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Paar geht mit Mitte 30 in Rente

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HAVVK
Beigetreten: 29.12.2005
Oldschool Grinder

Original von jotha
Ein Zitat aus dem im Eingangspost verlinkten Beitrag:

Kleines Apartment statt großem Haus, Fahrrad- statt Autofahren, Zu-Hause-Kochen statt Essengehen. Maximiere deine Einkünfte und lebe unter deinen Verhältnissen; investiere die Differenz.

Könntet ihr dieses "zumüllen" lassen?

verstehe ich jetzt nicht, gerade dein Zitat zeigt doch, dass man für das Ziel "frühe FU" (ich hoffe doch das ist das Thema des Threads) mehrere Ansatzpunkte diskutieren kann: a) EInkünfte maximieren b) Ausgaben verringern (hier kann man schlecht minimieren schreiben) und c) investieren

die letzten Posts drehten sich halt mal hauptsächlich um Bereich b) während es davor auch von dir einiges zu Punkt c) gab, und von mir kam halt als Anregung die Frage ob Durchschnittsverdiener überhaupt genug Möglichkeiten bei a) und b) haben, um c) überhaupt sinnvoll anwenden zu können?


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Das absolute Einnahmen- und Ausgaben-Niveau ist für den einzelnen natürlich relevant - für die Diskussion geht es aber um die Sparquote.

Denn mit höherer Sparquote erreicht man ja 2 Dinge:
- mehr Ersparnisse
- geringere Ausgaben (auch später während der FU)

Natürlich ist für jemandem mit einem Durchschnittsgehalt eine 40% Sparquote nicht einfach - es bedeutet schon deutliche Einschnitte.
Aber oft haben Durchschnittsverdiener eine Sparquote von 5% - und könnten sehr wahrscheinlich ohne echte Einschnitte in der Lebensqualität auf 15% kommen.
Was dann keine FU mit 40 ist, aber zumindest eine sehr solide Altersvorsorge, die einen unabhängiger vom deutschen Rentensystem macht.

Klar, hier im Thread geht's stark um die "absolute FU", aber auch ein sehr gutes Polster ohne absolute FU bedeutet, dass man im Leben deutlich unabhängiger ist.


Antwort
Zitat
HAVVK
Beigetreten: 29.12.2005
Oldschool Grinder

Original von Xantos
..
Aber oft haben Durchschnittsverdiener eine Sparquote von 5% - und könnten sehr wahrscheinlich ohne echte Einschnitte in der Lebensqualität auf 15% kommen.
Was dann keine FU mit 40 ist, aber zumindest eine sehr solide Altersvorsorge, die einen unabhängiger vom deutschen Rentensystem macht.
...

Gut, diese Aussage reicht mir eigentlich schon, da sind wir ja beieinander. Mich hatte nur das "zumüllen" geärgert. Bei mir persönlich ist es übrigens so (und ich könnte mir vorstellen der Fall ist sogar recht häufig), dass die Sparquote mit der Anzahl der Berufsjahre und dem steigenden Einkommen auch gestiegen ist (nicht linear, eher logarithmisch, also asymptotisch annährend an meine jetzige maximale von ca. 40%). Hierfür könnte man sogar nochmal extra Berechnungen + Diagramme erstellen.

Edith mit noch einer Anregung: kann man sagen, dass Durchschnitts- und Geringverdiener mit geringerer Bildung korrelieren und daher auch schwerer Zugang zu den hier diskutierten Konzepten haben, ihnen also sowohl die Motivation feht die Sparquote zu erhöhen als auch der Zugang zu renditestarken Investitionsarten? Oder ist das zu sehr verallgemeinert?


Antwort
Zitat
DrStrothmann
Beigetreten: 29.12.2007
Oldschool Grinder

Also um das noch mal richtig zu stellen: Bimbesverwalter verfügt über ein wesentlich größeres Kapital als die 500k die angenommen werden.
Zum Thema Sparen: viele Menschen, auch Durchschnittsverdiener bekommen jährlich oder alle zwei Jahre Lohnerhöhungen. Ich wage mal die These, dass nur 1-5% von dem Mehrgeld auch mehr sparen... Selbst wenn es "nur" 25€ im Monat sind und man die konsequent weg legen würde, wäre man bei drei vier Erhöhungen auf einem wesentlich besseren Weg als ohne. Klar wird man so kein Multimillionär. Aber: es geht einem besser als man denkt. Ich habe im Freundeskreis die Erfahrung gemacht, das ein Entrumpeln des Kontos mit einer ordentlichen Übersicht dazu geführt hat, dass selbst diejenigen, die immer zu viel Monat am Ende des Geldes übrig hatten, auf einmal 15% sparen konnten. nach drei vier Jahren war in der Regel die Quote bei 20% und alle haben Aktien, ETF oder ähnliche Dinge besessen.


Antwort
Zitat
santazero
Beigetreten: 31.01.2006
PokerStrategist

Also ich habe auch ne sparrate von ca 20% die ich sogar ab diesen Monat nochmal deutlich erhöhen werde. Und ich habe ein kleines Kind und meine Freundin verdient viel weniger sodass ich mehr als 50% zum gemeinsamen leben beitrage. Dazu ist trotzdem ordentliches gutes essen drin, alle 2-3 Jahre ein guter ordentlicher urlaub, ein ordentliches auto (natürlich nicht finanziert) usw. Wir leben also alles andere als schlecht und selbst meine Freundin mit ihrem geringen Gehalt schafft ne sparrate von fast 10%. Ahja und wir leben in Hamburg. Also sehr teuer. Und in nem guten viertel.

Wenn man will kann man viel sparen. Ist halt die Frage was man als wirklich wichtig im leben betrachtet. Der neuste tv, das neuste Smartphone und dieschnellste Internetzeitung sind es bei uns halt nicht.


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

Original von HAVVK
Edith mit noch einer Anregung: kann man sagen, dass Durchschnitts- und Geringverdiener mit geringerer Bildung korrelieren und daher auch schwerer Zugang zu den hier diskutierten Konzepten haben, ihnen also sowohl die Motivation feht die Sparquote zu erhöhen als auch der Zugang zu renditestarken Investitionsarten? Oder ist das zu sehr verallgemeinert?

Geringere Bildung korreliert bestimmt mit weniger Beschäftigung mit dem Thema.
Neben der Sparquote ist da also oft die Anlagestrategie schlechter (wobei die bei vielen Akademikern ja auch schlecht ist ;)).

Insbesondere kommt hinzu, dass gerade Niedrigverdiener ja oft in der fiesen Situation sind, ein höheres Risiko zu haben, ...
- irgendwann HartzIV zu beziehen (-> da lebt man ja erstmal von Vermögen über Freibetrag)
- unter dem Existenzminimum zu leben im Alter (-> dann hat es sich auch nicht gelohnt zu sparen)

D.h. Niedrigverdiener müssen noch mehr "ganz oder gar nicht" herangehen.
"gar nicht" = Verlassen auf deutsche Sozialsysteme.
"ganz" = so sparen & investieren, dass man wahrscheinlich deutlich über Existenzminimum herauskommt

Das bedeutet u.a., dass gerade Niedrigverdiener nicht auf den höheren EV von Aktien (gegenüber Lebensversicherungen) verzichten können.
Fragst du aber rum, werden dir viele sagen: "Ne, Aktien sind nur was für Reiche!" ;(


Antwort
Zitat
Justus
Beigetreten: 16.07.2005
Elite Grinder

Grundsätzlich ist das eigentlich richtig, allerdings kann ich aus persönlichen Erfahrungen mit Menschen aus der gering verdienenden Gruppe sagen, dass da (wahrscheinlich genausoviel) intelligente Menschen bei sind, sie aber aus verschiedensten Gründen es (ggf. noch) nicht in einen Job bzw. gut bezahlten Arbeitsplatz geschafft haben.
Dennoch sparen da (sofern möglich) auch einige, allerdings eben in Sparformen die im H4-Fall oder im Sozialfall bei zu geringer Rente nicht dem Amt angegeben werden und/oder nachvollzogen werden können. (Meist bar, einige z.B. anonyme Sachwerte, da vor allem Gold, einige haben auch über Umwege Aktiendepots).
Offiziell auf eigenes Bankkonto/Depot sparen diese Menschen nicht (weil das nunmal auch keinen Sinn macht).
Die moralisch-legale Frage ist da ein eigenes Thema für ein anderes Unterforum hier ;)
Ich wollte damit nur sagen, dass auch Geringverdiener ihre Wege zum Sparen finden, wenn sie denn wollen (auch wenn sie natürlich dennoch erstmal benachteiligt sind), also nicht grundsätzlich vor der Frage stehen "ganz oder gar nicht" (theoretisch den Gesetzen nach schon, in der Praxis aber nicht).


Antwort
Zitat
scrappyyyy
Beigetreten: 23.01.2011
PokerStrategist

Was bedeutet SWR in deiner Grafik? Kann es mir nicht zusammen reimen.
Berücksichtig diese auch Steuern? Sie geht ja von 8% aus, aber eigtl sind es zumindest in DE, dann doch nur 6%.


Antwort
Zitat
Xantos
Beigetreten: 07.09.2005
Legacy Member

@Justus: Kann ich nachvollziehen, wenn Geringverdiener "schwarz" sparen.
Zeigt die Absurdität der Regelungen zur Altersvorsorge etc.

@scrappppy:
SWR = "Safe Withdrawal Rate".
Angesichts der recht aggressiven 8% würde ich vorsichtigerweise eher von 3% SWR ausgehen.
Sieh die Grafik aber generell einfach als illustrativ - kannst es ja für eigene Werte selbst berechnen.


Antwort
Zitat
scrappyyyy
Beigetreten: 23.01.2011
PokerStrategist

Hmmm irgendwie...das heißt doch wie viel ich jährlich rausnehme? Müsste dann nicht eigtl die rote Kurve 2% sein!?
Ich stehe gerade mega aufm Schlauch. Sorry.


Antwort
Zitat
Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008
Elite Grinder

Wenn du viel in Prozent rausnehmen kannst ohne dabei dein Kapital zu verringern, heisst das, dass dein Kapital nicht so gross sein muss. Sprich, wenn du 6% verdienst nach Steuern und Inflation, dann ist das besser als 2% und du kannst frueher in Rente gehen.


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

Hä? Xantos wird bestimmt richtig antworten.

Für mich steht da:
Zeit bis zur finanziellen Unabhängigkeit in Abhängigkeit der sicheren Verzinsung

Je höher die Sparrate, desto schneller die finanzielle Unabhängigkeit.
Je höher der Zins, desto schneller die FU.
Wenn man z. B. 95 % des Einkommens spart, hat man in weniger als zwei Jahren seine FU.
(Der Bedarf ist künftig dann ja auch nur 5 % von dem Einkommen, das man hatte.)


Antwort
Zitat
scrappyyyy
Beigetreten: 23.01.2011
PokerStrategist

Die Kernaussage habe ich verstanden.
Ich hab bloß ein Problem mit den Linien nochmal die das SWR angeben/mit einbeziehen

Wenn ich 6% jedes Jahr sicher rausnehmen kann hab ich eher den Betrag mit dem ich FU bin.
zB:
Ich brauch 60'
Bei 6% SWR reichen mir dann 1Mio.
Bei 2% SWR brauch ich dann 3Mio.
Also brauch ich 2 Mio mehr.

Richtig verstanden?? Ergo ich brauch bei einer geringeren garantierten sicheren Entnahme mehr Kapital. ?!?!
Wobei ich dafür den Spread zu klein finde.. :-/


Antwort
Zitat
jotha
Beigetreten: 20.04.2006
Elite Grinder

Nein. Es geht nicht ums rausnehmen und es geht nicht um Beträge in dem Chart.
Du kannst z. B. rauslesen, dass du bei 6 % SWR und 20 % Sparrate (x-Achse) in 24 Jahren (y-Achse) oder bei 2 % SWR und 30 % Sparrate in ca. 30 Jahren FU erreichst.


Antwort
Zitat
HAVVK
Beigetreten: 29.12.2005
Oldschool Grinder

http://www.bogleheads.org/wiki/Safe_withdrawal_rates

da sieht man welchen Einfluß die Wahl der SWR auf die Chance hat, dass das Portfolio einen bestimmten (Lebensabend-)Zeitraum "überlebt", also > 0 bleibt

die in der obigen Grafik angenommenen 8% jährliche Verzinsung werde ich wohl über meine gesamte Sparphase gesehen nicht schaffen, aber ich hab ja auch noch paar Jährchen wo es nach oben oder unten gehen kann ^^ wie ist es eigentlich mit der staatlichen Rente, im Prinzip müsste man da ja sein Entnahmekonzept nochmal anpassen, weil nach x Jahren FU-Phase ein monatlicher Regelbetrag dazukommt, durch den man seine SWR senken kann

PS: und nicht unerwähnt soll bleiben, dass man beim besten Willen nicht ausrechnen kann, wann die Entnahmephase endet ;) wie heißt es so schön: "Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen" :)


Antwort
Zitat
Faballi
Beigetreten: 07.11.2008
PokerStrategist

Original von Kreatief
Zwei Jahre die selben Schuhe tragen ist schon ziemlich eklig.

Wo lernt man denn sowas? Irgendwie pervers, welche Ansichten hier im reichen Teil der Welt vertretbar sind.
Eigentlich sollte man Schuhe doch solange tragen können, bis sie kaputt sind. So habe ich das zumindest gelernt. ;)


Antwort
Zitat
Zinsch
Beigetreten: 01.02.2008
Elite Grinder

Original von HAVVK
PS: und nicht unerwähnt soll bleiben, dass man beim besten Willen nicht ausrechnen kann, wann die Entnahmephase endet ;) wie heißt es so schön: "Wenn du Gott zum Lachen bringen willst, erzähl ihm von deinen Plänen" :)

Der Unterschied zw. Entnahme, sodass das Kapital nach 30 Jahren aufgebraucht ist und unendlicher Entnahme ist nicht gross. Also das einfachste ist es, nur den inflationsbereinigten Ertrag zu entnehmen.


Antwort
Zitat
santazero
Beigetreten: 31.01.2006
PokerStrategist

Also ich habnoch Schuhe von vor über 10 Jahren die noch regelmäßig für diverse Zwecke zum Einsatz kommen. Und nein sie sind weder muffelig noch vergammelt.

Wer hier aber sagt dass man 100€ im Monat für Klamotten braucht oder Schuhe für 2 Jahre tragen ekelig ist, der muss sich auch nicht wundern wenn er nicht FU wird oder dafür 5 mio benötigt.

Vielleicht sollten einige erst einmal ihre Grundeinstellung überdenken und sich mal überlegen welches Glück sie überhaupt haben in Deutschland/Europa zur Welt gekommen zu sein. Der Großteil der Weltbevölkerung würde sich wahrscheinlich wünschen überhaupt regelmäßig ordentliche Klamotten tragen zu können oder zu besitzen.

Sry für OT aber bei einigen posts kann ich mir nur an den Kopf fassen und überlege ernsthaft ob ihr eine halbwegs ordentliche Erziehung genossen habt und/oder überhaupt wisst, wie es ist wenn man nicht alles in den Arsch geblasen bekommt oder sogar mal hungrig ins Bett geht weil nichts zu essen da ist.


Antwort
Zitat
Kreatief
Beigetreten: 28.01.2006
Oldschool Grinder

Natürlich habe ich auch Schuhe die älter als zwei Jahre sind. Hier ging es aber darum, dass man sich ein Paar Schuhe kauft und die dann zwei Jahre trägt.
Und 728 Tage lang in dem selben Paar Schuhe zu laufen und das bei zweimal Hochsommer ist definitiv eklig.

Trägt man sie nicht jeden Tag, sondern eben für ihr spezielles Einsatzgebiet, dann kann man diese natürlich auch länger tragen. Dafür besitze ich allerdings auch mehr als 1 Paar.

Das man darüber diskutieren muss und sich dafür rechtfertigen muss ist schon echt knorke.


Antwort
Zitat
xEr
xEr
Beigetreten: 26.05.2005
PokerStrategist

Original von santazero
Vielleicht sollten einige erst einmal ihre Grundeinstellung überdenken und sich mal überlegen welches Glück sie überhaupt haben in Deutschland/Europa zur Welt gekommen zu sein. Der Großteil der Weltbevölkerung würde sich wahrscheinlich wünschen überhaupt regelmäßig ordentliche Klamotten tragen zu können oder zu besitzen.

Sry für OT aber bei einigen posts kann ich mir nur an den Kopf fassen und überlege ernsthaft ob ihr eine halbwegs ordentliche Erziehung genossen habt und/oder überhaupt wisst, wie es ist wenn man nicht alles in den Arsch geblasen bekommt oder sogar mal hungrig ins Bett geht weil nichts zu essen da ist.

Naja, das gleiche gilt aber auch für die FU. In vielen Teilen der Welt wären die Leute superfroh wenn sie einen Job bekommen könnten wie in Deutschland oder überhaupt mal einen Job und hier wird davon geredet mit 50 nicht mehr arbeiten gehen zu wollen für den Rest des Lebens. Ist so gesehen genauso pervers...
abgesehen davon frage ich mich ob FU überhaupt so erstrebenswert ist bzw. was die genauen Gründe dafür sind. Ich finde eigentlich die Idee viel attraktiver seinen Traumjob zu finden bzw. seinen Traum zum Job zu machen. Wer das schafft, der kann auch schon z.b. mit 30 seinen Traum leben oder zumindest dem näher sein und nicht erst 20-30 jahre viel arbeiten und viel sparen, um danach erst anfangen seinen Wünschen nachzugehen.


Antwort
Zitat
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