Lest bitte alle den ganzen Text, ihr werdet viel lernen!
Guck dir jeglichen Schwarzen afrikanischen Stamm/Südamerikanische Urvölker an, und du siehst dass alle beim langsamen Gehen ganz normal über die Ferse abrollen. Alles andere ist reinste Energieverschwendung. Wenn du bewusst dich auf die Ballen zwingst arbeiten Fuß/Wadenmuskeln unnötig stark. Mit den "impact forces" beim langsamen Gehen wirken Bodenreaktionskräfte auf die Ferse, die sie doppelt und zehnfach locker wegstecken kann. Diese Arten der täglichen Belastungen sind mehr Segen als Fluch für die Fußknochen, da sie durch diese Belastung erst den Reiz erhalten die Knochenstruktur stark und widerstandsfähig zu halten. Wer durch Bettlägigkeit oder Krücken die Fersen nicht belastet, der leidet unter Osteoporose-artiger Knochenrückbildung.
Das ganze Barfußlaufen beim Joggen/Dauerlaufen ist auch nur eine modische Trenderscheinung. Wie Husker beschrieben hat ist es maßgäblich von der Laufgeschwindigkeit abhängig. Und da der Durchschnittsjogger nicht über 12 km/h läuft, braucht er überhaupt gar nicht über Vorfußlaufen nachzudenken.
Zusätzlich gibt es ein großes Problem was oft vernachlässigt wird. Undzwar wird immer wieder gerne fanatisch über Vorderfuß bzw Fersenaufsatz diskutiert, wobei viel zu oft außer Acht gelassen wird, dass eine gute Lauftechnik durch viel mehr Faktoren beeinflusst werden als nur der Punkt des Fußaufsatzes. Wenn man einen guten 10km Bahnläufer der mit dem Fußballen aufsetzt mit einer durchschnittlichen 45 jährigen Fersenjoggerin vergleicht, dann kommt man natürlich zu dem Fazit dass der Vorderfuß der gesündere Laufstil ist. Weil die ältere Dame noch viel mehr Schwächen bestitz, wie der allgemeinen Körperaufrichtung, dem Armeinsatz, dem Fokus auf Bewegungen in der Sagittalebene, dem Fußaufsatz im Vergleich zum Körperschwerpunkt etc...
Im folgenden werde ich anhand von guten Läufern erörtern, was als effizienteste Dauerlauftechnik gilt:
Wohin sollten wir gucken, wenn wir an optimale Lauftechnik denken? Richting: die Weltelite der Marathonläufer. Ich glaube denen würde ich, dank des Trainngspensums, sogar mehr Vertrauen in gute Lauftechnik schenken als 0815 afrikanischen Buschläufern.
Und wie sieht die Realität aus? 99% Aller top Kenianer/Äthiopianer nutzen eine Variante des Mittelfußlaufes. Wobei ganz normal der Vorderfuß in der Schwungphase angehoben wird, und im Grunde die Ferse zuerst aufsetzt...was wiederrum wegen der schnellen Vorwärtsgeschwingikeit (~20 km/h) nur eine 1/10 Sekunde beträgt wonach ein Großteil der folgenden Bodenreaktionskräfte sich gleichmäßig auf den danach aufsetzenden flachen Fuß verteilen.
Wieso sage ich Mittelfußlauf, wenn doch die Ferse oft kurzzeitig zuerst aufkommt?
Hierzu sei anzumerken, dass obwohl die Ferse häufig kurzzeitig den Boden zuerst berührt, dies nicht mit einem weit vor dem Körper gestreckten Bein passiert, wie man es fälschlicherweise oft bei Hobbyläufern sieht (wobei die Gelenke natürlich unnoetig belastet werden) Stattdessen bleibt der Kniewinkel soweit gebeugt, dass der Fuß zum Zeitpunkt der größten Bodenreaktionsgkraft genau unter dem Körperschwerpunkt aufgesetzt wird, was zum geringsten Bremskraftstoß führt und damit möglichst wenig Schwung verloren geht.
Durch den Aufsatz des ganzen Fußes lässt sich die optimale Mischung aus Federwirkung des passive Fußapparates und Dehnugsverkürzungszyklus (Energiespeicherung) der Wadenmuskulatur erzielen.
Wer sich dazu ernsthaft in den Goldstandard der wissenschaftlichen Literatur einlesen möchte, dem sei folgende Studie über Laufökonomie
ans Herz zu legen.
Noch ein paar Ergbenisse aus der Studie:
Wer einen zu stark ausgeprägten Fersenaufsatz ausübt, erzeugt einen zu großen Bremskraftstoß, was sich wiederum auch negativ auf Geschwindigkeit und Laufökonomie auswirkt.
Genauso gibt es aber auch einen zu stark ausgeprägten Vorderfußaufsatz, wobei die Wadenmuskulatur zu viel Energie absorbieren muss, wodurch der optimale Grad des Dehnugsverkürzungszyklus überschritten wird, und mehr Energie verloren geht als Wiedergewonnen werden kann.
Ein weiteres Fazit mit indirekter Aussage zum Thema Barfußlaufen:
Es gibt anscheinend einen optimalen Dämpfungsgrad der Laufschuhe. Soll heißen, zu dicke Sohlen mit zu viel Dämpfung behindern den natürlich Federungsmechanismus des Fußes und kosten wieder mehr Energie durchs schwammige Aufsetzen als dass sie wiedergeben.
Ähnlich negativ wirkt sich eine zu Dünne/feste Sohle beim Dauerlaufen aus. Die Elite Läufer die in oben genanntem Review sehr wenig Dämpfungseigenschaften in den Schuhen hatten, haben dadurch auch an Laufökonomie eingebußt. Dies zeigt sich allein schon dadurch dass seit 20 Jahren kein Preisgelddotierter Marathon mehr Barfuß gewonnen wurde. Wäre Barfußlaufen besser für die menschliche Lauftechnik, würde jeder Eliteläufer diesen Vorteil dankend annehmen, auf Sponsorengelder von Schuhherstellern verzichten, alle Rennen gewinnen und sich von der Telekom sponsorn lassen.
So nachdem das Thema aus Sicht der effizientesten Lauftechnik abgeschlossen ist, komme ich zum gesundheitlichen Aspekt.
So ziemlich jeder Leistungsläufer zieht seine Schuhe nach einem Training auch einmal aus, und läuft noch ein paar Minuten auf dem angenehm kalten Gras. Zusätzlich können spezielle Trainingseinheiten auch gezielt ohne Schuhwerk durchgeführt werden, um zusätzlich die Fußstabilität zu trainieren.
Soll heißen dass sporadisches Barfußlaufen wohl bei den meisten Menschen mehr Vorteile als Nachteile mit sich bringt. Gesundheitlich bedenklich wird es erst, wenn Menschen fanatisch von dem gesundheitlichen Aspekt so überzeugt sind, dass sie die oben genannten Vorteile eines guten Laufschuhs ignorieren und sich zwingen täglich mit verminderter Laufökonomie auf Asphalt zu laufen.
Eine weitere Einsatzmöglichkeit des Vorfußlaufes bildet die Diagnose von Läuferknien/Kniebeschwerden die beim Laufen auftreten. Ein gesundes Knie kann durch einen starken Muskelapparat den ökonomischen Mittelfußlaufstil sehr gut aushalten. Bei Verletzungen kann man allerdings versuchen durch verstärkten Wadeneinsatz die Knie zu entlasten. Hierbei nimmt man eine etwas schlechtere Laufökonomie für ein schnellere heilendes Knie in kauf. Dies kann natürlich langfristig genau so zu chronischen Wadenproblemen führen.
So ich mach dann mal schluss, sonst liest das eh keiner mehr