Original von TheKami
@Ghostmaster:
Ich sehe einen deutlichen Unterschied darin, ob du ein Spiel spielst (und Poker ist halt nur ein Spiel, mehr nicht) oder ob du handelst. Am Spot FX Markt tauschst du Devisen, das hat an sich noch nichts mit Spekulation zu tun. Man nutzt aber natürlich den Markt für Spekulationen.
OKay.
Eine Wette ist es nicht, da du bei einer Wette auf ein bestimmtes Ereignis wettest, dann abwartest bis es eintrifft und dann entweder Gewinn oder Verlust machst. Das wäre vielleicht für Optionsscheine gültig, aber nicht für Spottrading, wo du deinen Trade jederzeit schließen oder verändern kannst. Desweiteren kannst du theoretisch auch Gewinn machen, ohne dass der Kurs überhaupt in die richtige Richtung geht, z.B. durch das Ausnutzen von Zinsdifferenzen. Oder du machst erst Verlust und dann dreht sich der Kurs oder umgekehrt.
Klingt so als wäre die ganze Sache eine Goldgrube, da man ja gar kein verlieren kann, wenn man daneben liegt, weil man immer aus dem Trade aussteigen kann. Ich frag mich wie Nick Nleeson damals 1,3 Milliarden Dollar verloren hat, er hätte doch aussteigen können.
Trading ist daher seriöser, weil es festgeschriebene Gesetze und Regelungen dazu gibt und die auch tatsächlich überprüft werden. Poker ist theoretisch illegal und theoretisch auch steuerpflichtig, nur überprüft das kaum einer. Traden ist legal und man hat eine Steuer auf seine Kapitalerträge abzuführen, das wird zumindest bei europäischen Brokern auch überprüft. Wenn man jetzt natürlich bei einem Broker auf den Seychellen tradet, wird das wohl kaum überprüft, aber dort ist das Geld genauso wenig sicher wie bei einem Pokeranbieter, der in Gibraltar sitzt. Es wird aber im Gegensatz zu Poker beim Traden kein vernünftiger Trader, der ein gewisses Kapital einsetzt, dieses bei einem unseriösen Broker ablegen. Zum Pokern braucht man da denke ich nicht viel zu sagen. Siehe Full Tilt, der galt als seriös. Zudem hat man den Vorteil, dass die Einlagen bis zu gewisser Höhe in Europa durch Einlagensicherungsfonds abgesichert sind, beim Pokern ist das Geld weg. Darüber hinaus gibt es noch weitere Beispiele, aber das sind wohl die wichtigsten Gründe.
Wenn man nicht nur stumpf auf den okay Knopf bei der Anmeldung drückt, dann wäre einem auch bei FTP aufgefallen, dass die von irgendeinem RandomIndianerStamm reguliert werden. Aber das soll nicht das Thema sein - das wichtigste ist schließlich, dass du der Meinung bist, dass Broker seriöser sind als Pokeranbieter. Ob das auch wirklich so ist, wirst auch du nicht beantworten können.
Beim Traden ist es nicht so, dass das meiste Geld an die Anbieter/Broker fließt, sondern das Geld bleibt zum allergrößten Teil im Markt und wird dort verteilt. Die Gebühren sind wesentlich geringer und das Marktvolumen extrem viel höher (4 Billionen USD pro Tag, nur mal so nebenbei). Die Banken, die davon am meisten profitieren, sind auch selbst die größten Marktteilnehmer, bei dem Thema endet der mögliche Vergleich zum Pokern auch.
Vielleicht solltest du lieber sagen umverteilt, denn ein Mehrwert wird hier nicht geschaffen.
Finds übrigens interessant, dass du erwähnst das die Anbieter gleichzeitig selber mitspielen - klingt ja fast so gut wie damals die Geschichte bei Absolute Poker