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Geldschöpfung

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tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von superstar84

Bezüglich der Kreditsumme.

Bitte korrigiert mich sollte ich falsch liegen, aber mMn gilt folgendes:

*Staatliche Defizite sind nichts anderes als vorgezogenen Steuern, will sagen durch staatliche Defizite erhöht sich intertemporär nicht per se die Kreditsumme. Was heute mehr verliehen/ aufgenommen wird, wird in Zukunft durch Steuern finanziert.

dies is im einklang mit der meinung der meisten oekonomen, aber hier weiche ich von der masse ab: dass staaten defiziite irgendwann aus steuern zurueckzahlen muessen gilt nur fuer euro-laender und entwicklungslaender, die entweder nicht ihr eigenes Geld erschaffen oder ihre Schulden nicht in ihrem eigenen Geld denominieren. Fuer die USA, Japan, etc. verlieren Steuern ihre Finanzierungsfunktion (auf bundesstaatlicher Ebene wohlgemerkt), da der Staat die Zentralbank hat.

Die Kreditsumme steigt durch Staatsausgaben in so einem System nicht, wohl aber die Geldmenge. Insofern ist Geld dass in die Wirtschaft durch Staatsausgaben kommt permanenter als geld dass ueber das bankensystem kreiert wird, da letzteres zerstoert wird wenn der kredit zurueckgezahtl wird.

*Die Aufnahme immer weiterer Kredite ohne Rückzahlung alter Kredite führt zwangsläufig zu Überschuldung und damit zum (zumindest teilweisen) Ausfall von Krediten. Dies kann nicht im Interesse einer Geschäftsbank sein.

nicht zwangslaeufig, solang banken das geld nicht/nur teilweise zurueckverlangen. ein ausfall kann erst dann geschehen wenn banken ihre kreditpositionen nicht mehr verlaengern wollen. hab aber in meinem ersten post in diesem thread zu diesem thema auch schon geschrieben dass dieses system natuerlich krisenbehaftet ist, weil wenn die liquiditaetspraeferenz der banken ansteigt, ihre schuldner schnell in probleme kommen koennen.

* Kredite müssen in Risikoklassen eingeteilt und mit unterschiedlichen Eigenkapitalsätzen hinterlegt sein (und wie wir alle wissen, "EK ist teuer" ;) ). Eine Bank kann keine Kredite mehr vergeben, wenn sie kein Eigenkapital mehr "frei" hat.
Hier liegt der "wahre" Hebel in der Steuerung der Kreditsumme. Die regulatorischen Vorschriften haben mMn einen bei weitem größeren Einfluß auf die Kreditsumme und somit wirtschaftliche Aktivitäten als eine wie auch immer ausgestaltete Mindestreserve.

theoretisch ja, praktisch nein. Das Problem is, dass Banken wenn sie weiterverleihen wollen einfach sich neue Konstrukte ausdenken. Die Basel richtlinien haben sie nicht gehindert, schattenbanken zu kreiieren auf denen sie kredite abladen sodass sie weiter kredite erschaffen koennen.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

siehe oben. Ich muss schonmal fragen: hast du ieine formale ausbildung in vwl? ich hasse zwar eigentlich "arguments by authority", aber ich kann dir arbeiten von kontemporaeren oekonomen des gesamten politischen spektrums schicken, die genau meiner meinung bzgl. dieses themas sind. mich wuerde es wundern, wenn du auch nur ein paper post ~1985 findest, dass deine Meinung vertritt.

Mal ganz ehrlich .. alle deine Antworten erscheinen mir alle sehr ungenau und unstrukturiert. Auch dass du hier auf irgendwelche Studien des "gesamten politischen Spektrums" verweist, erscheint mir zu gut um wahr zu sein.

Meine Frage besteht immer noch und ihr redet immer noch um den heißen Brei herum und versucht euch in irgendwelchen merkwürdigen Antworten zu Flüchten die mir nicht mal ansatzweise logisch erscheinen.

Warum zahlen die Banken auf ALLE Einlagen Zinsen? Kannst du mir erklären wozu die Banken all diese Einlagen brauchen wenn sie Geld aus dem Nichts schaffen können und dafür nur minimale Reserven brauchen? Wie wäre es mal mit Beispielen aus der Praxis? Wenn Geld aus dem Nichts geschöpft wird, würde sich sicher auch was in den Bilanzen finden lassen. Oder in den GUV. Oder sonst irgendetwas seriöses was nicht von sog. Experten kommt die sich über Verschwörungstheorien nur im Fernsehen profilieren wollen.

jo, da kann ich halt nicht mehr wirklich dagegen argumentieren. ich glaube es, du glaubst es nicht. Ich habe mehr oder minder den grossteil der forschung in diesem bereich der letzten 20 jahre hinter mir, du ein einsteigerlehrbuch.

Ja bitte, wenn du so viele tolle Quellen und Studien hast dann schreib doch mal die gefühlten 100 deutschen und englischen Wikipediaartikel um die meine Meinung untermauern. Ich wäre echt dankbar wenn die da mal jemanden ran lassen würden der etwas vom Fach versteht. Dann wären so Einsteiger wie ich nicht so schnell verwirrt. :rolleyes:


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von Kahless
Ich finde Knuddelhundi hat recht. In der Praxis können die Banken nicht einfach Geld aus dem Nichts erschaffen, weil die Kreditnehmer ihr Geld ja in der Regel auszahlen lassen bzw. zu einer anderen Bank überweisen (was im Prinzip das gleiche ist).
Bedeutet: Ich zahle 100 Euro ein. Bank erschafft 500 Euro aus dem nichts (nach eurer Theorie) und verleiht das Geld an eine andere Person und die zahlt sich das aus. Jetzt steht die Bank dumm da und kann gar nicht liefern weil sie ja nur 100 Euro hat.
Die Bank kann also (basierend auf der Einlage) nicht mehr als 100 Euro verleihen.

jo wenn der kunde die 500 euro auszahlt, und die bank nur 100 euro zb geld hat, dann wird sie halt von iwo her zb geld holen muessen um die ueberweisung zu taetigen, also entweder interbankenmarkt oder zentralbank. die zentralbank wird immer den bedarf nach reserven akkomodieren weil sie sonst

a) eine krise am clearingmarkt ausloest

b) ihr zins-target nicht mehr erreichen wird.


Antwort
Zitat
Kahless
Beigetreten: 08.08.2005
Elite Grinder

ja dann wurde aber kein Geld von der Bank aus dem Nichts geschöpft wenn sie das von irgendwoher anders holen muss (z.b. Zentralbankkredit).

@Linus: Ja das mit dem Multiplikator bezweifelt ja auch keiner und das ist ja auch knuddels Standpunkt. Und wie du selbst sagst "das Geld kommt dann wieder zurück" (unter Umständen) stimmt auch. Durch diesen Multiplikator Effekt kann theoretisch bei 0% Kassenhaltung eine Giralgeldmenge von bis zu 100x der ursprünglichen Einlage entstehen. In der Praxis ist dieser Effekt aber deutlich geringer. (Zur Zeit eher so Faktor 11 )


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von knuddelhundi

Mal ganz ehrlich .. alle deine Antworten erscheinen mir alle sehr ungenau und unstrukturiert. Auch dass du hier auf irgendwelche Studien des "gesamten politischen Spektrums" verweist, erscheint mir zu gut um wahr zu sein.

Warum zahlen die Banken auf ALLE Einlagen Zinsen? Kannst du mir erklären wozu die Banken all diese Einlagen brauchen wenn sie Geld aus dem Nichts schaffen können und dafür nur minimale Reserven brauchen? Wie wäre es mal mit Beispielen aus der Praxis? Wenn Geld aus dem Nichts geschöpft wird, würde sich sicher auch was in den Bilanzen finden lassen. Oder in den GUV. Oder sonst irgendetwas seriöses was nicht von sog. Experten kommt die sich über Verschwörungstheorien nur im Fernsehen profilieren wollen.

das problem is halt, dass bilanz und g+v zu einem zeitpunkt erschaffen werden, wo FRB und endogenous money uebereinstimmen: es sagen ja auch die endogenous money theoretiker nicht, dass gesetzliche reservenhaltung ignoriert werden kann, natuerlich hat dann daher zum bilanzstichpunkt die bank genug reserven geliehen / genug depositen aquiriert um im einklang mit dem gesetz zu sein. um in bankdaten evidenz fuer die eine oder die andere theorie zu finden, muesste man schauen, ob banken immer, zu jedem zeitpunkt ueber das geschaeftsjahr im einklang mit der benoetigten reservehaltung ist oder nicht. diese daten sind aber wohl nicht publik.
historisch gesehen kann ich nur wiederholen dass FRB ja bedeutet, dass die zentralbank beide faktoren, die neue gelderschaffung beeinflussen (Base money, und benoetigte reservenhaltung) in ihrer kontrolle hat und dementsprechend das wachstum von geld kontrollieren kann (oder zumindest in einem bestimmten maximalen ausmass halten kann). dies wurde anfang der 80er unter Volcker in den USA probiert und es is komplett schief gegangen.
Eine Frage fuer dich noch: wie erklaerst du das kanadische, australische oder neuseelaendische geldsystem, wo benoetigte reservenhaltung 0% ist mit FRB?

bezueglich dem gesamten politischen spektrum, will ich klarstellen, dass das nicht bedeutet dass diese oekonomen in diesem bereich zusammenarbeiten, sondern nur dass fuer beide seiten das ergebnis im einklang mit dem is was sie sonst zeigen wollen.
wie gesagt, umso verwunderlicher isses fuer mich dass sich FRB in den textbuechern so lange haelt.

jo, da kann ich halt nicht mehr wirklich dagegen argumentieren. ich glaube es, du glaubst es nicht. Ich habe mehr oder minder den grossteil der forschung in diesem bereich der letzten 20 jahre hinter mir, du ein einsteigerlehrbuch.

Ja bitte, wenn du so viele tolle Quellen und Studien hast dann schreib doch mal die gefühlten 100 deutschen und englischen Wikipediaartikel um die meine Meinung untermauern. Ich wäre echt dankbar wenn die da mal jemanden ran lassen würden der etwas vom Fach versteht. Dann wären so Einsteiger wie ich nicht so schnell verwirrt. :rolleyes:

hab sogar mal zu nem anderen thema probiert nen wikipediaartikel zu aendern. dieser prozess ist ultra muehsam, aber du hast recht, ich werd mich beizeiten mal bemuehen, dass der kritik teil im fractional reserve banking artikel erweitert wird. da stehen ja bis jetz nur 2 zeilen oesterreichische theorie.


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von Kahless
ja dann wurde aber kein Geld von der Bank aus dem Nichts geschöpft wenn sie das von irgendwoher anders holen muss (z.b. Zentralbankkredit).

der unterschied ist ex ante versus ex post. meine theorie sagt, dass das bankensystem droelfzig fantastillionen (solang sie genug profitable investitionen findet und leute die kredite aufnehmen wollen) kreiieren kann, und erst danach zur zentralbank geht und die zentralbank die dafuer noetigen reserven schafft, waehrend FRB sagt, dass X reserven zum Zeitpunkt 1 vorhanden sind, und daher nur X*10 oder x*100 kredite erschaffen kann.


Antwort
Zitat
Kahless
Beigetreten: 08.08.2005
Elite Grinder

Original von tomte999

der unterschied ist ex ante versus ex post.

Ja aber wenn die Bank einen Kredit kreiert muss sie doch quasi instant die volle Kreditsumme in Zentralbankgeld liefern (weil ja niemand seinen teuren Kredit da einfach rumliegen lässt und nicht abhebt). Es ist ja nicht so, dass die Bank dem Kunden da 10.000 Euro Kredit gutschreibt, dann sieht 'oha meine Reserve ist zu niedrig' und dann zur Zentralbank geht und sich 100 Euro holt damit die Reserve wieder passt.
Deine Theorie würde funktionieren wenn es nur eine Geschäftsbank geben würde und jeder bei dieser einen Bank wäre. Dann wäre wahrscheinlich die Buchgeldmenge auch größer als ~ 10x Zentralbankgeld. Zumindest würde ich das im Moment gefühlsmäßig vermuten :)
Bzw. ist dieser verhältnismäßig geringe Faktor von 10 nicht ein Indiz, dass deine Theorie nicht stimmt?


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von Kahless

Original von tomte999

der unterschied ist ex ante versus ex post.

Ja aber wenn die Bank einen Kredit kreiert muss sie doch quasi instant die volle Kreditsumme in Zentralbankgeld liefern (weil ja niemand seinen teuren Kredit da einfach rumliegen lässt und nicht abhebt). Es ist ja nicht so, dass die Bank dem Kunden da 10.000 Euro Kredit gutschreibt, dann sieht 'oha meine Reserve ist zu niedrig' und dann zur Zentralbank geht und sich 100 Euro holt damit die Reserve wieder passt.
Deine Theorie würde funktionieren wenn es nur eine Geschäftsbank geben würde und jeder bei dieser einen Bank wäre. Dann wäre wahrscheinlich die Buchgeldmenge auch größer als ~ 10x Zentralbankgeld. Zumindest würde ich das im Moment gefühlsmäßig vermuten :)
Bzw. ist dieser verhältnismäßig geringe Faktor von 10 nicht ein Indiz, dass deine Theorie nicht stimmt?

das kann gut sein dass das "ex ante" und dass "ex post" zeitlich nahe bei einander liegen. aendert aber nichts daran dass die bank in ihrer kreditvergabe nicht von der summe an reserven, die sie zum zeitpunkt der kreditvergabe haelt, eingeschraenkt ist, weil die zentralbank immer den bedarf nach reserven akkomodieren wird.
die tatsache, dass der unterschied zwischen base und m2 jetzt nicht in den fantastilliarden ist, kann als argument verwendet werden, dass FRB mit den daten kompatibel ist, aber nicht, dass die endogenous money theorie falsch ist. banken werden natuerlich den teufel tun und kredite vergeben bei denen sie nicht erwarten koennen dass der schuldner regelmaessig seinen pflichten nachkommt (ausser natuerlich, wenn man die kredite in cdos verpacken kann und nach duesseldorf schicken kann, dann isses den banken natuerlich egal und sie werden jede menge subprime kredite erschaffen)

und ausserdem kann ich nur nochmal wiederholen, dass endogenous money nicht sagt, dass banken gesetzlcieh reservenhaltung ignorieren koennen. schliesslich und endlich is die reservenhaltung dieselbe, naemlich die gesetzllich vorgeschriebene, ob jetz banken so agieren wie endogenous money es vorschreibt oder wie FRB. der unterschied zwischen den zwei theorien liegt lediglich in der zeitlichen kausalitaet:

fuehrt eine ausweitung der monetary base zu einem ansteigen von M2 oder ein ansteigen von M2 zu einer ausweitung der monetary base?


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Eine Frage fuer dich noch: wie erklaerst du das kanadische, australische oder neuseelaendische geldsystem, wo benoetigte reservenhaltung 0% ist mit FRB?

Nach dem System der multiplen Geldschöpfung macht dass Sinn weil die Banken dann nur noch die Einlagen ihrer Kunden als begrenzenden Faktor haben.

In deinem System würde es keinen Sinn machen. Das macht es nicht mal bei 1% weil in der Praxis wohl keine Bank jemals das hundertfache ihrer Mindestreserve als Kredit ausgeben könnte.

Du musst dir nur mal überlegen welchen Sinn es dann überhaupt hat eine Mindestreserve als Kontrollmechanismus zu betreiben.


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

wer verpflichtet sie dazu kundeneinlagen zu halten? die einzige verpflichtung ist reservenhaltung, und die is 0, das bedeutet der gelschoepfungsmultiplikator is unendlich, und deine theorie erklaert genau gar nichts mehr, weil das einzige was sie sagen kann ist, dass das ansteigen der geldmenge irgendwo zwischen 0 und unendlich liegen wird.
meine theorie hingegen wuerde auf die kreditnachfrage seite schauen und koennte eine ungefaehre prognose geben.
weitere frage: wieso haben in Kanada usw. banken noch immer bedarf nach reserven?
Antwort: weil sie sie trotzdem noch immer fuer clearing benoetigen.

und irgendwie glaubst du, nur weil ich extreme beispiele gebe, dass ich banken vorschreibe dass sie auch tatsaechlich so handeln. Nur weil banken fantastillionen kreieren koennen heisst das noch lange nicht dass sie es machen - das risiko waere einfach zu gross.
aber sie_brauchen_keine_reserven_bevor_sie_kredite_erschaffen

und ja, in einem fiat geld system funktionieren mindestreserven als kontrollmechanismus nicht. deshalb ist dass kanadische system ja auch wesentlich ehrlicher. was bringt 1% mindestreserve bei einem bank run? genau gar nix. also entweder 100% mindestreserve oder gar keine imo.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

wer verpflichtet sie dazu kundeneinlagen zu halten?

Sie müssen ihren Kunden auch irgendetwas geben können wenn sie Kredite ausgeben und das Geld irgendwo anders hin überwiesen wird.


Antwort
Zitat
Kahless
Beigetreten: 08.08.2005
Elite Grinder

.


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

Original von knuddelhundi

wer verpflichtet sie dazu kundeneinlagen zu halten?

Sie müssen ihren Kunden auch irgendetwas geben können wenn sie Kredite ausgeben und das Geld irgendwo anders hin überwiesen wird.

ihren kunden muss sie gar nix geben. die bekommen lediglich das auto oder was auch immer dass sie sich mit dem kredit kaufen. das bankkonto vom autohaendler wird lediglich aufgestockt bei ner anderen bank.

und dafuer braucht die urspruengliche bank reserven. versuch dir seit 3 seiten zu erklaeren dass geld immer ueber die zentralbank transferiert wird. ohne die zentralbank wuerden bank nie 1:1 ihr geld fuer das geld von ner anderen bank tauschen wollen.
die zahlen die du auf deinem bankkonto siehst is lediglich buchgeld deiner bank.
es is fuer jede bank denkbar, auf ihrer verbindlichkeitenseite unter dem reiter depositen eine fette 0 zu haben, solang die zentralbank mitspielt und ihr jedes mal reserven borgt wenn sie mal wieder nen kredit erschaffen hat.


Antwort
Zitat
king0077777777
Beigetreten: 31.10.2010
PokerStrategist

Ich wundere mich ueber die Dummheit mancher Poster. Lebt ihr auf dem Mars? Vielleicht auf der Venus?

Ganz ehrlich, wie kann man nur so doof sein?!? Wie Geld geschaffen wird sollte mittlerweile auch beim letzten Volltrottell angekommen sein. Echt unglaublich...

Und das Schlimmste ist auch noch dass diese Leute das flamen anfangen wenn sie jemand hoeflicherweise aufklaert bzw. belehrt. Ihr seid so frech, das ist echt kaum zu fassen!


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

Original von tomte999

Original von knuddelhundi

wer verpflichtet sie dazu kundeneinlagen zu halten?

Sie müssen ihren Kunden auch irgendetwas geben können wenn sie Kredite ausgeben und das Geld irgendwo anders hin überwiesen wird.

ihren kunden muss sie gar nix geben. die bekommen lediglich das auto oder was auch immer dass sie sich mit dem kredit kaufen. das bankkonto vom autohaendler wird lediglich aufgestockt bei ner anderen bank.

und dafuer braucht die urspruengliche bank reserven. versuch dir seit 3 seiten zu erklaeren dass geld immer ueber die zentralbank transferiert wird. ohne die zentralbank wuerden bank nie 1:1 ihr geld fuer das geld von ner anderen bank tauschen wollen.
die zahlen die du auf deinem bankkonto siehst is lediglich buchgeld deiner bank.
es is fuer jede bank denkbar, auf ihrer verbindlichkeitenseite unter dem reiter depositen eine fette 0 zu haben, solang die zentralbank mitspielt und ihr jedes mal reserven borgt wenn sie mal wieder nen kredit erschaffen hat.

und dafuer braucht die urspruengliche bank reserven.

K, dann gib mal ein Beispiel. Wie viel Reserven haben die Banken im Euroraum und woher kommt das Geld dass die Reserve bei der EZB darstellt bzw. was kostet es die Bank die Reserve zu halten?

Ich warte immer noch auf eine seriöse Quelle .. :rolleyes:

es is fuer jede bank denkbar, auf ihrer verbindlichkeitenseite unter dem reiter depositen eine fette 0 zu haben

Warum macht es dann keine Bank und zahlt weiter brav Zinsen und halst sich die Betreuung ihrer Kunden auf?


Antwort
Zitat
Korn
Beigetreten: 14.01.2005
Elite Grinder

Eine Bank kann nicht im wörtlichen Sinne Geld "erschaffen". Es ist nicht so, dass jemand 100 Euro bar zur Bank bringt, und die Bank dann daraus 500 oder gar 1000 Euro "machen" und diese dann investieren oder verleihen kann, insbesondere dann nicht wenn diese 1000 Euro wirklich ausgegeben werden sollen.

"Geldschöpfung" funktioniert vielmehr wie folgt:
1) Hans bringt 100 Euro zur Bank und zahlt sie auf ein Konto ein. Er hat dann 100 Euro Guthaben.
2) Die Bank kann nun maximal (100 - Reservesatz) Geld als Kredit geben. Sagen wie sie vergibt 90 Euro an Peter, der bei der gleichen Bank Kunde ist.
3) Peter hat nun 90 Euro auf dem Konto, Hans hat 100 Euro auf dem Konto. Auf einmal sind 190 Euro Geld da, die Bank hat also 90 Euro Geld "geschöpft", hat dieses aber nicht selbst zur Verfügung.
4) Insbesondere hat die Bank selbst nur noch 10 Euro liquide, und diese kann sie eben nicht mehr beliebig investieren, da sie zur Reserve gehören
5) Gleichzeitig käme die Bank in große Schwierigkeiten, wenn Hans seine 100 Euro abheben möchte, da sie nur noch 10 Euro zur Verfügung hat. (In der Praxis wird dies natürlich im Sinne des Gesetzes der Großen Zahlen als Risiko reduziert)

Aus der o.g. Dynamik entsteht maximal eine Geldmenge von 100/Reservesatz, wäre der Reservesatz z.B. 10%, wäre die (elektronische) Geldmenge maximal 1000 Euro welche aber der Bank selbst eben nicht zur Verfügung stehen und selbst den einzelnen Leuten nicht wirklich zur Verfügung stehen, da die Bank gar nicht die nötigen Reserven hat, falls die Leute nun tatsächlich auf ihr Geld zugreifen wollen. (genau deshalb ist ja das Finanzsystem prinzipiell fragil)

Was wäre nun, wenn die Bank "sich selbst" einen Kredit gibt? Sagen wir eine Bank hat selbst 100 Euro Kapital, und gründet eine Firma namens Invest und eine weitere Firma namens Exploit. Die Bank gibt invest einen Kredit von 90 Euro und behält 10 als Reserve. Invest zahlt die 90 Euro an Exploit. Exploit zahlt die 90 Euro bei der Bank ein. Die Bank gibt Invest einen zusätzlichen Kredit von 90 Euro minus 10% Reserve, also 81 Euro. Invest zahlt die 81 Euro an Exploit. Exploit zahtl sie bei der Bank ein. usw usf.

Am Ende hat:
- Invest ein Guthaben bei der Bank von 90 + 81 + .... = 1000 Euro
- Die Bank insgesamt 10 + 9 + ... = 100 Euro als Sicherheit hinterlegt (ihr gesamtes Kapital)
- Exploit Schulden von 1000 Euro bei Invest.
- Da alle Firmen der Bank gehören spielen Zinsen effektiv keine Rolle.

In der Tat sind nun aus 100 Euro insgesamt 1000 Euro "geworden". Nun könnte ja Invest mit den 1000 Euro Staatsanleihen kaufen, die sagen wir mit 2% verzinst sind ohne großes Risiko. Da Invest als Firma der Bank gehört, würde die Bank ja dadurch effektiv 20% Redite auf ihr Kapital von nur 100 Euro machen - totsicheres Geschäftsmodell mit der Lizenz zum Geldrucken.

Funktioniert aber nicht! Denn sobald Invest Geld an jemand anderes zahlt (zum Kauf der Staatsanleihen) hätte die Bank keine Reserve mehr - denn diese sind ja nur die 100 Euro. D.h. auch die o.g. Konstruktion kann für maximal 100 Euro irgendwo investieren - genau für das Geld, was die Bank eh als Kapital schon hatte.


Antwort
Zitat
Duo41
Beigetreten: 01.11.2010
PokerStrategist

In der Praxis sieht das dann so aus, dass eine Bank nur 2% als Reserve benötigt und sich notfalls auch selbst noch Geld von der Zentralbank leihen kann, um die Reserve zu erhöhen.

Wenn die Kreditsumme ausgegeben werden soll, passiert ja nichts anderes, als dass Geld von einem Konto zum anderen wandert. Eventuell wird ein Teil bar ausgezahlt, aber auch nur dafür, um von einer anderen Person wieder bei einer Bank eingezahlt zu werden.

Verlässt Geld das eigene Institut, geben sich die Banken untereinander Kredite (es wandern ja ständig Überweisungen von Bank zu Bank), sodass das richtige Zentralbankgeld eigentlich kaum zwischen den verschiedenen Banken ausgetauscht wird. So lange die Menschen dem System ihr Geld anvertrauen, ist der maximalen Kreditsumme also kaum eine Grenze gesetzt.

Im Prinzip ein perfekt ausgeklügeltes Geschäft.


Antwort
Zitat
tomte999
Beigetreten: 21.02.2007
BlackMember

@knuddelhundi: woher genau soll ich daten fuer die kostenrechnung von banken bekommen? noch dazu selbst wenn ich die bekomme, gibt es da sicherlich auch intertemporale ueberlegungen, dass selbst wenn es dzt guenstiger ist reserven einfach von der ZB zu holen, dass sie aus kundenloyalitaets gruenden trotzdem weiterhin depositen akzeptieren.

btw kannst dasselbe auch du machen um meine position zu widerlegen, wenn du glaubst an diese daten zu kommen is sehr einfach und aufwandlos.

wie gesagt bezueglich wissenschaftliche quellen kann ich dir gern eine ganze liste schicken, falls du dich da einelsen willst. du hast btw keine quelle geposted die an einer uni akzeptiert werden wuerde. (oder zumindest an meiner nicht)

@korn:
dein post war gelinde gesagt ziemlich unnoetig. nichts was du geschrieben hast steht nicht schon in dem khanacademy artikel drinnen den knuddelhundi gepostet hat.
ich wuerde dir empfehlen die letzten 3 seiten durchzulesen wenn du an dieser diskussion teilnehmen willst, weil ich viele punkte die du geschrieben hast in den letzten 3 seiten schon kritisiert habe.

@king
ich vermute mal das is gegen mich gerichtet.
ich hoffe knuddelhundi fuehlt sich von mir nicht geflamet, wenn ja entschuldige ich mich, aber eigentlich bin ich mir keiner ausfallenden worte bewusst.


Antwort
Zitat
knuddelhundi
Beigetreten: 26.09.2007
Elite Grinder

https://geschaeftsbericht.deutsche-bank.de/2011/gb/konzernabschluss/konzern-guv.html

z.B.?


Antwort
Zitat
LinusCaldwell
Beigetreten: 26.09.2007
Oldschool Grinder

ich denke wir haben auch so langsam unsere argumente ausgetauscht. mir würde es ungemein helfen, wenn jemand quellen nennen könnte, die entweder die eine oder die andere seite bestätigen/widerlegen.

und mit quellen meine ich keine lehrbücher, da haben wir nämlich auf der einen seite die klassische literatur, die den geldschöpfungsmultiplikator predigt und dann bspw. die post-keynsianer wie minsky oder auch steve keen, die genau das gegenteil behaupten. so kommen wir also nicht weiter.

ich habe bisher noch kein offizielles dokument (bspw. der ezb) oder gesetz gefunden, das entweder die eine oder die andere seite bestätigt/widerlegt. eigentlich hängen wir an einer relativ trivialen sache (dürfen geschäftsbanken geld schöpfen, bevor sie die nötigen reserven dafür haben oder nicht), die doch irgendwo geregelt sein muss...

@korn: ich muss dich hier ein wenig in schutz nehmen, da dein post zumindest in sofern einen mehrwert hat, dass er durch dein Invest-Exploit Beispiel zeigt, welche Auswirkungen die Tatsache hat, dass im Interbankenmarkt nur mit Zentralbankgeld gezahlt werden kann. Ansonsten entsprechen deine Ausführungen 1 zu 1 der klassischen Lehrbuchmeinung. Hast du ansonsten noch andere Quellen?

@king: hahaha, hier herrscht bislang ein super umgangston und dann kommt so ein post von dir... wir sind zwar unterschiedlicher meinung, behandeln uns aber soweit ich das überblicke sehr respektvoll. würde mich freuen, wenn du noch konstruktives im sinne meiner obigen Anfrage beitragen könntest.


Antwort
Zitat
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