Die Vielzahl der Meinungen hier ist für einen Betroffenen denke ich teilweise die größte Hürde:
"Was genau muss ich denn jetzt machen?"
Essenstechnisch habe ich den großen Vorteil: Ich bin gelernter Koch und seit 17 Jahren in der Branche, also fällt mir der Punkt "frisch kochen" schon mal sehr leicht, zusammen mit einem guten Grundverständnis im Bereich Lebensmittel.
Meine persönliche Herangehensweise ist folgende, und mit der fahre ich seit Februar recht gut:
1. Auch wenn das ein alter Hut ist, es führt kein weg dran vorbei:
Negativer Gesamtumsatz und regelmäßiger Sport
2. Je weniger ein Lebensmittel industriell verarbeitet wurde, desto mehr Arbeit bleibt für den Magen -> längeres Sättigungsgefühl, flachere "Insulinkurve"
3. Mit Kohlehydraten bewusst umgehen
4. viel Wasser trinken
5. Ab und zu sündigen ist ok
Je nach Interesse und Ziel muss eben auch Anstrengung und Zeit investiert werden. Mir war am Anfang mein Kalorienverbrauch und die Art der Nährstoffe sehr wichtig, also habe ich jede Nährstofftabelle im Supermarkt gelesen, die für mich interessant war.
Auf der anderen Seite ist mir im Fitnessstudio ein Erfolg an den Geräten schon wichtig, aber ich bin kein Bodybuilder. Also habe ich die Hauptmuskelgruppen im Programm und weiß, dass Kohlehydrate vorher und Protein hinterher positiven Einfluss haben, aber das wars dann auch.
Welche Lebensmittel genau, ob eine halbe Sekunde schnellere Wiederholungen besser sind, in welcher Reihenfolge am effektivsten usw., das interessiert mich nicht besonders. Ich will Energie verbrennen und meine Muskelmasse(also Grundumsatz) erhöhen, keinen Wettbewerb gewinnen.
Bis jetzt funktioniert das System wunderbar, seit Februar bin ich von 114 auf aktuell 93, nächstes Etappenziel ist unter 90 zum Jahreswechsel.
OP kann ich deshalb nur raten:
Abnehmwissenschaften bringen gerade am Anfang nichts, die klassischen Tipps kennt jeder, das genügt in den ersten Wochen an Aufgabe.
Streng dich gerade am Anfang an:
Schweinehund überwinden, lange im Supermarkt durch die Regale streifen auf der Suche nach günstigen, gesunden und leckeren Lebensmitteln, stundenlang mit Laptop oder Buch in der Küche stehen und mühsam ein Essen kochen, all die Dinge, die dir "eh nicht schmecken", mal durchtesten, gekocht, gebraten, neue Gewürze...
Du musst nur einmal über den Hügel "Ist das schwer und kompliziert!" kommen, von da an ist es wie Bergab-radeln.
Auch der beste Jongleur hat mal mit zwei Kugeln angefangen. Du musst nur statt "Drei ist zu schwer!" - "Gib mir vier!" rufen.
Oder du bleibst fett und jammerst darüber.
(Und das meine ich nicht zynisch, sondern völlig ernst. Ich habe jahrelang die zweite Wahl getroffen)