sagen "ich bezahle dir das selbe Gehalt für 7std Arbeit, exportiere dafür nichts mehr" ---> Reallohn steigt für Arbeitnehmer, das Unternehmen bekommt dafür keine ausländischen Devisen mehr. Aber diese Devisen könnten sowieso nicht ausgegeben werden, da wir eine Handelsbilanz von 0 vorraussetzen wollten. Ausserdem bleibt offensichtlich der Inlandkonsum gleich (Arbeitnehmer hat selbes Gehalt, die (nicht vorhandenen) Auslandsdevisen des Unternehmens sind für den Inlandkonsum irrelevant) und auch die Inlandproduktion (=Produktion der Güter welche für das Inland gedacht sind). Ist ja alles ein Nullsummenspiel.


Antwort
Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Der AG soll seinem AN also mehr zahlen, obwohl er weniger einnimmt? :f_ugly:


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

AG nimmt genauso viele inländsiche Devisen ein wie vorher. AN verdienen genauso viele inländische Devisen wie vorher (arbeiten dafür weniger). Der Unterschied sind die ausländischen Devisen. Obv haben die für ein einzelnes Unternehmen einen Wert, aber übetrag das ganze auf die BRD. Die Wohlfahrt der deutschen Bevölkerung steigt nicht, wenn das Ausland unsere Güter konsumiert und wir dafür Schuldscheine=Papier haben. Schau dir das Video an, das erklärt den Gedanken gut. Oder es muss jemand ran, der das besser erklären kann.


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006
BlackMember

Schau von außen drauf. Exportüberschuss bedeutet, dass wir auch mit weniger Exporten genau die gleichen Produkte importieren könnten. Das bedeutet, dass wir mehr Freizeit haben oder die Inanspruchnahme der produzierten Waren und Dienstleistungen im Innland haben könnten.


Antwort
Zitat
Vaughn
Beigetreten: 02.02.2006
Oldschool Grinder

Original von Renne01
Deutschland ist ja sog. Exportweltmeister. Dh. euer Land produziert Überschüsse, arbeitet also mehr als für den Eigenbedarf notwendig.

Ist an der Stelle schon falsch.
Den Titel "Exportweltmeister" verleihen wir uns selbst, weil wir das Land mit den höchsten Exporten sind. Der Titel sagt aber nichts darüber aus wie die Handelsbilanz aussieht, d.h. ob wir mehr exportieren als importieren (oder umgekehrt).

Original von Palmero92
Wenn nicht mehr exportiert wird (also Handelsbilanz=0)

Ebenfalls nicht ganz richtig. Wenn nicht mehr exportiert wird, kann die Handelsbilanz maximal 0 betragen. Wenn aber importiert wird, kann sie ebenso negativ sein, weil Handelsbilanz = Exporte - Importe.


Antwort
Zitat
72o
72o
Beigetreten: 14.03.2008
PokerStrategist

Wie geht's eigentlich Op?


Antwort
Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Original von Palmero92
AG nimmt genauso viele inländsiche Devisen ein wie vorher. AN verdienen genauso viele inländische Devisen wie vorher (arbeiten dafür weniger). Der Unterschied sind die ausländischen Devisen. Obv haben die für ein einzelnes Unternehmen einen Wert, aber übetrag das ganze auf die BRD. Die Wohlfahrt der deutschen Bevölkerung steigt nicht, wenn das Ausland unsere Güter konsumiert und wir dafür Schuldscheine=Papier haben. Schau dir das Video an, das erklärt den Gedanken gut. Oder es muss jemand ran, der das besser erklären kann.

von beni gepostete videos schau ich mir schon lange nicht mehr an, dafür ist mir meine zeit zu wertvoll.

was hier einige nicht verstehen ist, dass unternehmen nicht das personifizierte böse sind. ich weiß es ist einfach den großkonzernen die schuld an der eigenen misere zu geben. aber fakt ist, dass unternehmen die absolute grundlage sind. geht es den unternehmen schlecht, geht es der bevölkerung schlecht. ohne AG keine AN. ein unternehmen zieht sich das geld nicht aus dem arsch, es muss es verdienen. das kann es nicht wenn es dem AN mehr geld für weniger leistung zahlen muss, oder wenn man ihm künstlich die kundschaft (aka export) wegnimmt. und kein AG nimmt das immense risiko in kauf ohne aussicht auf ertrag (der besser sein muss als wenn er normaler AN wäre, sonst würde er es ja nicht machen).

ich verstehe schon eure grundidee: AG kappt export, gibt aber dem AN mehr geld, so dass der AN mit den mehreinnahmen den verlust durch export kompensieren kann indem er höhere preise für die produkte des AG zahlt, was er jetzt kann da er ja mehr geld hat. aber das ist zu sehr vereinfacht und funktioniert nicht, weil wir a) in konkurrenz zum import stehen (die jetzt plötzlich im vergleich billiger geworden sind, und b) die steigenden preise exponentiell höher steigen müssten als der lohn (man kann nicht den wegfall ganzer weltmärkte kompensieren indem man ein produkt ein paar prozent teurer macht). weiterhin wird ein produkt schon allein deshalb teurer, weil massenproduktion sich positiv auf den einzelpreis auswirkt. was meint ihr denn was ein auto kosten würde, wenn der hersteller plötzlich nur noch ein paar stück/tag produzieren würde?

abgesehen davon ist allein schon die umsetzung unrealistisch. was machste denn wenn jetzt der chinese nen BMW haben will? "nö verkauf ich dir nicht"? dann entsteht halt ein schwarzmarkt.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

Original von DerBobs
ich verstehe schon eure grundidee: AG kappt export, gibt aber dem AN mehr geld, so dass der AN mit den mehreinnahmen den verlust durch export kompensieren kann indem er höhere preise für die produkte des AG zahlt, was er jetzt kann da er ja mehr geld hat. aber das ist zu sehr vereinfacht und funktioniert nicht, weil wir a) in konkurrenz zum import stehen (die jetzt plötzlich im vergleich billiger geworden sind, und b) die steigenden preise exponentiell höher steigen müssten als der lohn (man kann nicht den wegfall ganzer weltmärkte kompensieren indem man ein produkt ein paar prozent teurer macht). weiterhin wird ein produkt schon allein deshalb teurer, weil massenproduktion sich positiv auf den einzelpreis auswirkt. was meint ihr denn was ein auto kosten würde, wenn der hersteller plötzlich nur noch ein paar stück/tag produzieren würde?

abgesehen davon ist allein schon die umsetzung unrealistisch. was machste denn wenn jetzt der chinese nen BMW haben will? "nö verkauf ich dir nicht"? dann entsteht halt ein schwarzmarkt.

nein.

Es geht auch nicht darum Exporte zu verhinden, sondern um eine neutrale Handelsbilanz.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

.


Antwort
Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Original von Palmero92

Original von DerBobs
ich verstehe schon eure grundidee: AG kappt export, gibt aber dem AN mehr geld, so dass der AN mit den mehreinnahmen den verlust durch export kompensieren kann indem er höhere preise für die produkte des AG zahlt, was er jetzt kann da er ja mehr geld hat. aber das ist zu sehr vereinfacht und funktioniert nicht, weil wir a) in konkurrenz zum import stehen (die jetzt plötzlich im vergleich billiger geworden sind, und b) die steigenden preise exponentiell höher steigen müssten als der lohn (man kann nicht den wegfall ganzer weltmärkte kompensieren indem man ein produkt ein paar prozent teurer macht). weiterhin wird ein produkt schon allein deshalb teurer, weil massenproduktion sich positiv auf den einzelpreis auswirkt. was meint ihr denn was ein auto kosten würde, wenn der hersteller plötzlich nur noch ein paar stück/tag produzieren würde?

abgesehen davon ist allein schon die umsetzung unrealistisch. was machste denn wenn jetzt der chinese nen BMW haben will? "nö verkauf ich dir nicht"? dann entsteht halt ein schwarzmarkt.

nein.

Es geht auch nicht darum Exporte zu verhinden, sondern um eine neutrale Handelsbilanz.

dann versteh ich euch ja noch weniger. was macht denn dann der AG der stark von exporten abhängt?


Antwort
Zitat
beni
Beigetreten: 17.10.2006
BlackMember

Vielleicht ignorierst du das jetzt weil es wieder von mir kommt, aber du musst es gesamtwirtschaftlich betrachten.

Und es ist einfach so, dass der Tauschen Waren und Dienstleistungen gegen buntes Papier bzw. Einsen und Nullen in einem Computer ein schlechter Tausch ist.
Wer aber langfristig einen Exportüberschuss erzielt macht genau dies.

Warum es sich für einzelne Unternehmen trotzdem lohnt weiter zu exportieren liegt innereuropäisch daran, dass zur Not der Steuerzahler einspringt.

google halt nach: target salden sinn

Aber ist vermutlich zu viel Arbeit.


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

Nur um sicher zu gehen, dass wir auf dem gleichen Nenner sind. Es ging ursprünglich um diese Aussage:

Original von DerBobs

Original von Renne01
Deutschland ist ja sog. Exportweltmeister. Dh. euer Land produziert Überschüsse, arbeitet also mehr als für den Eigenbedarf notwendig. Dh. bedeutet gleichzeitig, dass es Arbeitslosigkeit exportiert, aber das nur nebenbei. Wenn DE keine Überschüsse produzieren würde, müsste nicht so viel gearbeitet werden, was die Löhne relativ anheben ließe. Hungerlöhne wären also in DE garnicht notwendig, sind aber nun mal gewollt.

Wie kommst du denn auf den Zusammenhang? Wenn ein Unternehmen x% exportiert, und diesen Anteil jetzt weglässt schrumpft es um diesen Anteil. Weniger Arbeitsplätze, mehr Arbeitslose. Evtl. sogar Unwirtschaftlichkeit, jedenfalls steigen die Löhne für die verbleibenden Arbeitsplätze sicher nicht.

kurz, ob eine Verringerung des Handelsüberschußes zu einem Wohlstandszuwachs führen würde.

Vermutlich war mein Beispiel zu konkret und zu verwirrend, als dass es hilfreich war. Hatte oben erwähnt, dass das Beispiel auf den ganzen Staat erweitert werden muss. Von Handelsdefiziten im Zusammenhang mit Unternehmen zu reden ist obv schwierig. Da du Beni evtl auf ignore hast :f_tongue: und er das ganze gut zusammenfasst:

Original von ...
Schau von außen drauf. Exportüberschuss bedeutet, dass wir auch mit weniger Exporten genau die gleichen Produkte importieren könnten. Das bedeutet, dass wir mehr Freizeit haben oder die Inanspruchnahme der produzierten Waren und Dienstleistungen im Innland haben könnten.

Was mit exportabhängigen Unternehmen passiert, hängt allein davon ab, wie groß ihr komparativer Vorteil ist. Das gilt grundsätzlich für jedes Unternehmen. Es geht nicht darum Märkte zu schließen. Natürlich wird in Deutschland weniger produziert werden, wenn wir nur noch so viel herstellen wie wir benötigen und nicht 110%. Die 10% Arbeit die den geringstens komparativen Vorteil (bzw. größten Nachteil) haben, werden wegfallen. Der Wohlstandsgewinn sind die durchschnittlich 10% mehr Freizeit (oder äquivalent mehr/besserer Konsum).

Man könnte auch einfach nichts an AN/AG ändern und einfach diese 10% importieren und an die Bevölkerung verteilen. Damit wird denke ich am einfachsten klar, wieso als Exporteur eine Angleichung der Handelsbilanz auf ein neutrales Niveau zu einem Wohlstandszuwachs führt.


Antwort
Zitat
DerBobs
Beigetreten: 01.08.2006
Oldschool Grinder

Und diese 10% die du importierst und verteilst finanziert wer?


Antwort
Zitat
Palmero92
Beigetreten: 23.05.2010
Elite Grinder

Das ist bereits finanziert - das ist der Überschuss/die Schulden/die ausländischen Devisen.


Antwort
Zitat
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