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Was isst der Mensch? Omnivore oder Frugivore?

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ElBasadero
Beigetreten: 03.03.2007
Oldschool Grinder

Hey!

Nachdem die Diskussion im Frühstücksthread ("Perfektes" Frühstück?) nicht wirklich Platz hat, eröffne ich mal einen neuen Thread.

Original von HillBilly

Original von ElBasadero
also das Uricase Argument ist - nach meinen Recherchen - nicht zutreffend.

1. Produzieren auch Pflanzenfresser Uricase (Hase zB,).

http://rheumatology.oxfordjournals.org/content/early/2010/07/13/rheumatology.keq204.full

http://flexikon.doccheck.com/de/Uricase

Und wie in dem Link oben zu lesen ist, kann es sein, dass Harnsäure sowohl positive als auch negative Effekte hat. Es ist halt wiedermal weder das eine Extrem (gut) noch das andere (böse), sondern irgendwo in der Mitte, die viel zu oft vergessen wird (sowohl von veganern, als auch von low-carbs).

Und ja, ich denke auch, dass wir weniger Fleisch essen sollten, aber ich bin mir nicht sicher, wie viel Fleisch gut ist. Und die Qualität des Fleischs sollte auch nicht vergessen werden :)

Die Zähne sind halt imho ein schlechtes Argument, auf Grund der Sonderstellung des Menschen und seinem Kochverhalten.

hab auf die schnelle nicht gefunden welche tiere genau uricase produzieren.würd mich aber interessieren.
dann sieh es als weiteres indiz,dass unser körper für größere fleischmengen nicht geschaffen ist

Der Verdauungstrakt ist auch schwierig zu beurteilen, da wir keinen Vergleich haben mit anderen Omnivoren, die ihr Fleisch bearbeiten, bevor sie es verzehren.

der verdauungstrakt hat sich in x tausend jahren nicht viel verändert.
sollte also unabhängig davon sein,ob wir unser fleisch bearbeiten oder nicht.

fängt beim speichel an

Der Speichel von Fleischfressern ist sauer. Der Speichel von Pflanzenfressern ist basisch, wodurch pflanzliche Nahrungsmittel vorverdaut werden.
Menschlicher Speichel ist basisch.

Es macht imho schon einen Unterschied ob Fleisch gekocht wird oder nicht. Es ist gekocht leichter verdaubar, deswegen denke ich, dass man auch keinen hochspezialisierten Verdauungstrakt braucht, wie es Carnivore haben. Durch das Kochen werden die Proteine bereits denaturisiert.
Weiters bin ich der Meinung, dass Vergleiche mit Carnivoren meistens sinnlos sind, da wir definitiv von der frugivoren/herbivoren Seite uns entwickelt haben.
Das ist aber nur eine Vermutung, ich lasse mich gerne eines besseren belehren. Nochmal, ich bin mir immer noch unschlüssig WIEVIEL Fleisch für den Menschen gesund/verträglich/schädlich ist.

Zu dem Speichelargument, auch da muss ich widersprechen. Laut wiki: Der pH-Wert liegt bei Ruhesekretion zwischen 6,5 und 6,9, nach Stimulation steigt er auf etwa 7,0 bis 7,2[3]

Also ist der menschliche Speichel tendenziell sauer, wird aber nach Stimulation neutral - gaaaanz leicht basisch.

Habe zu Katze + Hund folgendes Statement gefunden:
The pH of dog saliva varies between 7.34 and 7.80 (Altman and Dittmer, 1968), whereas the average value for cat saliva is 7.5 (Awati, 2000)

Also haben die einen eher basischen Speichel.

Ich denke, dass man daraus keinen wirklichen Schluss ziehen kann.

Leider finde ich nicht mehr zur Uricase, die scheint aber generell von fast allen Säugetieren produziert zu werden, außer von Primaten. Das allein ist also nichtmal ein Hinweis auf Carnivor/Herbivor.

Ich finde das Thema unheimlich spannend, deswegen freue ich mich über jeden Input und Argumente.


Antwort
Zitat
182 Antworten
DiscoRpion
Beigetreten: 06.02.2006
PokerStrategist

Würde auch gerne mehr über dieses Thema erfahren.
Bin mal "in".


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HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

nur damit es klar ist:
ich sage nicht,dass der mensch frugivore ist


Antwort
Zitat
josch2001
Beigetreten: 25.03.2006
BlackMember

Weiß gar nicht, wie man da zwei Meinungen haben kann.
Der Neandertaler hat bestimmt nicht Mammuts gejagt weils ihm Spaß gemacht hat oder nur Fleisch gegessen weils Massenweise billig im Supermarkt vorhanden war.
Es ist zwar deswegen nicht unbedingt eine Rechtfertigung Fleisch zu essen, weil es zumindest scheinbar auch ohne geht (Langzeitwirkungen sind hier ja auch noch nicht wirklich bekannt), aber zu behaupten, dass der Mensch ein reiner Pflanzenfresser oder eben Früchtefresser ist ist für mich schon ein bisschen dum.

Edit: OK, das mit dem Neandertaler war wohl ein Eigentor, aber ist wohl klar was ich meine.


Antwort
Zitat
ElBasadero Themenstarter
ElBasadero
Beigetreten: 03.03.2007
Oldschool Grinder

Original von josch2001
Weiß gar nicht, wie man da zwei Meinungen haben kann.
Der Neandertaler hat bestimmt nicht Mammuts gejagt weils ihm Spaß gemacht hat oder nur Fleisch gegessen weils Massenweise billig im Supermarkt vorhanden war.
Es ist zwar deswegen nicht unbedingt eine Rechtfertigung Fleisch zu essen, weil es zumindest scheinbar auch ohne geht (Langzeitwirkungen sind hier ja auch noch nicht wirklich bekannt), aber zu behaupten, dass der Mensch ein reiner Pflanzenfresser oder eben Früchtefresser ist ist für mich schon ein bisschen dum.

Gibt genug Leute, die meinen, dass der Mensch ein reiner Pflanzenfresser ist.

(Finde die Argumente großteils schlecht und plakativ, aber geht auch nur darum zu zeigen, dass es Leute gibt, die fest davon überzeugt sind, dass wir reine Pflanzenfresser sind)
Bin persönlich nicht dieser Meinung. Denke der Mensch hat meistens so 5-50% seiner Nahrung in Form von Fleisch aufgenommen, das sagen zumindest meine Quellen. Je nach Geographie. Manche haben wohl auch noch viel mehr Fleisch aufgenommen, zum Beispiel die Inuit.


Antwort
Zitat
HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

Original von josch2001
Weiß gar nicht, wie man da zwei Meinungen haben kann.
Der Neandertaler hat bestimmt nicht Mammuts gejagt weils ihm Spaß gemacht hat oder nur Fleisch gegessen weils Massenweise billig im Supermarkt vorhanden war.
Es ist zwar deswegen nicht unbedingt eine Rechtfertigung Fleisch zu essen, weil es zumindest scheinbar auch ohne geht (Langzeitwirkungen sind hier ja auch noch nicht wirklich bekannt), aber zu behaupten, dass der Mensch ein reiner Pflanzenfresser oder eben Früchtefresser ist ist für mich schon ein bisschen dum.

Edit: OK, das mit dem Neandertaler war wohl ein Eigentor, aber ist wohl klar was ich meine.

vielleicht ist der neandertaler deswegen ausgestorben ;)

aber hier zum thema jagen:

Technically, what the researchers could see with a microscope were microfossils of plant starches and phytoliths that had been preserved in the calculus as it fossilized. According to their results, these Neanderthal individuals had been consuming a wide variety of plants. They found evidence of grass seeds like wheat and barley, legumes, and even date palm fruit. Henry and her colleagues also noticed an interesting trend in some of the starches – while they could identify most of the fossils in the dental calculus samples, some of the starch microfossils they found appeared to be distorted. The kinds of distortion she saw were not the result of chewing, so what had caused these characteristic damages?

Henry went to the kitchen. Using fresh grains, she used every logical type of cooking she could think of – baking, roasting on a griddle, boiling in water—and made a reference library of cooked starches to compare side by side with the microfossils she had found. Comparing her library with the microfossils, Henry found that some of them like barley did, indeed, show evidence of having been cooked, which would have made such complex starches easier to digest.

http://www.mnh.si.edu/highlight/Neanderthal_Diet/

leider wird da nichts von fleisch erwähnt.ka obs daran lag,dass keine protein partikel vorhanden waren oder weil es um die entdeckung von stärke partikeln im mund von den neandertalern ging

für mich stellt sich eher die frage wieviel fleisch ok ist und was man sonst am besten essen sollte.
jedenfalls ist low carb und tägl. fleisch essen eine erscheinung die erst seit kurzem in mode gekommen ist.
anstatt auch hier immer mit inuit zu vergleichen (die z.T. ziemlich ekelige sachen essen) schaut euch lieber mal naturvölker und ältere zivilisationen an


Antwort
Zitat
McPro
Beigetreten: 29.03.2008
PokerStrategist

Die Ernährungszusammensetzung unterscheidet sich natürlich je nach Jahreszeit und Breitengrad.
Im Winter gibt es nun mal keine Pflanzen zum essen oder in den extremen Breiten fast das ganze Jahr nicht, dafür in Äquatornähe das ganze Jahr.

Der Gedanke, der meiner Meinung nach oft außer Acht gelassen wird ist, dass vor der Neolitischen Zeit das Obst, Gemüse etc., so gezüchtet wie heute, damals nicht in der Menge und Beschaffenheit vorhanden war.
Wenn man die Kalorien/Stunde Nahrungssuche von Obst, Gemüse, Nüsse, etc.
mit Fleisch, Fett vergleicht ist es einfach nicht effektiv.
(Quelle: http://www.originalhealth.net/1345 )

Ich bin der selben Meinung wie OP, dass das Feuer einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Menschen gehabt hat.
In der Tat ist sonst Fleisch, etc. schlecht zu verdauen für uns. Aber am Anfang haben wir uns ja auch noch primär von Markknochen ernährt, die meist beim Aas übrig blieben und an die die meisten Tiere nicht herankamen. Allerdings war das Mark und Hirn so wertvoll (Fettgehalt und Fettsäuren), dass es sich schon allein deshalb lohnte danach zu suchen. Dafür brauchen wir auch keine großartige Bearbeitung.
(Hier habe ich jetzt keine Quelle in Erinnerung)

Mit dem Feuer und Werkzeugen war es dann aber möglich das Tier zu jagen und die Nahrung quasi vorzuverdauen, damit dem Verdauungsapparat weniger Arbeit blieb und mehr Energie zur Entwicklung des Gehirns zur Verfügung stand.
(Quelle: Mersch, Peter: Wie Übergewicht entsteht und wie man es wieder loswird.)

Mersch zeigt meiner Meinung nach anschaulich, wie sich die Energieverteilung des Menschen zu dem anderer Primaten unterscheidet.
Die Bakterien im Dickdarm können aus Ballaststoffen Fettsäuren herstellen. Das heißt ein längerer Dickdarm ist bei Pflanzenfressern von Nöten um die benötigten Fettsäuren zu bekommen.
Wir haben allerdings als einzige Primaten einen signifikant kleineren Dickdarm, ergo weniger Möglichkeiten Fettsäuren zu bekommen durch Fasern (Mersch, 2012).

Wir müssen durch Fleisch und Fett auch nicht den ganzen Tag essen um auf die Kalorien zu kommen, was ein Vorteil beim Überlebenskampf war, denn Tiere sind am verwundbarsten, wenn sie gerade essen und der Körper sich in einem anabolem Status befindet. Da kann man sich im Tierreich umschauen.


Antwort
Zitat
josch2001
Beigetreten: 25.03.2006
BlackMember

Original von ElBasadero

Original von josch2001
Weiß gar nicht, wie man da zwei Meinungen haben kann.
Der Neandertaler hat bestimmt nicht Mammuts gejagt weils ihm Spaß gemacht hat oder nur Fleisch gegessen weils Massenweise billig im Supermarkt vorhanden war.
Es ist zwar deswegen nicht unbedingt eine Rechtfertigung Fleisch zu essen, weil es zumindest scheinbar auch ohne geht (Langzeitwirkungen sind hier ja auch noch nicht wirklich bekannt), aber zu behaupten, dass der Mensch ein reiner Pflanzenfresser oder eben Früchtefresser ist ist für mich schon ein bisschen dum.

Gibt genug Leute, die meinen, dass der Mensch ein reiner Pflanzenfresser ist.

(Finde die Argumente großteils schlecht und plakativ, aber geht auch nur darum zu zeigen, dass es Leute gibt, die fest davon überzeugt sind, dass wir reine Pflanzenfresser sind)
Bin persönlich nicht dieser Meinung. Denke der Mensch hat meistens so 5-50% seiner Nahrung in Form von Fleisch aufgenommen, das sagen zumindest meine Quellen. Je nach Geographie. Manche haben wohl auch noch viel mehr Fleisch aufgenommen, zum Beispiel die Inuit.

Glaube ich schon, dass das viele "Leute" glauben, die das gerne glauben möchten. Aber ich hab noch nie ne Doku oder irgendwas anderes gesehen wo ein Wissenschaftler das nur Ansatzweise anzweifeln würde, dass wir Jäger und Sammler sind und waren. Leute die das anzweifeln sind meistens irgendwelche selbsternannten "Experten".
Wie gesagt: Ob mans heute noch braucht ist was anderes, aber evolutionstechnisch gesehen sind wir auf jeden Fall omnivor.


Antwort
Zitat
Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Original von McPro
Die Ernährungszusammensetzung unterscheidet sich natürlich je nach Jahreszeit und Breitengrad.
Im Winter gibt es nun mal keine Pflanzen zum essen oder in den extremen Breiten fast das ganze Jahr nicht, dafür in Äquatornähe das ganze Jahr.

Der Gedanke, der meiner Meinung nach oft außer Acht gelassen wird ist, dass vor der Neolitischen Zeit das Obst, Gemüse etc., so gezüchtet wie heute, damals nicht in der Menge und Beschaffenheit vorhanden war.
Wenn man die Kalorien/Stunde Nahrungssuche von Obst, Gemüse, Nüsse, etc.
mit Fleisch, Fett vergleicht ist es einfach nicht effektiv.
(Quelle: http://www.originalhealth.net/1345 )

Lustige Seite. Joa das die Paelo Typen ne recht einseitige/lächerliche Sicht auf die Sache haben ist ja wohl obv. Das Fleisch ist ihnen natürlich in den Mund geflogen. Türlich. Sowenig wie die Theorie oben schlüssig ist, ist ihre ganze Steinzeitromantik.
Schon mal gepostet siehe

Ich bin der selben Meinung wie OP, dass das Feuer einen wesentlichen Anteil an der Entwicklung des Menschen gehabt hat.
In der Tat ist sonst Fleisch, etc. schlecht zu verdauen für uns.

Das wäre ja schon mal ein Hinweis. Omnivoren können Fleisch sehr gut verdauen.

Aber am Anfang haben wir uns ja auch noch primär von Markknochen ernährt, die meist beim Aas übrig blieben und an die die meisten Tiere nicht herankamen. Allerdings war das Mark und Hirn so wertvoll (Fettgehalt und Fettsäuren), dass es sich schon allein deshalb lohnte danach zu suchen. Dafür brauchen wir auch keine großartige Bearbeitung.
(Hier habe ich jetzt keine Quelle in Erinnerung)

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Ich hab es schon paar mal gesagt. Wenn man im täglichen Überlebenskampf ist nimmt man was man bekommt. Ist ja klar.

Mit dem Feuer und Werkzeugen war es dann aber möglich das Tier zu jagen und die Nahrung quasi vorzuverdauen, damit dem Verdauungsapparat weniger Arbeit blieb und mehr Energie zur Entwicklung des Gehirns zur Verfügung stand.
(Quelle: Mersch, Peter: Wie Übergewicht entsteht und wie man es wieder loswird.)

Klingt plausibel. Obwohl in die Verdauung immer noch ein Großteil der Energie geht. Insbesondere wenn man fettiges, Fleisch, usw. verdauen muss. Wie dem auch sei. Das mach uns aber doch nicht zum Omnivor?
Rinder werden auch nicht zum Omnivor nur weil wir so pervers sind und ihnen Tiermehl verfüttern?!

Mersch zeigt meiner Meinung nach anschaulich, wie sich die Energieverteilung des Menschen zu dem anderer Primaten unterscheidet.
Die Bakterien im Dickdarm können aus Ballaststoffen Fettsäuren herstellen. Das heißt ein längerer Dickdarm ist bei Pflanzenfressern von Nöten um die benötigten Fettsäuren zu bekommen.
Wir haben allerdings als einzige Primaten einen signifikant kleineren Dickdarm, ergo weniger Möglichkeiten Fettsäuren zu bekommen durch Fasern (Mersch, 2012).

Wie viel Fettsäuren man "benötigt" ist ja grad ein Streitpunkt bei dem ganzen Low Carb Thema. Physiologisch benötigen wie recht wenig ~10% der aufgenommenen Kalorien.

Wir müssen durch Fleisch und Fett auch nicht den ganzen Tag essen um auf die Kalorien zu kommen, was ein Vorteil beim Überlebenskampf war, denn Tiere sind am verwundbarsten, wenn sie gerade essen und der Körper sich in einem anabolem Status befindet. Da kann man sich im Tierreich umschauen.

Dafür den ganzen Tag jagen. Die Ausdauerjagd bei der solange hinter nem Tier hinterhergerannt wird bis es umfällt ist jetzt kalorisch nicht grad so effizient. Aber wenns nichts anderes gibt ist natürlich auch das ne Möglichkeit.

Letztendlich kommt man mit dieser Argumentation nicht weiter.
Um mich zu wiederholen anatomisch steht der Mensch Frugivoren um Potenzen näher wie Omnivoren.
Klar essen wir Fleisch. Kann ja keiner bestreiten. Nur macht das uns ja nicht zum Omnivor. Auch Pflanzenfresser fressen manchmal Fleisch z.B. die Nachgeburt um die Geburt kalorisch schnell wieder auszugleichen. Auch ein Pflanzenfresser kann Fleisch verdauen. Da ja auch nur Eiweiß mit Wasser und paar andere Sachen. Zu wieviel % der Fleischanteil bei Pflanzenfressen "unbedenklich" ist, ist man sich nicht ganz einig und es gibt meines Wissens auch keine Studien dazu. Das der Anteil beim Mensch trotz Denaturierung viel zu viel ist kann man deutlich sehen sofern man den "sehen" kann.


Antwort
Zitat
dadofel
Beigetreten: 17.11.2006
Elite Grinder

Original von Djax

Original von McPro
Die Ernährungszusammensetzung unterscheidet sich natürlich je nach Jahreszeit und Breitengrad.
Im Winter gibt es nun mal keine Pflanzen zum essen oder in den extremen Breiten fast das ganze Jahr nicht, dafür in Äquatornähe das ganze Jahr.

Der Gedanke, der meiner Meinung nach oft außer Acht gelassen wird ist, dass vor der Neolitischen Zeit das Obst, Gemüse etc., so gezüchtet wie heute, damals nicht in der Menge und Beschaffenheit vorhanden war.
Wenn man die Kalorien/Stunde Nahrungssuche von Obst, Gemüse, Nüsse, etc.
mit Fleisch, Fett vergleicht ist es einfach nicht effektiv.
(Quelle: http://www.originalhealth.net/1345 )

Lustige Seite. Joa das die Paelo Typen ne recht einseitige/lächerliche Sicht auf die Sache haben ist ja wohl obv. Das Fleisch ist ihnen natürlich in den Mund geflogen. Türlich. Sowenig wie die Theorie oben schlüssig ist, ist ihre ganze Steinzeitromantik.
Schon mal gepostet siehe

alles was sie sagt ist: der name paleo ist falsch und menschen haben früher mehr pflanzen als fleisch gegessen. das ist exakt die aussage des videos und trifft 0 aussage über den thread oder paleo. das video bestätigt lediglich, dass menschen früher nicht nur fleisch aber auch nicht nur pflanzen gegessen haben.

btw für die leser, die sich nicht mit paleo beschäftigt haben:

paleo = deutlich mehr pflanzen als fleisch essen und paleo ist nicht low carb. die 2 mythen halten sich ziemlich stark :)


Antwort
Zitat
HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

meinst du mengenmäßig mehr gemüse oder kalorienmäßig?

btw: der grund weswegen sich die 2 mythen so hartnäckig halten findet man ziemlich gut hier:
http://www.chefkoch.de/magazin/artikel/2655,1/Chefkoch/Paleo-Rezepte-fuer-die-Steinzeiternaehrung.html

quasi alle rezepte beinhalten fleisch bzw ein anderes tierisches protein und wenig bis garkeine KH

würd mal gerne wissen was die paleoleute unter euch so täglich essen


Antwort
Zitat
dadofel
Beigetreten: 17.11.2006
Elite Grinder

naja sorry aber ein artikel der sagt man kann statt paleo auch nach low carb or schlank im schlaf suchen nehm ich nicht ernst...

paleo carbs sind btw kartoffeln, süßkartoffeln, reis, obst, teilweise auch sowas wie quingoa und in geringerem maße gemüse, nüsse, maroni, honig.

paleo ist definitv carbärmer als ne standard nudel, brot, cornflakes etc. ernährung aber das ganze als low carb zu bezeichnen ist schlicht falsch. viele paleo ausdauersportler nehmen 200-300g kh am tag zu sich.

das mit dem tierischen protein ist oft richtig, was größtenteils daran liegt, dass sowas wie soja eben nicht paleo ist und es nicht gerade viele andere pflanzliche proteinquellen gibt.


Antwort
Zitat
Thomas6409
Beigetreten: 12.07.2006
BlackMember

Original von HillBilly

würd mal gerne wissen was die paleoleute unter euch so täglich essen

Frühstück: Apfel + shake bestehend aus Kokosnussmilch, Mandelbutter, Kakaopulver, Banane und Zimt

Mittag: ca. 200 gr Hühnchen, Ente, Rind, Lamm etc + viel Gemüse

Nachmittag: Gemüsesuppe, mache z.b. diese sehr oft: http://www.chefkoch.de/rezepte/1082771214039436/Butternut-Squash-Soup.html

Abend: große Schüssel Salat (Blattsalat, Paprika, Karotten, Tomaten, rote Beete, Avocado, div. Samen + 100 gr Hühnchen/Shrimps/Lachs)

vorm Schlafengehen: Rührei (2-4 Eier)


Antwort
Zitat
HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

@dadofel
der artikel muss nicht richtig sein,aber jeder der danach sucht und ihn ließt (ist bei "paleo rezepte" an erster stelle) bekommt den eindruck dass es low carb ist.außerdem steht da noch,dass es streng nach den paleoregeln ausgesucht worden ist.
will halt verdeutlichen wieso es sich so hartnäckig hält.

zu den paleo carbs kann man jede art von getreide zählen,da die menschen früher andere getreidesorten gegessen haben

das mit dem tierischen protein ist oft richtig, was größtenteils daran liegt, dass sowas wie soja eben nicht paleo ist und es nicht gerade viele andere pflanzliche proteinquellen gibt.

es gibt genug pflanzliche proteinquellen die aber alle viele KH enthalten.
außerdem sollte man auch wissen wieviel protein man braucht.normale menschen brauchen nicht mehr als 100g protein.die kann man locker mit pflanzlichen produkten decken und wenn es unbedingt sein muss mit etwas fleisch,wobei der fleischanteil ziemlich gering sein sollte.

BTW: du redest von ausdauersportlern.ich rede vom durschnittspaleo esser der rel. wenig KH isst und dafür viel zu viel fleisch und fett,weil er die kalorienmenge irgendwie decken muss


Antwort
Zitat
Thomas6409
Beigetreten: 12.07.2006
BlackMember

Original von Djax

Original von McPro
Die Ernährungszusammensetzung unterscheidet sich natürlich je nach Jahreszeit und Breitengrad.
Im Winter gibt es nun mal keine Pflanzen zum essen oder in den extremen Breiten fast das ganze Jahr nicht, dafür in Äquatornähe das ganze Jahr.

Der Gedanke, der meiner Meinung nach oft außer Acht gelassen wird ist, dass vor der Neolitischen Zeit das Obst, Gemüse etc., so gezüchtet wie heute, damals nicht in der Menge und Beschaffenheit vorhanden war.
Wenn man die Kalorien/Stunde Nahrungssuche von Obst, Gemüse, Nüsse, etc.
mit Fleisch, Fett vergleicht ist es einfach nicht effektiv.
(Quelle: http://www.originalhealth.net/1345 )

Lustige Seite. Joa das die Paelo Typen ne recht einseitige/lächerliche Sicht auf die Sache haben ist ja wohl obv. Das Fleisch ist ihnen natürlich in den Mund geflogen. Türlich. Sowenig wie die Theorie oben schlüssig ist, ist ihre ganze Steinzeitromantik.
Schon mal gepostet siehe

Und die Veganersicht ist nicht einseitig/lächerlich? es werden halt von beiden Seiten genau die Studien zitiert, die ihre Sichtweise bestätigen und da wir hier alle keine Wissenschaftler sind, können wir sowieso nicht wirklich beurteilen, was richtig und was falsch ist.
ich für meinen Teil kann nur mit gesundem Menschenverstand versuchen die ganzen gegensätzlichen Informationen zu bewerten und ich finde Paleo größtenteils schlüssig. dann probiert man es aus, wenns mir davon scheiße gehen würde, hätt ichs auch insta wieder gequittet, aber ich mache es jetzt seit 2,5 Jahren und es geht mir so gut wie nie zuvor.
das Vid hab ich btw bereits angeschaut als du es früher mal gepostet hattest. der Videotitel ist schlicht und ergreifend falsch, die Frau bestätigt den Grundgedanken hinter Paleo komplett und nur der Videouploader erzählt was von "paleo debunked". sie sagt doch, es wäre ideal, sich genau so zu ernähren, wie der Steinzeitmensch. sie schränkt es nur ein, dass es heutzutage nicht mehr möglich ist, da selbst Gemüse heute komplett anders sind als vor 50k Jahren. das heißt doch aber nur, dass man mit den heutigen Gegebenheiten versuchen sollte, einen lifestyle zu leben, der so nah wie möglich an den des Urzeitmenschen heranreicht.

Original von Djax

Mit dem Feuer und Werkzeugen war es dann aber möglich das Tier zu jagen und die Nahrung quasi vorzuverdauen, damit dem Verdauungsapparat weniger Arbeit blieb und mehr Energie zur Entwicklung des Gehirns zur Verfügung stand.
(Quelle: Mersch, Peter: Wie Übergewicht entsteht und wie man es wieder loswird.)

Klingt plausibel. Obwohl in die Verdauung immer noch ein Großteil der Energie geht. Insbesondere wenn man fettiges, Fleisch, usw. verdauen muss. Wie dem auch sei. Das mach uns aber doch nicht zum Omnivor?
Rinder werden auch nicht zum Omnivor nur weil wir so pervers sind und ihnen Tiermehl verfüttern?!

was macht einen denn dann zum omnivor? entscheidend ist doch, was man instinktiv macht. ein Rind isst obv instinktiv kein Tiermehl, aber wir essen instinktiv Fleisch, auch ohne dazu gezwungen zu werden wie bei deinem Rindbeispiel.
longterm betrachtet ist es sowieso egal, was wir essen, die Evolution wird dafür sorgen, dass wir perfekt darauf adapten. jetzt ist es eben so, dass die Menschheit schon sehr lange Feuer und Werkzeuge benutzt. es war also nie die evolutionäre Notwendigkeit gegeben, dass der Mensch einen extrem starken Kiefer ausbildet um Beute reißen zu können oder eben Organe, um rohes Fleisch verdauen zu können. du kannst doch aber nicht den Umkehrschluss machen und aus der Abwesenheit dieser Merkmale folgern, dass die Menschheit kein Fleisch essen sollte. der Mensch hat schon immer Fleisch gegessen und das ist das einzige, das zählt. du würdest doch auch bei keinem Tier, dass nur Fleisch isst, behaupten, es ist ein Pflanzenfresser auf Grund von irgendwelchen physiologischen Merkmalen.

Original von HillBilly

für mich stellt sich eher die frage wieviel fleisch ok ist und was man sonst am besten essen sollte.
jedenfalls ist low carb und tägl. fleisch essen eine erscheinung die erst seit kurzem in mode gekommen ist.

ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren, aber ich denke schon, dass der Urzeitmensch sich "low carb" ernährt hat. woher sollte er denn diese Unmengen an carbs, die heutzutage in der westlichen Welt konsumiert werden, bekommen haben? mit low carb meine ich obv nicht Ketose, sondern ca. 150gr, im Gegensatz zu den 400+, die man mit herkömmlicher Ernährung zu sich nimmt. es war weder Getreide in der Menge vorhanden noch Zucker (da sagt die aus dem vid auch was dazu, weiß jetzt die Zahlen nimmer im Kopf und zu faul das vid nochmal zu schauen, aber man müsste unglaublich viel Zuckerrohr essen, um auf ne heutzutage normale Menge Zucker zu kommen.

edit: doch noch rausgefunden, 1l Cola ist equivalent zu 2,6m Zuckerrohr.

edit2:

Original von HillBilly
ich rede vom durschnittspaleo esser der rel. wenig KH isst und dafür viel zu viel fleisch und fett,weil er die kalorienmenge irgendwie decken muss

ich weiß natürlich nicht was "zu viel Fleisch" ist und vermutlich weiß es niemand, aber dazu nur mal ein kleiner Gedanke, um das ins Verhältnis zu rücken. selbst wenn jemand ausnahmslos jeden Tag 300gr Fleisch isst (was schon echt massiv viel wäre und die meisten paleo follower niemals erreichen), sind das gerade mal 500-600 Kalorien. bei 3k Gesamtkalorienaufnahme am Tag, also nicht mal 20% der Kalorien aus Fleisch. für mich klingt das gefühlsmäßig nicht extrem problematisch.


Antwort
Zitat
Djax
Beigetreten: 19.08.2006
Oldschool Grinder

Original von Thomas6409
Und die Veganersicht ist nicht einseitig/lächerlich?

Einseitig vielleicht. Lächerlich eher nicht. Außerdem bin ja für Fakten offen. Die müssen halt genannt werden und nicht irgendwelche unlogischen Sachen.

es werden halt von beiden Seiten genau die Studien zitiert, die ihre Sichtweise bestätigen und da wir hier alle keine Wissenschaftler sind, können wir sowieso nicht wirklich beurteilen, was richtig und was falsch ist.
ich für meinen Teil kann nur mit gesundem Menschenverstand versuchen die ganzen gegensätzlichen Informationen zu bewerten und ich finde Paleo größtenteils schlüssig.

Was soll den an Paleo schlüssig sein? Die Steinzeitthese mit dem das ganze "verkauft" wird ist halt nun mal Quatsch. In einer Überflussgesellschaft aufgestellt. Das Fleisch wird in der Plastikbox gekauft und muss nicht durch eine kräftezehrender Jagd erlegt werden. Ich kann mich ja nur wiederholen.
Die meisten Anthropologen sind der Ansicht, dass Urmenschen alles Essbare nutzen mussten um zu überleben. Die These wir haben uns seit der Steinzeit genetisch nicht geändert ist auch Quatsch da sehr viele schon wissenschaftlich erwiesen sind. Z.B. Laktosetoleranz,usw.
Auch wie schon gepostet ist die Verwertung von Stärke vermutlich DER Evolutionsvorteil und Urmenschen mussten vermutlich OFT stärkehaltige Knollen essen. Sprich deutlich mehr KH.

dann probiert man es aus, wenns mir davon scheiße gehen würde, hätt ichs auch insta wieder gequittet, aber ich mache es jetzt seit 2,5 Jahren und es geht mir so gut wie nie zuvor.

Das wir uns nicht falsch verstehen. Ich denke das Paleo deutlich besser als die Standardernährung ist. Insbesondere der Verzicht auf Chemie und stark Verarbeitetes ist natürlich sehr vorteilhaft. Dennoch ist es viel zu viel Fett. Wieso das so ist hab ich schon genug Quellen gepostet, schaut sich hier eh keiner an...

das Vid hab ich btw bereits angeschaut als du es früher mal gepostet hattest. der Videotitel ist schlicht und ergreifend falsch, die Frau bestätigt den Grundgedanken hinter Paleo komplett und nur der Videouploader erzählt was von "paleo debunked". sie sagt doch, es wäre ideal, sich genau so zu ernähren, wie der Steinzeitmensch. sie schränkt es nur ein, dass es heutzutage nicht mehr möglich ist, da selbst Gemüse heute komplett anders sind als vor 50k Jahren. das heißt doch aber nur, dass man mit den heutigen Gegebenheiten versuchen sollte, einen lifestyle zu leben, der so nah wie möglich an den des Urzeitmenschen heranreicht.

Siehe oben, den Grundgedanke von Paleo nimmt sie auseinander auf dem das Gebäude aufgebaut ist. Davon abgesehen kann man die Ernährung natürlich nach modernen Erkentnissen bewerten.

was macht einen denn dann zum omnivor? entscheidend ist doch, was man instinktiv macht. ein Rind isst obv instinktiv kein Tiermehl, aber wir essen instinktiv Fleisch, auch ohne dazu gezwungen zu werden wie bei deinem Rindbeispiel.

So ein GESCHWÄTZ! Gib doch mal nem Kind ne Maus zum spielen. Sie wird diese NICHT instiktiv :rolleyes: essen.

longterm betrachtet ist es sowieso egal, was wir essen, die Evolution wird dafür sorgen, dass wir perfekt darauf adapten. jetzt ist es eben so, dass die Menschheit schon sehr lange Feuer und Werkzeuge benutzt. es war also nie die evolutionäre Notwendigkeit gegeben, dass der Mensch einen extrem starken Kiefer ausbildet um Beute reißen zu können oder eben Organe, um rohes Fleisch verdauen zu können.

Merkst selber oder?!

du kannst doch aber nicht den Umkehrschluss machen und aus der Abwesenheit dieser Merkmale folgern, dass die Menschheit kein Fleisch essen sollte.

Ähh doch genau dieses. Ob er sollte muss er natürlich selber entscheiden da er ja offensichtlich kann. Aber die Anatomie ist halt trotzdem so.

ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren, aber ich denke schon, dass der Urzeitmensch sich "low carb" ernährt hat. woher sollte er denn diese Unmengen an carbs

Dann halt nochmal -> Stärke sind Carbs und so.


Antwort
Zitat
McPro
Beigetreten: 29.03.2008
PokerStrategist

edit: doch noch rausgefunden, 1l Cola ist equivalent zu 2,6m Zuckerrohr.

Gefällt, und hat noch so viele Ballaststoffe, dass dir schnell der Appetit vergehen würde

Mir gefällt eigentlich der Begriff "Paleo" hier nicht. Denn Paleo ist die Ernährungsweise dank der Umzüchtungen ja schon lange nicht mehr. Man sollte es als paleo-ähnlich bezeichnen.

Offensichtlich will hier keiner auf die Jahreszeiten und Klimazonen eingehen, genauso wenig wie auf den Verdauungsapparat.

Wie kräftezehrend sollte denn diese Jagd sein, ich glaube du überschätzt den Energieaufwand. Gejagt wurde hauptsächlich durch zu Tode treiben, indem man hinter dem Wild herging. Die kurzen Sprinteinheiten oder was auch immer sind nicht so kräftezehrend. Das heißt du verbrauchst fast die gleiche Energie wie beim einfachen Rumlaufen. Schließlich ist das Laufen auf 2 Beinen so energieeffizient wie nicht anderes.

Zu der Maus. Welches Kind isst eine Kartoffel, wenn du sie ihm hinlegst?
Kinder sind noch nicht allein lebensfähig, deshalb ist die Frage ein bisschen daneben. Übrigens läuft der Stoffwechsel von Säuglingen nur aus Fett und das Gehirn ist ketoadaptiert, sonst würde es anfangen sich nach 3h ohne Nahrung selbst zu verzehren durch Glukoneogenese, weil die Kohlenhydratspeicher leer sind. Das ist ungünstig, wenn man so lange schläft wie Säuglinge (Mersch, P.)


Antwort
Zitat
ElBasadero Themenstarter
ElBasadero
Beigetreten: 03.03.2007
Oldschool Grinder

Original von Djax

es werden halt von beiden Seiten genau die Studien zitiert, die ihre Sichtweise bestätigen und da wir hier alle keine Wissenschaftler sind, können wir sowieso nicht wirklich beurteilen, was richtig und was falsch ist.
ich für meinen Teil kann nur mit gesundem Menschenverstand versuchen die ganzen gegensätzlichen Informationen zu bewerten und ich finde Paleo größtenteils schlüssig.

Was soll den an Paleo schlüssig sein? Die Steinzeitthese mit dem das ganze "verkauft" wird ist halt nun mal Quatsch. In einer Überflussgesellschaft aufgestellt. Das Fleisch wird in der Plastikbox gekauft und muss nicht durch eine kräftezehrender Jagd erlegt werden. Ich kann mich ja nur wiederholen.
Die meisten Anthropologen sind der Ansicht, dass Urmenschen alles Essbare nutzen mussten um zu überleben. Die These wir haben uns seit der Steinzeit genetisch nicht geändert ist auch Quatsch da sehr viele schon wissenschaftlich erwiesen sind. Z.B. Laktosetoleranz,usw.
Auch wie schon gepostet ist die Verwertung von Stärke vermutlich DER Evolutionsvorteil und Urmenschen mussten vermutlich OFT stärkehaltige Knollen essen. Sprich deutlich mehr KH.

ich lasse mich ja gerne eines besseren belehren, aber ich denke schon, dass der Urzeitmensch sich "low carb" ernährt hat. woher sollte er denn diese Unmengen an carbs

Dann halt nochmal -> Stärke sind Carbs und so.

erstmal danke, dass hier alles so gesittet zugeht :)

Dass Stärke DER Evolutionsvorteil war ist eher eine Außenseitermeinung in der Anthropologie. Habe gerade die Studie gelesen, sie sagen übrigens auch, dass der Amylase wert im Speichel vom Menschen 6-8 mal so hoch ist, wie in Schimpansen. Das ist typisch für die Charakteristika der Ernährungsweisen von Homo und Pan (Schimpanse). Schimpansen und Bonobos sind hauptsächlich Früchtefresser und essen sehr wenig Stärke im verglich zum Menschen. Die Autoren der Studie sagen selbst, dass diese ARgumente, die sie haben sehr schwer zu testen sind.
http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S004724840500093X
in diesem Artikel gehen sie darauf ein, wie das mit den Wurzeln gemeint ist. Das ist sozusagen "Fallback-Food", wenn sonst gerade nichts gefunden wird. Aber sie haben trotzdem immer nach High-Quality foods gesucht (Fleisch, Honig, Früchte und Samen), wenn sie davon zu wenig gefunden haben, haben sie auf die Wurzeln zurückgegriffen. Die Stärke war sozusagen der Ausgleich für die Zeiten, wo keine High-Quality foods verfügbar waren. Also war Stärke der Evolutionsvorteil (nach dieser Theorie), aber nicht weil die Stärke so gut per se war, sondern weil in knappen Zeiten gute Nahrungsmittel verfügbar waren.
Es scheint wiedermal die Mitte zu sein -> Fleisch + Wurzeln wurden eingeführt.

http://www.clas.ufl.edu/users/krigbaum/proseminar/kaplan_etal_2000_EA.pdf

In dieser (sehr ausführlichen und vielfach zitierten Arbeit) wird darauf hingewiesen, dass Jagen das beste Input/Output Verhältnis energietechnisch bietet. Sie schreiben unsere ernährung basiert auf "großen, nährstoffreichen, schwer-erreichbaren packages". Sie schreiben, dass sie erwarten, dass der Mensch an der Spitze der Nahrungshierarchie steht und es oft vorkommt, dass Jäger und Sammler-Gesellschaften die anderen höchsten Prädatoren ausrotten. Weiters essen JuS leicht vertauliche und bereits entgiftete Nahrung.

Habe noch eine andere Studie gefunden (leider find ich die gerade nicht mehr), die auf die Wichtigkeit der sozialen Interaktionen von Menschen hinweist und dass deswegen sich der Neocortex vergrößert hat. Wenn ich mich richtig erinnere, gibt es wirklich einen Zusammenhang zwischen Neocortex + Gruppengröße bei Primaten.


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ElBasadero Themenstarter
ElBasadero
Beigetreten: 03.03.2007
Oldschool Grinder

e: doppelpost


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HillBilly
Beigetreten: 31.03.2005
Oldschool Grinder

habs nur kurz überflogen,aber mir stellt sich die frage (sorry falls denkfehler ,ist schon spät) wieso wir stärkeenzyme im speichel entwickelt haben,wenn es "nur" fallback food ist,aber kein aktives uricase enzym entwickelt haben was uns vor so krankheiten wie gicht schützt oder zu hohem cholesterin

bei milch hat ja auch teilweise eine mutation stattgefunden und das in einem kürzerem zeitraum


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