Aktualisiert am 06 Juli 26 von

Gegnertypen: Die Callingstation

Einleitung

In diesem Artikel

  • Callingstations beißen nicht
  • Bluffen ist sinnlos. Valuebets, Valuebets, Valuebets!
  • Vorsicht: Callingstations können dich auf Tilt bringen.

Ein meist sehr umgänglicher und wenig schreckhafter Bewohner eines Hold'em-Cashgame-Feuchtbiotops ist die so genannte Callingstation.

Obgleich sie einen für ihre Gegner sehr profitablen Spielstil pflegt, kann ihre Callfreudigkeit, die unverdrossene Art, sich häufig erst am River geschlagen zu geben, und das damit einhergehende, hin und wieder auftretende Verteilen von Suckouts und Bad Beats zu einiger Frustration bei ihren Gegenspielern führen.

Dieser Artikel nimmt Denk- und Spielweise der Callingstation unter die Lupe und zeigt auf, wie man am besten gegen diesen Gegnertyp verfährt.

Was ist eine Callingstation und woran erkennst du sie?

Als Callingstation bezeichnet man einen extrem loose-passiven Spieler, der preflop zu viele Hände spielt und sich von ihnen nur sehr schwer trennen kann. An SH-Tischen kann sein VP$IP 20% betragen, liegt aber meist weit darüber. Als Anhaltspunkt können dir die folgenden Werte dienen:

  • VP$IP: 20-100%
  • PFR: 0-10%
  • AF: 0-1.5
  • WTS: 35%+

Eine Callingstation spielt viele wertlose Hände, was unter anderem dazu führt, dass du sie nur schwer lesen kannst. Sie kann z.B. auf beinahe jedem Flop ein Twopair getroffen haben. Ein weiteres Merkmal ist, dass du sie mit einem Preflopraise nicht von einem Coldcall mit denkbar schwachen Händen abhalten wirst, selbst ein Raise/Reraise kann eine echte Callingstation nur selten einschüchtern.

Postflop unterscheiden sich Callingstations manchmal sehr. Einige setzen ihr Preflop-Verhalten fort und sind auch gewillt, mit schwachen made Hands wie Middle-, Bottom- oder Underpair auch mehrere Bets zu callen oder Draws nachzujagen, für die sie viel zu schlechte Pot Odds erhalten. Das führt dazu, dass sie häufig mit schlechten Händen um große Pötte spielen. Es fällt ihnen sichtlich schwer, sich von einer Hand zu trennen, wenn sie nur irgendetwas getroffen haben, und selbst das ist keine zwingende Voraussetzung.

Du wirst aber auch auf so genannte One-Way- bzw. Two-Way-Callingstations treffen, welchen einen weak Spot auf einer bestimmten Straße haben werden.

So callt die One-Way-Callingstation jeden Flop, foldet dann aber auf dem Turn sehr viele Hände, da sie sich dann denkt, dass ihr Gegner durch die weiterführende Aggression eine sehr gute Hand halten muss.

Die Two-Way-Callingstation hat ihren weak Spot am River. Dies bedeutet, dass sie sehr viele Flop- und Turn-Boardtexturen auch ohne Treffer oder Draw callen wird und dafür am River ohne gute made Hand auf eine weitere Bet folden wird.

Diese Unterscheidungen sind besonders wichtig, um diese weak Spots bei der Callingstation ausnutzen zu können und sich dieser auch perfekt anzupassen.

Der PokerStrategy Elephant bietet dir dazu die Werte „Fold Flop/Turn/River“ an, welche jedoch erst ab einer großen Handanzahl aussagekräftig werden. Daher ist das aktive Beobachten des Gegners am Tisch sehr wichtig um die genauen Eigenschaften einer Callingstation ergründen zu können und die weak Spots zu erkennen.

Im Allgemeinen zeichnet sich eine Callingstation durch ein hohes Maß an Passivität aus, d.h. sie checkt und callt öfter als ein aggressiver Spieler und bettet bzw. raist seltener, was es sehr angenehm macht, gegen sie zu spielen. Semibluffs oder pure Bluffs wirst du von ihr selten oder gar nicht sehen und auch einige durchaus gute made Hands spielt sie passiv.

Ebenso raist sie preflop nur wenige Hände, 3-bettet nur in Ausnahmefällen und wird selten einen Blindsteal wagen. Einige Callingstations tendieren sogar dazu, extrem starke Hände passiv zu spielen.

Neben ihren Elephant-Stats, die, um hinreichende Genauigkeit zu gewährleisten, immer eine gewisse Anzahl aufgezeichneter Hände voraussetzen, kannst du eine Callingstation relativ einfach durch Beobachtung erkennen, insbesondere durch die am Showdown gezeigten Karten.

Wichtig ist es, auf die Starthandauswahl eines Spielers zu achten und darauf, wie er in verschiedenen Situationen vorgeht. Weist er einen erhöhten Grad an Passivität auf, z.B. wenn er Big Draws (Flushdraw, OESD, Combodraw) hält oder check/call mit made Hands spielt, und zeigt er häufig Downcalls mit mittelmäßigen oder schlechten Händen, kannst du davon ausgehen, eine Callingstation als Gegner zu haben.

Warum spielt eine Callingstation diesen Stil?

Callingstations besitzen meist keinen guten Cardreading-Skill oder kein Vertrauen in ihre eigenen Reads. Daher erkennen sie nicht, wo sie mit ihrer Hand stehen, und callen einfach mit einer sehr großen Range. Viele Vertreter dieses Spielertyps haben zudem Angst davor geblufft zu werden, da sie das persönlich nehmen.

Sie sehen außerdem immer den Glücksfaktor im Pokerspiel und sind einfach daran interessiert, ob sie mit ihrer Kartenausteilung am Showdown den Pot gewinnen können. Nichts ist schlimmer für sie, als zu sehen, wie sie einen Pot mit einer gefoldeten Hand am Showdown gewonnen hätten. Dies teilen sie meist auch direkt dem ganzen Chat durch die Chatfunktion mit.

Für sie geht es beim Poker um Zeitvertreib, Entspannung, soziale Kontakte oder um Glücksspiel, selten darum zu gewinnen. Sie wollen am Spiel teilhaben und spielen auch deshalb so viele Hände und jagen ihren Draws für zu große Bets nach. Zudem bevorzugen sie eine freundliche Atmosphäre und wollen diese nicht mit aggressivem Spiel zerstören.

Sie interessieren sich aus den oberen Gründen auch nicht für pokertheoretische Konzepte und Möglichkeiten der eigenen Spielanalyse.

Was sind die Schwächen dieses Stils?

Beim Poker sind Geduld und Aggression wichtig. Über beides verfügen Callingstations nicht im nötigen Maße. Daher sind sie in der Regel die größten Verlierer und können selbst in Low-Limit-Games nicht gewinnen.

Sie spielen viel zu viele schlechte Hände, mit denen sie einen negativen Erwartungswert haben und investieren postflop zu viel Geld in ihre Verliererhände. Auf der anderen Seite führt ihre Passivität dazu, dass sie für ihre starken Hände selten ausbezahlt werden.

Natürlich verteilen sie häufiger Suckouts als andere Spieler, da sie ungern folden und hin und wieder ihren lucky River treffen, aber da sie auch ohne ausreichende Odds bzw. implied Odds callen, verlieren sie langfristig.

Nur gegen überaggressive Spieler, die ihr Spiel nicht anpassen, können sie gewinnen, da diese Gegner immer wieder versuchen werden zu bluffen, was gegen eine Callingstation selbstverständlich eine schlechte Strategie ist.

Wie spielst du am besten gegen eine Callingstation?

POSITION

Nach Möglichkeit solltest du dich links von der Callingstation an den Tisch setzen. Sie wird viele und auch häufiger große Pötte spielen, sodass es von Vorteil ist, Position auf sie zu haben, gemäß dem Grundsatz, dass das Geld an einem Pokertisch von rechts nach links wandert.

Du wirst mit ihr mehr Hände spielen als mit den anderen Gegnern und kannst zudem ihre Limps raisen und so versuchen, sie zu isolieren. Hast du keine Position auf sie, musst du sie zu häufig anderen aggressiven Spielern überlassen und bist seltener in eine Hand mit ihr involviert. Außerdem werden Blindsteals und das Kaufen des Buttons erschwert, solltest du dich zu ihrer Rechten befinden.

Hinzu kommt, dass es postflop sehr schwer haben wirst, out of Position gegen eine Callingstation dein normales aggressives Standardspiel durchzuführen. Du bist out of Position nun dazu gezwungen passiver zu werden. Dies kann für dich ein besonders großer Nachteil sein, falls du in einen Multiway-Pot mit einer Callingstation, welche direkte Position auf dich hat, verwickelt wirst.

METAGAME

Im generellen Umgang mit dem Gegner, vor allem im Chat, solltest du es vermeiden, eine Callingstation zu provozieren. Einige wissen sogar, dass sie schlecht spielen, ihnen geht es aber eher um ein entspanntes, freundliches Miteinander als um das Gewinnen.

Durch unfreundliches Verhalten können sie sich provoziert oder herausgefordert fühlen, was unter Umständen dazu führt, dass sie anfangen tighter und aggressiver zu spielen.

Eine Callingstation wird sich jedoch kaum aktiv an deinen Spielstil anpassen. Dies bedeutet für dich, dass du ihr bei plötzlich aggressivem Auftreten auch Respekt für eine Hand geben musst. Eine Callingstation wird dich sehr selten als Bluff checkraisen.

PREFLOP ISOLIEREN

Dein vornehmliches Ziel ist es, die Callingstation durch ein Raise zu isolieren, um dann postflop in Position gegen sie spielen zu können. Du selbst kannst dafür deine eigene Handauswahl etwas looser gestalten, da es nicht so starke Hände erfordert, um gegen sie zu gewinnen.

Es bietet sich an, bei der Größe der Preflop-Erhöhung etwas zu experimentieren, um das gewünschte Ergebnis zu erhalten. Starke Isolationsraises können daher ein sehr gutes Mittel sein, da sie die anderen Spieler davon abhalten werden, dein Raise mit einer marginalen Hand zu 3-betten, um dein Isolationsraise zu exploiten, da sie selbst nun preflop einen größeren Anteil ihres Stacks dafür investieren müssten.

Erkennst du selbst, dass ein Spieler preflop vermehrt eine Callingstation zu isolieren versucht, so kannst du dich selbst auch daran anpassen. Bist du in der Lage, postflop absolute Position zu halten, so kannst du ein Isolationsraise coldcallen, um dann bei guten Boardtexturen die Continuationbet des Aggressors zu raisen und dadurch auch bei der Callingstation etwas mehr Foldequity zu erzeugen.

Hast du nicht die Möglichkeit postflop die absolute Position zu halten, so solltest du von Preflop-Coldcalls absehen und nur ab und an auch mit teilweise mittelmäßigen Händen eine 3-Bet einstreuen.

Dein Ziel ist es durch deine Anpassung an die Isolationsraises deine Mitspieler davon abzuhalten, die Callingstation zu isolieren, so dass dir diese Spielweise vorbehalten ist.

WENN EINE CALLINGSTATION INITIATIVE ZEIGT

Die Natur einer Callingstation ist es zu callen. Es ist fast unmöglich zu sagen, womit sie das macht. Ihre Range kann in diesem Fall sehr viele Hände umfassen. Du solltest ihr aber mit Respekt und Vorsicht begegnen, wenn sie selbst Initiative zeigt, bettet oder raist.

Selten wird sie bluffen, semibluffen oder eine mittelmäßige Hand betten. Häufig ist hierzu ein sehr starkes Blatt der Anlass, auch ein nicht sonderlich offensichtliches, da sie, wie schon erwähnt, auf einem scheinbar harmlosen Board Twopair getroffen haben kann oder auf dem Turn oder River einen schwachen Draw komplettiert hat, von dem du nicht erwartest, dass ein Gegner ihn überhaupt spielen würde.

0.10/0.25 No-Limit Hold'em (6 handed)

Stacks
Hero $25.00
BU $25.00

Preflop: Hero is UTG with A A

Hero raises to $1.00
, 2 folds, BU calls $1.00, 2 folds

Flop: Q 8 4 (2 players)

Hero bets $2.00
, BU raises to $5.00, Hero?

Gegen einen absoluten Maniac hast du hier keine Probleme, entweder direkt am Flop zu 3-betten oder den Turn bei nahezu jeder Karte zu checkraisen und so zu versuchen, deinen Stack mit deinem Overpair in die Mitte zu schieben.

Gegen einen Tag verhält es sich schon etwas anders. Er wird hier sehr oft eine gute bis sehr gute Hand halten, jedoch auch versuchen, dich zu bluffraisen. Hier kann man nicht davon sprechen immer gegen einen TAG mit einem Overpair broke gehen zu wollen. Dies ist eine sehr gegnerabhängige Entscheidung.

Gegen einen Rock kannst du schon sehr stark über einen direkten Fold nachdenken. Bei einer Callingstation solltest du im Allgemeinen auch sehr stark zu einem Fold tendieren. Denn sie wird hier eigentlich immer ihre schlechteren Hände nur callen und in diesem Spot kaum bluffen. Daher ist ein Fold eine sehr gute Entscheidung, da du dich durch eine 3-Bet nur noch gegen bessere Hände isolieren wirst.

Gegen Bets oder Raises einer Callingstation solltest du aus diesem Grunde nur mit extrem starken Hände raisen. Bei korrekt angepasstem Spiel signalisierst du dadurch sehr viel Stärke und ein anderer Gegner, der in der Lage ist, das zu erkennen und sein Spiel ebenfalls angepasst hat, wird in der Situation seinerseits auch nur noch mit übermäßig guten Händen weiterspielen. Dementsprechend solltest du dich in Acht nehmen, wenn ein solcher Gegner cold-3-bettet, nachdem du selbst eine Callingstation geraist hast.

Das gilt auch für den umgekehrten Fall, dass ein guter, angepasster Spieler die Bet einer Station erhöht. Sie selbst hingegen wird in der Regel nicht verstehen, wie viel Stärke diese Erhöhungen implizieren, schon weil sie ein zu schlechter Pokerspieler ist, um die Auswirkungen ihres Images auf den Tisch zu verstehen. Oft wird sie ihre Hände einfach weiterspielen. Aus diesem Grund ist es auch richtig, gegen Callingstations mit Bottomset oder Top-Twopair um einen kompletten Stack zu spielen.

VALUEBETS, VALUEBETS, VALUEBETS!!!

Die wichtigste Anpassung gegen eine Callingstation ist, dass du sehr viel mehr Valuebets machen musst als gegen andere Gegner. Auf einem ungefährlichen Board kannst du oft sogar mit einem guten 2nd Pair auf zwei Streets betten.

Du solltest auch beachten, dass andere gute Gegner gegen eine Callingstation dünnere Valuebets machen werden, allerdings kaum bluffen. Bettet z.B. ein guter Spieler in einem 3way-Pot und die Callingstation callt, kannst du öfter overcallen als gegen zwei unknown Gegner.

Auf Checkraises solltest du gegen eine Callingstation komplett verzichten, da dieser Move Aggressivität vom Gegner voraussetzt. Auch Slowplay ist nicht sinnvoll, da der Gegner sowieso nur selten folden wird.

0.10/0.25 No-Limit Hold'em (6 handed)

Stacks
Hero $25.00
BB $25.00

Preflop: Hero is BU with A K

3 folds
, Hero raises to $1.00, 1 folds, BB calls $0.75

Flop: A 9 6 (2 players)
BB checks, Hero bets $1.75, BB calls $1.75

Turn: 2 (2 players)
BB checks, Hero?

Gegen andere Gegner könntest du hier für Potcontrol und Bluffinduce check behind spielen, aber in diesem Fall ist der Gegner eine Callingstation und wird selten ein Checkraise versuchen. Du würdest folglich durch einen Check zu viel Value verschenken. Eine Bet ist die beste Variante.


Hero bets $5.00
, BB calls $5.00

River: J (2 players)
BB checks, Hero?

Ein Spieler dieses Typs ist, wie gesagt, sehr schwer zu lesen, da er mit fast jeder Hand das Preflop-Raise gecallt haben kann und wird sehr gute Hände durchaus auch so passiv wie in diesem Beispiel spielen.

Du wirst gegen eine normale Callingstation sehr wenig Foldequity am River erzeugen können. D.h. du musst, so weit es geht, die gegnerische Handrange abschätzen und mit Hilfe des Equilators schauen, wie deine Equity am River gegen diese Handrange aussieht.

Hast du gegen die gegnerische Calling-Handrange eine Equity > 50% am River, so kannst du auf alle Fälle for Valuebetten. Hältst du weniger Equity, so kommt es sehr stark darauf an, wie viele Hände dein Gegner auf deine Bet folden wird. Eine Calling-Handrange bei diesem Beispiel könnte nun wie folgt aussehen: KK-QQ, A2s+, Q9s, J9s, J6s, J2s, T9s, 96s, 92s, 62s, A2o+, Q9o, J9o, J6o, J2o, T9o, 96o, 92o, 62o.

Du hältst hier etwas mehr als 53% Equity. Daher kannst du auf jeden Fall +EV valuebetten, wobei du deine Betsize auch so wählen solltest, dass er mit der oberen Handrange auch callen kann. Würdest du hier nicht gegen eine Callingstation spielen, so wäre dies ein recht eindeutiger Checkbehind am River.

Wie spielst du gegen mehrere Callingstations?

Gerade auf niedrigen Limits wirst du oft Tische finden, an denen sich mehrere Callingstations befinden. An diesen wird es folglich häufiger zu Multiway-Pötten kommen und es werden überdurchschnittlich viele Spieler den River sehen. Die Pötte werden größer und im Mittel bedarf es gegen mehrere Gegner einer besseren Hand, um zu gewinnen.

Die Konsequenz daraus ist, dass Hände wie suited Connectors, suited Gap-Connectors und kleine Pocketpairs an Wert gewinnen, während Highcard-Hände an Wert verlieren. Du solltest möglichst oft versuchen, mit Drawing-Hands günstig den Flop zu sehen, da du davon ausgehen kannst, mit einer sehr starken Hand gut ausgezahlt zu werden.

Befindest du dich z.B. am Button, nachdem drei Callingstations bereits gelimpt haben, und machst ein Preflopraise normaler Größe, wirst du in der Regel mit drei bis vier Gegnern am Flop konfrontiert sein. Daher ist es nicht empfehlenswert, hier mit Händen zu erhöhen, die in einem Multiway-Pot schlecht zu spielen sind.

ATo kannst du z.B. folden, mit AQ+, TT+ solltest du ein größeres Raise setzen. Mit 76o oder 74s hingegen kannst du in der Situation limpen.

Auch first in kannst du mit Händen wie suited Connectors oder kleinen Paaren in einigen Situationen limpen, in denen du sonst geraist oder gefoldet hättest. Bei diesen Overlimps und First-in-Limps musst du aber unbedingt beachten, ob ein sehr freudiger Squeezer an deinem Tisch sitzt. Ist dies der Fall so kannst du auch mit sehr starken Händen versuchen, diesen Squeezer zu trappen, und beispielsweise mit AA oder KK nur overlimpen, um dann gegen diesen Squeezer einen überraschenden Move durchführen zu können.

Durch diese Anpassung gewährleistet du dann auch, dass du aus diesen hochprofitablen Multiway-Pots nicht zu oft heraus geraist wirst.

Don't tilt - Callingstations können unglaublich nerven

Wie bereits erwähnt, wird sich eine Callingstation in der Regel wenig davon beeinflussen lassen, dass du dich an ihren Spielstil angepasst hast, allerdings kann es vorkommen, dass sie tiltet, wodurch ihr Spiel wahrscheinlich aggressiver wird. Das solltest du möglichst früh bemerken und dich darauf einstellen.

Teilweise wirst du sogar auf tiltende Callingstations treffen, welche plötzlich auch am River mit einer sehr schlechten Hand noch callen werden, da sie unbedingt den Showdown sehen wollen.

Selbst nicht zu tilten, kann gegen eine und vor allem gegen mehrere Callingstations schwer fallen, da du häufiger Suckouts kassieren wirst. Da hilft es, sich in Erinnerung zu rufen, dass die Calls des Gegners einen negativen Erwartungswert haben, was sich langfristig auch im Ergebnis zeigen wird. Über lange Sicht gewinnst du mehr von solchen Gegnern als von anderen.

Fazit

Beim Spiel gegen eine Callingstation gilt zusammenfassend:

  • Es lohnt sich, Callingstations zu isolieren. Dafür ist Position sehr wichtig.
  • Vermeide es, out of Position zu aggressiv gegen eine Callingstation zu spielen.
  • Stell dich auf den Typ Callingstation ein, den du am Tisch hast. Gegen manche kannst du stealen. Finde ihren weak Spot!
  • Starke Hände solltest du aggressiv spielen, viele Valuebets machen.
  • Starke Draws spielst du aggressiv, während du schwächere bis zum Hit checken kannst.
  • Pure Bluffs und Semibluffs kannst du versuchen, um das Feld im Multiway-Pot auszudünnen, die Station lässt das unbeeindruckt.
  • Slowplay ist keine Option gegen eine Callingstation, da sie so passiv ist. Wenn die Callingstation bettet, solltest du nach Straights Ausschau halten und mindestens ein Twopair vermuten.
  • Wenn die Callingstation sich einen Bad Beat einfängt oder verärgert wird, dann beobachte genau, ob ihr Stil sich vielleicht zum Aggressiveren hin gewandelt hat.
  • Eine Callingstation kann Suckouts und Bad Beats verteilen, bei mehreren ist dies fast schon sicher. Bist du anfällig für Tilt, meide Tische mit mehr als einer Callingstation.