Hi, ich bin 22 und studiere Informatik im 3. Semester (ist mein Erststudium). Da ich die täglichen 2,5 h Fahrtzeiten satt habe und gerne etwas selbstständiger werden möchte, suche ich eine Wohnung in München.
Eine WG oder Studentenwohnheim kommt nicht in Frage, da ich meine Ruhe zum Lernen brauche und nicht das Risiko eingehen möchte, mit Spaßstudenten auskommen zu müssen. Wohnungen in München sind zwar teuer aber es werden relative günstige 1-Zimmerwohnungen angeboten. Meine Obergrenze für die Miete inklusive Nebenkosten sind 400€. Insgesamt peile ich 600-700 € Lebenserhaltungskosten an, was für realistisch erachte, da ich schon immer sparsam gelebt habe. Derzeit komme ich mich mit 200€ aus, wovon 130€ schon für die Fahrtkosten draufgehen.
Momentan habe ich noch etwas über 9k auf der Bank, weswegen ein Antrag auf Bafög noch keinen Sinn macht. Dazu bekomme ich noch etwa 150€ Kindergeld monatlich auf mein Konto. Meine Mutter hat mir auch gesagt, dass sie mich unterstützen wolle, hat aber noch keinen genauen Betrag genannt.
Die Beziehung zu meinen leiblichen Vater ist ziemlich problematisch. Ich habe ihn schon seit Jahren nicht mehr gesehen und er ist den Unterhaltszahlungen nie nachgekommen. Hab ihn wegen dem Bafög-Antrag schon mehrmals angerufen, aber er bekommt es nicht gebacken sein Formular auszufüllen. Ob ich ihn für den Fall dass Bafög ausfällt wirklich auf Unterhalt verklagen möchte, weiß ich noch nicht. Finde so was eigentlich eher asozial.
Mein Plan war jetzt mir eine Wohnung zu suchen und ein Semester lang von meinen Ersparnissen, dem Kindergeld und den Zuschüssen meiner Mutter zu leben. Dann wollte ich Bafög Antrag stellen und hoffen dass es klappt. Das Problem ist halt, dass so ein Antrag mehrere Monate dauern kann und ich nicht wirklich sicher bin, ob ich ihn auch bekomme, da mein leiblicher Vater gut verdient.
Nebenjobs möchte ich eigentlich eher vermeiden, da mich das Studium ziemlich einbindet (50 Stunden +) und ich meine guten Noten halten möchte. Es gibt zwar ein paar Kommilitonen die nebenbei noch arbeiten, aber die haben halt dementsprechende Noten bzw. haben vor über die Regelzeit hinaus zu studieren. Das versuche ich zu verhindern, da ich gerne noch meinen Master machen möchte.
Für den Fall der Fälle hatte ich vor mir einen Studienkredit zu holen. Da ich Informatik studiere und ziemlich gut bin, habe ich denke ich später mal gute Chancen einen gut bezahlten Job zu finden. Bin was Schulden an geht zwar eher kritisch, aber ich sehe das ganze als Investition in meine Bildung und Zukunft. Ob mit oder ohne Schulden hatte ich auch so nicht vorgehabt, mein Lebensstandard drastisch zu steigern, da mich materielle Dinge nie wirklich interessiert haben.
Mein grober Plan sieht so aus:
- Wohnung möglichst noch vor Semesterbeginn suchen.
- Ein Semester lang von Ersparnissen usw. leben damit ich auf unter 5k komme.
- Bafög-Antrag stellen
- Wegen der meist fünf Monaten Bearbeitungszeit noch ein Semester von meinen Ersparnissen leben
- Bafög oder Studentenkredit
Denkt ihr das ist realistisch? Ich fühle mich einfach nicht so sicher, jetzt eine Wohnung zu suchen, obwohl meine longterm Geldquelle noch nicht geklärt ist. Ist halt meine erste Wohnung und weiß nicht,ob ich an das Ganze zu naiv herangehe.