Original von Froned
Filme sind ja immer Geschmackssache.
Aber nicht umsonst haben FuF 5 und 6 von der breiten Masse gute bis sehr gute Kritiken bekommen.
Sie schaffen es eben zu unterhalten. Dazu brauch man weder physikalische Gesetzmäßigkeiten, noch ne super tiefsinnige Story.
Dazu braucht man das Händchen für Setting, Timing, Pace und vor allem einen Cast der gut zusammenspielt. Das typische Buddy-Movie eben. Der Vergleich mit Expendables passt da hervorragend.
Oder Armageddon ist für mich auch ein Paradebeispiel für brainless Unterhaltung, The Rock, Con Air.... alles nicht gerade Perlen der Logik, aber einfach Klassiker des Popcorn Kinos.
Es gibt aber genug Beispiele, wo das eben überhaupt nich funktioniert.
Ganz oben stehen da für mich die beiden G.I. Joe Teile. Hübsch anzuschauende Action ohne das gewisse Etwas.
Eine Bewertung ist halt auch immer die Kunst den Film im Universum vergleichbarer Filme zu sehen. Ich kenne Leute, die fanden HdR richtig Scheiße, weil sie mit Fantasy nix anfangen können, aber unheimlich gerne Komödien mit Til Schweiger schauen.
Jetzt bekommt Keinohrhasen ne 10 und Hdr ne 4, was natürlich subjektiv gesehen vielleicht sogar stimmen mag, aber natürlich als Bewertung an sich absurd ist.
Manche Filme wollen eben NUR unterhalten und Spaß machen. Manche schaffen das und manche eben nicht. Deswegen sind die gängigen Bewertungsportale über die Masse gesehen schon ziemlich aussagekräftig unabhängig, ob das der Einzelne nachvollziehen kann oder nicht.
Deswegen hat man ja nicht gleich einen "schlechten Geschmack"
Bedingt muss ich dir sogar Recht geben. Bedingt.
Ich denke eher der Hauptgrund, warum solche Filme von der Masse als gut bewertet werden ist, weil die Masse einfach keine Ahnung hat.
Ich kann jetzt leider nur von Filmen sprechen, da ich eine zeitlang diese sehr extrem gesuchtet habe und mir auch einige Kritiken durchgelesen habe. Irgendwann kriegt man imo ein Feeling für Filme und versteht erst auch was einen wirklich guten Film ausmachen. Man kriegt auch einen ganz anderen Blick.
Um allerdings diesen Blick für etwas zu bekommen, muss man sich sehr intensiv mit der Materie auseinandersetzen.
Um mal ein Pokerbeispiel zu nehmen:
Wenn ein ragen/ownage im deutschen Fernsehen ein Sessionreview machen würden und ihre kompletten Gedankengänge offenlegen. Dann würde ich als sehr ambitionierter Pokerspieler mit einem riesen Grinsen vor dem Fernseher sitzen, weil ich von dem Spielverständnis geflasht wäre.
Der Standardbürger (der höchstens alle 2 Jahre mal in der Homegamerunde spielt), würde aber nicht so recht verstehen was der da redet (selbst wenn sie keine Fachbegriffe benutzen würden) und würde sagen:
"Was für ein Müll der da redet. Straße kommt oder nicht, Fertig."
Ähnlich ist es imo bei Filmen. Um die Genialität eines Oldboys/Memento etc. zu erfassen braucht es eine gewisse Eingewöhnungsphase in das Medium Film. Wie genial z.B. der Einfall ist einen Film komplett rückwärts und vorwärts zu zeigen. Dafür muss man aber erst Wissen, dass so etwas unkonventiell/revolutionär und einmalig ist. Man muss sich erst an diese andere Art von Film gewöhnen die nicht nur auf leichte Kost aus sind.
Deswegen wird auch die Masse niemals mit so einem Film klar kommen. Es erfordert einfach sehr viel Aufmerksamtkeit und Beschäftigung UND es ist etwas anderes. Während wir (ich zähle mal alle Mitleser dieses Threads dazu) jede Woche bzw. jeden Tag aufs neue hoffe, dass der nächste Film endlich mal etwas anders macht, bzw. eine der berühmten 10/10 ist, sucht die Masse das überhaupt nicht. Sie sind froh, wenn Schweiger zum 10ten Mal, dank seiner kleinen Tochter, sein Machogehabe sein lässt und die versteckte Prinzessin findet.
Gleiches gilt auch für uns. Schließlich können wir nicht (bzw. ist es sehr schwer) in jedem Bereich so wissend sein und "Besonderes" bzw. Gutes erkennen. Dazu eine kleine Anekdote:
Wir waren mal im Kunstunterricht und haben über was ist Kunst etc. geredet. Dabei fiel das Thema auf die Mona Lisa und ich sagte, wie dämlich ich es finde für so eine 0185-Frau so eine Aufregung zu machen (ich hatte/habe schlichtweg keine Ahnung von der Malerei). Daraufhin pfeifte mich eine Mitschülerin fast zusammen (ihr Vater war Maler). Wie dumm ich sei und wie einmalig diese Bild sei und wie viel es der Malerei gebracht und was für neue Techniken dort verewigt seien z.B. dass sie einen immer anschaue, egal wo man steht etc.
Dieses Phänomen gibt es nicht nur in der Kunst(auch wenn es dort wohl am Ausgeprägsten ist):
Wenn ich z.B. mit meiner Bruder über Autotechnik rede, kann ich seine Faszination nicht nachvollziehen. Für mich ist das nur eine Karosserie auf vier Rädern. Das es dort aber immer wieder neue Technologien gibt, die noch effizienter sind und Lichttechniken usw. Das ist kann ich nicht schätzen. Einfach weil dieser Bereich nicht mein Metier ist.
Deswegen ist der eine Grund, dass leicht Unterhaltung eher bei den Massen ankommt, dass sie einfach viel zugänglicher ist und zum anderen der Hype.
Edit:
Deswegen muss sich ja ein guter Film und Kunst nicht mit leichter Unterhaltung beißen.
Siehe Nolans Batman und Inception (kommt bei der Masse an) und dennoch können wir schätzen, warum die Filme weit mehr sind als 0185-Action.