Original von tomte999
3) das kreditausfaelle-argument finde ich nur bedingt richtig, da wie schon in 1) erwaehnt, sehr schnell ansteckungseffekte entstehen koennen, gerade wenn man bedenkt, wie wenig eigenkapital von banken haeufig gehalten wird. es stimmt zwar, dass das unendliche steigen der zinslast damit gemildert wird, aber zu kosten von grossen instabilitaeten.
ausserdem ist das argument gewissermassen auch ein argument fuer die zinskritiker: kreditausfaelle (im grossen stil) beweisen, dass die zinsbelastung der volkswirtschaft nicht mehr tragbar ist, wie es im ausgangsquote gesagt wurde
Gegen die Ansteckungseffekte helfen höhere Eigenkapitalquote bei Banken. Ansonsten sehe ich nicht, wo in deinem letzten Punkt das Argument für die Zinskritiker liegt. Es sollen schließlich nur Kredite für mehrwertschaffenden Kredite vergeben werden. Das dies in der Vergangenheit nicht berücksichtigt wurde, hat die Instabilität ausgelöst. Kreditausfälle im großen Stil beweisen nur, dass keine mehrwertschaffende Investitionen hinter den Krediten standen.
@Atomfred
Deiner Argumentation liegen ein paar für dich unabänderliche Axiome zugrunde:
1. Arbeiter haben 0,00 Verhandlungsmacht bei der Lohnverhandlung und werden in Folge dessen mit Hungerlöhnen praktisch versklavt.
2. Geld stellt keinen Gegenwert dar.
3. Es gibt kein exponentielles Wachstum.
zu 1.) Schau dir mal an wie viele Menschen in Deutschland mit Tarifvertrag arbeiten. Spätestens bei deiner Aussage, dass man in der Goldmine für Mindestlohn arbeitet, hättest du auch mal nachdenken können.
zu 2.) Das dies nicht so ist, beweisen dir tagtäglich Millionen Menschen und auch du wirst dich für einen Job und sonstetwas mit Geld und nicht mit Gütern bezahlen lassen.
zu 3.) Darüber kann man sich sicher streiten. Die Ressourcen auf diesem Planeten sind endlich. Die Energie hingegen und ich denke auch die Technologie ist es auch meiner Sicht nicht.
Bei deinem Makro-VWL-Modell musste ich ziemlich schmunzeln. Da redest du von Gleichgewichten, keinen Steuern, Unternehmensgewinnen=0. Da gibt einen alten Witz über die VWLer und BWLer. Ein VWLer und ein BWLer sitzen auf einer einsamen Insel mit einer Dose Bohnen, aber ohne Dosenöffner. Was passiert nun? Der BWLer wartet auf die unsichtbare Hand des Marktes, damit diese die Dose öfnnet. Der VWLer nimmt einfach an, dass die Dose offen ist und fängt an zu essen.
Wenn man einen starken Bias hat, kann man über die Annahmen in der VWL so ziemlich alles beweisen. Gleiches gilt für knuddels Konsum/Vermögensverteilungsmantra. Auch hierfür lässt sich ein Modell konstruieren, wenn man die Realität außer acht lässt, wobei ein gewisses Maß von Umverteilung trotzdem höcht notwenig ist.