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Geldschöpfung

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knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Es gibt da auch m.E. wenig Ermessensspielraum, wenn in einer einfachen Bilanz Geldschöpfung gebucht wird und aus 100€ Reserve durch Bilanzverlängerung mehrere 1000€ Kredit gemacht werden. Wüsste nicht, was ich da falsch verstehen soll. V.a. da ich mich ja nun auch schon einige Zeit mit dem Thema auseinandersetze.

Meinst du mit Reserve die Mindestreserve?

Ich hab mir mal den borchert bestellt.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

Original von knuddelhundi

Es gibt da auch m.E. wenig Ermessensspielraum, wenn in einer einfachen Bilanz Geldschöpfung gebucht wird und aus 100€ Reserve durch Bilanzverlängerung mehrere 1000€ Kredit gemacht werden. Wüsste nicht, was ich da falsch verstehen soll. V.a. da ich mich ja nun auch schon einige Zeit mit dem Thema auseinandersetze.

Meinst du mit Reserve die Mindestreserve?

Ich hab mir mal den borchert bestellt.

Mit 100€ meine ich einfach Bargeld. Wenn du deine Mindestreserve erfüllt hast, zählt das Bargeld eben zur Überschussreserve, ansonsten zur Mindestreserve.

In den Beispielen läuft es so, dass eine Bank also 100€ Bargeld durch Einzahlung bekommt und die Bilanz dann folgendermaßen aussieht

A: 100€ (Bargeld)
L: 100€ (Sichtguthaben)

Im nächsten Schritt wird dann gezeigt, wie die Bank aus dieser Situation Kredite schöpfen kann; die Bilanz sieht dann je nach Mindestreservequote z.B. so aus

A: 100€ (Bargeld) + 900€ (Kreditforderung)
L: 1000€ (Sichteinlagen)

Den Kreditnehmern wurde also durch eine Bilanzverlängerung Kredite in Höhe von 900€ eingeräumt. Somit hält die Bank in diesem Fall 10% Mindestreserve. Würde man diese Situation auf den Euroraum beziehen, hält die Bank 10€ Mindestreserve und 90€ Überschussreserve, da sie für ein Kreditvolumen von 1000€ nur 1% (=10€) Mindestreserve halten muss.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

@knuddel: Hast du dir den Borchert schonmal angesehen?


Antwort
Zitat
Patrizio
Beigetreten: 03.10.2006
Elite Grinder
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von Patrizio
http://blog.bazonline.ch/nevermindthemarkets/index.php/13718/wie-entsteht-eigentlich-geld/

leider ziemlich schlechter Artikel

- "Minskys Lehre und die daraus abgeleitete Schule des Post-Keynesianismus", klingt so als ob Minsky der Begruender von PK waere, was sicher nicht korrekt ist.

- "Wer an dieses Modell glaubt, kann tatsächlich zum Schluss kommen, das Finanzsystem sei unwichtig. Jedem Schuldner steht ein Gläubiger gegenüber, jedem Investor ein Sparer, und in der Summe gleichen sie sich aus."

Auch in einem endogenen Geldsystem ist die Schuld von einem immer ein NFA eines anderen. Und auch im Postkeynesianismus gilt noch immer I=S, nur dass die Kausalitaet verkehrt wird: Investition fuehrt zu Einkommen das Sparen erst moeglich macht, anstatt dass nur das investiert werden kann was zuvor gespart wurde.

Und ich verstehe auch nicht, wiieso in einem exogenen Geldsystem nicht trotzdem Blasen entstehn koennen, solange die Verteilung der moeglichen Kredite in eine bestimmte Richtung geht.

- Die zwei Grafiken von Keen sind ein Indiz fuer die Bedeutung von Krediten fuer die Wirtschaft, aber kein Beweis fuer die endogene Geldtheorie, so wie es der Autor gern haben wuerde. Aehnliche Graphen koennten auch durch entsprechend laxe / restriktive Zentralbankpolitiken in einem exogenen Geldsystem enstehen.


Antwort
Zitat
Widukind777
Beigetreten: 16.04.2012
PokerStrategist

Also mal vorneweg, ich gebe zu dass ich nur einen ganz oberflächlichen Einblick in das Thema habe. Aber mit dem Bissel was ich weiß, frage ich mich schon ein paar Sachen:

Wie staatlich oder wie privat sind die europäischen Notenbanken? Wem "gehören" die? Inwiefern unterscheiden sich die europäischen Zentralbanken vom amerikanischen System FED? Machen die Gewinn? Müssen sie ja, allein schon wegen dem Leitzins oder?

Wenn wir hier ein Fiat Geld haben, das also seinen Wert "nur" dadurch erhält, dass der Staat es per Gesetz zum gültigen Zahlungsmittel erklärt, warum hat er dann selber so wenig Kontrolle darüber? Stichwort Giralgeldschöpfung. Der Staat selber leiht ja wiederum bei Geschäftsbanken.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

alles gute fragen, ich beantworte sie jetzt mal so gut es geht aus dem stegreif:

ich kenne keine europäische notenbank, die nicht zu 100% staatlich ist.

das federal reserve system besteht aus dem board of governors, 12 regionalen notenbanken und dem fomc (als wichtigste instanzen) und ist im besitz von privatbanken, aber maximal auf dem papier privat, denn die besitzer können keinen einfluss nehmen und das fed ist natürlich auch gesetzlich verankert etc.

gewinn machen sie alle und der fließt zumindest in europa zum größten teil an die nationalen zentralbanken und schließlich in die staatskassen.

der staat hat deswegen so wenig kontrolle, da er weder die geldpolitik der zentralbank beeinflussen kann, noch die kreditgeldschöpfung der banken. der grund für die trennung von staat und geldpolitik ist die furcht davor dass die politische interessen zu expanisver geldpolitik und folglich inflation führen


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Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von Widukind777
Wenn wir hier ein Fiat Geld haben, das also seinen Wert "nur" dadurch erhält, dass der Staat es per Gesetz zum gültigen Zahlungsmittel erklärt, warum hat er dann selber so wenig Kontrolle darüber? Stichwort Giralgeldschöpfung. Der Staat selber leiht ja wiederum bei Geschäftsbanken.

Zum ersten Teil der Frage, der is wohl einfach inkorrekt, es gibt wenig evidenz dafuer dass legal tender gesetze etwas damit zu tun haben, ob eine Waehrung von der Bevoelkerung nachgefragt wird oder nicht. Solche Gesetze sind einfach super schwer durchzusetzen. Gibt ausserdem genug Laender die keine Probleme haben, dass ihre Waehrung als Zahlungsmittel akzeptiert wird, obwohl sie keine entsprechenden Gesetze haben, genauso wie es einige Laender gibt wo solche Gesetze existieren aber (haeufig) Fremdwaehrungen in privaten Transaktionen verwendet werden.

Die Akzeptanz einer staatlciehn Waehrung haengt wohl eher damit zusammen dass nur diese Waehrung fuer die Zahlung von Steuern verwendet werden kann. Ein Staat der Problem hat Steuern einzuheben wird ergo (haeufig) auch Problem haben dass dessen Waehrung zum privaten Zahlungsmittel wird.

Zum zweiten Teil, das ist in der Tat absurd, wie die meisten Laender sich entscheiden haben das System der Staatsfinanzierung zu organisieren. Im Endeffekt bringt dieses System keinen Inflationsschutz (verstaerkt ihn vll sogar) sondern lediglich risikolose Profite fuer Privatbanken. Geld ausborgen bei der ZB, Staatsanleihen kaufen, aus der Zinsdifferenz risikolos Profite schaffen.


Antwort
Zitat
Widukind777
Beigetreten: 16.04.2012
PokerStrategist

Original von tomte999

Zum ersten Teil der Frage, der is wohl einfach inkorrekt, es gibt wenig evidenz dafuer dass legal tender gesetze etwas damit zu tun haben, ob eine Waehrung von der Bevoelkerung nachgefragt wird oder nicht. Solche Gesetze sind einfach super schwer durchzusetzen. Gibt ausserdem genug Laender die keine Probleme haben, dass ihre Waehrung als Zahlungsmittel akzeptiert wird, obwohl sie keine entsprechenden Gesetze haben, genauso wie es einige Laender gibt wo solche Gesetze existieren aber (haeufig) Fremdwaehrungen in privaten Transaktionen verwendet werden.

Die Akzeptanz einer staatlciehn Waehrung haengt wohl eher damit zusammen dass nur diese Waehrung fuer die Zahlung von Steuern verwendet werden kann. Ein Staat der Problem hat Steuern einzuheben wird ergo (haeufig) auch Problem haben dass dessen Waehrung zum privaten Zahlungsmittel wird.

Nun ich meinte eher, dass unser Geld nicht mit Realwerten gedeckt ist, und nicht zuletzt deswegen so exponentiell wachsen kann. Geld war früher entweder ein Edelmetall, oder ein direkter Repräsentant eines Edelmetalls. Bis 1971 bestand für den $ wenigstens noch eine Goldkerndeckung. Nachdem die Franzosen dann aber frecherweise dieses Gold mal (physisch) haben wollten, wurde das kurzerhand abgeschafft.

Ohne diese Kopplung ist es für mich äußerst schwer zu verstehen wie Geld funktioniert. Beziehungsweise hat man eben als Laie den Eindruck, dass es ein einziger gigantischer Betrug ist. Und daraus erwachsen dann die Verschwörungstheorien. Von denen aber bestimmt einige zutreffend sind ;)


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

jo das ist tatsaechlich etwas was vielen Leuten - mich eingeschlossen - erstmal Angst einfloesst, wenn sie zum ersten Mal realisieren dass Geld einfach so aus dem Nichts kreiert wird.

Das Problem das ich halt an einer vollen Golddeckung sehe ist einerseits, dass Banken dann wirklich nur noch Geldverleiher sind und dadurch zukunftstraechtige Investitionen abgewuergt werden, weil Banken nun nicht mehr alle Kredite die sie fuer profitabel halten sondern nur noch die besten x vergeben werden.
Zudem hat ein Goldstandard halt immer auch das Problem, dass der Staat eingeschraenkt ist in seiner Fiskal und Geldpolitik, und deshalb womoeglich nicht ausreichend auf Krisen reagiern kann.

Ich wuerde mir wuenschen, dass man Banken als Public-Private Partner, die sie ja quasi sind, sieht: bis auf den hauefig sehr kleinen Eigenkapitalteil sind die Verbindlichkeiten einer Bank im Prinzip die Verbindlichkeiten des Staates dank der Einlagengarantie. Diese Situation bedingt dass Banken in ihrem Handeln weitaus strenger reguliert werden muessen als andere Unternehmen .


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Original von LinusCaldwell
@knuddel: Hast du dir den Borchert schonmal angesehen?

Jep, aber das was du beschrieben hast gilt nur für eine Bank.

Mal ein Beispiel aus meiner Sicht:

Eine Bank bekommt 100€ Bargeld als Kundeneinlage. Davon schafft sie 10000€ Kredite und demzufolge auch Einlagen.

Nun bietet die Bank ihren Kunden aber keinerlei Zinsen auf ihre Einlagen an -> die Kunden ziehen ihr Geld ab und überweisen es zu einer Bank die Zinsen auf Einlagen zahlt. Die Überweisung zu der anderen Bank wird über die Zentralbank saldiert. Da sonst niemand zu der erst genannten Bank überweist muss diese also das Äquivalent ihres geschaffenen Buchgeldes in Zentralbankgeld an die andere(n) Bank(en) überweisen.

Nun hat diese Bank drei Möglichkeiten:

1. sie erhöht ihre Zinsen und "lockt" Buchgeld an mit dem sie in Zentralbankgeld saldieren kann (anderen Banken müssen die Überweisungen in ZB-Geld bezahlen)
2. sie leiht sich Zentralbankgeld von der ZB
3. sie leiht sich Zentralbankgeld von anderen Banken

All das kostet immer Zinsen und Zentralbankkredite müssen auch zurückgezahlt werden. Grundsätzlich gibt es so kein "Geld aus dem Nichts"

Wie das System letztendlich ausgestaltet wird (ZB-Geld unbegrenzt und zu niedrigen Zinssätzen) ist in meinen Augen eine andere Diskussion die nicht direkt etwas mit der privaten Geldschöpfung zu tun hat (die ZB trifft hier die Entscheidung die Märkte mit Geld zu fluten und nicht die privaten Banken).

Und auch wenn der ZB- Kredit günstig ist, bleibt er immer noch ein Kredit der zurückgezahlt werden muss und bei dem keine unkontrollierte Geldvermehrung aus dem Nichts passiert. Eine Bank kann zu dem,wie oben beschrieben, auch nicht unbegrenzt Geld erschaffen ohne dafür bezahlen zu müssen (Zinsen für Kundeneinlagen).

Das deckt sich auch mit der Realität in der die Banken einen nicht unerheblichen Teil ihres Umsatzes für Zinsen aufwenden damit das Buchgeld nicht abfließt (siehe Deutsche Bank Gewinn/Verlustrechnung). Eine Bank kann also nicht Geld aus dem Nichts schaffen, sie muss für das geschaffene Buchgeld zahlen und nichts anderes passiert in der Praxis -> kein "Geld aus dem Nichts"- Experte hier hat mir bis jetzt die exzessiven Zinszahlungen der Banken erklären können


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

Also das wird ja immer wilder

Nun bietet die Bank ihren Kunden aber keinerlei Zinsen auf ihre Einlagen an

Wieso bietet sie ihren Kunden keinen Einlagenzins? Sie verdient doch an den Kreditzinsen und kann somit auch Einlagenzins zahlen? Außerdem unterscheidet die Bank doch nicht zwischen den 100€ Bargeld und den 9900€ geschaffenen Krediten!? Auf beides werden Zinsen gezahlt und durch die Kredite springen natürlich insgesamt Zinsgewinne heraus für die Bank.

Deine ganze Argumentation steht und fällt mit der Behauptung, dass die Bank keine Einlagenzinsen zahlt, andere Banken aber schon!? Natürlich zahlt die Bank Einlagenzinsen und es findet somit auch kein Liquiditätsabfluss statt.


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

1. Die Leihe bei der Zentralbank erfolgt an sich nur gegen bewertbare Sicherheiten.
(Also keine Geldschöpfung aus dem Nichts, sondern nur gegen etwas, das allgemein als werthaltig angesehen wird.)
2. Es ist idR günstiger, sich das Geld bei der Zentralbank zu leihen. Da kommen z. B. betriebswirtschaftliche Dinge wie Personalkosten usw. für eine kleinteilige Beschaffung des Geldes bei Privatkunden dazu. Als Zwischenlösung kommt das Interbankengeschäft mit höheren Tranchen in Frage.
3. Die "Deckung" des Geldes ist Kredit auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und daraus resultierenden Steuereinnahmen.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

Original von jotha
1. Die Leihe bei der Zentralbank erfolgt an sich nur gegen bewertbare Sicherheiten.
(Also keine Geldschöpfung aus dem Nichts, sondern nur gegen etwas, das allgemein als werthaltig angesehen wird.)
2. Es ist idR günstiger, sich das Geld bei der Zentralbank zu leihen. Da kommen z. B. betriebswirtschaftliche Dinge wie Personalkosten usw. für eine kleinteilige Beschaffung des Geldes bei Privatkunden dazu. Als Zwischenlösung kommt das Interbankengeschäft mit höheren Tranchen in Frage.
3. Die "Deckung" des Geldes ist Kredit auf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und daraus resultierenden Steuereinnahmen.

zu 1.: Die Repo Geschäfte für die 1 % Mindestreserve sind bei der ZB besichert. Darüber hinaus kann die Bank aber noch 99% Buchgeld schöpfen. Die sind wiederum durch Basel mit ca. 8 % Eigenkapital besichert. Darum gings ursprünglich aber gar nicht, sondern nur um die Darstellung des Geldschöfpungsmultiplikators, der impliziert eine Bank könne nur das Geld weiterverleihen, das sie als Einlagen hat. Dass also Einlagen die zwingende Voraussetzung für Geldschöpfung sind. Dem ist aber nicht so, auch wenn das viele gerne glauben würden.

zu 2.: Momentan ists definitiv günstiger bei der ZB. In "normalen" Zeiten schwankt der Geldmarktsatz um den Leitzins, da dürfte sich ZB oder Interbankenmarkt nicht viel nehmen. Bin aber nicht im Tagesgeschäft und lasse mich da gerne belehren.


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

Original von LinusCaldwell
Dass also Einlagen die zwingende Voraussetzung für Geldschöpfung sind. Dem ist aber nicht so, auch wenn das viele gerne glauben würden.

Das wurde doch jetzt rauf und runter ge- und beschrieben, ohne dass Einigkeit hergestellt werden konnte.

Die p r a k t i s c h e Wahrheit liegt mMn dazwischen.
Einlagen können Gelder von Kunden sein aber auch die Guthaben aus dem Repo-Geschäft.
Die maximale Geldschöpfung ist nur innerhalb der Bank möglich.
Sobald daraus Zahlungsströme zu Fremdbanken durch Überweisung oder Scheckziehung o.ä. erfolgen sollen, ist eben ggf. Zentralbankgeld erforderlich, wofür die Einlagen notwendig sind.
Einlagen sind also für die Liquidität / Zahlungsfähigkeit erforderlich.
Was nützt die maiximale Geldschöpfung, wenn die Bank ihre daraus nachfolgende Verpflichtung nicht erfüllen kann.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

Original von jotha

Original von LinusCaldwell
Dass also Einlagen die zwingende Voraussetzung für Geldschöpfung sind. Dem ist aber nicht so, auch wenn das viele gerne glauben würden.

Das wurde doch jetzt rauf und runter ge- und beschrieben, ohne dass Einigkeit hergestellt werden konnte.

Die p r a k t i s c h e Wahrheit liegt mMn dazwischen.
Einlagen können Gelder von Kunden sein aber auch die Guthaben aus dem Repo-Geschäft.
Die maximale Geldschöpfung ist nur innerhalb der Bank möglich.
Sobald daraus Zahlungsströme zu Fremdbanken durch Überweisung oder Scheckziehung o.ä. erfolgen sollen, ist eben ggf. Zentralbankgeld erforderlich, wofür die Einlagen notwendig sind.
Einlagen sind also für die Liquidität / Zahlungsfähigkeit erforderlich.
Was nützt die maiximale Geldschöpfung, wenn die Bank ihre daraus nachfolgende Verpflichtung nicht erfüllen kann.

Genau um die praktische Wahrheit geht es mir ja. Und genau da ist es eben nicht so, dass Banken ERST Reserven benötigen und DANN Kredite vergeben und das auch NUR in Höhe ihrer Überschussreserve (d.h. das Zentralbankgeld, das nicht bereits als Mindestreserve gebunden ist). So wird dies nämlich leider noch in vielen Lehrbüchern dargestellt.

Die maximale Geldschöpfung ist nur innerhalb der Bank möglich.

Mit dieser Aussage implizierst du eigentlich schon, dass es so etwas wie einen Geldschöpfungsmultiplikator gibt und ausgehend von einer gewissen Reserve (z.B. 100€ zusätzliches ZB-Geld) dann die Geldschöpfung à la Geldschöpfungsmultiplikator stattfindet.

In der Realität besteht so eine Sache wie "maximale Geldschöpfung" gar nicht, denn die Geschäftsbanken vergeben ERST die Kredite und passen DANN ihre Reservekonten an. (Stichwort "engogenous money" --> Da ist tomte999 der Experte)

Wenn du dir mal den Interbankenmarkt vor der Krise ansiehst, dann haben die Banken auch keinen Puffer für Zahlungsströme zu Fremdinstituten gehalten, sondern immer ziemlich effizient die Mindestreserve erfüllt und keine Überschussreserve gehalten. Waren wirklich mal unerwartete Zahlungsströme zu tätigen muss man eben an den Interbankenmarkt und sich das nötige ZB-Geld besorgen. Das heißt ja nicht, dass Banken keine Einlagen benötigen.


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Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Original von LinusCaldwell
Also das wird ja immer wilder

Nun bietet die Bank ihren Kunden aber keinerlei Zinsen auf ihre Einlagen an

Wieso bietet sie ihren Kunden keinen Einlagenzins? Sie verdient doch an den Kreditzinsen und kann somit auch Einlagenzins zahlen? Außerdem unterscheidet die Bank doch nicht zwischen den 100€ Bargeld und den 9900€ geschaffenen Krediten!? Auf beides werden Zinsen gezahlt und durch die Kredite springen natürlich insgesamt Zinsgewinne heraus für die Bank.

Deine ganze Argumentation steht und fällt mit der Behauptung, dass die Bank keine Einlagenzinsen zahlt, andere Banken aber schon!? Natürlich zahlt die Bank Einlagenzinsen und es findet somit auch kein Liquiditätsabfluss statt.

Und wenn die Bank fleißig Zinsen zahlt um den Abfluss zu vermeiden dann schafft sie auch kein Geld aus dem Nichts sondern zahlt eben für die Geldschöpfung. Und das nicht zu knapp.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

Und wenn die Bank fleißig Zinsen zahlt um den Abfluss zu vermeiden dann schafft sie auch kein Geld aus dem Nichts sondern zahlt eben für die Geldschöpfung. Und das nicht zu knapp.

Sie zahlt zwar Zinsen auf die 10,000€ Einlagen, da sie diese 10,000€ aber auch als Kredit vergeben hat, verdient sie doch insgesamt an der Zinsspanne. Es gibt kein Vermögen ohne Schulden. Es kann keine Einlagen geben, ohne dass diese irgendwo auch als Schuld gebucht sind. Du musst immer beide Seiten der Bilanz beachten.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Original von LinusCaldwell

Und wenn die Bank fleißig Zinsen zahlt um den Abfluss zu vermeiden dann schafft sie auch kein Geld aus dem Nichts sondern zahlt eben für die Geldschöpfung. Und das nicht zu knapp.

Sie zahlt zwar Zinsen auf die 10,000€ Einlagen, da sie diese 10,000€ aber auch als Kredit vergeben hat, verdient sie doch insgesamt an der Zinsspanne. Es gibt kein Vermögen ohne Schulden. Es kann keine Einlagen geben, ohne dass diese irgendwo auch als Schuld gebucht sind. Du musst immer beide Seiten der Bilanz beachten.

:rolleyes:

Ja, und?


Antwort
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LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

mit einem "ja und" und einem smiley der die augen rollt kann ich relativ wenig anfangen...


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