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Firmenübernahme

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mxTimo
Beigetreten: 04.12.2007

Nabend allerseits,

gestern wurde ich spontan von meinem Chef gefragt, ob ich mir nicht vorstellen könnte, in naher Zukunft sein Nachfolger zu werden und die Firma zusammen mit unserem Handwerksmeister zu übernehmen.

Zum Betrieb: Es ist ein "kleiner" Handwerksbetrieb mit ca. 30 Mitarbeitern.
Wir sind sowohl für Privatkunden (40%) wie auch in der Industrie (60%) tätig.
Der große Kundenstamm besteht schon seit ca. 15 Jahren.

Kurz zu mir: Ich bin 28 Jahre alt und seit meiner Ausbildung vor 12 Jahren in der Firma als Büroangestellter tätig.
Zum Handwerksmeister: ca. 25 Jahre Berufserfahrung davon ca. 12 Jahre als Meister in seinem Gewerk.

Die Firma gibt es schon seit ca. 45 Jahren. Vor 20 Jahren hat mein jetziger Chef den Betrieb übernommen und hat mit insgesamt 4 Mitarbeitern begonnen.
WIe schon oben erwähnt ist die Zahl bis dato auf ca. 30 Mitarbeiter gestiegen.

Eine gute Auftragslage ist immer vorhanden, sodass noch in keinem Geschäftsjahr rote Zahlen geschrieben wurden.

Ich denke das es eine einmalige Chance ist eine so gut laufende Firma in der ich nun auch schon einige Jahre arbeite und weiß wie es bei uns läuft, zu übernehmen.

Auf der anderen Seite denkt man natürlich darüber nach, was ist wenn es nicht klappt und die Geschäfte mit einmal nicht mehr so laufen wie gewünscht.

Wie hoch ist das Risiko das so etwas passiert?
Was muss ich bei einer FIrmenübernahme alles beachten?
Wie schwierig/stressig ist es wirklich "Chef" zu sein? (Stressfaktor, etc.)

Ich wollte einfach mal gerne eure Meinung hören. Evtl. gibt es hier auch jemanden der eigene Erfahrungen damit hat?

Gruß


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3 Antworten
trekula
Beigetreten: 10.08.2007

Hallo mxTimo,

Ich bin seit Jahren selbständig und habe es (bis auf einen Tag relativ am Anfang wg. selbstverschuldeten Problemen mit dem Finanzamt) nicht bereut. Ich hatte in den Jahren Zeiten, da lief es top, aber auch Zeiten in denen kaum etwas reinkam und ich musste LEute entlassen. Scheiße, aber was ist denn wenn es in der Firma nicht mehr so läuft und Du bist Angestellter? Du hast für gewöhnlich keine Möglichkeit regulierend einzugreifen. Auf Grund der Erfahrung, die ihr beiden habt, solltet ihr in der Lage sein sowohl technische als auch kaufmännische Probleme zu erkennen und gegenzusteuern. Also mach Dir deswegen keinen Kopf.
Chef sein ist stressig, weil man sich mehr Gedanken macht. Jedenfalls am Anfang. Das legt sich aber und nachher ist imo nur noch ein zeitlicher Unterschied.
Es gibt von der IHK die Möglichkeit sich kostenlos beraten zu lassen, dass würde ich Dir empfehlen wahrzunehmen.
Auch die Handwerkskammer steht Dir beratend zur Seite.
Nimm die Unterlagen der letzten 3-5 Jahre und geh zu einem Steuerberater und lass Dich dort beraten, vor allem zu einem möglichen Wert des Unternehmens.
Wenn Du glaubst, dass Du mit dem Meister zurecht kommst, mach es! Trau Dich, sonst ärgerst Du Dich für den Rest Deines Lebens.
Ich wäre froh gewesen, wenn ich die leichten Startschwierigkeiten nicht gehabt hätte und bei 100 statt 0 angefangen hätte


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mxTimo Themenstarter
mxTimo
Beigetreten: 04.12.2007

Vielen Dank für deine Antwort trekula.
Ich werde mich die Tage mit meinem Kollegen zusammen setzen und alles besprechen.

Ich denke jedoch das es noch einige Zeit dauern wird, da vorher noch einiges erledigt werden muss (Neubau etc.)

Gruß


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DerExec
Beigetreten: 06.10.2007

Mal unsortiert meine Gedanken:

"Büroangestellter" ist was genau? Vermutlich hast du einen ziemlichen tiefen Einblick in die Firma und wirst als kompetent betrachtet - das ist gut!

Mache dir rechtzeitig Gedanken, wo du das Geld herbekommst. Über KfW-Darlehen kannst du dich im Internet informieren (Achtung: Seite ist relativ schlecht aufgebaut und schlecht beschrieben), das sollte neben Privatdarlehen mit die günstigste Form sein.

Firmenwert kannst du grob abschätzen, wenn du die Gewinne der Firma kennst (wenn nicht -> Unternehmensregister nutzen, wenn Firma GmbH ist). Verfahren ist wohl IDW S1 das gängige, was auch von Gutachtern - auch einem Steuerberater - verwendet wird.

Ansonsten musst du dir überlegen, ob du als Chef taugen kannst. Spricht: Wie kommst du mit dem Personal klar, wie wirst du wahrgenommen (in der Anfangszeit relevant). Gilt auch für deinen eventuellen Partner. Fremdeinschätzung nutzen (Partner, Chef, Freundin, Eltern, Freunde) - die weicht gerne mal von deiner Selbsteinschätzung ab.

Businessplan erarbeiten hilft auch ungemein. Da beantwortest du dir alle Fragen, bzw. solltest du das tun. Den brauchst du bei externen Geldgebern dann sowieso, also gleich vorab erledigen.

Fazit: Gute Chance, würde ich prüfen! Wird aber aufgrund des aktuellen Zinsniveaus nicht ganz billig werden.


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