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Geldschöpfung

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tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von knuddelhundi

Und warum verzinsen dann die Banken alle Kundeneinlagen? Das ist doch größtenteils auch nur geschöpftes Buchgeld. :rolleyes:

es gibt zwei moeglichkeiten wieso banken kundeneinlagen haben

a- Kredite erschaffen Depositen - Wenn ein kredit gewaehrt wird, wird zum selben Betrag auch eine Einlage auf dein Konto geschaffen. Fuer die Bank is das ein super Deal, weil sie weniger Zinsen zahlen muss als du Kreditzinsen zahlst, daher stoert es sie nicht wenn sie die "einlagen" verzinsen muss.

In der Praxis isses natuerlich so, dass du selten einen kredit aufnehmen wirst um dann das geld in deinem konto zu horten, was viel oefter passieren wird is dass du mit dem kredit irgendetwas kaufst, was bedeutet dass das geschaffene geld gar nicht auf dein konto kommt sondern direkt an z.B. nen Autohaendler ueberwiesen wird. Diese Ueberweisung ist der zweite Grund wieso banken kundeneinlagen haben.

b- Banken sind verpflichtet Ueberweisungen auf Kundenwunsch zu taetigen und benoetigen dafuer Zentralbankgeld, weil jegliche Geldbewegung zwischen zwei Banken ueber die Zentralbank laeuft. Woher bekommen sie Zentralbankgeld? Entweder von der Zentralbank, oder vom Interbankenmarkt, oder von Einlagen. [Gibt noch andere Moeglichkeiten, aber das sind afaik die wichtigsten]
Eine Einlage bedeutet nix anderes als dass auf der Verbindlichkeiten seite der Bankbilanz jetz eine Einlage steht, aber auf der Asset seite Reserven, die sie von einer anderen Bank bekommen hat von der das geld fuer die Einlage abgezogen wurde. Banken sind daher bereit fuer Einlagen Zinsen zu zahlen, weil sie im vollen Wert der Einlage Reserven von der Bank bekommt, von der das Geld abgezogen wurde und diese Reserven gebraucht werden, damit sie wiederum Ueberweisungen auf Kundenwunsch machen kann.

Uebrigens is deine Frage trotz alldem was ich bis jetz geschrieben hab gar nicht mal so irrelevant, weil es a) nicht immer der Fall war dass banken Zinsen auf Einlagen bezahlt haben und b) es Vermutungen gibt dass, zumindest in den USA, Banken bald wieder anfangen koennten keine Zinsen mehr zu bezahlen, weil Reserven so billig zu bekommen sind dzt. dass sich der Aufwand fuer Depositenaquisition nicht rentiert.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

@tomte: danke dass du das mit dem interbankenverkehr nochmal deutlicher dargestellt hast.
noch eine anmerkung zur vermutung, dass US banken evtl bald keine zinsen mehr auf einlagen zahlen: das wäre für mich keine allzugroße sache, da es ja lediglich um die nominalzinsen handelt. wichtiger sind die realzinsen und die sind schon seit monaten negativ. absenkung der nominalzinsen auf null bedeutet lediglich, dass die sowieso schon negativen realzinsen noch negativer werden. da fand ich es erstaunlicher, als das erste mal staatsanleihen mit negativem realzins ausgegeben wurden.

hätte dann noch eine frage an dich: würde mich gerne in die historie der diskussionen zur geldtheorie einlesen. du hast das in einem post kurz erwähnt. kannst du mir da für den einstieg einige quellen nennen?


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Banken sind verpflichtet Ueberweisungen auf Kundenwunsch zu taetigen und benoetigen dafuer Zentralbankgeld, weil jegliche Geldbewegung zwischen zwei Banken ueber die Zentralbank laeuft. Woher bekommen sie Zentralbankgeld? Entweder von der Zentralbank, oder vom Interbankenmarkt, oder von Einlagen

Und dafür bezahlt die Bank allen Einlagen Zinsen? Wie viel ZB-Geld braucht die Bank denn um diese Überweisungen zu ermöglichen? Das wird nicht viel sein da sich am Ende des Tages die Überweisungen zwischen den Banken mehr oder weniger ausgleichen.

Ich glaube nicht dass du damit die Zinszahlungen für alle Einlagen auch nur ansatzweise erklären kannst.

a- Kredite erschaffen Depositen - Wenn ein kredit gewaehrt wird, wird zum selben Betrag auch eine Einlage auf dein Konto geschaffen. Fuer die Bank is das ein super Deal, weil sie weniger Zinsen zahlen muss als du Kreditzinsen zahlst, daher stoert es sie nicht wenn sie die "einlagen" verzinsen muss.

aber ganz abgesehen davon, ist es der bank total egal dass sie zinsen auf einlagen zahlt, da sie genau diese einlagen als kredit vergeben hat und ein vielfaches an zinsen dafür erhält.

"Es stört sie nicht" ist kein sinnvolles Argument. Bei Unternehmen steckt hinter jeder Entscheidung eine wirtschaftliche Überlegung und nicht ein "Stört mich nicht."

inzwischen sind wie gesagt nahezu alle oekonomen dieser meinung, aber trotzdem gibt es noch diese textbuecher, wieso?

Die naheliegende Antwort ist wohl dass ihr Blödsinn schreibt und die meisten Ökonomen nicht eurer Meinung sind.


Antwort
Zitat
superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Original von tomte999

Original von LinusCaldwell

und trotzdem wird der geldschöpfungsprozess meines wissens in fast allen grundlagen geld und kredit büchern so erklärt. es wird stets das märchen vom geldschöpfungsmultiplikator erzählt und darüber hinaus behauptet nur bereits eingezahlte einlagen können wieder verliehen werden

jo das is der punkt der geschichte wo ich noch keine antwort drauf hab. Wieso is das so? die diskussion geht ja bis ins 19.jhdt zurueck in der diskussioni zwischen banking und currency school, und schon damals schien die banking school die besseren argumente gehabt zu haben. spaetestens seit den monetaristischen experimenten von volcker und wie auch immer der honk in grossbritannien geheissen hat sollte es aber klar sein dass die kausalitaet bereitgestellt reserven => geldwachstum nie funktionieren kann. inzwischen sind wie gesagt nahezu alle oekonomen dieser meinung, aber trotzdem gibt es noch diese textbuecher, wieso?
Bei vielen anderen Unsinn in VWL Textbuechern kann man noch "Ideologie" als Antwort geben, aber ich sehe nicht wirklich wie dieses Maerchen irgendjemanden nuetzt.

Original von Atomfred
Ok, was meint ihr beiden hat das fuer Auswirkungen auf die Frage ob die Kreditsumme immer weiter zunimmt?
Ich habe atm leider nicht die Zeit mich damit intensiv zu beschaeftigen und haette gerne ne einfach Loesung bis ich mich wieder selber im Detail auseinandersetzen kann. :)

hab ich weiter oben schonmal geschrieben - ja es ist ein problem, dass banken x schaffen, aber x+y haben wollen. 2 moeglichkeiten zur loesung gibt es

- banken wollen nur buchgewinne. Kredite werden immer wieder neu vergeben solange die zinsen bezahlt werden. Banken sind nicht daran interessiert von solventen Kunden den vollen Kreditwert zurueckzubekommen sondern vielmehr dass diese weitere Kredite aufnehmen die ihnen wieder zinseinkuenfte bringen.
Bedeutet dass zwar die Kreditsumme dazu tendiert immer weiter zuzunehmen, bedeutet aber auch dass das nicht notwendigerweise zu einer solvenzkrise fuehren muss

- der staat faehrt defizite und bringt auf diese weise geld in die wirtschaft, die nicht die schuld von irgend jemanden privaten ist.

Original von knuddelhundi
@LinusCaldwell@tomte999

Wenn es in allen seriösen Medien so beschrieben wird - warum könnt ihr nicht akzeptieren dass es höchstwahrscheinlich so ist?

es wird stets das märchen vom geldschöpfungsmultiplikator erzählt und darüber hinaus behauptet nur bereits eingezahlte einlagen können wieder verliehen werden

Dann erkläre mir doch bitte warum Banken ihren Kunden auf die Einlagen Zinsen zahlen. Wenn die eingezahlten Einlagen nicht weiter verliehen werden, braucht die Bank doch auch kein Einlagengeschäft zu betreiben in dem sie einen Haufen Geld verliert.

Jo LinusCaldwell erklaerts eh schon richtig. Banken sind dazu verpflichtet wenn jemand sein Geld auf ne andere Bank transferieren will (oder etwas kauft, sodass Geld auf das konto von jemand anderem bei einer anderen bank transferiert werden soll), an die andere Bank reserven in hoehe dieses Betrages zu schicken. die einzige funktion von reserven im modernen Geldsystem is jene als Clearingmedium (und fuer Transkationen zwischen Privaten und dem Staat, sowohl Steuern als auch Staatsausgaben). Deshalb hat eine Bank bedarf nach reserven, und den wird sie stillen wie auch immer es ihr am billigsten kommt. wenn das einlagengeschaeft am billigsten ist dann wird sie das machen.

Bezüglich der Kreditsumme.

Bitte korrigiert mich sollte ich falsch liegen, aber mMn gilt folgendes:

*Staatliche Defizite sind nichts anderes als vorgezogenen Steuern, will sagen durch staatliche Defizite erhöht sich intertemporär nicht per se die Kreditsumme. Was heute mehr verliehen/ aufgenommen wird, wird in Zukunft durch Steuern finanziert.

*Die Aufnahme immer weiterer Kredite ohne Rückzahlung alter Kredite führt zwangsläufig zu Überschuldung und damit zum (zumindest teilweisen) Ausfall von Krediten. Dies kann nicht im Interesse einer Geschäftsbank sein.

* Kredite müssen in Risikoklassen eingeteilt und mit unterschiedlichen Eigenkapitalsätzen hinterlegt sein (und wie wir alle wissen, "EK ist teuer" ;) ). Eine Bank kann keine Kredite mehr vergeben, wenn sie kein Eigenkapital mehr "frei" hat.
Hier liegt der "wahre" Hebel in der Steuerung der Kreditsumme. Die regulatorischen Vorschriften haben mMn einen bei weitem größeren Einfluß auf die Kreditsumme und somit wirtschaftliche Aktivitäten als eine wie auch immer ausgestaltete Mindestreserve.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Staatliche Defizite sind nichts anderes als vorgezogenen Steuern, will sagen durch staatliche Defizite erhöht sich intertemporär nicht per se die Kreditsumme. Was heute mehr verliehen/ aufgenommen wird, wird in Zukunft durch Steuern finanziert.

In der Praxis werden doch die Staatsschulden einfach immer weiter finanziert und aufgenommen und mit der Zeit durch das Wirtschaftswachstum ausgeglichen. (Wenn nicht gerade eine Schuldenkrise besteht)


Antwort
Zitat
Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Original von knuddelhundi
Und dafür bezahlt die Bank allen Einlagen Zinsen? Wie viel ZB-Geld braucht die Bank denn um diese Überweisungen zu ermöglichen? Das wird nicht viel sein da sich am Ende des Tages die Überweisungen zwischen den Banken mehr oder weniger ausgleichen.

Jap so ist es, genau deshalb kann eine Bank ja auch mehr verleihen als sie als Kundeneinlage hat.
Siehe auch Bundesbank:
http://www.bundesbank.de/Redaktion/DE/Downloads/Service/Schule_und_Bildung/geld_und_geldpolitik_kapitel_3.pdf?__blob=publicationFile

In der Praxis werden doch die Staatsschulden einfach immer weiter finanziert und aufgenommen und mit der Zeit durch das Wirtschaftswachstum ausgeglichen. (Wenn nicht gerade eine Schuldenkrise besteht)

Es wird durch das Wirtschaftswachstum nicht ausgeglichen. Das geht prinzipiell nicht, da Rendite immer aus dem BIP bedient werden müssen...
Belegt übrigends auch die Emperie

EDIT: noch als Erläuterung. Seit 2000 ist nur noch der Staat welcher durch seine Verschuldung noch Wirtschaftswachstum erzeugt. Wenn dieser dann zum Sparen gezwungen wird, wie z.B. in Griechenland, geht dann das Licht aus. Was aber sowieso passiert da der Trend wohl eindeutig ist.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

@knuddel: sieh dir doch bitte meinen letzten beitrag auf seite 5 an zum thema der einlagezinsen, dann sollte klar werden, dass es der bank egal wie viel einlagezins sie zahlt, da sich der kreditzins danach ausrichtet und da dies für alle banken gilt.

@superstar: staatl. defizite heißt einfach der staat gibt mehr aus als er einnimmt. ob er das später durch steuern zurückzahlt oder nicht ist noch lange nicht gesagt (siehe die staatspleiten der letzten jahrzehnte); manchmal ist ein schuldenschnitt auch die bessere lösung.


Antwort
Zitat
superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Original von LinusCaldwell
@knuddel: sieh dir doch bitte meinen letzten beitrag auf seite 5 an zum thema der einlagezinsen, dann sollte klar werden, dass es der bank egal wie viel einlagezins sie zahlt, da sich der kreditzins danach ausrichtet und da dies für alle banken gilt.

@superstar: staatl. defizite heißt einfach der staat gibt mehr aus als er einnimmt. ob er das später durch steuern zurückzahlt oder nicht ist noch lange nicht gesagt (siehe die staatspleiten der letzten jahrzehnte); manchmal ist ein schuldenschnitt auch die bessere lösung.

Das mag durchaus sein, aber auch dies würde nicht per se und zwangsläufig zu einem dauerhaften Anstieg der Kreditmenge führen: Die Last ausfallender Anleihen müssen in diesem Fall Geschäftsbanken und Konsumenten/Sparer zahlen - im Endeffekt das Gleiche wie eine Steuer.

@Djax: Deine Grafik ist leider kaum erkennbar, hast du diese vieleicht noch irgendwo größer (und mit lesbarer Legende) und zusammen mit einer Quellenangabe vorliegen?

Danke.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

@knuddel: sieh dir doch bitte meinen letzten beitrag auf seite 5 an zum thema der einlagezinsen, dann sollte klar werden, dass es der bank egal wie viel einlagezins sie zahlt, da sich der kreditzins danach ausrichtet und da dies für alle banken gilt.

Das es den Banken egal ist, ist keine sinnvolle Begründung.


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

Original von knuddelhundi

@knuddel: sieh dir doch bitte meinen letzten beitrag auf seite 5 an zum thema der einlagezinsen, dann sollte klar werden, dass es der bank egal wie viel einlagezins sie zahlt, da sich der kreditzins danach ausrichtet und da dies für alle banken gilt.

Das es den Banken egal ist, ist keine sinnvolle Begründung.

hast du dir den beitrag nochmal angesehen? äußere dich doch dazu, wenn du noch fragen hast. ansonsten habe ich das gefühl du willst es nicht verstehen.

reibe dich doch nicht an der formulierung "egal" so auf. es ist ihnen in soweit egal, da es ihre gewinnspanne nicht ändert, wenn sie 1% oder 2% einlagezins verlangen.

@superstar: also die insgesamt in einer volkswirtschaft vorhandene kreditmenge steigt, wenn die volkswirtschaft wächst, da 97% des geldes von geschäftsbanken geschöpft wird und kredite die basis für kapitalintensive investitionen sind. die interessante frage, die hier auch desöfteren diskutiert wird ist, ob dies automatisch zu einer überschuldung führen muss. habe da vor ein paar seiten schonmal etwas dazu geschrieben, hier nochmal eine ergänzung:
so wie es momentan läuft, führt unser kreditgeldwesen zur überschuldung und ist somit nicht nachhaltig. die frage ist, ob dies systemimmanent ist, oder ob es theoretisch auch anders ginge. theoretisch funktioniert es auf jeden fall auch anders, aber die frage ist, wie relevant diese modelle für die praxis sind. ich bin da gerade noch dabei mir eine ordentliche meinung zu bilden. interessant finde ich dazu auf jeden fall Freydorf, Binswanger und die Postkeynsianer in Person von Minsky natürlich und Steve Keen.


Antwort
Zitat
Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Original von superstar84
@Djax: Deine Grafik ist leider kaum erkennbar, hast du diese vieleicht noch irgendwo größer (und mit lesbarer Legende) und zusammen mit einer Quellenangabe vorliegen?
Danke.

Für dich doch immer :)

Quelle: http://tandemvipera.blogspot.de/2013/02/zdf-ii-staatsschulden-die-ruckzahlung.html


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

reibe dich doch nicht an der formulierung "egal" so auf. es ist ihnen in soweit egal, da es ihre gewinnspanne nicht ändert, wenn sie 1% oder 2% einlagezins verlangen.

Nenne mir doch mal den Zweck der Zinszahlung für Kundeneinlagen. Und selbst wenn es dasselbe ist weil sich die Banken deiner Meinung nach miteinander absprechen und nicht gegeneinander konkurrieren (lol) bedeutet die Zinszahlung bzw. das Halten von Kundeneinlagen doch immer noch einen Mehraufwand für die Banken -> Z.B. Kundenbetreuung, Verfügbarkeit von Geldautomaten usw.

Als Bank die Geld aus dem Nichts schaffen kann würde ich einen Teufel tun mir viele Kundeneinlagen aufzuhalsen und diese dann noch betreuen zu müssen.


Antwort
Zitat
superstar84
Beigetreten: 24.04.2006
Legacy Member

Original von Djax

Original von superstar84
@Djax: Deine Grafik ist leider kaum erkennbar, hast du diese vieleicht noch irgendwo größer (und mit lesbarer Legende) und zusammen mit einer Quellenangabe vorliegen?
Danke.

Für dich doch immer :)

Quelle: http://tandemvipera.blogspot.de/2013/02/zdf-ii-staatsschulden-die-ruckzahlung.html

So eine Quelle hatte ich erwartet.

Kleine Kostprobe, damit die Leute wissen, wie tendenziös die Webseite ist:

"Der tiefere Grund ist aber ein anderer, subtilerer: In 2000 sank das Geschäftsbankenmodell zum erstenmal unter die 50% Marke. Seit dem überwiegt das Bankeneigengeschäft zunehmend, inzwischen ist das Verhältnis bei etwa 62 zu 38 Prozentpunkten zu Gunsten des Investmentgeschäfts angelangt. Gleichzeitig reduzierte sich die Nachfrage in der Realwirtschaft nach Krediten von 147 auf heute knapp 127 Prozent. Woran liegt das? Im Prinzip ist das ganz einfach, es liegt daran, dass in letzter Konsequenz alle Renditen von Kapitalanlagen aus dem BIP bezahlt werden müssen. Nicht nur die direkten Kredite, was klar ist, sondern auch die Renditen von irgendwelchen dümmlichen Derivaten. Denn als letzter in der Kette des Bankenhandels muss irgend jemand ja den Schrott käuflich erwerben. Sei es nun das arme Oma'schen, dass man mit Lehman-Zertifikaten um ihr Erspartes bringt, oder Größenwahnsinnige Automobilhersteller, die sich mit Investments und Übernahmen verzocken. Jeder von diesen muss seine Verluste irgendwo substituieren, sei es beim Konsum von Gütern aus dem BIP, oder sei es im Falle des Unternehmers, der sich dann bei den Kosten für Investitionen und Krediten in sein Unternehmen zurückhalten muss. Alles dass schädigt unmittelbar das BIP und führt zu einer nachlassenden Nachfrage entsprechender Größe bei den Krediten in die Realwirtschaft. So stehen hier etwa 14% Abnahme im Realgeschäft (=1-127/147) ein Überhang von 12% aus dem Investmentgeschäft (=62-50) hinein ins Realgeschäft gegenüber. Rechnet man die konkreten Zahlen nach, so sieht man dass es ohne diesen Überhang heute etwa 156% solcher Kredite in die Realwirtschaft anstelle der tatsächlichen 127% gäbe."

Das übliche:

*Kapital böse, Banken machen nix anderes als Zocken, blalblabla
*Arbeiter gut
*Arbeiter ausbeuten durch Zinsen.

Schade.

Keine weiteren Fragen.


Antwort
Zitat
Kahless
Beigetreten: 08.08.2005
Elite Grinder

Ich finde Knuddelhundi hat recht. In der Praxis können die Banken nicht einfach Geld aus dem Nichts erschaffen, weil die Kreditnehmer ihr Geld ja in der Regel auszahlen lassen bzw. zu einer anderen Bank überweisen (was im Prinzip das gleiche ist).
Bedeutet: Ich zahle 100 Euro ein. Bank erschafft 500 Euro aus dem nichts (nach eurer Theorie) und verleiht das Geld an eine andere Person und die zahlt sich das aus. Jetzt steht die Bank dumm da und kann gar nicht liefern weil sie ja nur 100 Euro hat.
Die Bank kann also (basierend auf der Einlage) nicht mehr als 100 Euro verleihen.


Antwort
Zitat
Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Original von superstar84
Das übliche:

*Kapital böse, Banken machen nix anderes als Zocken, blalblabla
*Arbeiter gut
*Arbeiter ausbeuten durch Zinsen.

Schade.

Keine weiteren Fragen.

Haha. Also immer noch ein kleingeistiger Ideologe. So lernst du nie was. Mir aber auch so ziemlich egal.
Hier ein Zitat aus dem Artikel.

Hat denn überhaupt Jemand „Schuld“ am ganzen Desaster? Nun ja, eigentlich so richtig niemand, oder eben alle ein bisschen mehr oder weniger. Das Desaster ist systemimmanent und regelmäßig wiederkehrend, und obwohl Ökonomen bereits in den 1930er Jahren die wesentlichen Ursachen bereits erkannt hatten, wollen die Menschen einfach nicht daraus schlau werden.

Und auch wenn du seine Meinung nicht gut findest bleiben das im Chart offizielle reale Daten der Bundesbank. Da kommen auch Kleingeister nicht drumherum...


Antwort
Zitat
JBCMaster
Beigetreten: 24.03.2009
BlackMember

Original von Djax

Original von superstar84
Das übliche:

*Kapital böse, Banken machen nix anderes als Zocken, blalblabla
*Arbeiter gut
*Arbeiter ausbeuten durch Zinsen.

Schade.

Keine weiteren Fragen.

Haha. Also immer noch ein kleingeistiger Ideologe. So lernst du nie was. Mir aber auch so ziemlich egal.
Hier ein Zitat aus dem Artikel.

Hat denn überhaupt Jemand „Schuld“ am ganzen Desaster? Nun ja, eigentlich so richtig niemand, oder eben alle ein bisschen mehr oder weniger. Das Desaster ist systemimmanent und regelmäßig wiederkehrend, und obwohl Ökonomen bereits in den 1930er Jahren die wesentlichen Ursachen bereits erkannt hatten, wollen die Menschen einfach nicht daraus schlau werden.

Und auch wenn du seine Meinung nicht gut findest bleiben das im Chart offizielle reale Daten der Bundesbank. Da kommen auch Kleingeister nicht drumherum...

So wie die Feldtheorie die ganze Ökonomie beschreibt


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von knuddelhundi

Banken sind verpflichtet Ueberweisungen auf Kundenwunsch zu taetigen und benoetigen dafuer Zentralbankgeld, weil jegliche Geldbewegung zwischen zwei Banken ueber die Zentralbank laeuft. Woher bekommen sie Zentralbankgeld? Entweder von der Zentralbank, oder vom Interbankenmarkt, oder von Einlagen

Und dafür bezahlt die Bank allen Einlagen Zinsen? Wie viel ZB-Geld braucht die Bank denn um diese Überweisungen zu ermöglichen? Das wird nicht viel sein da sich am Ende des Tages die Überweisungen zwischen den Banken mehr oder weniger ausgleichen.

Ich glaube nicht dass du damit die Zinszahlungen für alle Einlagen auch nur ansatzweise erklären kannst.

jo, da kann ich halt nicht mehr wirklich dagegen argumentieren. ich glaube es, du glaubst es nicht. Ich habe mehr oder minder den grossteil der forschung in diesem bereich der letzten 20 jahre hinter mir, du ein einsteigerlehrbuch.

a- Kredite erschaffen Depositen - Wenn ein kredit gewaehrt wird, wird zum selben Betrag auch eine Einlage auf dein Konto geschaffen. Fuer die Bank is das ein super Deal, weil sie weniger Zinsen zahlen muss als du Kreditzinsen zahlst, daher stoert es sie nicht wenn sie die "einlagen" verzinsen muss.

aber ganz abgesehen davon, ist es der bank total egal dass sie zinsen auf einlagen zahlt, da sie genau diese einlagen als kredit vergeben hat und ein vielfaches an zinsen dafür erhält.

"Es stört sie nicht" ist kein sinnvolles Argument. Bei Unternehmen steckt hinter jeder Entscheidung eine wirtschaftliche Überlegung und nicht ein "Stört mich nicht."

sie koennte auch null prozent einlagenzinsen vergeben, aber dann wird sie ein problem haben, dass sich "clearing-drain" nennt: sie hat nicht genug reserven um ueberweisungen auf andere banken, die sicherlich kommen werden wenn man keine zinsen anbietet, zu taetigen. dazu ist sie verpflichtet, und dann muesste sie reserven am interbankenmarkt sich holen. Das ist unter normalen Umstaenden teurer als depositenaquisition. "Es stoert sie nicht" also in dem Sinn, dass es kein Kostenfaktor ist, der ihre Profitabilitaet gefaehrdet.

inzwischen sind wie gesagt nahezu alle oekonomen dieser meinung, aber trotzdem gibt es noch diese textbuecher, wieso?

Die naheliegende Antwort ist wohl dass ihr Blödsinn schreibt und die meisten Ökonomen nicht eurer Meinung sind.

siehe oben. Ich muss schonmal fragen: hast du ieine formale ausbildung in vwl? ich hasse zwar eigentlich "arguments by authority", aber ich kann dir arbeiten von kontemporaeren oekonomen des gesamten politischen spektrums schicken, die genau meiner meinung bzgl. dieses themas sind. mich wuerde es wundern, wenn du auch nur ein paper post ~1985 findest, dass deine Meinung vertritt.

Original von knuddelhundi

Als Bank die Geld aus dem Nichts schaffen kann würde ich einen Teufel tun mir viele Kundeneinlagen aufzuhalsen und diese dann noch betreuen zu müssen.

das geld dass die bank erschafft, is aber kein zentralbankgeld, daher kann es nicht zum clearing verwendet werden. irgendwoher muss die bank aber reserven fuers clearing herbekommen.


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von LinusCaldwell
noch eine anmerkung zur vermutung, dass US banken evtl bald keine zinsen mehr auf einlagen zahlen: das wäre für mich keine allzugroße sache, da es ja lediglich um die nominalzinsen handelt. wichtiger sind die realzinsen und die sind schon seit monaten negativ. absenkung der nominalzinsen auf null bedeutet lediglich, dass die sowieso schon negativen realzinsen noch negativer werden. da fand ich es erstaunlicher, als das erste mal staatsanleihen mit negativem realzins ausgegeben wurden.

hätte dann noch eine frage an dich: würde mich gerne in die historie der diskussionen zur geldtheorie einlesen. du hast das in einem post kurz erwähnt. kannst du mir da für den einstieg einige quellen nennen?

hab dich mal geadded im com-tool. wieso findest du negative realzinsen auf anleihen verwunderlicher als auf bankdepositen?

Original von LinusCaldwell
@knuddel: sieh dir doch bitte meinen letzten beitrag auf seite 5 an zum thema der einlagezinsen, dann sollte klar werden, dass es der bank egal wie viel einlagezins sie zahlt, da sich der kreditzins danach ausrichtet und da dies für alle banken gilt.

nich ganz exakt richtig imo. einlagezins is mark-down zum interbankenmarkt zins, kreditzins is markup zum interbankenmarktzins


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

@knuddel: okay wir drehen uns im kreis. ich schreibe evtl. in den kommenden monaten sowieso ein paper zum thema geldschöpfung, dann melde ich mich nochmal wenn ich einige quellen parat habe. hab im moment keine zeit danach zu suchen. kann dich z.B. auf Steve Keen von der University of Melbourne verweisen, der dasselbe sagt wie ich.

ich habe übrigens noch nie einen ökonomen gehört, der tatsächlich behauptet, in der realität läuft es so ab, wie im multiplikator beschrieben. außerdem habe ich noch nie einen ökonomen gehört, der widerlegt, dass banken erst kredite vergeben und sich dann um ihre reserven kümmern.

@Kahless: das ist quatsch, da auch beim multiplikator am ende 500€ im umlauf sind, die auf 100€ einlage basieren (um in deinem bsp. zu bleiben, eig. wären es wie gesagt 10,000€ im umlauf). das hat nur indirekt etwas mit dem multiplikator zu tun. das fractional reserve banking läuft nunmal so, dass sehr viel mehr einlagen vorhanden sind als auszahlbar wären. natürlich nimmt normalerweise einen kredit, um das geld auszugeben, aber das geld kommt ja wieder zurück, da es derjenige dem du es gibst wieder zur bank trägt. bei mehreren banken gleichen sich die zahlungen unter den banken mehr oder weniger aus, bzw. es kommt selten vor, dass eine bank massive abflüsse zu verkraften hat und nichtmehr an ausreichen ZB-Geld kommt.


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