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der menschliche Gang

33 Beiträge
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7,107 Ansichten

Ein Bekannter erzählte mir neulich, dass der Mensch beim Gehen eigentlich gar nicht mit der Hacke abrollt, sondern mit dem Ballen zuerst den Boden berührt. Nur dadurch, dass wir von Anbeginn Schuhe tragen bildet sich die Muskulatur in diesem Bereich so zurück, dass man mit der Hacke abrollt. Er meinte eine Doku gesehen zu haben und ein Prof, der sich damit beschäftigt, deswegen immer barfuß zur Uni geht. Hat da jemand Quellen zu? Habe per google nichts finden können.

ps: Das über die Hacke Abrollen soll auch eine Ursache für Bandscheibenvorfälle sein.


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32 Antworten
ElBasadero
Beigetreten: 03.03.2007
Oldschool Grinder

es scheint tatsächlich so zu sein. würde imho auch physikalisch sinn machen (ist aber nur meine einschätzung)

http://www.fas.harvard.edu/~skeleton/danlhome.html

da hast du einen link dazu.


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R0r5chach
Beigetreten: 16.11.2007
Oldschool Grinder

Wenn Leute anfangen diese dünnen Zehenschuhe zu tragen, dann stellt sich der Gang wieder um und die Leute haben tierischen Muskelkater in den Waden, weil sie Muskeln benutzen müssen, die normalerweise nicht genutzt werden.


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Zitat
Loser99
Beigetreten: 27.03.2010
PokerStrategist

Es gab mal auf der ARD eine Dokue names "Das Steinzeitrezept", dort kam auch der barfüssig joggende Prof vor. Vielleicht ist das die Doku, die du suchst.

Ungefähr bei ~ Minute 24 ist der Prof dran.


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Zitat

Kann auch jeder selber ausprobieren. Wer Barfuß joggt stellt von ganz alleine nach einigen Metern auf einen natürlichen Mittelfußlauf um. Beim Barfußgehen behaupte ich aber ist das normale Aufsetzen mit der Ferse und dann über den ganzen Fuß abrollen das natürlichste. Ein Aufsetzen nur auf dem Vorfuß dagegen denke ich ist aber nicht natürlich. Ein guter Läufer kann meist alle 3 Laufstile. Ich jogge nur Barfuß und habe Beschwerden mit den Waden sobald ich Schuhe benutze


Antwort
Zitat

Bei ungestörtem Bewegungsmuster (der Schuh ist ne Störung) ist die Gangart rein tempoabhängig. Also von Fersengang auf Mittel und dann Vorderfuss. Durch die Sprengung und Sohlenhärte in normalen Schuhen wird der Fuss viel zu lange zum Fersengang gezwungen, das Bewegungsmuster zerstört und dementsprechend erfolgen anatomische Anpassungen im Fuss- und Wadenbereich. Ein Grossteil der Orthopäden folgt leider auch dem üblichen Mist, also Symptome bekämpfen anstatt die Ursache zu beheben.

Das Thema wurde schon vor 15-20 Jahren in der Biomechanik durchgekaut und geklärt. Dass Liebermann jetzt als grosser Heilsbringer gefeiert wird, ist einfach nur ein schlechter Witz (passiert aber auch nur bei Fachfremden).

Quellen? Einfach mal auf pubmed nach human locomotion suchen, bekommste direkt mal 75k hits ;)


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Zitat
huzi332
Beigetreten: 04.12.2006
Elite Grinder

hier ein schöner link zum thema
http://paleosophie.de/blog/2012/03/paleo-f-r-die-f-e-barfu-laufen-ftw


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Fantomas741
Beigetreten: 13.08.2006
PokerStrategist

Hm aber ich trage ja nicht 24/7 lang schuhe zu hause laufe ich ohne rum dann bring ich ja das System vollends durcheinander ?!


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flowIIpoker
Beigetreten: 14.02.2007
PokerStrategist

ist jetzt nicht besonders wissenschaftlich, aber diese sache mit den gang kommt doch fast in jedem western vor, indem indianer irgendwie was (nicht-)angestellt haben


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Hallo,
also mir kommt der menschliche gang mehr vor wie ein kontrolliertes
fallen.

Mfg


Antwort
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pakm0n
Beigetreten: 29.12.2008
PokerStrategist

Lest bitte alle den ganzen Text, ihr werdet viel lernen!

Guck dir jeglichen Schwarzen afrikanischen Stamm/Südamerikanische Urvölker an, und du siehst dass alle beim langsamen Gehen ganz normal über die Ferse abrollen. Alles andere ist reinste Energieverschwendung. Wenn du bewusst dich auf die Ballen zwingst arbeiten Fuß/Wadenmuskeln unnötig stark. Mit den "impact forces" beim langsamen Gehen wirken Bodenreaktionskräfte auf die Ferse, die sie doppelt und zehnfach locker wegstecken kann. Diese Arten der täglichen Belastungen sind mehr Segen als Fluch für die Fußknochen, da sie durch diese Belastung erst den Reiz erhalten die Knochenstruktur stark und widerstandsfähig zu halten. Wer durch Bettlägigkeit oder Krücken die Fersen nicht belastet, der leidet unter Osteoporose-artiger Knochenrückbildung.

Das ganze Barfußlaufen beim Joggen/Dauerlaufen ist auch nur eine modische Trenderscheinung. Wie Husker beschrieben hat ist es maßgäblich von der Laufgeschwindigkeit abhängig. Und da der Durchschnittsjogger nicht über 12 km/h läuft, braucht er überhaupt gar nicht über Vorfußlaufen nachzudenken.

Zusätzlich gibt es ein großes Problem was oft vernachlässigt wird. Undzwar wird immer wieder gerne fanatisch über Vorderfuß bzw Fersenaufsatz diskutiert, wobei viel zu oft außer Acht gelassen wird, dass eine gute Lauftechnik durch viel mehr Faktoren beeinflusst werden als nur der Punkt des Fußaufsatzes. Wenn man einen guten 10km Bahnläufer der mit dem Fußballen aufsetzt mit einer durchschnittlichen 45 jährigen Fersenjoggerin vergleicht, dann kommt man natürlich zu dem Fazit dass der Vorderfuß der gesündere Laufstil ist. Weil die ältere Dame noch viel mehr Schwächen bestitz, wie der allgemeinen Körperaufrichtung, dem Armeinsatz, dem Fokus auf Bewegungen in der Sagittalebene, dem Fußaufsatz im Vergleich zum Körperschwerpunkt etc...

Im folgenden werde ich anhand von guten Läufern erörtern, was als effizienteste Dauerlauftechnik gilt:

Wohin sollten wir gucken, wenn wir an optimale Lauftechnik denken? Richting: die Weltelite der Marathonläufer. Ich glaube denen würde ich, dank des Trainngspensums, sogar mehr Vertrauen in gute Lauftechnik schenken als 0815 afrikanischen Buschläufern.
Und wie sieht die Realität aus? 99% Aller top Kenianer/Äthiopianer nutzen eine Variante des Mittelfußlaufes. Wobei ganz normal der Vorderfuß in der Schwungphase angehoben wird, und im Grunde die Ferse zuerst aufsetzt...was wiederrum wegen der schnellen Vorwärtsgeschwingikeit (~20 km/h) nur eine 1/10 Sekunde beträgt wonach ein Großteil der folgenden Bodenreaktionskräfte sich gleichmäßig auf den danach aufsetzenden flachen Fuß verteilen.

Wieso sage ich Mittelfußlauf, wenn doch die Ferse oft kurzzeitig zuerst aufkommt?

Hierzu sei anzumerken, dass obwohl die Ferse häufig kurzzeitig den Boden zuerst berührt, dies nicht mit einem weit vor dem Körper gestreckten Bein passiert, wie man es fälschlicherweise oft bei Hobbyläufern sieht (wobei die Gelenke natürlich unnoetig belastet werden) Stattdessen bleibt der Kniewinkel soweit gebeugt, dass der Fuß zum Zeitpunkt der größten Bodenreaktionsgkraft genau unter dem Körperschwerpunkt aufgesetzt wird, was zum geringsten Bremskraftstoß führt und damit möglichst wenig Schwung verloren geht.

Durch den Aufsatz des ganzen Fußes lässt sich die optimale Mischung aus Federwirkung des passive Fußapparates und Dehnugsverkürzungszyklus (Energiespeicherung) der Wadenmuskulatur erzielen.

Wer sich dazu ernsthaft in den Goldstandard der wissenschaftlichen Literatur einlesen möchte, dem sei folgende Studie über Laufökonomie
ans Herz zu legen.

Noch ein paar Ergbenisse aus der Studie:
Wer einen zu stark ausgeprägten Fersenaufsatz ausübt, erzeugt einen zu großen Bremskraftstoß, was sich wiederum auch negativ auf Geschwindigkeit und Laufökonomie auswirkt.
Genauso gibt es aber auch einen zu stark ausgeprägten Vorderfußaufsatz, wobei die Wadenmuskulatur zu viel Energie absorbieren muss, wodurch der optimale Grad des Dehnugsverkürzungszyklus überschritten wird, und mehr Energie verloren geht als Wiedergewonnen werden kann.

Ein weiteres Fazit mit indirekter Aussage zum Thema Barfußlaufen:
Es gibt anscheinend einen optimalen Dämpfungsgrad der Laufschuhe. Soll heißen, zu dicke Sohlen mit zu viel Dämpfung behindern den natürlich Federungsmechanismus des Fußes und kosten wieder mehr Energie durchs schwammige Aufsetzen als dass sie wiedergeben.
Ähnlich negativ wirkt sich eine zu Dünne/feste Sohle beim Dauerlaufen aus. Die Elite Läufer die in oben genanntem Review sehr wenig Dämpfungseigenschaften in den Schuhen hatten, haben dadurch auch an Laufökonomie eingebußt. Dies zeigt sich allein schon dadurch dass seit 20 Jahren kein Preisgelddotierter Marathon mehr Barfuß gewonnen wurde. Wäre Barfußlaufen besser für die menschliche Lauftechnik, würde jeder Eliteläufer diesen Vorteil dankend annehmen, auf Sponsorengelder von Schuhherstellern verzichten, alle Rennen gewinnen und sich von der Telekom sponsorn lassen.

So nachdem das Thema aus Sicht der effizientesten Lauftechnik abgeschlossen ist, komme ich zum gesundheitlichen Aspekt.
So ziemlich jeder Leistungsläufer zieht seine Schuhe nach einem Training auch einmal aus, und läuft noch ein paar Minuten auf dem angenehm kalten Gras. Zusätzlich können spezielle Trainingseinheiten auch gezielt ohne Schuhwerk durchgeführt werden, um zusätzlich die Fußstabilität zu trainieren.
Soll heißen dass sporadisches Barfußlaufen wohl bei den meisten Menschen mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. Gesundheitlich bedenklich wird es erst, wenn Menschen fanatisch von dem gesundheitlichen Aspekt so überzeugt sind, dass sie die oben genannten Vorteile eines guten Laufschuhs ignorieren und sich zwingen täglich mit verminderter Laufökonomie auf Asphalt zu laufen.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit des Vorfußlaufes bildet die Diagnose von Läuferknien/Kniebeschwerden die beim Laufen auftreten. Ein gesundes Knie kann durch einen starken Muskelapparat den ökonomischen Mittelfußlaufstil sehr gut aushalten. Bei Verletzungen kann man allerdings versuchen durch verstärkten Wadeneinsatz die Knie zu entlasten. Hierbei nimmt man eine etwas schlechtere Laufökonomie für ein schnellere heilendes Knie in kauf. Dies kann natürlich langfristig genau so zu chronischen Wadenproblemen führen.

So ich mach dann mal schluss, sonst liest das eh keiner mehr ;)


Antwort
Zitat

Original von pakm0n

Soll heißen dass sporadisches Barfußlaufen wohl bei den meisten Menschen mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. Gesundheitlich bedenklich wird es erst, wenn Menschen fanatisch von dem gesundheitlichen Aspekt so überzeugt sind, dass sie die oben genannten Vorteile eines guten Laufschuhs ignorieren und sich zwingen täglich mit verminderter Laufökonomie auf Asphalt zu laufen.

guter Text bis auf den Absatz imo. Wüsste nicht was an Barfußlaufen gesundheitlich bedenklich sein könnte. Tetanusimpfung und auf geht es
Ich denke es gibt nicht viel besseres was man für seine Gesundheit machen kann und das auch noch völlig kostenfrei. Ist auch kein Fanatismus dabei, einfach eine Frage des Wohlfühlens imo. Und eine Modeerscheinung ist es hoffentlich auch nicht.


Antwort
Zitat
backspin55
Beigetreten: 24.06.2007
BlackMember

naja ich weiß ja nicht ob es für die knochen/gelenke auf dauer besser ist ausschließlich barfuß auf asphalt zu laufen. da sind schuhe sicherlich das kleinere übel.


Antwort
Zitat
pakm0n
Beigetreten: 29.12.2008
PokerStrategist

Naja wenn du sagst "guter Text" dann musst du ja mit den oben genannten Aspekten mehr oder weniger übereinstimmen. Und dann ist es eine Art von "Fanatismus" die ich meine, wenn Leute trotz der nicht zu leugnenden Vorteile von Laufschuhen, eben diese trotzdem verteufeln. Und das "Barfußlaufen" als nonplusultra darstellen, und alle die Laufschuhe anpreisen als Kapitalismus-opfer und unwissend ansehen.
Ich sage ja nicht, dass Barfußlaufen per sé ungesund ist. Ich sage, dass in den meisten Situationen des modernen Laufsports der richtige Laufschuh die bessere Wahl ist.

Zu der Schlussfolgerung müsste eigentlich jede logisch denkende Person kommen, wenn man versucht moeglichst viele Variablen mit einzubeziehen. Erstmal sind die wenigsten Menschen von der Fußstabilität/Wadenkraft überhaupt dazu in der Lage, dagegen koennte man natuerlich argumentieren, dass sie gerade deshalb Barfuß laufen sollten, um diese Bereiche zu stärken. Das Sage ich ja auch, dafür sollte man alternative Barfußtrainingseinheiten/Abschnitte mit einbeziehen.
Realistisch gesehen, wachsen wir aber alle mit Schuhen und Asphalt und Konventionen auf, die sich nicht so leicht ignorieren lassen.
Wenn jetzt Otto Normal anfangen will zu Joggen und hört er solle am besten Barfuß drauf loslaufen, ist die Verletzungsgefahr einfach in vielerlei Hinsicht deutlich höher, als wenn er ein passendes Schuhwerk anzieht.
Noch deutlicher wird es wenn jemand versucht seine persönliche Bestzeit, zB im 10km Stadtlauf zu brechen. Jetzt kommen die ganzen Faktoren aus meinem letzten Post zum tragen, wo die Ergebnisse zum Thema Laufökonomie (und damit Bestzeiten) ganz deutlich "Pro Laufschuhe" sind.

Ich besitze selbst Vibrams, also ich bin alles andere als ein Barfuß-hater.
Ich finde nur diese "Barfußlaufen ist das einzig Wahre und 10 mal gesünder als Schuhlaufen" sehr engstirnig und es kann vielen Menschen einen falschen Eindruck vermitteln.


Antwort
Zitat
kazyv
Beigetreten: 26.03.2009
PokerStrategist

hm, die argumentation mit den leistungssportlern kann ich nicht wirklich nachvollziehen

es sollte allg bekannt sein, dass leistungssport ungesund ist

laufökonomie leuchtet ein, wenn man bestzeiten erreichen will usw, aber den allermeisten wirds jawohl darum gehen, einfach nur gesund zu laufen, nicht etwa schneller, bzw mit weniger energie einsatz

von nix kommt eben nix, und wenn man weniger energie "verschwendet", werden eben andere ressourcen "verbraucht", sprich gelenke


Antwort
Zitat

Original von pakm0n
Naja wenn du sagst "guter Text" dann musst du ja mit den oben genannten Aspekten mehr oder weniger übereinstimmen. Und dann ist es eine Art von "Fanatismus" die ich meine, wenn Leute trotz der nicht zu leugnenden Vorteile von Laufschuhen, eben diese trotzdem verteufeln. Und das "Barfußlaufen" als nonplusultra darstellen, und alle die Laufschuhe anpreisen als Kapitalismus-opfer und unwissend ansehen.
Ich sage ja nicht, dass Barfußlaufen per sé ungesund ist. Ich sage, dass in den meisten Situationen des modernen Laufsports der richtige Laufschuh die bessere Wahl ist.

Zu der Schlussfolgerung müsste eigentlich jede logisch denkende Person kommen, wenn man versucht moeglichst viele Variablen mit einzubeziehen. Erstmal sind die wenigsten Menschen von der Fußstabilität/Wadenkraft überhaupt dazu in der Lage, dagegen koennte man natuerlich argumentieren, dass sie gerade deshalb Barfuß laufen sollten, um diese Bereiche zu stärken. Das Sage ich ja auch, dafür sollte man alternative Barfußtrainingseinheiten/Abschnitte mit einbeziehen.
Realistisch gesehen, wachsen wir aber alle mit Schuhen und Asphalt und Konventionen auf, die sich nicht so leicht ignorieren lassen.
Wenn jetzt Otto Normal anfangen will zu Joggen und hört er solle am besten Barfuß drauf loslaufen, ist die Verletzungsgefahr einfach in vielerlei Hinsicht deutlich höher, als wenn er ein passendes Schuhwerk anzieht.
Noch deutlicher wird es wenn jemand versucht seine persönliche Bestzeit, zB im 10km Stadtlauf zu brechen. Jetzt kommen die ganzen Faktoren aus meinem letzten Post zum tragen, wo die Ergebnisse zum Thema Laufökonomie (und damit Bestzeiten) ganz deutlich "Pro Laufschuhe" sind.

Ich besitze selbst Vibrams, also ich bin alles andere als ein Barfuß-hater.
Ich finde nur diese "Barfußlaufen ist das einzig Wahre und 10 mal gesünder als Schuhlaufen" sehr engstirnig und es kann vielen Menschen einen falschen Eindruck vermitteln.

Naja ich bin zunächst mit Nike free gelaufen und dann nach ein paar Wochen einfach barfuß direkt 40 Minuten (kann man sicherklich nicht allen empfehlen) und war sofort bequemer und viel angenehmer und viel mehr Lauferfahrung habe ich nicht. (Früher bin ich häufig gejoggt zu Kumpels etc. aber nie so bewusst und hatte häufig mal Kniebeschwerden) ambitioniert und richtig Spaß macht es mir jetzt erst. Ich bin aber schon immer der Meinung, dass die Menschen sich durch zu festes Schuhwerk und durch zu hohe Absätze sich ihre Statik ruinieren. (Schon bevor der ganze Boom losging vor 15 Jahren habe ich die Meinung verteten. Aber da ging es mir nicht speziell um den Laufsport.)
imo dämpft und federt nichts besser als der menschliche Fuß auch auf Asphalt.

Das gute fand ich die Schlußfolgerung wegen dem Vorfuß- Ballenlaufs in deinem Beitrag. Das hat Husker aber auch schon schön erklärt, dass der eigentlich nur beim Sprinten in Erscheinung tritt.

edit: Vielleicht liegt es auch wirklich daran, dass ich so gut damit zurecht kam, da ich zuhause immer nur Barfuß oder auf Socken unterwegs bin und Kampfsporteinheiten entweder immer barfuß oder bewußt in ganz flachen Schuhen trainiert habe (Kungfu Slipper, chucks oder Gymnastikschuhe) Sneakers trage ich nur in der Freizeit.

Naja gab schon Olympiasieger barfuß. aber ich denke dass man eher langsamer läuft im Leistungssport, wenn man barfuß läuft. Mit Schuhen hat man mehr Raum für andere Ressourcen worauf man sich konzentrieren kann während des Laufens. Aber ich betreibe auch das Laufen nur für mich und nicht wettkampfmäßig. Das sehe ich ähnlich wie der Vorposter,


Antwort
Zitat
Smofe
Beigetreten: 05.04.2007
PokerStrategist

Original von pakm0n
Lest bitte alle den ganzen Text, ihr werdet viel lernen!

Guck dir jeglichen Schwarzen afrikanischen Stamm/Südamerikanische Urvölker an, und du siehst dass alle beim langsamen Gehen ganz normal über die Ferse abrollen. Alles andere ist reinste Energieverschwendung. Wenn du bewusst dich auf die Ballen zwingst arbeiten Fuß/Wadenmuskeln unnötig stark. Mit den "impact forces" beim langsamen Gehen wirken Bodenreaktionskräfte auf die Ferse, die sie doppelt und zehnfach locker wegstecken kann. Diese Arten der täglichen Belastungen sind mehr Segen als Fluch für die Fußknochen, da sie durch diese Belastung erst den Reiz erhalten die Knochenstruktur stark und widerstandsfähig zu halten. Wer durch Bettlägigkeit oder Krücken die Fersen nicht belastet, der leidet unter Osteoporose-artiger Knochenrückbildung.

Das ganze Barfußlaufen beim Joggen/Dauerlaufen ist auch nur eine modische Trenderscheinung. Wie Husker beschrieben hat ist es maßgäblich von der Laufgeschwindigkeit abhängig. Und da der Durchschnittsjogger nicht über 12 km/h läuft, braucht er überhaupt gar nicht über Vorfußlaufen nachzudenken.

Zusätzlich gibt es ein großes Problem was oft vernachlässigt wird. Undzwar wird immer wieder gerne fanatisch über Vorderfuß bzw Fersenaufsatz diskutiert, wobei viel zu oft außer Acht gelassen wird, dass eine gute Lauftechnik durch viel mehr Faktoren beeinflusst werden als nur der Punkt des Fußaufsatzes. Wenn man einen guten 10km Bahnläufer der mit dem Fußballen aufsetzt mit einer durchschnittlichen 45 jährigen Fersenjoggerin vergleicht, dann kommt man natürlich zu dem Fazit dass der Vorderfuß der gesündere Laufstil ist. Weil die ältere Dame noch viel mehr Schwächen bestitz, wie der allgemeinen Körperaufrichtung, dem Armeinsatz, dem Fokus auf Bewegungen in der Sagittalebene, dem Fußaufsatz im Vergleich zum Körperschwerpunkt etc...

Im folgenden werde ich anhand von guten Läufern erörtern, was als effizienteste Dauerlauftechnik gilt:

Wohin sollten wir gucken, wenn wir an optimale Lauftechnik denken? Richting: die Weltelite der Marathonläufer. Ich glaube denen würde ich, dank des Trainngspensums, sogar mehr Vertrauen in gute Lauftechnik schenken als 0815 afrikanischen Buschläufern.
Und wie sieht die Realität aus? 99% Aller top Kenianer/Äthiopianer nutzen eine Variante des Mittelfußlaufes. Wobei ganz normal der Vorderfuß in der Schwungphase angehoben wird, und im Grunde die Ferse zuerst aufsetzt...was wiederrum wegen der schnellen Vorwärtsgeschwingikeit (~20 km/h) nur eine 1/10 Sekunde beträgt wonach ein Großteil der folgenden Bodenreaktionskräfte sich gleichmäßig auf den danach aufsetzenden flachen Fuß verteilen.

Wieso sage ich Mittelfußlauf, wenn doch die Ferse oft kurzzeitig zuerst aufkommt?

Hierzu sei anzumerken, dass obwohl die Ferse häufig kurzzeitig den Boden zuerst berührt, dies nicht mit einem weit vor dem Körper gestreckten Bein passiert, wie man es fälschlicherweise oft bei Hobbyläufern sieht (wobei die Gelenke natürlich unnoetig belastet werden) Stattdessen bleibt der Kniewinkel soweit gebeugt, dass der Fuß zum Zeitpunkt der größten Bodenreaktionsgkraft genau unter dem Körperschwerpunkt aufgesetzt wird, was zum geringsten Bremskraftstoß führt und damit möglichst wenig Schwung verloren geht.

Durch den Aufsatz des ganzen Fußes lässt sich die optimale Mischung aus Federwirkung des passive Fußapparates und Dehnugsverkürzungszyklus (Energiespeicherung) der Wadenmuskulatur erzielen.

Wer sich dazu ernsthaft in den Goldstandard der wissenschaftlichen Literatur einlesen möchte, dem sei folgende Studie über Laufökonomie
ans Herz zu legen.

Noch ein paar Ergbenisse aus der Studie:
Wer einen zu stark ausgeprägten Fersenaufsatz ausübt, erzeugt einen zu großen Bremskraftstoß, was sich wiederum auch negativ auf Geschwindigkeit und Laufökonomie auswirkt.
Genauso gibt es aber auch einen zu stark ausgeprägten Vorderfußaufsatz, wobei die Wadenmuskulatur zu viel Energie absorbieren muss, wodurch der optimale Grad des Dehnugsverkürzungszyklus überschritten wird, und mehr Energie verloren geht als Wiedergewonnen werden kann.

Ein weiteres Fazit mit indirekter Aussage zum Thema Barfußlaufen:
Es gibt anscheinend einen optimalen Dämpfungsgrad der Laufschuhe. Soll heißen, zu dicke Sohlen mit zu viel Dämpfung behindern den natürlich Federungsmechanismus des Fußes und kosten wieder mehr Energie durchs schwammige Aufsetzen als dass sie wiedergeben.
Ähnlich negativ wirkt sich eine zu Dünne/feste Sohle beim Dauerlaufen aus. Die Elite Läufer die in oben genanntem Review sehr wenig Dämpfungseigenschaften in den Schuhen hatten, haben dadurch auch an Laufökonomie eingebußt. Dies zeigt sich allein schon dadurch dass seit 20 Jahren kein Preisgelddotierter Marathon mehr Barfuß gewonnen wurde. Wäre Barfußlaufen besser für die menschliche Lauftechnik, würde jeder Eliteläufer diesen Vorteil dankend annehmen, auf Sponsorengelder von Schuhherstellern verzichten, alle Rennen gewinnen und sich von der Telekom sponsorn lassen.

So nachdem das Thema aus Sicht der effizientesten Lauftechnik abgeschlossen ist, komme ich zum gesundheitlichen Aspekt.
So ziemlich jeder Leistungsläufer zieht seine Schuhe nach einem Training auch einmal aus, und läuft noch ein paar Minuten auf dem angenehm kalten Gras. Zusätzlich können spezielle Trainingseinheiten auch gezielt ohne Schuhwerk durchgeführt werden, um zusätzlich die Fußstabilität zu trainieren.
Soll heißen dass sporadisches Barfußlaufen wohl bei den meisten Menschen mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. Gesundheitlich bedenklich wird es erst, wenn Menschen fanatisch von dem gesundheitlichen Aspekt so überzeugt sind, dass sie die oben genannten Vorteile eines guten Laufschuhs ignorieren und sich zwingen täglich mit verminderter Laufökonomie auf Asphalt zu laufen.

Eine weitere Einsatzmöglichkeit des Vorfußlaufes bildet die Diagnose von Läuferknien/Kniebeschwerden die beim Laufen auftreten. Ein gesundes Knie kann durch einen starken Muskelapparat den ökonomischen Mittelfußlaufstil sehr gut aushalten. Bei Verletzungen kann man allerdings versuchen durch verstärkten Wadeneinsatz die Knie zu entlasten. Hierbei nimmt man eine etwas schlechtere Laufökonomie für ein schnellere heilendes Knie in kauf. Dies kann natürlich langfristig genau so zu chronischen Wadenproblemen führen.

So ich mach dann mal schluss, sonst liest das eh keiner mehr ;)

gut recherchiert! stimme ich bei :f_thumbsup:


Antwort
Zitat
pakm0n
Beigetreten: 29.12.2008
PokerStrategist

Original von kazyv
hm, die argumentation mit den leistungssportlern kann ich nicht wirklich nachvollziehen

es sollte allg bekannt sein, dass leistungssport ungesund ist

laufökonomie leuchtet ein, wenn man bestzeiten erreichen will usw, aber den allermeisten wirds jawohl darum gehen, einfach nur gesund zu laufen, nicht etwa schneller, bzw mit weniger energie einsatz

von nix kommt eben nix, und wenn man weniger energie "verschwendet", werden eben andere ressourcen "verbraucht", sprich gelenke

Erstmal finde ich die grundsätzliche Hypothese, dass Leistungssport ungesund sei, ziemlich traurig. Natürlich kann alles exzessiv ausgeübte den Organismus stressen. Aber ein gesunder Elitesportler, der harte Trainingseinheiten fährt, aber lange in seinem Sport erfolgreich sein will, der wird auch seine Regeneration mit dem gleichen Aufwand gestalten. Und sobald man nicht ins Übertraining abruscht, d.h. der Körper genug Zeit bekommt sich der Herausforderung anzupassen, wird er stärker, und nicht ungesünder.
Jetzt könnte ich auch noch mit der biopsychosozialen Definition von Gesundheit daherkommen, und argumentieren dass der Leistungssportler sich selbst nur als "gesund" definieren würde, wenn er körperlich in der Lage ist in seinem Sport zu bestehen, aber das würde wohl den Rahmen sprengen ;)

Davon abgesehen bin ich sehr davon überzeugt, dass die Theorie über die effizienteste Lauftechnik der Läuferelite auch dem Hobbyläufer helfen kann.
Wenn ein gewisser Laufstil die Gelenke zerschrotten würde, dann würde doch sicherlich der Leistungsläufer mit 150km/Woche stattdessen eine alternative Lauftechnik (barfuß) wählen.
Tut er aber nichit, weil es die versprochene Vorteile der Gelenkschonung nunmal nicht gibt, bzw diese nicht nötig sind. Hier mal meine Hypothese:
Wenn wir die genaue Gelenkbelastung im Labor untersuchen würden, von 2 Hobbyläufergruppen. Der einen ziehen wir Barfußschuhe an und messen die Belastungsveränderungen. Der anderen Gruppe geben wir bei gleichem Schuhwerk eine ausführliche Laufschule. Dann bin ich mir sicher, würden sich die Gelenkbelastungen in der Laufschulgruppe stärker verbessern, durch bessere Körperspannung/Körperhaltung/Beinarbeit/Fußaufsatz/etc. D.h. die Schuhe sind wenn überhaupt nur die Spitze des Eisberges. Das ist ja der Hauptgrund für meine Kritik am Barfußlauftrend. Womit viele sich eine Abkürzung zur besseren Lauftechnik herbeiwünschen, vielleicht auf Kosten der Waden/Achillessehne.

Es gibt zwar tatsächlich Studien die gezeigt haben, dass schlechte Laufschuhe die Belastung auf die Gelenke erhöhen können (wahrscheinlich indirekt hauptsächlich über eine schlechtere Lauftechnik), aber darum betone ich ja immer wieder "gute Laufschuhe" oder "die richtigen Laufschuhe". Bei dem Test handelte es sich um diese altmodischen riesen Absatz Federkissen. Davon würde ich natürlich auch jedem Hobbylaeufer abraten. Ich persönlich trage selbst auf langen Läufen nur light oder sogar Wettkampfschuhe. Vor allem auf der Tartanbahn ist es gefährlich mit zuviel Dämpfung. Hier wäre tatsächlich das Barfußlaufen einem dicken Schuh vorzuziehen, da sich die Dämpfungseigenschaften der Bahn und der Schuhe kontraproduktiv überlagern können.


Antwort
Zitat

Hier kommt aber genau das Problem ins Spiel, dass die Schuhe mit fetten Dämpfungssystemen noch als die "guten" Schuhe angepriesen werden. Immerhin scheinen aber immer mehr grosse Hersteller auf den 5 bzw. 4-Fingers / Minimalsohlen Zug aufzuspringen. Nach x Jahrzehnten darf´s ja mal langsam wieder nen Dogmenwechsel geben ;)


Antwort
Zitat
pakm0n
Beigetreten: 29.12.2008
PokerStrategist

Jo, aber wenn ich mich recht an die von mir eben genannte Studie erinner, waren das sogar untrainiere Läufer. Und das lief im Grunde so ab, dass sie dank schlechter Lauftechnik mit stark gedämpften Schuhen ihre volle Laufunfähigkeit durch einen ruckigen Fersenaufsatz ausleben konnte. Und dank der Dämpfung kein Feedback bekommen haben, dass sie eine grottenschlechte Technik haben.
Dann wurden ihnen die Schuhe ausgezogen, daraufhin haben sie natürlich auf eine Art Vorderfuß Aufsatz gewechselt...natürlich hat sich dadurch die Stoßbelastung verringert.
Interessant wäre jetzt aber eine Studie mit minimaler/optimaler Dämpfung im vergleich zu gar keiner Dämpfung...mit Läufern die beides mit gleichguter Technik laufen können. Solch eine Studie habe ich leider noch nicht gefunden.
...Und ich glaube das hier die Ergebnisse seeehr marginal ausfallen würden und sich dadurch die ganze Schuh/Barfuß Diskussion im Grunde erübrigt. Bzw. Verschoben hin zu einer Diskussion zur Verbesserung der gesamten Laufform.


Antwort
Zitat
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