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Muttersprache

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wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

Hallo,

bitte keine Vermutungen nur Hinweise oder Verweise bzw. sinngemäße Zitate (auch ohne Quellenangaben).

Früher habe ich gehört, dass Eltern unbedingt die eigene Muttersprache mit ihren Kindern sprechen sollten. Also die, die sie am besten können eben.

ich meine aber letztens gehört zu haben, dass es nach neusten wissenschaftlichen Untersuchungen für die Kinder wesentlich wichtiger sei, die Landessprache zu können und somit diese eben auch von Anfang an durch ihre Eltern zu lernen, auch wenn die Eltern diese nicht perfekt sprechen, da Kinder sonst große Integrationsprobleme haben.

Jemand Infos dazu?


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13 Antworten
FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010

Original von wuerstchenwilli
Hallo,

bitte keine Vermutungen nur Hinweise oder Verweise bzw. sinngemäße Zitate (auch ohne Quellenangaben).

Früher habe ich gehört, dass Eltern unbedingt die eigene Muttersprache mit ihren Kindern sprechen sollten. Also die, die sie am besten können eben.

ich meine aber letztens gehört zu haben, dass es nach neusten wissenschaftlichen Untersuchungen für die Kinder wesentlich wichtiger sei, die Landessprache zu können und somit diese eben auch von Anfang an durch ihre Eltern zu lernen, auch wenn die Eltern diese nicht perfekt sprechen, da Kinder sonst große Integrationsprobleme haben.

Jemand Infos dazu?

Wenn die Eltern mit dem Kind die Landessprache sprechen, erleichtert man ihm/ihr damit definitiv das Leben.

Ich wohne in ner Gegend mit relativ vielen Menschen mit Migrationshintergrund - diejenigen, die mit ihren Kindern von Anfang an Deutsch reden kommen viel besser klar...irgendwie auch logisch, weil die sich ja mit anderen Kindern unterhalten können und auch in der Schule alles verstehen.


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Original von FiftyBlume

Wenn die Eltern mit dem Kind die Landessprache sprechen, erleichtert man ihm/ihr damit definitiv das Leben.

Das ist imho immer dann Quatsch, wenn die Eltern die Landessprache nicht perfekt sprechen (also ziemlich oft). Ich bin als Kind teilweise in den USA aufgewachsen und was hätte mir das jetzt genützt, wenn meine Mutter mit ihrem mittelmäßigen Englisch mit mir Englisch gesprochen hätte? Vernünftige Eltern werden allerdings dafür sorgen, dass ihr Kind in beiden Sprachen gefordert und gefördert wird. Wichtig ist also, dass es durch seine Umgebung/Freunde gezwungen ist, die Landessprache häufig zu sprechen.

Gleichzeitig sollte man dafür sorgen, dass es die Muttersprache aber auch auf hohem Niveau lernt, zB auch schriftlich.

Normal intelligente Kinder haben null Probleme, zwei Sprachen vernünftig zu lernen. Die Sprachprobleme, die unsere Deutschtürken und -russen zum Teil haben, ergeben sich Ghettoisierung und nicht, weil zwei Sprachen Kinder überfordern.


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wuerstchenwilli Themenstarter
wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

Original von FiftyBlume

Wenn die Eltern mit dem Kind die Landessprache sprechen, erleichtert man ihm/ihr damit definitiv das Leben.

bitte keine Vermutungen

Die Sprachprobleme, die unsere Deutschtürken und -russen zum Teil haben, ergeben sich Ghettoisierung und nicht, weil zwei Sprachen Kinder überfordern.

Und was ist daraus deine Folgerung? Kann man die Ghettoisierung evtl. durch das Erlernen der Landessprache zu Hause aufbrechen?


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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010

Original von Brutha2k
Normal intelligente Kinder haben null Probleme, zwei Sprachen vernünftig zu lernen. Die Sprachprobleme, die unsere Deutschtürken und -russen zum Teil haben, ergeben sich Ghettoisierung und nicht, weil zwei Sprachen Kinder überfordern.

Komm aus einer relativ gemischten Gegend, also viele Russen, aber auch viele Deutsche...

...diejenigen, die Kinder, die von ihren Eltern Deutsch gelernt haben, hattens später wesentlich leichter und sprechen auch "besser"(=komplett dialektfrei).

Natürlich kann man Kinder auch zweisprachig erziehen, man sollte nur darauf achten, dass sie genug von der Landessprache mitbekommen - dafür ist es nunmal vorteilhaft, wenn die Eltern auch in der Landessprache mit dem Kind reden.


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Fifty, das ist so ein typischer Fall von "causation vs correlation".

Familien, in denen die Eltern sich die durchaus nicht zu unterschätzende Mühe machen, mit ihren Kindern ne Sprache zu sprechen, die sie selbst kaum beherrschen, werden sich meistens auch bei vielen anderen Dingen dafür einsetzen, dass ihre Kinder die Sprache lernen und ne gute Bildung erreichen.

Um jetzt aber die wirkliche Frage zu analysieren muss man alle diese Sachen aber natürlich rausfiltern. Deswegen ist es bei solchen Sachen auch so schwierig und teilweise auch kontraproduktiv, sich auf Anekdoten und eigene Erfahrungen zu verlassen.

Finde das Thema aber durchaus interessant, also falls jemand nen Liink zu ner Studie hat, dann würde ich da gerne was zu lesen.


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wuerstchenwilli Themenstarter
wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

Original von Blinzler
Fifty, das ist so ein typischer Fall von "causation vs correlation".

Familien, in denen die Eltern sich die durchaus nicht zu unterschätzende Mühe machen, mit ihren Kindern ne Sprache zu sprechen, die sie selbst kaum beherrschen, werden sich meistens auch bei vielen anderen Dingen dafür einsetzen, dass ihre Kinder die Sprache lernen und ne gute Bildung erreichen.

Um jetzt aber die wirkliche Frage zu analysieren muss man alle diese Sachen aber natürlich rausfiltern. Deswegen ist es bei solchen Sachen auch so schwierig und teilweise auch kontraproduktiv, sich auf Anekdoten und eigene Erfahrungen zu verlassen.

Finde das Thema aber durchaus interessant, also falls jemand nen Liink zu ner Studie hat, dann würde ich da gerne was zu lesen.

This!

Spoiler

Auch wenn ich nicht weiß, warum es nicht eine Sache von Korrelation und Kausalität ist, sondern von causation vs correlation


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weil mir nicht eingefallen ist, dass das wort kausalität heißt :(


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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010

Original von Blinzler
Fifty, das ist so ein typischer Fall von "causation vs correlation".

Familien, in denen die Eltern sich die durchaus nicht zu unterschätzende Mühe machen, mit ihren Kindern ne Sprache zu sprechen, die sie selbst kaum beherrschen, werden sich meistens auch bei vielen anderen Dingen dafür einsetzen, dass ihre Kinder die Sprache lernen und ne gute Bildung erreichen.

Um jetzt aber die wirkliche Frage zu analysieren muss man alle diese Sachen aber natürlich rausfiltern. Deswegen ist es bei solchen Sachen auch so schwierig und teilweise auch kontraproduktiv, sich auf Anekdoten und eigene Erfahrungen zu verlassen.

Finde das Thema aber durchaus interessant, also falls jemand nen Liink zu ner Studie hat, dann würde ich da gerne was zu lesen.

Ja, klar - also ich denke, wir sind uns einig, dass es einfach extrem wichtig ist "von Anfang an" mit der Landessprache konfrontiert zu sein und ich stell mir das relativ schwierig vor, wenn nicht wenigstens ein Elternteil mit einem in der Landessprache spricht(davon ausgehend, dass man zunächst überwiegend mit den Eltern zusammen ist).

Keine Ahnung, wie das so ist, wenn man "neu" in dem Land ist, aber imo sind dann die Eltern doch massiver Bezugspunkt, gerade sprachlich und man hat nicht soviel mit Einheimischen zu tun...


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@FiftyBlume:

Die grundsätzliche Idee ist ja richtig. Aber jetzt versetz dich doch mal bitte in deine Kindertage zurück. Ihr zieht nach Mexico. Deine Eltern sprechen zwar ein halbwegs Spanisch, aber mit starkem Akzent, machen noch viele Grammatikfehler, kennen Wörter und Redewendungen nicht etc.

Und es soll jetzt sinnvoll sein, dass die mit dir Spanisch sprechen? Nicht nur, dass es deine Eltern dann vermutlich völlig ankotzt, wenn sie sich innerhalb der eigenen Familie nicht mehr so ausdrücken kann wie in der Muttersprache (und das ist wirklich keine Nebensächlichkeit!), ich sehe auch einfach nicht den großen Vorteil für die Sprachfertigkeiten des Kindes. Da gibt's imho massig bessere Ansätze.
(ZB kein/nur wenig deutsches Fernsehen in Mexico schauen, DA haben alle was von)


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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010

Okay, also anstatt mit dem Kind zu reden, setzt man es einfach vor den Fernseher(klar, überspitzt gesagt).

Wenn man tatsächlich "richtig" auswandert, also für immer, dann ist das vermutlich der beste und schnellste Weg, wie man die Landessprache gut lernt und sich einfach eingliedern kann.

Wie gesagt, ich stells mir schwer vor, dem Kind ansonsten genug Kontakt mit der Landessprache zu ermöglichen und v.a. ihm die problemlose Kommunikation mit Einheimischen zu ermöglichen...

Wenn zu Hause ne andere Sprache gesprochen wird, fördert das imo ganz stark Ghettoisierung...mag sein, dass es nicht nur daran liegt...halte es trotzdem für schwer sich zu intergrieren, wenn man sich zu Hause nicht voll auf die Landessprache einlässt....


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Kitas, Kinderbetreuung, Spielplatz, etc.

Ich kenne mehrere Auswandererfamilien, wo zuhause Deutsch gesprochen wird/wurde und die Kinder mit der Landessprache keine Probleme haben.

Und ganz pragmatisch, wie stellst du dir das vor, wenn du auf einmal mit deiner Frau in Französisch kommunizieren sollst, nachdem ihr euch schon seit Jahren kennt.


Antwort
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FiftyBlume
Beigetreten: 06.06.2010

Original von Blinzler
Kitas, Kinderbetreuung, Spielplatz, etc.

Ich kenne mehrere Auswandererfamilien, wo zuhause Deutsch gesprochen wird/wurde und die Kinder mit der Landessprache keine Probleme haben.

Und ganz pragmatisch, wie stellst du dir das vor, wenn du auf einmal mit deiner Frau in Französisch kommunizieren sollst, nachdem ihr euch schon seit Jahren kennt.

Also ich kenne Leute, bei denen das funktioniert hat, obwohl die auch die Sprache nicht gut konnten...

Das Problem bei Kita/Kinderbetreuung/Spielplatz, etc. ist, dass man bis dahin ja schon ein bisschen mit Sprache zu tun hatte - wobei Kinder schon ziemlich schnell lernen, aber es ist trotzdem schwer, wenn du irgendwo hinkommst, wo eine andere Sprache gesprochen wird....


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LLficfac
Beigetreten: 21.01.2011

k.A. ob's passt, aber studie sagt: kind wählt individuell eine sprache automatisch aus. die wird dann beim träumen, im alltag usw verwendet.
in den frühen jahren 2 bis 4 ist ein drill auf eine andere sprache demnach sinnlos.

im zweisprachigen umfeld wird ein kind ab alter 4 - 6 beide sprachen gut sprechen.

(nachbar ist genervt, dass sein 3-jähriger türkisch versteht, aber nicht sprechen will. bei der älteren schwester war es andersherum, was die mutter störte :f_biggrin:)


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