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Bachelor mit 30, Master sinnvoll?

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Guten Abend.
Ich finde es selber etwas komisch, mein Anliegen in einem Pokerforum zu posten, allerdings hat mir ein Freund ps.de sehr empfohlen. Offenbar gibt es hier viele Leute aus der IT-Branche, die bereitwillig ihre Erfahrungen teilen.

Ich studiere derzeit „Praktische Informatik“ im Bachelor an einer FH und werde den Studiengang im Sommer 2015 relativ gut (Note 1,5-1,8) abschließen.
Konkret geht’s mir um die Frage, wie es danach beruflich für mich weitergehen soll, d.h. ich muss mich zwischen den folgenden zwei Optionen entscheiden:
1. einen Master anschließen
2. eine Arbeit suchen

Studieren macht mir unheimlich Spaß. Damit meine ich weniger das Studentenleben, was natürlich auch toll ist, sondern vielmehr das Lernen, Einarbeiten in neue Themen, das Aneignen von neuem Wissen. Grundsätzlich würde ich also sehr gerne einen Master-Studiengang anschließen, allerdings weniger des Titels wegen, sondern um mir einerseits die Möglichkeit einer Dissertation offen zu halten und anderseits (und dies ist der Hauptgrund), um mich auf meinem Wunschgebiet (IT-Sicherheit) zu spezialisieren.

Mein Hauptproblem dabei ist mein Alter. Ich werde im kommenden Sommer 30 und habe keinerlei Berufserfahrung. Macht es unter den Voraussetzungen überhaupt Sinn, zwei weitere Jahre in meine Ausbildung zu investieren, oder wäre es ratsam endlich in der Arbeitswelt Fuß zu fassen?
Ich kann nicht wirklich beurteilen, inwieweit mein Alter bei meiner Entscheidung eine Rolle spielen sollte, aber ich versuche die ganze Angelegenheit realistisch zu betrachten und mir ist klar, dass ich meine persönliche Entfaltung ggf. in einem gewissen Maße hinten anstellen muss.

Ich werde im Frühjahr zwei Beratungsgespräche wahrnehmen. Zum einen an meiner aktuellen FH, welche einen Masterstudiengang anbietet, der auf meinem Bachelor aufbaut. Zum anderen einen Termin an einer Uni, die einen Master in IT-Sicherheit anbietet.
Zusätzlich bin ich auf der Suche nach Input von Leuten, die in einer ähnlichen Situation waren oder generell über Erfahrungen verfügen, die mir bei meiner Entscheidung helfen können.
Neben der Altersproblematik gerne auch konkret zu dem oben verlinkten Studiengang.

Wenn noch Bedarf an Infos besteht, werde ich die möglichst rasch nachreichen.
Vielen Dank fürs Lesen und hoffentlich Posten.


Antwort
Zitat
12 Antworten
draghkar
Beigetreten: 16.08.2006

Was hast du denn vor dem Bachelor gemacht?


Antwort
Zitat
_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Also mein Lebenslauf liest sich relativ besch..eiden ;)
Ausführlich:

Spoiler

Die Schulzeit war eine Mischung aus anfänglicher Unterforderung, gefolgt von Motivations- und Orientierungslosigkeit. Während mir zunächst alles zugeflogen ist und ich nie wirklich gelernt habe zu Lernen, habe ich zum Ende der Mittelstufe den Anschluss verloren. In der Oberstufe habe ich die meiste Zeit geschwänzt, bin sitzengeblieben und schlussendlich hat mir eine 6 in einer Mathe LK Klausur das Genick gebrochen: Keine Abizulassung. Insgesamt hats aber für die Fachhochschulreife (Note 3,9) gereicht.
Es folgten 9 Monate Zivildienst und 18 Monate Poker. Die Lücke durchs Pokern kann ich mehr oder weniger gut mit Praktikumsbescheinigung von Firmen aus dem Bekanntenkreis flicken.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich den Entschluss gefasst zu studieren. Da ich nur den schulischen Teil der FHR hatte, musste ich zunächst ein s.g. gelenktes Jahrespraktikum absolvieren.
Im Anschluss habe ich mich über die ZVS für diverse Studiengänge beworben, allerdings habe ich dank meines Notenschnitts keine Platz in einem meiner Wunschstudiengänge („irgendwas mit Wirtschaft“) bekommen.
Bevor ich weitere 6 Monate meines Lebens verschwende, habe ich also angefangen in dem Fach zu studieren, für das es die einzige Zusage gab: Architektur.
Ich war sehr motiviert und habe mein komplettes Leben auf das Studium ausgerichtet: Regelmäßige Nachtschichten während des Semesters, in den Prüfungszeiträumen habe ich z.T. mehrere Tage und Nächte an der FH verbracht und bin nur zum Duschen nachhause gefahren.
Der Notenschnitt war mit ~2,5 nicht wirklich schlecht, aber entsprach überhaupt nicht dem, was ich mir vorgenommen hatte. Im Prinzip war mir bereits nach den ersten Semestern klar, dass mir völlig die kreativen Fähigkeiten fehlen und spätestens nach dem dritten Semester war mir auch bewusst, dass ich dies nicht mit mehr Arbeitseinsatz kompensieren kann und dass ich für mich eigentlich keine Perspektive in dem Studiengang sehe.
Da ich mir mein Scheitern aber nicht eingestehen wollte, habe ich mich weiter reingehängt und habe mich selber sehr unter Druck gesetzt, leider auch weiterhin erfolglos.
Das alles hat dann dazu geführt, dass ich depressiv geworden bin und mir professionelle Hilfe gesucht habe. Nach mehreren Sitzungen habe ich dann die, eigentlich offensichtliche, Ursache meiner Depression erkannt und habe das Architekturstudium abgebrochen, bzw. bin zu Informatik gewechselt.

Kurz:
bis 02/2006 Gymnasium, mit Abschluss FHR - schulischer Teil
bis 01/2007 Zivildienst
bis 06/2008 Pokern, kann ich aber mit diversen Praktikumsbescheinigungen füllen
bis 06/2009 gelenktes Jahrespraktikum
bis 08/2011 Architekturstudium
bis heute Informatikstudium

Aktuell bin ich im 7. Semester und werde das Studium im 8. Semester beenden. Die Tatsache, dass ich zwei Semester über der Regelstudienzeit liege, hängt damit zusammen, dass ich im zweiten Semester einige Prüfungen wegen eines Bandscheibenvorfalls verpasst habe und außerdem 60-80 Stunden im Monat arbeite.

Ich bin heilfroh, dass ich trotz der ganzen Umwege endlich das gefunden habe, was mir Spaß macht und mich ausfüllt.
Im Prinzip bin ich mit dem Studium glücklich, das einzige kleine Manko ist, dass sich in „praktischer Informatik“ fast alles um Anwendungsentwicklung dreht. Bitte nicht falsch verstehen, das macht mir Spaß und ich kann mir durchaus vorstellen in dem Bereich zu arbeiten und glücklich zu werden. Allerdings sehe ich meine Fähigkeiten besonders im mathematischen Bereich (sämtliche Matheklausuren mit 1,0 bestanden) und habe deswegen das Gefühl, dass mich diese Arbeit nicht ganz so sehr ausfüllen/fordern würde, wie ich es gerne hätte.
In diesem Semester hatten wir eine Veranstaltung „Datenschutz und Datensicherheit“, die mich enorm interessiert und neugierig gemacht hat. Dadurch bin ich auch auf den Master “IT-Sicherheit“ der RuB gestoßen und das Profil passt halt einfach wie die Faust aufs Auge:
„... bringt mit:
solide Grundlagen im Bereich Informatik, Informationstechnik und Mathematik

... hat Spaß an:
Knobeln, logischem Denken; daran, technische Zusammenhänge zu verstehen, Neues zu entdecken und zu entwerfen sowie Innovationen vorantreiben

... kämpft sich durch:
unterschiedliche Probleme und wissenschaftliche Fragestellungen

Er bietet eine Vertiefung in den Bereichen
Kryptografie
Netzsicherheit und Datensicherheit
Systemsicherheit
Eingebettete Sicherheit
Hardware-Sicherheit“

An dieser Stelle kommt aber wieder meine Ausgangsfrage: Kann ich mir mit dem Lebenslauf bzw. mit 30 Lenzen überhaupt weitere zwei Jahre als Student erlauben?


Antwort
Zitat
bastart83
Beigetreten: 25.02.2014

denke das sich master schon lohnt kommt aber auf den bereich anwo du hin willst.
ach und übrigens ich bin 30 und noch mitten im informatik studium


Antwort
Zitat
daumi
Beigetreten: 23.10.2007

Master ist meiner Meinung nach immer sinnvoll
Bachelor ist halt immer nur so halb fertig irgendwie :f_rolleyes:
bin auch mit 33 fertig geworden und hab sofort nen Job gefunden
gl


Antwort
Zitat
HerrRausrag
Beigetreten: 23.05.2010

Original von daumi
Master ist meiner Meinung nach immer sinnvoll
Bachelor ist halt immer nur so halb fertig irgendwie :f_rolleyes:
bin auch mit 33 fertig geworden und hab sofort nen Job gefunden
gl

Muss ehrlich zugeben dass ich mich mit den MINT-Fächern nur begrenzt auskenne, aber insbesondere bei Informatik hört man viel von Bekannten dass man sich selbst als Bachelor die besseren Jobangebote heraussuchen kann. Scheint nach wie vor einen großen Bedarf zu geben, da stellt sich in meinen Augen wirklich die Frage ob man mit 30 den Master noch machen soll bzw. ob sich dies lohnen würde...

Einfach nach beendetem Studium ein paar Bewerbungen herauslassen und den eigenen Marktwert überprüfen? Schaden kanns nicht, ein Master würde sich ja vllt. sogar noch berufsbegleitend machen lassen? Meine Präferenzen mit 30 wären jedenfalls ganz klar Geld zu verdienen, aber wenn du sogar noch über eine Diss. nachdenkst scheinst du dahingehend ja doch noch einige Ambitionen zu haben...


Antwort
Zitat
domano
Beigetreten: 04.08.2006

Du beantwortest es dir doch schon selbst. du hast bock aufn nen master und kannst dir vorstellen einen dr. zu machen. also go for it. was arbeitest du denn? ist es ein job der etwas mit deinem studium zu tun hat? wenn ja ist das schon sehr relevante berufserfahrung, falls nicht solltest du dich vlt nach einem job umschauen der eher relevant ist. dein lebenslauf ist nun auch nicht so schlecht.. ok du hast ein studium abgebrochen aber was solls... ich denke im it umfeld werden leute verstehen können, dass du lieber info machen wolltest ;)

wegen diss... solltest dich wenn du den master an der fh machst genau informieren, grundsätzlich ist es mit einem fh abschluss nicht so leicht einen eine diss stelle zu bekommen


Antwort
Zitat
Berliner1982
Beigetreten: 12.07.2006

Master machen, Job neben dem Studium suchen, der im Informatikbereich liegt und glücklich werden. ;)
Dein Alter wird am Ende nicht entscheidend sein.


Antwort
Zitat
n0ghtmare
Beigetreten: 28.11.2010

Original von Berliner1982
Master machen, Job neben dem Studium suchen, der im Informatikbereich liegt und glücklich werden. ;)
Dein Alter wird am Ende nicht entscheidend sein.

Kann ich so unterschreiben.
Der Bachelor wird hier in Deutschland, auch im Informatik-Bereich, leider viel zu sehr unterbewertet, weil das Diplom noch in den Köpfen der Menschen geistert.
Außerdem würde ich dir raten, an eine richtige Uni zu wechseln. Gerade weil du offenbar interessiert an intellektuell höherwertigen Beschäftigungen bist, und erst recht, wenn du die Promotion in Erwägung ziehst.
Die Kombination "Bachelor + FH" ist übrigens ziemlich hässlich auf dem Arbeitsmarkt.


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010

Original von n0ghtmare
Der Bachelor wird hier in Deutschland, auch im Informatik-Bereich, leider viel zu sehr unterbewertet, weil das Diplom noch in den Köpfen der Menschen geistert.
Außerdem würde ich dir raten, an eine richtige Uni zu wechseln. Gerade weil du offenbar interessiert an intellektuell höherwertigen Beschäftigungen bist, und erst recht, wenn du die Promotion in Erwägung ziehst.
Die Kombination "Bachelor + FH" ist übrigens ziemlich hässlich auf dem Arbeitsmarkt.

Es geeeeht, also so unterbewertet ist der Bachelor mittlerweile nicht mehr :-)

Wenn man aber ohnehin Spaß am Studium hat, dann sollte man den Master machen - und für OP:
Ob man nun mit 26 das "richtige" Studium angefangen hat und mit 30 den Bachelor hat oder mit 32 den Master - das interessiert wirklich keinen, wenn überhaupt ist der Master sogar die bessere Alternative.

Bachelor + FH ist nicht unbedingt hässlich auf dem Arbeitsmarkt, allerdings macht es sich ganz gut, wenn es eine (im Fachbereich) etwas bekanntere FH ist...


Antwort
Zitat
_Anonymous_ Themenstarter
_Anonymous_

Guten Abend.
Vielen Dank für die Antworten, das hilft mir bei meiner Entscheidungsfindung wirklich weiter :)

Also aktuell sieht der Plan so aus, dass ich nächstes Semester meine Projekt- und die anschließende Bachelorarbeit thematisch auf den Master ausrichte (also IT-Sicherheit). Idealerweise schreibe ich beide Arbeit in/zusammen mit einem Unternehmen um einerseits Praxiserfahrung zu sammeln und andererseits einen Fuß in der Tür, für einen potentiellen Nebenjob während des Masters, zu haben.

Während des Bachelors habe ich ja 60-80 Stunden/Monat gearbeitet und das würde ich im Master gerne deutlich zurückschrauben, da das Studium schon merklich darunter gelitten hat. Aktuell bin ich, durch meinen Studiengangwechsel, nicht BAföG-berechtigt aber soweit ich informiert bin ändert sich das, sobald ich den Master beginne. Kann das jemand bestätigen?

Ansonsten würde ich mich freuen, wenn noch jemand ein paar Worte zu meinem geplanten Master: klick bzw. zu der Branche im Allgemeinen verlieren könnte. Obwohl die Jobaussichten auf den Uni-Seiten natürlich immer super klingen (BND :pokerface: ), will ich auf keinen Fall später im Keller einer Firma verschimmeln, um auf das Netzwerk aufzupassen.


Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010

Naja, falls bei einer Behörde hast du gute Karten, auch sonst ist der Bereich nicht schlecht bezahlt ;)

Allerdings ist die Tätigkeit bei einer Behörde evt. nicht so spannend, wie du dir das evt. vorstellst :P

Was genau würdest du denn hinterher gerne machen?


Antwort
Zitat
MajorBob1909
Beigetreten: 06.01.2009

Original von JeffryLWalston
Im Prinzip bin ich mit dem Studium glücklich, das einzige kleine Manko ist, dass sich in „praktischer Informatik“ fast alles um Anwendungsentwicklung dreht. Bitte nicht falsch verstehen, das macht mir Spaß und ich kann mir durchaus vorstellen in dem Bereich zu arbeiten und glücklich zu werden. Allerdings sehe ich meine Fähigkeiten besonders im mathematischen Bereich (sämtliche Matheklausuren mit 1,0 bestanden) und habe deswegen das Gefühl, dass mich diese Arbeit nicht ganz so sehr ausfüllen/fordern würde, wie ich es gerne hätte.
In diesem Semester hatten wir eine Veranstaltung „Datenschutz und Datensicherheit“, die mich enorm interessiert und neugierig gemacht hat. Dadurch bin ich auch auf den Master “IT-Sicherheit“ der RuB gestoßen und das Profil passt halt einfach wie die Faust aufs Auge:

Hi,

ich habe einen ähnlichen Schritt hinter mir. Habe Maschinenbau an einer FH studiert und mach jetzt meinen Master an der TU Dortmund.
Also für meine Master-Vertiefung haben meine Mathe Kenntnisse aus dem FH-Bachelor definitv nicht ausgereicht. Ich musste auf jeden Fall ziemlich viel aufarbeiten, aber ist auf jeden Fall machbar ;).

http://www.ruhr-uni-bochum.de/lmi/lehre/dm_ws1415/
Das scheinen die Unterlagen zur Diskreten Mathematik aus deinem Master zu sein, kannst du dir ja mal angucken...

Edit: Wenn du promovieren willst, dann würde ich dir vorschlagen nebenbei nicht in einem Unternehmen zu arbeiten, sondern als studentische Hilfskraft. Passt einfach besser wenn du an der Uni bleiben willst, das man bei den Professoren schonmal bekannt ist...


Antwort
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