Aufgrund von gewissen Freiheiten habe ich mir angewöhnt, relativ spät jeden Tag aufzustehen. Leider sind dann meistens schon einige wertvolle Stunden mit Tageslicht verbrannt und für den Biorhythmus ist das spät aufstehen imo auch nicht das allerbeste. Ich habs dann auch immer wieder mal mit Wecker stellen versucht, nur ohne terminliche Pflichten (Vorlesung, Arbeit, etc.) habe ich den Wecker meistens weiter- oder komplett ausgestellt. Teilweise ist das so schlimm geworden, dass mittelwichtige Termine (z.B. früher Arzttermin oder Univeranstaltung ohne Anwesenheitspflicht) nicht wahrgenommen habe. Ich denke, viele werden sich hier zumindest teilweise mit dieser Situation identifizieren können.
Während ich im Internet über polyphasischen Schlaf recherchiert habe, traf ich zufällig auf diesen Thread:
http://stevepavlina.de/wie-man-sofort-aufsteht-wenn-der-wecker-klingelt
Cliffs:
- Problem: Auch wenn man sich vor dem Schlafen gehen fest vorgenommen hat, pünktlich aufzustehen, sind gewisse schweinehundartige Bewusstseinsebenen zum Zeitpunkt des Weckerklingelns im Gange, die uns mit logischen Argumenten unsere Pläne zunichte machen und uns die Kontrolle über unsere Entscheidungsfähigkeit nehmen.
- Lösung: Aufstehen beim Weckerklingeln ankonditionieren. Ihr macht einfach irgendwann tagsüber quasi als Trockenübung genau das, was ihr sonst auch vorm Schlafengehen macht (ich z.B. Lüften, Elektrogeräte aus, Rollo runter, eine Runde Memory auf meinem iPod Touch spielen), legt euch hin, stellt den Wecker 5 Minuten vor, sobald er klingelt, macht ihr ihn SOFORT aus und steht SOFORT auf und macht dann die Dinge, die normalerweise nach dem Aufstehen machen würdet (Lüften, Rollo hoch, Bett machen, etc.). Das ganze wiederholt ihr am Stück oder an mehreren Tagen je nach Bedarf.
- Reward: Der innere Schweinehund hat morgens NICHTS mehr zu sagen, weil einfach nur der Autopilot abläuft. Ihr verliert dafür aber morgens keine Zeit mehr.
- Downside: Das Aufstehen wird nicht wirklich dadurch angenehmer (ich verfluche mich momentan noch jeden Tag, wo ich pünktlich aufstehe, obwohl ich theoretisch weiterschlafen könnte). Das ist auch keine Lösung, um seinen Schlafbedarf drastisch zu reduzieren. Um beispielsweise langfristig zum Frühaufsteher zu werden, sollte man sich eine feste Aufstehzeit setzen, woran sich der Körper gewöhnt, und dann Abends seinem Schlafwunsch nachgehen.
Eigene Erfahrung:
Wie gesagt, Aufstehen mit dem Wecker war bisher vergeblich. Ich habe diese Konditionierungsmethode dann zusätzlich zu meiner Umstellung auf biphasischen Schlaf verwendet, was mir noch ein bisschen Zusatzmotivation bringt (mehr Zeit tagsüber, im Vergleich zu meiner bisherigen Situation auch höhere Produktivität).
Ich habe am Tag vor meiner Schlafumstellung 1x (!) das Aufstehen geübt und kam tatsächlich am nächsten Tag, wo ich 2h weniger Schlaf als bisher hatte, innerhalb von 10 Sekunden aus meinem Bett (war aber sehr brutal :-)). An diesem Tag habe ich dann noch mal eine Trockenübung gemacht, stand nach meinem Nap, wo ich noch nicht richtig schlafen konnte, zügig auf.
Am darauffolgenden Tag waren die bei Schlafumstellung übliche Müdigkeit leider schon deutlich zu bemerken. Aber nach ca. 15 Sekunden war ich trotzdem auf den Beinen. An diesem Tag habe ich keine Trockenübungen gemacht und dann nach der nächsten Nacht auch wieder leise Überzeugungsversuche zum Weiterschlafen gehört.
Es funktioniert auf jeden Fall, allerdings sollte man das doch öfter als 1-2x machen. Empfohlen wurden 3-10 Wiederholungen pro Tag, bis die Konditionierung wirklich sitzt. Ich werde generell dieses Training weglassen, meinen Schweinehund aber dann bei Anflügen von Zweifeln mit jeweils 3 Wiederholungen "erziehen".
