Schon interessant die Diskussion. Pokern hat imo nichts, was den CV fördern könnte. Und wo Coaching/Artikel Schreiben relevante Berufserfahrung sein soll, sehe ich leider nicht.
Original von n0ghtmare
Schon interessant die Diskussion. Pokern hat imo nichts, was den CV fördern könnte. Und wo Coaching/Artikel Schreiben relevante Berufserfahrung sein soll, sehe ich leider nicht.
Coaching/Artikel ist eine relativ gute Erklärung für eine vermeintliche Lücke im Lebenslauf und wenn ich mir die Mails diverser Akademiker bei uns anschaue, dann ist das schon eine relevante Information.
@Xantos:
Erklär mal bitte das Story-Telling in der Bewerbung.
Coaching / Artikel schreiben bedeutet, u.a.:
- hat Drive, neben dem Studium noch was anderes zu machen
- kann Schreiben & Informationen aufbereiten, so dass sie für andere leicht verständlich sind
Durchaus relevant für klassische Management Consultancies.
Mit Storytelling meine ich:
- Es clever im CV unterbringen. Wäre ich z.B. Kobeyard, würde ich durchaus als Teil des Lebenslaufs darstellen. Für NL1k-Spieler ohne / mit wenig Coaching eher unter "Interessen" o.ä.
- Mit Fragen souverän umgehen können, z.B. zur Rechtslage. Auch was reflektierendes über die Szene/Branche zu sagen
Eine meiner Go-To Stories wenn jemand zu PokerStrategy.com fragt ist z.B., kurz darzustellen, wie wir von der Player Valuation (Rake only statt Net Deposits) profitiert haben, weil so ein Winning Player hunderttausende Customer Lifetime Value haben kann. Als Spieler/Coach würde man sicher auch Stories erzählen können, die zeigen: Der hat sich kritisch damit beschäftigt und nicht nur vor sich hingezockt. Stichworte wären gesellschaftlicher Impact Poker vs Lotto vs Automaten, Regulierung/Rechtslage, Herausforderungen des Lifesytle, alleine am Rechner arbeiten ... was auch immer bei Rückfragen halt als gute Antworten gegeben werden könnte.
Wer sich da nicht sicher fühlt, oder eben eher so der Grinder war, der sollte es halt eher rauslassen.
Ich brachte mich hier ein v.a. weil ich die Aussage: "man sollte es IMMER rauslassen" für schlicht falsch halte. So mancher Top-Spieler / Top-Coach würde sich damit eines starken Assets im Bewerbungsprozess berauben.
Auf die Idee Poker in den Lebenslauf zu schreiben kommt man in der Regel doch sowieso nur als frischer Absolvent aus einer Notsituation heraus, weil man eine Lücke oder einfach sonst nichts relevantes vorzuweisen hat.
Das ist auch jedem Personaler bewusst, daher würde ich es in jedem Fall raus lassen, weil wenn schon Lückenfüller dann wenigstens einer mit positivem Image.
Original von Xantos
Coaching / Artikel schreiben bedeutet, u.a.:
- hat Drive, neben dem Studium noch was anderes zu machen
- kann Schreiben & Informationen aufbereiten, so dass sie für andere leicht verständlich sind
Durchaus relevant für klassische Management Consultancies.Mit Storytelling meine ich:
- Es clever im CV unterbringen. Wäre ich z.B. Kobeyard, würde ich durchaus als Teil des Lebenslaufs darstellen. Für NL1k-Spieler ohne / mit wenig Coaching eher unter "Interessen" o.ä.
- Mit Fragen souverän umgehen können, z.B. zur Rechtslage. Auch was reflektierendes über die Szene/Branche zu sagenEine meiner Go-To Stories wenn jemand zu PokerStrategy.com fragt ist z.B., kurz darzustellen, wie wir von der Player Valuation (Rake only statt Net Deposits) profitiert haben, weil so ein Winning Player hunderttausende Customer Lifetime Value haben kann. Als Spieler/Coach würde man sicher auch Stories erzählen können, die zeigen: Der hat sich kritisch damit beschäftigt und nicht nur vor sich hingezockt. Stichworte wären gesellschaftlicher Impact Poker vs Lotto vs Automaten, Regulierung/Rechtslage, Herausforderungen des Lifesytle, alleine am Rechner arbeiten ... was auch immer bei Rückfragen halt als gute Antworten gegeben werden könnte.
Wer sich da nicht sicher fühlt, oder eben eher so der Grinder war, der sollte es halt eher rauslassen.
Ich brachte mich hier ein v.a. weil ich die Aussage: "man sollte es IMMER rauslassen" für schlicht falsch halte. So mancher Top-Spieler / Top-Coach würde sich damit eines starken Assets im Bewerbungsprozess berauben.
schon mal daran gedacht, dass du erst gar nicht eingeladen wirst, um dein protziges fachchinesisch überhaupt abzuladen?
+1
Im Strategie Consulting suchen die keinen Grund dich einzuladen, sondern einen um dich nicht einzuladen! Die haben dort zig andere Top Bewerber, wo du mit einem Stehzeit von einem Jahr ( egal ob Poker oder irgend eine andere erfundene Story) sowieso schon draußen bist.
Kenne auch niemand der dort ohne Praktikum oder Visiting Associate eingestiegen ist.
OP ist SAP Berater, da spielt es wieder überhaupt keine Rolle.
Wenn man als Absolvent eine Lücke hat, dann ist man bei den Mgmt Consultancies im Zweifel draußen.
Ergo kann man dann mit Poker eher gewinnen - wenn es relevant genug ist.
Ein Kobeyard z.B. könnte easy eine Lücke im Lebenslauf damit füllen - Coach, Highstakes-Spieler etc.
Analog wie Profisportler (in geldarmen Bereichen wie Fahrrad oder Leichtathletik) sowas auch reinnehmen würden, wenn sie deswegen länger im Studium brauchten oder weniger Internships hatten.
Vermutlich reden wir eh aneinander vorbei.
Meine Argumentation richtet sich nur gegen die Logik: "macht nie Sinn", was schlicht falsch ist.
Dass es selten Sinn macht - da stimme ich zu. Da eben echte Relevanz vorliegen muss, über Highstakes und/oder Coaching/Freiberuflertum.
Kundenakquise und Coaching in einem Online Startup mit leistungsbezogener Entlohnung in einem sehr wandlungsintensiven und flexiblen Marktumfeld. Blablub und hier die Skills in irgend einer Form aufzuführen die man dort dazugewonnen hat, ist erstmal gar nicht falsch - wenn die dann aber beim Vorstellungsgespräch fragen was du da genau getan hast, mußt du halt von der Nummer weit weg kommen, dass du von früh bis abends in Unterhose vorm Rechner hingst und gedaddelt hast.
... so schlecht klingt das erstmal nicht.
Nix anderes tun ja BWL´er auch nicht oder soll ein Vertriebler etwa in seinenLebenslauf schreiben, dass sie 2/3 Ihrer Zeit mit Kaffeekränzchen verbringen?
Original von alex91sry
Du vergleichst jetzt aber nicht ernsthaft Profisport mit Pokern?![]()
Klar ist doch genauso anerkannt und positiv zu bewerten
Im Ernst, Pokerpro ist unabhängig von den Stakes etwas, das eher negative Reaktionen hervorruft.
Ausnahmen gibt es natürlich immer, das sind aber wirklich absolute Einzelfälle (selbst da würde ich persönlich eher von "Sabbatical" und genug Rücklagen sprechen).
Eine Tätigkeit als Coach/Autor/Blogger/Werbeträger (was ja vermutlich auf fast alle Profispieler zutrifft) lässt sich dagegen (in absteigender Reihenfolge) teilweise sehr gut verkaufen.
Pokerpro angeben ist einfach immer kacke
Kleine Stakes -> Hält sich für den Größten obwohl er um Minibeträge zockt
Hohe Stakes -> verzockt innerhalb einer Stunde ganze Monatsgehälter
Ich hatte ein VG und wurde darauf angesprochen (war Coach hier, 1 Semester über Regelstudienzeit, d.h. pro war nie ein Thema) und es wurde stark negativ nachgefragt. Nie wieder.
Also ich hab mein letztes Praktikum primär auf Grund meines Pokercoaches Daseins im Lebenslauf bekommen, die Bewerbungsgespräche (3 Stück) waren mit 2 Leuten, die jahrelang bei McKinsey auch Bewerbungsgespräche geführt haben und fanden das alles sehr stimmig & passend, habe halt angebeben Pokercoach & Strategieentwicklung für Pokerstrategy & Intellipoker gemacht zu haben.
Die Stelle dann war als Statistiker/Analyst, also es halt alles schlüssig zusammengepasst.
Wäre stattdessen einfach nur ne Lücke im Lebenslauf gewesen, wäre ich sicherlich nicht reingekommen, es ist bei vielen ja so, entweder Poker angeben oder eine recht große Lücke haben sind die einzigen zwei Optionen.
Original von Xantos
Wenn man als Absolvent eine Lücke hat, dann ist man bei den Mgmt Consultancies im Zweifel draußen.
Ergo kann man dann mit Poker eher gewinnen - wenn es relevant genug ist.Ein Kobeyard z.B. könnte easy eine Lücke im Lebenslauf damit füllen - Coach, Highstakes-Spieler etc.
Analog wie Profisportler (in geldarmen Bereichen wie Fahrrad oder Leichtathletik) sowas auch reinnehmen würden, wenn sie deswegen länger im Studium brauchten oder weniger Internships hatten.
Vermutlich reden wir eh aneinander vorbei.
Meine Argumentation richtet sich nur gegen die Logik: "macht nie Sinn", was schlicht falsch ist.
Dass es selten Sinn macht - da stimme ich zu. Da eben echte Relevanz vorliegen muss, über Highstakes und/oder Coaching/Freiberuflertum.
Ich versteh deine Argumentation, aber im Endeffekt machst du nur aus der Not ein Tugend.
Keine Ahnung wie viel du mit Personalern zu tun hast, aber mir wurde schon aus viel harmloseren Dingen ein Strick gedreht.
Bei Leute wie Kobeyard ginge es dann sicherlich um die Themen Motivation und Geld.
Bei "borderline cases" mache ich ggf aus der Not eine Tugend.
Bei echten Top-Spielern und Top-Coaches ist es ein klares Asset.
Beides natürlich mit dem Caveat: "wer & wo".
Wer die Geschichte nicht souverän verkaufen kann - lieber ganz weglassen.
Wo es sich um "old school" Firmen handelt - lieber ganz weglassen.
Consultancies / Tech ist es aber eben durchaus positiv.
Meine Erfahrungsspähre:
- bei PokerStrategy.com sehr viel selbst mit Recruiting zu tun gehabt & auch mit der Perception des Themas (eher umgekehrt, die Probleme als "Pokerklitsche" recruiten zu müssen & mit Firmen wie Kienbaum zusammenzuarbeiten)
- in der Bewerbungsphase danach zwangsweise mit diversen Firmen über Poker reden müssen (Startups, Consultancies, Big Tech)
- sehr viele Kollegen aus Consultancies (Abteilung mit 60% Ex McKinsey, Bain, Berger)
Wer DIE Geschichte verkaufen kann, ist natürlich zu Höherem berufen. Wobei das dann aber 0 mit dem Poker Background zu tun hat.
@tilde: Ich hab dich mal im Comtool geaddet. Hätte mal ein paar Fragen an dich als Personaler bzw. Ex-Berater.
Original von subito2k
@tilde: Ich hab dich mal im Comtool geaddet. Hätte mal ein paar Fragen an dich als Personaler bzw. Ex-Berater.
Nur um das hier mal richtig zu stellen: Ex-Berater ja. Personaler nein (Gott bewahre). Eher fachliches Sandwich (Führungsebenen unter mir und trotzdem noch Luft zum Vorstand).
[x] geadded
Die Ansichten zu lückenhaften Lebensläufen sind unterschiedlich. Bei einer Umfrage des Portals karriere.at gaben immerhin 22 Prozent der Personalentscheider an, dass Lücken im Lebenslauf oft schuld seien, warum Kandidaten schon scheitern, bevor es überhaupt zu einem Vorstellungsgespräch kommt. Andererseits sagt Karriereberaterin Svenja Hofert im "Spiegel" zum Thema "Lücke": "Wer souverän damit umgeht, muss nichts kaschieren." Sie rät ab einem Jahr Auszeit zu einer Erklärung, da Leere immer nur die Fantasie der Personalisten anheize. Eine bewusste und erklärbare Auszeit ist eben immer leichter nachzuvollziehen als eine nicht genauer definierte Pause.
Ich freu mich fast schon drauf, in mittelfristiger Zukunft öfter mal in die Situation geworfen zu werden.
Erstens denke ich durchaus, dass man heutzutage Pokerprofis/Highstakesspieler mit Profisportlern vergleichen kann (in gewissen Sinne). Jedenfalls hat man es (sofern man nicht nur das ein oder andere Turnier gebingt hat) in einem hochkompetitiven Wettbewerb an die Spitze geschafft und somit sehr sehr viele andere, die das tagtäglich versuchen in den Schatten gestellt.
Denke es ist wie bei so vielem einfach eine Abwägung der Zielsetzung, mit der man in so ein Vorstellungsgespräch hineingeht. Generell wird es ja so hingestellt, als sei man der reine Bewerber und dadurch einer von vielen und die Firma sucht sich den für sie am besten passenden aus. Das mag bei Jobs, bei denen man Leute 1:1 ersetzen kann sehr oft der Fall sein, aber in anderen nicht unbedingt (imo).
Was viele Highstakesspieler gemeinsam haben und was deren Situation grundlegend von der anderer unterscheidet ist eben einfach der Punkt schonmal X amount of $ gemacht zu haben und damit (zumindest kurz bis mittelfristig) eine finanzielle Sicherheit geschaffen zu haben.
D.h. meine persönliche Zielsetzung wäre für mich nie in diesem einen Bewerbungsgespräch angenommen zu werden, sondern das Ziel ist einen Job zu finden, der einem wirklich gefällt. Wenn ich dafür Teile von meiner Vergangenheit verstecken muss, dann fällt das schon sehr schnell raus.
Allein diese Motivation sollte schon punkten, da es eben nicht wie bei 95% der Uniabsolventen darum geht "irgendeinen Job" zu finden, sondern ich mich vielmehr für den, für den ich mich gerade bewerbe, ganz besonders interessiere.
Man hat viel mehr die Perspektive:"Ich bin ein ziemlich toller Hecht und hab einen recht spannenden Background" Den erkläre ich auf Nachfrage auch sehr gerne und spätestens dann sollte dem Gegenüber klar sein, dass ich sehr sehr gut weiß von was ich rede und nicht einem einzigen der standardmäßigen Vorurteile genüge. D.h. man hat vielmehr eine gewisse Augenhöhe bei einem solchen Gespräch und schaut ob man "zusammenpasst", als dass man der hilflose Donkey ist, der um irgendwas bettelt und sich möglichst gut verkaufen will.
Keine Ahnung wie speziell das jetzt ist. Klar ist, dass sobald diese Punkte nicht zutreffen und ich mir "nur" neben meinem Studium was dazuverdient habe wie schon oft gesagt das ganze erstmal rausstreichen würde:)
Original von alderfalder
Generell wird es ja so hingestellt, als sei man der reine Bewerber und dadurch einer von vielen und die Firma sucht sich den für sie am besten passenden aus. Das mag bei Jobs, bei denen man Leute 1:1 ersetzen kann sehr oft der Fall sein, aber in anderen nicht unbedingt (imo).Man hat viel mehr die Perspektive:"Ich bin ein ziemlich toller Hecht und hab einen recht spannenden Background" Den erkläre ich auf Nachfrage auch sehr gerne und spätestens dann sollte dem Gegenüber klar sein, dass ich sehr sehr gut weiß von was ich rede und nicht einem einzigen der standardmäßigen Vorurteile genüge. D.h. man hat vielmehr eine gewisse Augenhöhe bei einem solchen Gespräch und schaut ob man "zusammenpasst", als dass man der hilflose Donkey ist, der um irgendwas bettelt und sich möglichst gut verkaufen will.
Das erste ist mMn in den größeren Beratungen der Fall, vor allem bei Absolventen.
Mir scheint so als gäbe es mittlerweile keinen Studiengang mehr, in dem nicht betont wird, dass Studenten ihrer Fachrichtung insbesondere bei Beratungen sehr gefragt sind. Schon allein in meinem Bekanntenkreis ist das abenteuerlich mit welchen Abschlüssen und Lebensläufen sich die Leute bei McKinsey und Co Chancen ausrechnen, nur weil sie einen vernünftigen Schnitt haben und ihnen erzählt wurde, es käme ja darauf an zusammen zu passen