Poker-Grundlagen: Ziele setzen und erreichen
Wer einen SMART-Plan verfolgt, wird an den Pokertischen schneller Fortschritte machen, als wenn er ohne konkrete Vision unterwegs ist.
Eine Vision ist eine Vorstellung des eigenen Lebens in der Zukunft. Sie ist meist unspezifisch und nicht messbar. Vielleicht hat man eine Vision wie "gesünder leben", "Karriere machen" oder etwas ähnliches, sich aber noch nie gefragt, was genau damit eigentlich gemeint ist.
Daher ist es schwierig, einen Zeitpunkt oder Zustand zu definieren, ab dem eine Vision als verwirklicht gelten kann. Da es keinen konkret definierten Endzustand gibt, ist der Weg dorthin selten klar und eindeutig.
George ist Student und spielt Poker. Er hat schon länger die Vision, von seinen Pokergewinnen leben zu können, hat sich aber noch nie genau überlegt, was das eigentlich konkret heißt und wie das in seine Lebenssituation passt. Will er ausschließlich von Poker leben und das Studium aufgeben? Reicht ihm Poker zunächst als "Nebenjob"?
Auf diese Fragen hat George bisher noch keine Antwort. Sein Traum, von Poker leben zu können, ist also noch sehr schwammig und er weiß nicht genau, wie er seinen Traum verwirklichen und in sein Leben integrieren soll.
SMART-Ziele definieren
Damit man eine Vision verwirklichen kann, sollte man aus der schwammigen Vorstellung dessen was man erreichen will, zunächst konkrete Ziele ableiten und diese eindeutig definieren. Je nachdem wie groß die Vision ist, kann sie aus einem oder mehreren Zielen bestehen. Jedes Ziel sollte SMART sein.
Spezifisch
Ein Ziel ist präzise, klar und genau formuliert. Es gibt an, welches Ergebnis erreicht werden soll.
Messbar
Ein Ziel ist messbar und enthält Kriterien, anhand derer man merkt, wann das Ziel erreicht ist.
Attraktiv
Es gilt, attraktive Ziele zu formulieren. Je attraktiver ein Ziel ist, desto höher wird die eigene Motivation sein, am Erreichen des Ziels zu arbeiten.
Realistisch
Man muss sich fordernde, aber gleichzeitig auch realistisch erreichbare Ziele stellen. Als Anhaltspunkt hierfür kann man zum Beispiel überlegen, was man bisher im jeweiligen Bereich in seinem Leben geleistet hat. Daraus könnte sich ergeben, wie weit man sich noch steigern kann. Weiterhin sollte man auch ehrlich einschätzen, welche Hindernisse dem eigenem Ziel im Wege stehen können.
Terminiert
Ein Ziel enthält ein Datum, an dem man es erreicht haben möchte. Je nach Art und Größe des Ziels sowie persönlichen Lebensumständen muss der Zeitraum individuell gewählt werden, um realistisch zu sein. Als Anhaltspunkt kann man die benötigte Zeit zum Erreichen ähnlicher Ziele in der Vergangenheit heranziehen.

George formuliert aus seiner Vision ein smartes Ziel:
Er möchte Poker als Nebenjob betrachten und die Gewinne nutzen, um seinen Lebensunterhalt während des Studiums zu finanzieren.
• Spezifisch: Die Pokergewinne sollen seine Lebenshaltungskosten decken.
• Messbar: Für seinen Lebensunterhalt benötigt er monatlich €1.000 (Miete, Lebensmittel, Studiengebühren, Freizeit). George muss also NL100 mit einer Winrate von 2BB/100 schlagen, da er pro Monat 50.000 Hände spielt.
• Attraktiv: Flexibilität, kein "0815-Nebenjob", Spaß, Unabhängigkeit
• Realistisch: Er schlägt NL25 und hält den Aufstieg um zwei Limits für anspruchsvoll aber machbar.
• Terminiert: 10 Monate
Ziel: Rücklagen für drei Monate bilden und ab dann 1.000€/Monat mit Poker auf NL100 verdienen.
Große Ziele in Zwischenziele unterteilen
Große Ziele können in Zwischenziele unterteilt werden. Ein Zwischenziel steht in enger Beziehung zum eigentlich angestrebten Ziel, kann aber schneller erreicht werden.
Auf diese Weise ist die eigene Motivation höher, da ein Zwischenziel in greifbarer Reichweite liegt und man schneller Erfolgserlebnisse hat. Außerdem ist die Planung großer Ziele schwierig und kompliziert, da der Weg zum eigenen Ziel sehr lang ist und die Gefahr besteht, dass Verzögerungen das Erreichen des Gesamtziels in Gefahr bringen.

Durch Zwischenziele ist außerdem die Gefahr einer Verzögerung nicht so groß. Ein Zwischenziel besteht aus weniger Aufgaben und lässt sich damit präziser planen. So kann man auch bei einer Verzögerung einen Plan schnell und einfach anpassen.
Jedes Zwischenziel sollte, genauso wie die großen Ziele, SMART definiert sein.
Man kann Zwischenziele selbst auch wieder in weitere Zwischenziele untergliedern. Das sollte man solange tun, bis man genau weiß, wie man ein Ziel erreichen kann.
George spielt und schlägt momentan NL25. Er unterteilt sein großes Ziel in Zwischenziele:
1. Auf NL25 Bankroll (50 Stacks) für NL50 erspielen
2. Auf NL50 Bankroll (50 Stacks) NL100 erspielen.
3. Auf NL100 Rücklagen (€3.000) für 3 Monate erspielen.
4. Auf NL100 pro Monat mindestens €1.000 erspielen.
Wer mehr über das Setzen von Zielen lernen will, kann diesen Artikel lesen und das nachfolgende Video schauen:
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