Original von Atomfred
Original von JBCMaster
Original von Atomfred
1. Irrelevant. Das haben wir ausdiskutiert. Ich habe da einen prinzipiellen moralischen Ansatz: "Egal was die anderen machen, wir müssen unser Handeln an unseren Prinzipien ausrichten und dürfen daher in keinem Fall die Preiskämpfe für Niedrigarbeit mitgehen sondern andere Wege suchen". Du hast da andere Ansätze. Lassen wir das
2. Kosten für nachfolgende Generationen: Umweltverschmutzung, keine Kohle mehr, kein Erdöl mehr , AKW Abfälle usw usf... Wie man sowas überhaupt fragen kann wtf.
Heute gebt es dem Menschen im Median und im mean besser als 1800 keine Frage. Aber die Leute die den Fortschritt erwirtschaftet haben, haben nicht so stark davon profitiert wie sie es hätten tuen sollten/müssten. Ich sehe dafür den Grund in der Art wie sich Kapital immer weiter akkumuliert und da Menschen für Kapital arbeiten, arbeiten Menschen für die Menschen die das Kapital haben. Es arbeiten also Menschen für Menschen und deswegen spreche ich von "moderner Sklavenarbeit".
Aber auch das hatten wir schon x mal.
3. Und schon wieder der gleiche Denkfehler, wenn du sagst Bagger hätten als Kosten nur Energie, größte Kosten ist in der Begrenztheit der Rohstoffe zu sehen: Benzin, Stahl etc.
Aber davon abgesehen ist ein zentrales Argument bisher noch nicht gebracht worden:
Durch Technologie wird menschliche Arbeit durch Kapital/Maschinen ersetzt. In eurem System, bleibt dieser wichtige Fakt völlig unberücksichtig. Was passiert mit diesen Menschen? Sie sind diejenigen um die es hier geht: Es gibt keine Arbeit für sie, weshalb sie sinnfreien Beschäftigungen nachgehen müssen. Daher muss etwas grundlegendes passieren, diese strukturelle Ungerechtigkeit nimmt ja immer weiter zu weil Technologiegrad zunimmt. DU profitierst davon, viele andere eben nicht.
1. Es gilt der Ansatz in einer VWL: Summe der Löhne = Summe der Güter in einer VWL. Wenn jemand mehr Güter bekommt als vorher, muss jemand weniger haben, falls die Produktivität gleich bleibt. Es ist ein Erhaltungssatz und man kann hier keine Zauberei machen.
Andere Wege gibts hier nicht, außer Leistungssteigerung oder jemand mehr wegkürzen, dafür den anderen mehr geben.
2+3.Es ist nicht schlimm, wenn es keine Kohle, Erdöl gibt, da Kohle und Öl nur ein Energiemittel ist. Die werden durch andere Energiequellen in der Zukunft ersetzt und von denen haben wir noch sehr viele. Umweltverschmutzung gibts, aber mit technologischen Fortschritt, wird das ganze auch ökologischer, beispiele: Kernfusion, Atomkraft, Elektroautos, effiziente Motore, usw. Eben Nebenprodukte unseres Wachstums. Atomenergie ist übrigens auch kein Umweltverschmutzung in dem Sinne, da Atommüll irgendwann zu einem Metall zerfällt und völlig harmlos wird, quasi sich selbst recycelt. Stahl lässt sich auch recyceln, also verschwindet der Rohstoff auch nicht.
Wenn Maschinen menschliche Arbeit ersetzen, dass viele Menschen dann keine Arbeit mit Sinn haben, ist auch falsch. Es entstehen neue Marktsegmente und lässt die Wirtschaft stärker wachsen. Wenn früher 10 Menschen geschaufelt haben, haben die heute mit dem Bagger 100 fache Leistung, da jetzt diese 10 Menschen 10 Bagger bedienen und 100 fache Arbeit erledigen als früher, d.h. Wirtschaftsleistung ist 100x höher als früher. Wenn in einem Segment keine Arbeit mehr benötigt wird, entstehen neue, sieht man ja heute woher der ganze Dienstleistungssektor gekommen ist und wieso es sowenige Bauern gibt, wohingegen vor 1800 90% der Bevölkerung Bauern waren.
Ich sehe hier nur den einzigen Weg der Verbesserung, nämlich Bildung. Lerne die Menschen leistungseffizienter zu arbeiten und der Wohlstand kommt von selbst. Damit meine ich nicht mehr zu arbeiten, sondern cleverer.
1. Ja und? Die gesamtwirtschaftliche Leistung nimmt dann halt ab. So what? Wenn wir dadurch bessere Umverteilung erreichen, dann ist der Gesamtnutzen aller Bürger dennoch größer als davor und nur darum geht es. BIP oder ähnliches ist doch keine relevante Größe. Aber auch das hatten wir ja schon, die Berücksichtung nicht ökonomischer Größen lehnst du ja offensichtlich grds. ab....
2. + 3. Die Beschäftigungen die in neuen Marksegmenten entstehen sind aber weitestgehend sinnfrei. Ich meine die Segmente waren so nützlich, dass man sie nie gebraucht hat, nun öffnet man sie nur weil die Lohnkosten so gering sind, da die Menschen eben irgendwo arbeiten müssen und weil sie die guten Jobs nicht mehr machen können, weil Maschinen billiger sind, müssen sie nun den niedrigen Lohn (der ist zwangsläufig niedriger, sonst hätten sie davor schon in dem Segment gearbeitet und nicht in dem anderen) annehmen. Das sind die Mechanismen unserer aktuellen Wirtschafts- und Sozialordnung.
Insgesamt geht es min. 90% der Bevölkerung nicht besser dadurch, da die Produktivitätssteigerungen durch die Maschinen hauptsächlich an den Unternehmer gehen. Denn wir haben keine perfekten Märkte wo jeder immer von Produktivitätssteigerungen profitieren. Denn wie Pete richtig sagt: Das ist ein Annahmeproblem der Wissenschaft, wir haben keine perfekten Märkte, wir sind weit davon entfernt.
Wie kommst du auf die Idee Kohle/Uran/Erdöl/Trinkwasser/Flora und Fauna etc wären einfach beliebig substiuierbar. Was ist das für eine naive Vorstellung der Zukunft? Woher nimmst du das Wissen, dass die Menschheit irgendwann Energie völlig beliebig umformen kann?
Wenn wir so weitermachen wie du willst, dann sind wir darauf angewiesen, dass genau das eintritt was du hoffst sonst sind wir alle am arsch.
Du hast recht, Bildung is key für unsere Zukunft.
Aber Bildung allein schafft uns nicht mehr sinnvolle Arbeit. Wir müssen einfach akzeptieren, dass es nicht Arbeit für alle Menschen gibt und dass es in Zukunft immer weniger geben wird.
1. Wieso nimmst du an, dass wenn die Leistung abnimmt, dann kommt es zur Umverteilung? Eher werden alle im Durchschnitt weniger haben, aber die relative Verteilung wird die gleiche sein. Oder glaubst du es gab keine Umverteilung vor 1800?
Kohle wird nur zur Energiegewinnung genutzt, ebenso Öl, sonst sind die Rohstoffe zu nichts zu gebrauchen und in dem, wo sie zu was zu gebrauchen sind, gibts auch andere Stoffe, z.B. Herstellung von Gummi, Uran gibts es auch soviel, dass es für über 10k Jahre reichen wird, gibt auch alternative Rohstoffe zu Uran noch, aber ansonsten ist Uran auch zu nichts zu gebrauchen außer Energiegewinnung halt, Trinkwasser kenn ich mich nicht aus, aber wird wahrscheinlich auch so ähnlich sein.
Energie verschwindet nicht, kann nicht vernichtet werden, wechselt nur seine Form, einer der wichtigsten Gesetze der Physik
http://de.wikipedia.org/wiki/Energieerhaltungssatz
Umformen kann man auch heute ganz gut, Kernenergie --> elektrischen Energie
Und wie gesagt, Sonne schickt uns Energie in Form von Strahlung mit Leistung von 167 PW, das ist 130000 soviel, wie wir jetzt weltweit verbrauchen. Diese Energiemenge werden wir noch sichere 3 Mrd. Jahre bekommen. Und wenn dann die Sonne aufbläht bzw. zum roten Stern wird, gibt die Erde sowieso nicht mehr. Schon aus diesen Gründen ist es sinnvoll uns weiterzuentwickeln, sonst werden wir in 3Mrd. ausgelöscht.
Edit: 900 Millionen Jahre bis die Erde die kritische Temperaturgrenze von 30 grad überschreiten wird und ab da wird es steil nach oben gehen, dass kein Leben mehr möglich auf der Erde sein wird. Da wird auch keine Ökologie helfen.
Was Arbeit angeht, es gibt immer Arbeit, solange es Nachfrage gibt
Hast du Belge, dass die Produktionssteigerungen nicht den Mitarbeitern zu Gute kommen? Also ich weiß, dass die meisten Unternehmen sich im Bereich von 10% Umsatzrentabilität bewegen, d.h. 90% des Umsatzes geht an Ressourcen und Mitarbeiter. Bei VW Chef als den TOPVerdiener der DAX Konzerne, hat sein Jahresgehalt grad 0,008% des Umsatzes im Jahr 2009 ausgemacht, also kaum relativ nennenswerter Betrag.