@peter87
Dass in der Schweiz jeder Drogenbaron oder sonstige Kriminelle einfach ein Konto haben darf ist totaler Blödsinn. Z.B. gegen Geldwäsche wird praktisch nirgends so hart und konsequent vorgegangen wie in der Schweiz.
Die Schweiz wird auch nie ernsthaft versuchen Steuerhinterzieher zu überführen, da Steuerhinterziehung im Gegensatz zu Steuerbetrug nicht als kriminelle Handlung angesehen wird und man noch seinen Bürgern vertraut, dass sie auch angeben, was ihnen wirklich gehört.
Für alles andere gibt es das Amtshilfe- bzw. Rechtshilfeverfahren wo der deutsche Staat die Schweiz um Hilfe ersuchen kann, falls ein begründeter Verdacht auf Steuerbetrug vorliegt.
Das wurde der deutschen Regierung (auch den Amis etc. etc.) mehrfach angeboten, noch unter Herr Steinbrück. Jedoch ist seitdem die Steuerflucht wieder ein grosses Gewicht in der Politik geniesst (was so oder so ne verdammte Heuchlerei ist, Finanzkrise lässt grüssen) nach meinen Informationen genau 2 mal ein solchen Rechtshilfegesuch eingereicht worden.
Da Frage ich mich ernsthaft wer hier nicht genug Willen zeigt Steuerbetrüger dingfest zu machen. Die Schweiz oder Deutschland?
Ansonsten sollte Deutschland vielleicht endlich mal aufhören seine Bürger auszusaugen und ein vernünftiges Steuersystem einführen, wo sich Leistung auch irgendwann noch ansatzweise lohnt. Aber das ist eine ganz andere Diskussion.
Disclaimer: Ja ich bin Schweizer und trotz all den Diskussionen stolz auf mein Land. Und nein ich befürworte es auch nicht, dass wir hier Gelder der halben Welt bunkern, weil wir eine Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug machen. Aber diese Unterscheidung gilt hier für jeden Schweizer Bürger und ist ein Selbstverständnis und deswegen gilt es auch für Ausländer. Da man aber Steuerhinterziehung und Steuerbetrug kaum auseinanderhalten kann, sollte auch die Schweiz ernsthaft überlegen, ob man diese Unterscheidung nicht abschafft.
Btw: So oder so wird es aber nie zu solchen Spässen wie dem automatischen gegenseitigen Datenaustausch kommen, den gläsernen Bankkunden will wohl hoffentlich hier niemand.