Hi Leute,
Wie ihr schon bemerkt habt, haben wir die BuyIn Empfehlungen zum BRM umgestaltet. Wie ich schon aus erstem Feedback gehört habe und auch mit unseren Coaches abgesprochen habe sollte das doch Passen. Ein ganz persönliches BRM muss am Ende jeder für sich selber zusammenstellen.
Eine Frage bezüglich der Charts von SeriousF war aber noch offen.
Eine ähnliche Frage gab es schon hier+Antwort: [SNG] Das Preflopspiel: NEUE LEKTION - Charts zum Callen & Isolieren von All-ins
Wie schon in der Lektion erklärt handelt es sich bei den Charts nicht mehr um "DAS Starting Hand Chart" - wir sind nicht mehr in 2006. Was wir dagegen haben sind Charts die unter bestimmten Annahmen profitabel in den jeweiligen Positionen spielbar sind. Wir empfehlen sie den Spielern weil sie einen guten Ahalts- und Startpunkt geben. Selbst in der ungewöhnlichsten Situation ist es gut, seine Entscheidung auf einem Allgemeinen Plan aufbauen zu lassen. Ihr bekommt einen super Übersicht und Verständniss für die Ranges, die ihr logisch und systematisch aufbauen könnt. Dieses default Rangeset verhindert auch ein zu exploitive Denken, ohne einen klar definierten Grund dafür zu haben.
Der Hauptunterschied zwischen Openraising Ranges in verschiedenen SNG-Formaten ist der Einfluss des ICM-Konzepts - wir nennen es Risk-Premium-Konzept. Es zeigt an wie vorsichtig man mit seinem Stack umgehen sollte. Um auch nur irgendein Chart zu erstellen müssen wir uns auf Annahmen einigen:
Zusätzlich wird angenommen an, dass der Risikoaufschlag in dieser Phase des Turniers vernachlässigt werden kann. In Situationen mit sehr hohem Risikoaufschlag solltest du natürlich anders spielen, aber das wird in einer eigenen Lektion erklärt. Das ist auch der Grund warum diese Charts am Nächsten den größeren SnGs in der frühen Phase sind, wie z.B. den 180 Spieler Sit and Goes. Für Spieler die nur STT spielen sind einige kleine Anpassungen notwendig, wohl nicht mehr als das Entfernen von 2-5 Händen von den Charts.
Ein viel wichtigerer Einwand wäre daher eigentlich sich über die Spieler hinter uns Gedanken zu machen. Schon ein Fisch hinter uns wird unsere Ranges deutlicher verändern als eine andere SnG-Form es tut. Allerdings ist das halt unmöglich abzubilden - es würden hunderte Charts entstehen. ("Openraising in 18Spieler SnG mit 1 Fisch und 2 Regs hinter uns").
Zusammenfassend könnte man also sagen das diese Charts für eine Übung gut sind und nicht als fertige Lösung dienen sollten - so ist es auch im Artikel erklärt. Sollte jemand anhand dieser Charts Geld verdienen wollen, sollte er wohl zusätzlich noch eine Zeitmaschine nach 2006 erfinden.
Um einmal auf das konkrete Beispiel mit JTs zurück zu kommen: hier haben wir uns noch mal mit den Coaches abgestimmt: wir können euch versichern das es möglich ist, diese Hand profitabel zu spielen, auch UTG und in einem STT. Ob das Jedem Spieler möglich ist, ist eine andere Frage. Wenn wir jetzt einen Chart "auf jeden Fall profitabel spielbar" haben wöllte, dann würden wir wohl nach aller Kritik mit einem "AA Push-Chart" enden.
Eine konkrete Empfehlung ist vielleicht mal deinen Chart hier mit deinen Standardranges und deinem Gameplan zu vergleichen. Hast du gravierende Unterschiede? Wenn ja, wo? Kannst du dir selber erklären warum? Zum Beispiel kann eine tightere Range ja durch das erhöhte Risk-Premium im STT erklärt werden. Ihr seid herzlich eingeladen eure Erfahrungen hier mit einzubringen und zu diskutieren. Wenn dabei unsere Ranges eine Diskussionsgrundlage bieten: umso besser!