Original von jojo1983
machs nicht zu kompliziert, fang einfach an. 1 ETF, nur BTC, gold von mir aus
Wenn er doch aber Bock drauf hat?
Finde die vorgeschlagene Aufteilung plausibel, wenn er für sich die richtigen Begründungen dafür hat. Krypto spare ich bei meiner Bewertung aus ... Diskussionen hierzu sind immer zu anstrengend. Aber die ETF Auswahl ergibt ein solides Portfolio und Gold .... naja .... Gold glänzt
Original von cjheigl
Bei den ETFs würde ich dazu raten, wenigstens einen Small Cap Fonds dabei zu haben oder sogar ausschliesslich auf Small Caps zu setzen.
Es gibt sicherlich gute Gründe für Small Caps, aber ein NoBrainer sind sie nicht.
Original von cjheigl
Small Caps entwickeln sich historisch besser als Big Chips ... Der Grund für die durchschnittlich höhere Wertsteigerung liegt darin, dass Small Caps mehr Potenzial für Wachstum haben, was das Hauptpotenzial von Wertsteigerungen ist.
Das ist ein Missverständnis.
Der Grund, warum Small Caps besser performt haben in der Vergangenheit und vermutlich auch eine höhere Zukunfterwartung haben, liegt im höheren Risiko. Der Weg bis zum K.O. (Insolvenz) ist für kleine Unternehmen kürzer als für große Unternehmen.
Genau genommen sind es (meines Wissens) im wesentlichen die SmallCap-Value Unternehmen, die den großen Schub gegeben haben. Diese sind besser gelaufen als Value insgesamt und auch besser als SmallCap insgesamt. Die hoch bewerteten (KGV/KBV hoch) SmallCaps schneiden langfristig gar nicht so gut ab.
Es scheint so zu sein, als wenn der SmallCap Faktor als Nebenbedingung andere Faktoren zusätzlich boostet, aber für sich genommen alleinstehend weniger Impact hat.
Man muss ganz allgemein bei solch langfristigen Datenerhebungen- und auswertungen auch immer die Möglichkeit in Betracht ziehen, dass die Vergangenheitswerte durch die Gesamtumstände der Vergangenheit bedingt sind und eventuell zukünftig nicht mehr oder nur in geringerem Maße zum Tragen kommen.
Es ist kein Geheimnis, dass Faktoren allgemein nach ihrer Entdeckung und Veröffentlichung weniger Wirkung haben (zumindest vorübergehend), einfach weil sie ab diesem Zeitpunkt von Investoren gezielt targetiert werden (zumindest mehr als zuvor). Der Siegeszug der Indexfonds führt möglicherweise (Belege habe ich hierfür keine, u.a. weil es eine Zukunftsprognose ist) dazu, dass bestimmte Faktoren, wie insbesondere der Small Cap Faktor, verhältnismäßig stärker attackiert werden als es noch vor der Zeit des Internets und der Massenverbreitung von Indexfonds der Fall war. In den 80ern gab es keinen ACWI IMI Index und auch keine globalen Small Cap Indexfonds.
Durch die größere Nachfrage, also die höhere Bereitschaft/Möglichkeit, z.B. kleineren Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen, ist es für die betreffenden Unternehmen einfacher, sich mit Eigenkapital zu finanzieren. In der Folge steigen die durchschnittlichen Bewertungen, was zugleich bedeutet, dass die Kapitalkosten der Unternehmen und somit auch die Renditeerwartung der Anleger sinken. Die Renditechance sinkt, weil das Risiko sinkt.
Das Argument der größeren Streuung gilt natürlich. Allerdings ist auch hierbei zu beachten, dass der von OP genannte MSCI World Index (entwickelte Industrieländer) auch ohne Small Caps bereits um die 80% der Marktkapitalisierung abdeckt. Der FTSE All World Index hat sogar Schwellenländer dabei, was dann gut 90% abdeckt. Die Smallcaps, so viele Unternehmen das auch sein mögen, tragen kaum 10% zur globalen Marktkapitalisierung bei. Man müsste also dann tatsächlich SmallCaps im Verhältnis zur Marktkapitalisierung übergewichten, um sich einen Effekt davon versprechen zu können. Aber wie oben beschrieben, gibt es auch Gründe für die Annahme, dass der Renditevorsprung der SmallCaps nicht so krass sein wird, wie man sich vorab erhoffen könnte.
Wenn extra Rendite durch Faktoren angestrebt wird, dann aus meiner Sicht am besten in einem Multifaktor System. Als 1-Fondslösung wäre der Gerd Kommer Fonds zu nennen oder der World Equity Fund von Dimensional (letzterer ist allerdings nicht ohne Weiteres bei jedem Broker zu haben). Auch der Invesco FTSE RAFI All World 3000 UCITS ETF (IE00B23LNQ02) scheint mir nicht uninteressant zu sein, isbesondere, wenn jemand Wert auf Dividendenfokus legt.
Diese Fonds setzen im Kern vor allem auf niedrig bewertete Unternehmen (KGV/KBV unter Marktdurchschnitt). Das bedeutet höhere Kapitalkosten für die Unternehmen und somit höhere Renditechancen für Anleger.
Auch der von OP genannte Vanguard FTSE All-World High Dividend ist übrigens Value-lastig. Das liegt daran, dass die Unternehmen im Index nach Dividende gefiltert sind und dann üblicherweise mehr Value Unternehmen übrig bleiben.
Warum OP genau diesen Fonds gewählt hat, kann ich nur mutmaßen ... möglicherweise wegen Dividenden und Steuerfreibetrag? Sicherlich keine schlechte Überlegung. Aber wie gesagt ... Value-lastig bedeutet höheres Risiko, aber auch höhere Renditechance. Wer es aushalten kann, dass der Gesamtmarktindex 10 oder 15 Jahre besser läuft als der Value-Filter, ist damit sicherlich nicht schlecht bedient. Das gilt für alle Faktofonds bzw. Faktorpotfolios. Höhere Renditechance bedeutet fast zwangsläuft, dass der Tracking Error gegenüber dem Gesamtmarktindex steigt. Das muss man aushalten können.
Wichtig zu beachten: Dividenden an sich sind kein Renditefaktor. Ob die Kohln ausgezahlt oder im Unternehmen verbleiben, macht für die Rendite keinen Unterschied.
Original von cjheigl
Vanguard Fonds haben den Vorteil, dass sie niedrige Kosten haben. Auf 20 Jahre summiert sich das ziemlich, weil es um exponentielles Wachstum geht.
Die Aussage ist auch ohne Kontext richtig.
Beachtenswert finde ich dennoch, dass gerade die von dir empfohlenen SmallCap Fonds eher nicht Kosteneffizient sind. Beispielsweise beim iShares MSCI World Small Cap UCITS ETF (IE00BF4RFH31) gelten 0,35% laufende Kosten und laut fondsweb.com nochmal 0,04% Transaktionskosten, also in Summe rund 0,4% jährliche Kostenquote. Man muss bedenken, dass das Management Anteile von über 3.000 kleineren und vergleichsweise weniger liquiden (handelstechnisch) Unternehmen kaufen muss.
Hinzu kommen noch systembedingte Kosten, die vom Fondsmanagement gar nicht ausgewiesen werden können, weil sie sich im Index selbst widerspiegeln und somit nicht als Kosten im Sinne von Abweichung vom Index darstellbar sind. Das Stichwort hierbei ist Frontrunning. Informationen über neu in den Index hinzukommende Unternehmen machen nicht selten schon vor dem Implementierungsstichtag die Runde. Es ist also möglich, die betreffenden Werte zu Kaufen, bevor sie in den Index und in der Folge in allen auf dem Index basierenden ETF aufgenommen werden. Der Index gibt vor, dass diese Unternehmen zum Stichtag mehr oder weniger gekauft werden müssen. Wenn die betreffenden Aktien aber vorher schon in großen Mengen gekauft wurden, kaufen die ETF teurer ein, als sie es würden, wenn es das Frontrunning nicht gäbe. Diese Kosten in Form systembedingt höherer Preise stecken bereits im Index drin, weil der eben die schon vorab höheren Preise trackt. Der ETF kann also 0% Trackingdifferenz zum Index aufweisen und trotzdem schlechter performen als ein Fonds, der sich auch am Index orientiert, aber zu günstigeren Zeitpunkten kaufen und verkaufen kann. Das Könnten die Manager der ETF zwar auch tun, aber sie tun es nicht, weil dann der Trackingerror gegenüber dem Index steigen würde. Das zu verhindern, ist Voraussetzung für den Erhalt ihres Jobs. Dieses Prinzip gilt zwar für alle Indizes/ETF, aber nach meinem Verständnis umso mehr für SmallCaps, weil von diesen Unternehmen weniger Anteile (also wertmäßig) gehandelt werden und jede einzelne Transaktion sich stärker auf den Kurs auswirkt als bei den Dickschiffen. In dem letzten Punkt ist aber auch ein Denkfehler meinerseits möglich. Mir erscheint es so nur recht plausibel.
Trotzdem können sich Fonds mit höheren Kosten lohnen. Die Frage ist, welche höhere Renditeerwartung geht damit einher. Bei reinen SmallCap ETF bin da allerdings skeptisch. Einen solchen Zu haben, wird aber auch nicht schaden. Ich glaub, schlimmstenfalls ist der Unterschied marginal.
Original von cjheigl
Gold ist rein spekulativ.
Das Stimmt (mehr oder weniger)
Original von cjheigl
Damit wird ja nichts erwirtschaftet, sondern man hofft, dass man später einen Dümmeren findet, der einem mehr dafür bezahlt, als man selbst bezahlt hat
Das war gemein. Ich mag Gold. Gold glänzt
In den letzten 20/30 Jahren haben sich Gold und Aktien sehr gut ergänzt, quasi als Gegenspieler. Beide hatten (rückblickend) eine hohe Rendite. Die Wertschwankungen waren in vielen Phasen tendenziell gegenläufig. In der Summe ergibt sich durch einen Mix eine hohe Rendite mit geringerer Wertschwankung.
Ob Gold seine Performance der jüngeren Vergangenheit in der Zukunft fortschreibt, ist allerdings tatsächlich spekulativ. Aber selbst wenn nicht, kann die gerenerell niedrige Korrelation (kann sich natürlich auch ändern) zu einem besseren Verhältnis von Rendite und Risiko führen.
Interessant finde ich immer die Motivcation für Goldinvestments. Den Leuten, die Gold als Notreserve für die Apokalypse betrachten, kann ich nur mit Augenrollen begegnen. Als Investment hat Gold durchaus interessante Eigenschaften. Die Vorstellung, Gold könne als Ersatzwährung oder als letzte werthaltige Reserve dienen, wenn die Weltwirtschaft samt Geldsystem komplett zu Grunde geht, hat wirklich nur Platz in der Fantasie. Wenn in der Apocalypse Gold etwas Wert ist, will ich ganz sicher kein Gold haben. Sollte Gold ernsthaft eine Alternative zum Fiatgeld als Währung werden, wird es sowieso verboten. Und dann? Vergraben? Wie viel Nutzen kann das Gold dann noch entfalten?
Bei größeren Menge Gold muss der Kram auch noch sinnvoll gelagert und versichert werden, was wiederum höhere laufende Kosten bedeutet.
Als Invesment erscheinen mir physisch besicherte Gold ETC wie Xetra-Gold am sinnvollsten. Viele der ETC Anbieter bieten auf Wunsch eine Auslieferung des Goldes an. Ansonsten zahlt man eine vergleichsweise günstige Gebühr für die Verwarung. Wenn ich OP richtig verstehe, scheint es bei dem Degussa-Angebot ähnlich zu laufen.
Also wie gesagt .... Gold als Investment braucht man nicht, aber es schadet vermutlich auch nicht. Auf jeden Fall ist Gold dem Risiko-Anteil des Portfolios zuzurechnen. Als Investizionsrücklage oder als Notgroschen immer Tagesgeld, Geldmarktfonds oder Cash.