Original von Gluecksfisch
Das Thema persönliche Schwächen im Vorstellungsgespräch ist ja recht viel diskutiert.
Habe nächste Woche mein erstes Vorstellungsgespräch seit 11 Jahren. Bin recht gut vorbereitet, fachlich decke ich die Anforderungen zu 100% ab aber ich bin unsicher ob die beiden Schwächen die ich mir überlegt habe auch "gut" sind. Der Job ist wichtig für mich: Gehalt +15% + verhältnissmässig hohe Abfindung durch den alten Arbeitgeber dank Aufhebungsvertrag. Diesen brauche ich natürlich nur, wenn ich die neue Stelle (bei einer großen Bank in der IT) erhalte. Es gibt 3 Bewerber, die an dem Tag zum Vorstellungstermin eingeladen sind.
Schwächen:
1. kontaktstark bzw. kommunikativ:
In Workshops, Telefonkonferenzen, Meetings oder Teambesprechungen versuche ich mich oft einzubringen, meine Meinung zu verdeutlichen und Ideen mit aufzuzeigen. Dies kann durchaus eine Schwäche sein, da ich oftmals durch Nachdenken darüber einige Faktoren / Vorschläge ausschließen könnte. Dennoch ist es auch eine Stärke, zB bei Brainstorming oder treffenden Vorschlägen die schnell zum Ziel führen. Im Prinzip ist es eine Art Kreativität.
2. kundenorientiert:
Im Rahmen von SLA-Vereinbarungen werden Services bereitgestellt. Wenn ausserhalb dieser SLA-Zeiten Anfragen kommenn (spontane Ausfälle, Anfragen, Sonderverarbeitungen) dürfen diese in der Regel nicht verarbeitet werden, da ansonsten die SLA keinen Sinn machen und kein Geld reinkommt. Ich bearbeite diese Anfragen (zB telefonisch am WE am Diensthandy) in der Regel dann trotzdem, sehe das als kundenorientiertes arbeiten. Dennoch entspricht es nicht den Vorgaben, das ist klar. Andererseits auch eine Stärke, weil es eben kunden- und qualitätsorientiert ist.
Kann man das so hinnehmen oder ist das auch Standard-BlaBla, was keiner so richtig abnimmt?!
Evtl noch sowas:
3. ungeduldig / möchte neue Aufgaben sofort beginnen:
Ich vernachlässige die Priorisierung neuer eingehender Anfragen/Störungen/Aufträge und versuche sofort daran zu arbeiten. Somit arbeite ich oftmals an verschiedenen Baustellen gleichzeitig, welches evtl zu einem Verzug der zeitkritischen Aufgabe führt. Hier wäre eine bessere Priorisierung der Aufgaben möglich, was mir aber schon bewusst geworden ist und ich versuche, umzusetzen. Andererseits eine Stärke da ich sehr multitasking-fähig bin und innerhalb Sekunden von einer Thematik auf eine andere schwenken kann bzw. mich schnell in Situationen hineindenken kann.
Stärken:
1. extreme Flexibilität: stehe hinter der Firma, dem Projekt, dem Arbeitgeber. Bereitschaft in der privaten Zeit erreichbar bzw. kurzfristig einsetzbar zu sein. Kurzfristige Nachtarbeiten oder Störungsbehebungen kein Problem, Erreichbarkeit ist gegeben.
(natürlich darf ich nicht sagen, das ich von der Gewerkschaft oder den gesetzlichen Regelungen zu Ruhezeiten, max Arbeitszeit usw nix halte)
2. Motivation bzw. Belastbarkeit: Arbeite gern auf 100-120%, mag es nicht wenn längere Ruheperioden vorhanden sind und man eben auf 70% Auslastung arbeitet. Stichwort Arbeitszeiten, Aufgabenstau, Stress ist gern gesehen.
3. Kommunikation bzw. kreativ: Siehe Schwächen, nur eben anders herum.
4. Zuverlässigkeit bzw. Disziplin: Terminfenster werden eingehalten, Disziplin ist vorhanden und zugeteilte Arbeiten sind in zuverlässigen Händen. Auf meine Aussagen ist Verlass, Versprechungen bzw. Erwartungen werden eingehalten (zB Changedurchführung, QS-Prüfungen, Dokumentationen sind auf hohem Niveau)
Klingt das soweit okay oder ist das aus HR-Sicht alles Standard? Mir ist klar, das ich alles mit Beispielen aus der Praxis erklären soll, also Situationen vorstellen ...
Falls für die Stelle Präsentationen nicht wesentlich sind, kannst du sagen dass "Präsentationen halten" eine Schwäche von dir ist. Am besten Schwächen suchen, die wirkliche Schwächen sind aber für die ausgeschriebene Stelle eigentlich irrelevant. Nicht so umgedrehte Stärken wie du aufgezählt hast.