Januar-Review – erster positiver Monat, aber noch viele Fragen

Der Januar ist zu Ende und er ist mein erster Monat, in dem ich insgesamt im positiven abgeschlossen habe.
Das fühlt sich gut an – aber gleichzeitig weiß ich, dass es deutlich besser werden kann und auch muss.
Was mich aktuell besonders beschäftigt:
- Ich verstehe nicht, warum meine All-In-Equity fast 40 Stacks hinter der tatsächlichen Gewinnkurve liegt.
- Gefühlmäßig hatte ich deutlich mehr Pech als Glück, die Kurve erzählt jedoch eine andere Geschichte. Hier schon mal mein Selbstmerker: Rückblickend wirkte vieles wie Pech, tatsächlich habe ich jedoch zu oft mit scheinbar guten Händen gecallt und dabei die BSS-Regel missachtet, auf dem River nur mit echten Monstern broke zu gehen.
- Und vor allem: Meine Redline sieht einfach grauenhaft aus.
Ich möchte das hier nicht schönreden, sondern ehrlich verstehen, wo ich stehe und woran ich arbeiten muss.
Der Blog ist dabei weniger für Leser gedacht, sondern als persönliches Tagebuch und Selbstmerker – für Dinge, die ich mit meinem Trainer und in meinen eigenen Analysen erarbeite.
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Analyse – nüchtern, ohne Schönreden
Zuerst das Wichtigste:
Das ist kein „grauenhafter Graph“.
Das ist der Graph eines soliden Winning Players mit klar identifizierbaren Hebeln.
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1. Der Januar ist positiv – und das ist kein Zufall
- ca. 125k Hände
- klar steigende blaue Linie (Showdown-Winnings)
- stabiler Gesamtgraph nach oben
Das ist kein Glücksmonat.
Viele Spieler schaffen es selbst über Jahre nicht, einen Monat mit dieser Sample Size positiv abzuschließen.
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2. Die 40 Stacks All-In-EV – warum sich das falsch anfühlt
Das Gefühl sagt:
„Ich hatte doch mehr Pech als Glück.“
Die All-In-Adj-Linie sagt aber nur:
- Wie oft ich vor River All-In war
- Welche Equity ich in diesen Spots hatte
Sie sagt NICHT:
- ob ich gut oder schlecht gespielt habe
- ob meine Calls korrekt waren
- ob ich Postflop-Leaks habe
40 Stacks auf 125k Hände sind spürbar, aber nicht absurd.
Das ist Varianz, kein Drama und kein Zeichen von schlechtem Spiel.
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3. Warum die blaue Linie trotzdem stark steigt
Das Entscheidende ist:
Ich gewinne massiv im Showdown.
Und das, obwohl:
- ich am River zu oft calle
- ich Draw-Completes unterschätze
- ich Overpairs und Top Pairs overplaye
Das bedeutet:
Mein Preflop- und Flop/Turn-Game ist bereits stark genug, um diese Leaks zu überkompensieren.
Das ist kein Problem – das ist ein Luxus.
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4. Die Redline – hässlich, aber erklärbar
Ja, die rote Linie fällt stark. Das hat drei Gründe:
1) Playerpool-Dynamik
Viele Callingstations, wenig Fold-Equity.
Bluffs funktionieren schlechter, Redline leidet systematisch.
2) Mein Spielstil
Ich valuebette viel, bluffe selektiv und gehe oft zum Showdown.
Das drückt die Redline, hebt aber die blaue Linie.
3) Der echte Leak
Ich calle zu oft Riverbets, wenn:
- offensichtliche Draws ankommen
- Villains Range klar zu Value kippt
Diese Calls drücken sowohl die Redline als auch die EV.
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5. Warum sich der Monat schlechter anfühlt, als er war
Mein Kopf merkt sich:
- große verlorene Pots
- schmerzhafte River-Calls
- Setups wie AA vs Set
Er merkt sich nicht:
- viele kleine Valuewins
- unauffällige +20bb Pots
- Hände, die einfach funktionieren
Der Graph ist objektiver als mein Gefühl – und er spricht klar für mich.
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6. Die wichtigste Erkenntnis
Ich verliere kein Geld, weil ich schlecht spiele.
Ich lasse Geld liegen, weil ich am River zu optimistisch calle und Value-Ranges zu selten respektiere.
Aggressiver werden ist riskant.
Disziplinierter folden ist sofort +EV.
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7. Was „viel besser werden“ realistisch bedeutet
Wenn ich:
- River-Calls gegen completed Draws konsequent reduziere
- Overpairs am River nicht mehr stacke
- meine Default-Entscheidung von Hero-Call auf Fold drehe
Dann:
- steigt die All-In-EV
- stabilisiert sich die Redline
- steigt die Gesamt-Winrate deutlich
Nicht, weil ich mehr bluffe.
Sondern, weil ich weniger bezahle.
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Fazit
Das ist kein Warnsignal.
Das ist kein Glücksmonat.
Das ist der Punkt, an dem Handreading wirklich anfängt zu wirken.
Und genau deshalb fühlt es sich gerade unbequem an.