Original von DrStrothmann
Ich finde die Diskussion um Gold und Silber immer recht interessant. Idealerweise beschäftigt sichdie Masse damit, wenn gerade mal wieder neue Höchstkürse in beiden Metallen zu sehen sind. Genau dann kauft die Mehrzahl der Anleger für Infaltionsschutz oder aus "Geilheit" ein. 10 Jahre späer haben wir dann wieder Kurse, die teilweise 50% tiefer sind - Prima ;-)
Mal im Ernst, wer jetzt kauft, kauft auf dem absoluten Höchstpunkt im Gold. Selbst wenn es noch mal 100 - 250$ nach oben geht, wird das nicht auf Sicht von 20 - 50 Jahren zu halten sein. Sobald wir wieder stabile Währungssysteme haben (oder besser: da fehlt nur das Vertrauen) wird Gold auf ein wesentlich tieferes Maß fallen...
Es wäre für alle Beteiligten von Vorteil, wenn sich unsere Währungen wieder stabilisieren und wenn wir weiter in relativem Wohlstand leben können, wenn ich weiter Habanos rauchen und Sushi bestellen kann, wenn g3no weiter geile Steaks braten kann, wenn Chela weiterhin asiatische Zutaten für ihr Essen bekommt und wenn die Ami-Fische weiterhin genügend Geld haben, um es am Pokertisch zu verzocken.
Die Frage ist nur: wie soll das in Zukunft noch funktionieren? Die Politiker und Banker haben in den letzten Jahrzehnten alles aus dem System herausgesaugt, was möglich war. Wir stehen vor einem unfassbaren Schuldenberg, der rein rechnerisch niemals wieder abgetragen werden kann. Die einzige rechnerische Lösung lautet "Inflation".
Noch vor wenigen Jahrzehnten lag der Anteil von Gold und Silber an den weltweiten Vermögenswerten bei 20-30%. Heute sind die Vermögenswerte so gewachsen, dass der Anteil bei unter 1% liegt. Wir laufen Gefahr, dass die "Masse", wie Du sie nennst, irgendwann mal erkennt, dass ihre Pensionszusagen, Lebensversicherungen und letztendlich auch ihr Papiergeld nicht das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben stehen.
Das, was wir seit Jahren an Kurssteigerungen bei den Edelmetallen sehen, ist nichts anderes als die sich langsam ausbreitende Erkenntnis des "Marktes", dass irgendetwas nicht stimmt. Wollen wir hoffen, dass Deine selbstbewusst vorgetragene Prognose stimmt und dass sich das System stabilisiert. Falls nicht, wäre die Masse gar nicht so dumm, sich mit "echtem Geld", das sich schon seit Jahrtausenden bewährt hat, zu bevorraten.