Der Vorteil flacher Payouts bei Turnieren
Wir werfen erneut einen Blick auf die Varianz bei Turnieren und die enormen Unterschiede, die eine flache oder toplastige Auszahlungsstruktur auch für das Spiel im Kopf haben können...
Mir macht es Spaß, über Strategien zur Verringerung der Varianz beim Poker zu schreiben. Dazu gehörten bisher die Artikel Reduzieren der Einsätze und die Anzahl Tische sowie die Erhöhung des Volumens. Zusammen mit Dara O'Kearney habe ich mich darüber hinaus auch mit den Unterschieden zwischen Turnieren mit großen und kleinen Teilnehmerfeldern auseinandergesetzt.
Nun stand ein Aspekt von Turnieren bei mir im Fokus, der auf die Varianz einen ähnlichen Einfluss hat wie die Anzahl der Teilnehmer: die Auszahlungsstruktur. Und wenig überraschend, gibt es einen großen Unterschied zwischen flachen, steilen und normalen Auszahlungsstrukturen, was die Varianz angeht.
Einmal mehr kommt dabei der Varianz-Kalkulator von Prime Dope zum Einsatz:
So würden 20 zufällige Simulationen mit je 100 Teilnehmern und einem Buy-in von $10 aussehen. Im Beispiel wird ein ROI von 20% zu Grunde gelegt, 1.000 Turniere gespielt und 15 Spieler erreichen die Preisränge:
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Nach 1.000 Turnieren steht im bestmöglichen Szenario ein Gewinn von $6.000 zu Buche und im Worst Case ein Verlust von etwa $1.500. Der durchschnittliche Profit liegt bei $2.044. Das Risiko, nach 1.000 Turnieren in den roten Zahlen zu landen, liegt bei 4,6% und es wird eine Bankroll von $1.382 benötigt, um den Totalverlust zu vermeiden.
Das gleiche Beispiel, nur mit einer Auszahlungsstruktur, die flacher ist. Es ergibt keinen Sinn, die komplette Struktur zu verändern, aber anstatt 15 Spielern erreichen nun 20 Spieler die Preisränge.
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Nach 1.000 Turnieren steht im bestmöglichen Szenario ein Profit von $5.500 zu Buche und im Worst Case ein Verlust von etwa $1.000. Der durchschnittliche Profit liegt bei $2.035. Das Risiko, nach 1.000 Turnieren in den roten Zahlen zu landen, liegt bei 2,5% und es wird eine Bankroll von $1.091 benötigt, um den Totalverlust zu vermeiden.
Mit einer etwas flacheren Auszahlungsstruktur gewinnt man zwar nicht ganz so viel, aber man verliert auch deutlich weniger. Daher dürfte es für die eigene mentale Verfassung besser sein, Turniere mit einer flachen Preisstruktur zu spielen. Dieser Ratschlag wird von vielen Akteuren auch angenommen und umgesetzt.
Zum Abschluss noch ein Beispiel, in dem nur zehn Spieler in den Geldrängen landen, anstatt 15 oder 20 Teilnehmer, wie in den vorherigen Beispielen. Das hat zur Folge, dass die Auszahlungsstruktur steiler wird. Man gewinnt mehr, dafür aber deutlich seltener:
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Nach 1.000 Turnieren steht im bestmöglichen Fall ein Gewinn von $7.000 zu Buche und im Worst Case ein Verlust von etwa $1.800. Der durchschnittliche Profit liegt bei $1.972. Das Risiko, nach 1.000 Turnieren in den roten Zahlen zu landen, liegt bei 5,6% und es wird eine Bankroll von $1.451 benötigt, um den Totalverlust zu vermeiden.
Wenn man auf der Sonnenseite der Varianz steht, ist eine steile Auszahlungsstruktur natürlich deutlich besser. Der Nachteil ist aber, dass man eine größere Bankroll benötigt, um nicht broke zu gehen. Die Wahrscheinlichkeit, 1.000 Turniere mit einem Verlust abzuschließen, ist in diesem Fall deutlich höher als in den vorherigen Beispielen.
Letztlich kommt es auf das Naturell eines jeden Spielers an: Sollte man Probleme mit der Varianz haben und sicherheitsorientiert sein, bieten sich Turniere mit einer flachen Auszahlungsstruktur und wenigen Teilnehmern an. Um den größtmöglichen finanziellen Erfolg einzufahren, muss man auch die Varianz und viele Konkurrenten in Kauf nehmen.
Haben euch die Resultate überrascht? Wir freuen uns auf eure Kommentare!