Zum Forum springen
Benachrichtigungen
Alles löschen

Poker im Lebenslauf als Berater

97 Beiträge
50 Benutzer
308 Reactions
18.2 K Ansichten
Gselweckle
Beigetreten: 16.09.2009
Poker Player

Ich muss den Thread noch mal hervorkramen.
Der Tenor hier war ja eher, dass es kontraproduktiv ist, Poker in den Lebenslauf zu schreiben.

Ich bin nun gerade an meiner Bachelorarbeit und bewerbe mich parallel auf Praktika im Bereich TV-Produktion (z.B. Redaktionsarbeit bei TV-Sender)
Habe Medienwissenschaft studiert. Nun bin ich mir unsicher, ob ich bei Hobbys "Poker" angeben soll. Falls sich ein Personaler bemüht und meinen Namen googled, was wahrscheinlich standard ist, wird er bei einer Google Suche direkt auf Bilder von mir am Pokertisch stoßen, sowie auf Hendonmob und irgendwelche Pokerseiten-Updates. Falls ich es nicht hineinschreibe könnte es ja fast so wirken, als ob ich etwas zu verbergen hätte.

Überlege, ob es dann nicht eher ratsam wäre das direkt als Hobby zu verbuchen.
Was meint ihr?


Antwort
Zitat

Original von Gselweckle
Ich muss den Thread noch mal hervorkramen.
Der Tenor hier war ja eher, dass es kontraproduktiv ist, Poker in den Lebenslauf zu schreiben.

Ich bin nun gerade an meiner Bachelorarbeit und bewerbe mich parallel auf Praktika im Bereich TV-Produktion (z.B. Redaktionsarbeit bei TV-Sender)
Habe Medienwissenschaft studiert. Nun bin ich mir unsicher, ob ich bei Hobbys "Poker" angeben soll. Falls sich ein Personaler bemüht und meinen Namen googled, was wahrscheinlich standard ist, wird er bei einer Google Suche direkt auf Bilder von mir am Pokertisch stoßen, sowie auf Hendonmob und irgendwelche Pokerseiten-Updates. Falls ich es nicht hineinschreibe könnte es ja fast so wirken, als ob ich etwas zu verbergen hätte.

Überlege, ob es dann nicht eher ratsam wäre das direkt als Hobby zu verbuchen.
Was meint ihr?

lass "hobby" doch einfach ganz weg.


Antwort
Zitat

Hab ne Weile überlegt, ob ich hierzu was schreiben soll. Und wahrscheinlich mache ich mich jetzt gleich mit meinem ersten Post unbeliebt, aber irgendwie scheint hier echt Aufklärungsarbeit notwendig.

Bitte denkt daran, dass Ihr von den (hier teilweise belächelten) Personalern und Führungskräften abhängig seid. Wenn denen etwas an Euch nicht gefällt, wird das nix mit dem Job. Mein erster Chef (Vorstand bei nem DAX Unternehmen, war sein Referent) sagte mir mal, dass ich später nur die Leute einstellen soll, bei denen ich selbst 100%ig sicher bin - und selbst dann hätte ich noch genug Graupen dabei. O-Ton.

Daher: Leute, hört auf die wenigen hier mit Erfahrung auf der Seite derer, die Euch einstellen sollen. Denn: Poker ist ganz klar ein abschreckendes Merkmal. Und da ist es vollkommen unerheblich, ob das nun gerechtfertigt ist oder nicht. Haltet Euch vor Augen, dass alle (!) Unternehmen Teamplayer mit starken social skills suchen - Poker suggeriert hier eher das Gegenteil. Mit interessant wird da in der Regel irgendwas im interkulturellen Bereich, Hochleistungssport o.ä. gemeint.

Warum ich meine, das beurteilen zu können? Nach dem Referentenjob hab ich selbst 5 Jahre in ner Strategieberatung verbracht und zu der Zeit selbst gepokert. Das hat einer meiner Partner mitbekommen und von da an hatte ich für einige Zeit echt zu kämpfen (auf einmal war ich angeblich nicht mehr aufgrund der vielen Flügen und der Arbeit müde, sondern weil ich die Nächte durchgepokert habe - was nie der Fall war). Nun bin ich selbst seit einigen Jahren mit Personalverantwortung unterwegs, habe etliche Bewerber am Tisch gehabt und noch viel mehr Bewerbungen gesehen; und die waren auch bereits durch HR vorgefiltert. Dabei habe ich alles von Absolventen bis zu Führungskräften eigestellt. Daher kenne die Beurteilungskriterien nur zu gut.

Daher: Wenn Ihr in einen Konzern oder mittelständisches Unternehmen wollt, lasst die Pokersache draußen. Das geht i.d.R. maximal bei nem "hippen" Startup oder ner Agentur. Ergo Unternehmen mit einer ohnehin hohen Fluktuationsrate.

Es sei denn, Ihr seid einer dieser ganz raren wirklichen high potentials - aber dann müsst ihr in der Regel auch keine Bewerbungen schreiben, sondern habt die entsprechenden Kontakte bereits im Studium aufgebaut.

#predigtende #fröhlichesbashen ;)


Antwort
Zitat
doubleJay
Beigetreten: 09.10.2006
BlackMember

.


Antwort
Zitat
Gselweckle
Beigetreten: 16.09.2009
Poker Player

Danke für die Einschätzung tilde!

Tendiere mittlerweile auch eher zu Weglassen.
Die Sache mit der Online-Präsenz ist eben leider trotzdem so ein kleines Problem, da man ja beim Live-Poker selten gefragt wird, ob man zustimmt, dass Bilder, Updates etc von einem hochgeladen werden. Trotz Verschweigen werden Pesonaler dann wohl trotzdem immer einiges über die vergangene Pokerkarriere erfahren.

Original von prom31
lass "hobby" doch einfach ganz weg.

Hab ich mir auch schon überlegt. "Interessen und Hobbys" gehört normalerweise aber schon in einen modernen Lebenslauf hinein.


Antwort
Zitat

Original von Gselweckle
Tendiere mittlerweile auch eher zu Weglassen.
Die Sache mit der Online-Präsenz ist eben leider trotzdem so ein kleines Problem, da man ja beim Live-Poker selten gefragt wird, ob man zustimmt, dass Bilder, Updates etc von einem hochgeladen werden. Trotz Verschweigen werden Pesonaler dann wohl trotzdem immer einiges über die vergangene Pokerkarriere erfahren.

Nun, das ist leider die Schattenseite vom Internet. Daher verstehe ich inzwischen auch, warum immer mehr so restriktiv mit Informationen zu sich im Netz umgehen. Aber das ist ein anderer Schnack.

Meine Empfehlung: Lass es weg. Wenn Du darauf angesprochen wirst, authentisch (ohnehin das wichtigste im Vorstellungsgespräch) sein. D.h. "Yip, ich spiele Poker. Mich fasziniert einfach die Spieltheorethische Komponente und der Wettbewerb; und obendrein finanziert mir das auch einen Teil meines Lebensunterhalts. Aber da ich weiß, dass dies durchaus kritisch gesehen wird, habe ich es im CV lieber weggelassen." Halte es aber eher für unwahrscheinlich, dass es dazu kommen wird.


Antwort
Zitat
Arwed
Beigetreten: 19.09.2007
Oldschool Grinder

Hallo tilde,

würdest du Pokern kategorisch raus lassen? Ich gehe z.B. in Richtung Operations Research, hat ja auch ähnlich wie Poker was mit max-EV Entscheidungen zu tun. Habe durchs Pokern auch ein paar Semestester länger studiert. Pokern raus lassen? Wenn ja, wie die Studiendauer erklären?


Antwort
Zitat
Gselweckle
Beigetreten: 16.09.2009
Poker Player

Original von tilde

Meine Empfehlung: Lass es weg. Wenn Du darauf angesprochen wirst, authentisch (ohnehin das wichtigste im Vorstellungsgespräch) sein. D.h. "Yip, ich spiele Poker. Mich fasziniert einfach die Spieltheorethische Komponente und der Wettbewerb; und obendrein finanziert mir das auch einen Teil meines Lebensunterhalts. Aber da ich weiß, dass dies durchaus kritisch gesehen wird, habe ich es im CV lieber weggelassen." Halte es aber eher für unwahrscheinlich, dass es dazu kommen wird.

Das klingt schon nach einem akzeptablen Plan, denke ich werd mal schauen wie ich damit fahre bei den Bewerbungen, die ich rausschicke.
Bin mir nur nicht sicher, ob ich den letzten Satz dann nicht lieber weglassen würde.


Antwort
Zitat

@Gselweckle: Das ist die offene und ehrliche Begründung. Die macht das Vorgehen und Dich glaubhaft.

@Arwed: Lass es mich mal hart formulieren. Die Relevanz der durchs Pokern erworbenen Skills fürs Berufsleben werden scheinbar stark überschätzt. Die fürs Pokern notwendigen mathematischen Kenntnisse wurden mir (damals aka in grauer Vorzeit ;)) in 1-2 Vorlesungen beigebracht und stellten bei mir gerade einmal Basiswissen im Grundstudium dar. Damit beeindruckt man echt niemanden. Und wenn Du Pech hast, sitzt Dir ein promovierter Physiker gegenüber - der kann Dinge in einer Komplexität modellieren und berechnen, von denen wissen Du und ich noch nicht mal, dass es sie gibt. Und ja, diese Kollegen findest Du in allen Unternehmensfunktionen.

Vergesst dabei nicht, dass Eure zukünftigen Führungskräfte (ab Head of aufwärts) i.d.R. über mehr als eine Dekade Berufs- und Führungserfahrung verfügen. Manche davon sind bereits durch Merger gegangen und mussten menschlich und ethisch wesentlich schwierigere Entscheidungen treffen als rein mathematisch kalkulierbare. Die beeindruckt man nicht mit 2-3 Jahren Pokern. Sondern mit sehr guten Noten in den relevanten Fächern (da theoretisch deutlich anspruchsvoller) und den entsprechenden Praktika (da dann auch schon erste Erfahrung gesammelt, wie der Hase wirklich läuft). Hier macht sich dann auch meist der Unterschied zwischen Uni und FH sowie Bachelor und Master bemerkbar.

Die Semester mehr kannst Du durch "wollte Leben, reisen, Dinge ausprobieren [und das dann mit interessanten Punkten belegen, die Dich und Deinen Charakter geprägt haben] - wann kann man das nach dem Studium schon noch einmal so frei machen?" begründen. Da sind wir dann wieder bei der Authentizität.

#schonwiedereinroman


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member
  • "Poker rauslassen", aber Authentizität in den Vordergrund stellen?
  • Natürlich haben Führungskräfte oft viel Berufserfahrung - das hält sie aber nicht davon ab, Berufsanfänger in ihrem Kontext trotzdem beeindrucken finden zu können. Ich finde meinen derzeitigen Intern auch mega - obschon er logischerweise mangels Erfahrung vieles noch nicht kann.
  • Es geht bei Poker nicht nur um den mathematischen Teil. Sondern auch um professionelle Herangehensweise, statistische Gegneranalyse, Selbstreflektion,
  • Natürlich hängt es daher davon ab, wie man Poker gelebt hat. NL50 vor-sich-herdaddeln mit decent Talent ums Studium zu finanzieren ist natürlich nix dolles. Highstakes mit geiler Arbeitseinstellung aber schon. Ebenso Coaches, Autoren - die dadurch auch schon eine relevante Berufs-/Freelancererfahrung haben.

Antwort
Zitat
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010
PokerStrategist

Es ist einfach so, dass PokerPro (gerade online) ähnlich wie Automatenzocken, Sportwetten und Gold-Farmen in WoW wirkt - zumindest relativ häufig.

Vergleich es mal mit eSportlern - da ist auch direkt der Nerd-Stempel drauf und niemand interessiert sich für Disziplin/Taktik/Ausdauer/Analyse o.ä.

Es geht auch nicht darum, was jemand dafür getan hat, sondern was der Empfänger denkt.

Coach/Autor ist da auch etwas ganz anderes...

Das ist ein wenig vergleichbar zur "Kein Tattoo im sichtbaren Bereich" bei Banken - es ist egal, ob der Berater genau so gut oder sogar besser ist als ein Nicht-Tattoowierter, die Kunden/Einsteller denken, dass man damit weniger seriös ist und damit ist man raus.


Antwort
Zitat

Original von Xantos

  • "Poker rauslassen", aber Authentizität in den Vordergrund stellen?
  • Natürlich haben Führungskräfte oft viel Berufserfahrung - das hält sie aber nicht davon ab, Berufsanfänger in ihrem Kontext trotzdem beeindrucken finden zu können. Ich finde meinen derzeitigen Intern auch mega - obschon er logischerweise mangels Erfahrung vieles noch nicht kann.
  • Es geht bei Poker nicht nur um den mathematischen Teil. Sondern auch um professionelle Herangehensweise, statistische Gegneranalyse, Selbstreflektion,
  • Natürlich hängt es daher davon ab, wie man Poker gelebt hat. NL50 vor-sich-herdaddeln mit decent Talent ums Studium zu finanzieren ist natürlich nix dolles. Highstakes mit geiler Arbeitseinstellung aber schon. Ebenso Coaches, Autoren - die dadurch auch schon eine relevante Berufs-/Freelancererfahrung haben.

(1) Yip, die Authentizität kommt durch die in der Antwort enthaltene Selbstreflektion in Bezug auf die Umwelt.
(2) Richtig, man beurteilt schließlich relativ, d.h. auf Basis des Levels. Nur wird hier Pokern eben kaum jemanden beeindrucken.
(3) Stimmt, aber leider wird beim Pokern eben jeder Punkt für sich relativ gesehen auf einem recht niedrigen Niveau geschult. Ergo ist bildet man eher Generalistenskills aus. Allerdings lassen sich diese einfach nicht auf einen Großteil der Arbeitswelt übertragen.
(4) Auch richtig. Allerdings ist das ein echt zweischneidiges Schwert. Wenn Du erfolgreich auf high stakes spielt und hinter dem Pokern stehst, fragt sich dann Dein Gegenüber, wo Deine langfristige Motivation für die "reale" Arbeitswelt liegt (schließlich verfügst Du schon über ein hohes Einkommen). Das ist so ne no-win/no-win Situation für Dich. Zumal Du dann sogar noch verschärft den Stempel eines Zockers aufgedrückt bekommst. Siehe auch FiftyBlumes Ausführen. Mag ungerecht sein, ist aber einfach so.

Müsst ihr mir nicht glauben, ist aber leider einfach so. Vor allem, wenn man in Konzerne / Beratungen / Prüfungen gehen möchte, die ernsthaft Wert auf analytische und methodische Kompetenz legen. FiftyBlumes Beispiel mit dem Tattoo spiegelt die Welt da draußen schlichtweg hervorragend wider. Sicherlich gibt es die eine Ausnahme unter 1.000, aber das war es dann auch schon.

Wünschte selbst, das wäre anders. Musste es schließlich auch auf die harte Tour lernen. Und merke bei meinen Entscheidungsprozessen in den letzten Jahren, dass ich trotzdem selbst ähnlich vorgehe.


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Original von tilde
(1) Yip, die Authentizität kommt durch die in der Antwort enthaltene Selbstreflektion in Bezug auf die Umwelt.

Verstehe ich nicht.
So wie ich dich verstanden habe, sei (a) Authentizität wichtig, (b) solle man aber aus taktischen Gründen nichts von Poker erzählen und lieber sagen, man hätte in der Zeit was anderes gemacht. Passt nicht zusammen.

(3) Stimmt, aber leider wird beim Pokern eben jeder Punkt für sich relativ gesehen auf einem recht niedrigen Niveau geschult. Ergo ist bildet man eher Generalistenskills aus. Allerdings lassen sich diese einfach nicht auf einen Großteil der Arbeitswelt übertragen.

"auf niedrigem Niveau geschult" - verstehe ernsthaft nicht, was du hiermit meinst. Ob die professionelle Herangehensweise eines Pokerspielers auf hohem oder niedrigen Niveau stattfindet, hängt nicht von Poker ab, sondern vom Individuum. Sehe es da ähnlich wie Amateursport - z.B. Fahrradfahren, was auch Hobby oder auf dem Sprung zu Profi betrieben werden kann.

(4) Auch richtig. Allerdings ist das ein echt zweischneidiges Schwert. Wenn Du erfolgreich auf high stakes spielt und hinter dem Pokern stehst, fragt sich dann Dein Gegenüber, wo Deine langfristige Motivation für die "reale" Arbeitswelt liegt (schließlich verfügst Du schon über ein hohes Einkommen). Das ist so ne no-win/no-win Situation für Dich. Zumal Du dann sogar noch verschärft den Stempel eines Zockers aufgedrückt bekommst. Siehe auch FiftyBlumes Ausführen. Mag ungerecht sein, ist aber einfach so.

Stimme ich nicht zu.
(a) Die meisten Highstakes-Spieler der Vergangenheit hören auf - sei es, weils härter wird oder sei es, weil man nicht das Leben lang das gleiche machen möchte. Ergo ist es in dem Fall ohnehin "Einkommen der Vergangenheit" und damit ggf Vermögen, aber kein heutiges Einkommen.
(b) XX-XXXk auf der hohen Kante zu haben ist keine Minderqualifikation.

Müsst ihr mir nicht glauben, ist aber leider einfach so.

Hier geht's nicht um glauben, sondern um Wissen / Erfahrung.
Natürlich ist die Rezeption unterschiedlich.
Die Art und Weise, wie du es hier aber als "ist halt so" hinstellst, ist abstrus.

Meine Erfahrung zeigt mir - bei Beratern und Technologieunternehmen - eine sehr differenzierte Betrachtungsweise.

Wünschte selbst, das wäre anders. Musste es schließlich auch auf die harte Tour lernen. Und merke bei meinen Entscheidungsprozessen in den letzten Jahren, dass ich trotzdem selbst ähnlich vorgehe.

D.h. dass deine persönliche Erfahrung halt anders ist.
Was wohl eine geringe Sample Size an Recruitern war, und auch die Frage aufwirft wie du es in deinem CV dargestellt hattest, und wie erfolgreich du beim Pokern warst.


Antwort
Zitat

Original von Xantos
D.h. dass deine persönliche Erfahrung halt anders ist.
Was wohl eine geringe Sample Size an Recruitern war, und auch die Frage aufwirft wie du es in deinem CV dargestellt hattest, und wie erfolgreich du beim Pokern warst.

Ich geh mal nur auf diesen einen Punkt ein. Eigene Erfahrung = (wie oben geschrieben) in meiner fünfjährigen Zeit als Berater bei einer der Top5 Strategieberatungen habe ich gepokert, dies hat einer der Partner mitbekommen und daraus erwuchs für die kommende Zeit eine deutlich geänderte Wahrnehmung meiner Arbeitsleistung. Hier für mich ein Einzelfall. Habe in der Zeit allerdings bei ner hohen zweistelligen Anzahl von Unternehmen ein Mandat gehabt und dabei gelernt wie das Arbeitsumfeld, insbesondere Führungskräfte darauf reagiert (das wiederum nicht an mir selbst). Daher schätze ich mein Statement auch nicht als abstrus ein, sondern verfüge wahrscheinlich über eine deutliche größere Samplesize als die meisten hier.

Daher mein Rat, es einfach nicht zu erwähnen. So wird deutlich mehr Risiko vermieden als Chancen geschaffen. Und mit dem Rat kann jeder machen was er will, überzeugen muss ich ganz sicher niemanden davon.


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Während man Berater ist Pokern =/= Pokern vorher bei der Bewerbung.

Beratungen wie Berger, McKinsey etc. erwarten ja sehr hohen Einsatz - da kann ich mir gut vorstellen, dass so mancher Partner das falsch interpretiert.
Glaube eine der größten Ängste ist auch: "Hat er Schulden?", was bei "Glücksspiel" ja naheliegt. Und Schulden sind tatsächlich kritisch, weil sie zu mehr Moral Hazard Situationen führen.

Wenn man als Bewerber die Story shaped ist man ergo in einer ganz anderen Situation als wenn der Partner es währenddessen "mitbekommt".
Auch ist die Situation, es Kunden als Berater zu erzählen eine ganz andere. Da passt es schlicht nicht zur Brand.
Muss mich schon sehr wundern, dass du dein Pokern als Berater gegenüber dem Kunden anscheinend so oft has raushängen lassen, dass du eine gute Samplesize zusammenbekommst...


Antwort
Zitat

Original von Xantos
[...]Auch ist die Situation, es Kunden als Berater zu erzählen eine ganz andere. Da passt es schlicht nicht zur Brand.
Muss mich schon sehr wundern, dass du dein Pokern als Berater gegenüber dem Kunden anscheinend so oft has raushängen lassen, dass du eine gute Samplesize zusammenbekommst...

Na, da scheinst Du mich aber schon für ein wenig beschränkt zu halten ;)

Natürlich habe ich das keinem (!) Kunden auf die Nase gebunden. Meine Beraterzeit ist inzwischen 5 Jahre her, ergo habe ich deutlich vor 2010 gepokert und - wir erinnern uns - das war die Zeit des Pokerbooms inkl. Raab und Co. Und da Kunden gerade mit Beratern über diverse Trends sprechen, ist eben auch häufig Pokern ein Thema gewesen. So habe ich die Einstellung der Entscheider in Unternehmen mitbekommen, ohne ihnen zu sagen, dass ich selbst ebenfalls spiele.

Und bevor das hier zu ner Privatfehde wird, bin ich damit dann auch mal raus. #servus


Antwort
Zitat
HoRRoR
Beigetreten: 11.02.2005
BlackMember

xantos 1:0 tilde,
good game !


Antwort
Zitat
Lupo1337
Beigetreten: 26.11.2007
PokerStrategist

Auf in Runde 2


Antwort
Zitat
eplc
Beigetreten: 23.01.2005
Elite Grinder

Sehe ich anders. Im Endeffekt kommt es immernoch auf die Sicht des Arbeitgebers an, ob sinnvoll oder nicht. Im Endeffekt ist das tildes Hauptargument und dem kann man nur schwer widersprechen. Dass Poker vielerseits kritisch beäugt wird, dürfte auch nicht in Abrede zu stellen sein. Dabei kann man sein Niveau in jeweils einschlägigen Skills auch nur schwer nachweisen, es sei denn, Korn ist so lieb, ein Arbeitszeugnis auszustellen. :)

Vollkommen richtig ist aber sicherlich, dass die individuellen Fähigkeiten von Pokerspielern riesige Unterschiede aufweisen und es durchaus über Basics weit hinausgehen kann. Aber eben nur kann und dort wären wir wieder bei der Nachweisbarkeit, und zwar in einer Form, die bei Bewerbungen auch akzeptiert wird (nicht unbedingt der PT oder HM Graph).


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Es kommt stark an auf ...
(a) die konkrete "Pokerlaufbahn" an,
(b) auf das Storytellung
und natürlich auch auf
(c) die Gegenüber

(a) NL50 Grinder? Eher nein. Coach und/oder High-stakes? Eher ja
(b) Storytelling muss überzeugend sein & natürlich nicht krass im Vordergrund stehen.
(c) Altbackener deutscher Mittelstand? Eher nein. Startup oder Tech Company? Klar ja.
McKinsey, Bain, Berger liegen sicher irgendwo dazwischen. Daher sollte halt insbesondere dann (a) und (b) stimmen.
Wer sich das nicht zutraut, sollte es in der Tat besser weglassen.


Antwort
Zitat
Teilen: