Wollte kurz meine Erfahrung Preisgeben, da ich vor 1 Monat genau in der selben Position war, wie OP.
Undzwar mit 2 Freunden in einer Schnapslaune am Wochenende die Idee bekommen auf die Zugspitze zu klettern, auch komplett ohne Wandererfahrung. Ohne große Planung 2,5 Wochen später durchgezogen.
Ich wollte das ganze möglichst Budget mäßig durchziehen. Habe nichts an Ausrütung gekauft. Nur vor Ort ein Klettersteigset (plus Helm und Steigeisen für den Gletscher) ausgeliehen. Ich hatte zu Hause nur enge und alte Winterschuhe. Neukaufen 150 Euro für eventuell einmaliges Wandern hat sich für mich nicht gelohnt.
Hab mich dann tatsächlich für die Laufschuh-Variante entschieden. Ich dachte, wenn schon keine stabilen Wanderstiefel, dann mindestens den Vorteil von einem erprobten, leichten und bequemen Schuhwerk genießen.
Alles in allem ging es überraschend gut mit den Laufschuhen. Füße wurden nicht sonderlich müde, trotz des wechselnden Untergrundes, und für den rutschigen Gletscher Abschnitt hatte ich ja Steigeisen. Mit dem Geröllabschnitt hatte ich keine Probleme. Einzig am Übergang vom Gletscher auf den Klettersteig, wofür ich das Steigeisen abnehmen musste, hatte ich etwas angst. Erschwert ist auch der Fußhalt an kleinen Gesteinskanten...wobei der Laufschuh vorne nicht steif genug ist, weshalb man sich teilweise etwas mehr mit den Händen halten muss.
Wir sind von der Hütte auf 1300m zur Spitze in 6,5 Stunden. Ziemlich durchschnittlich. Hatten einen weniger sportlichen dabei, der hat schon gut geackert am Ende.
Persönlich hätte ich mich als sportliche Herausforderung gerne ein bischen schneller gepusht. Deshalb überlege ich fürs nächste Jahr eine neue Challenge. Vielleicht wieder mit Laufschuhen und minimal Equipment, ohne Proviant, dafür Gletscherwasser trinkend.
Solang die Großwetterlage sehr stabil ist, ist das Risiko sehr gut abzuschätzen. Dann würde ich mich auch ohne Klettersteigset hinauf wagen, noch wichtiger finde ich einen Helm (Steinschlag kann immer passieren)