Poker-Grundlagen: Blocker
Eine schnelle Lektion darüber, wie die Karten in der eigenen Hand, einem beim Poker auch viel über die Karten des Gegners verraten können.

Beim Poker ist ein Blocker eine Karte in der eigenen Hand, die die Wahrscheinlichkeit verringert, dass der Gegner eine Karte hält, die für gewöhnlich in seiner Range liegt.
Erreicht man zum Beispiel mit AJ den River auf einem Board T42Q7, dann hat man zwar nichts getroffen, es ist für den Gegner aber immerhin unmöglich, den Nut Flush zu halten, da man selbst mit A unterwegs ist. Mit diesem Wissen könnte man einen Bluff versuchen, da man letztlich weiß, dass der Gegner die Nuts nicht halten kann, da man über den entsprechenden Blocker verfügt.
In den vergangenen Jahren ist die Bedeutung von Blockern beim Poker immer größer geworden, sodass sie mittlerweile Einfluss auf sämtliche Aspekte beim Callen, Valuebetten und Bluffen haben.
In Zukunft werden wir in detaillierten Artikeln noch genauer auf Blocker und ihre Funktion eingehen, heute wollen wir jedoch mit einem verständlichen Beispiel aufzeigen, wie wertvoll die Karten sind, die dem Gegner den Spaß verderben.
Grundlage ist die Bubble in einem Satellite, bei der wir als Shortstack im Big Blind sitzen und der Button mit einer Bet von zwei Big Blinds eröffnet. Wir schieben im Anschluss unsere 20 Big Blinds in die Mitte und wissen, dass der Gegner lediglich mit einer Range von AK, QQ+ callen kann.
Würdet ihr in solch einem Spot nun lieber JJ oder A5s in eurer Hand halten?
Wie viele Kombinationen?

In einem regulären Turnier, bei dem die Callingrange deutlich weiter ausfallen kann, würde man wohl JJ bevorzugen, da es sich besser gegen kleinere Paare schlägt, von denen man einen Call bekommen könnte. Im konkreten Satellite-Spot wäre jedoch A5s die bessere Wahl für einen Resteal. Warum?
Die Callingrange mit AK und QQ+ besteht aus sechs Kombinationen von QQ, sechs Kombinationen von KK, sechs Kombinationen von AA und sechzehn Kombinationen von AK. Insgesamt sind das 34 Kombinationen an möglichen Karten.
Restealt man jedoch mit A5s sorgt die Tatsache, dass man ein Ass in der eigenen Hand hält dafür, dass sich die Anzahl an möglichen Kombinationen in der gegnerischen Callingrange verringert. So wären nur noch sechs Kombinationen von QQ, sechs Kombinationen von KK, drei Kombinationen von AA und zwölf Kombinationen von AK möglich. Am Ende stehen 27 Kombinationen im Vergleich zu 34 durch das Ass in unserer eigenen Hand.
Und so dürfte ein Shove mit A5s in dem Spot an der Satellitebubble 20% seltener gecallt werden als ein Shove mit JJ. Darüber hinaus hätte man auch noch etwas Straight- und Flushequity, falls man doch gecallt werden sollte.
Es ist ein Fehler anzunehmen, dass alles Bluffs gleich sind. Ein erfolgreicher Bluff mit 72o mag sich zwar anfühlen, als wäre man der König der Welt, man blockt damit aber nur selten, relevante Kombos beim Gegner. Ein Bluff mit einem Ass wird deutlich häufiger erfolgreich sein, da man damit immer etliche Ass-Kombos beim Gegner blockt.
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