Muss mir hier mal meine Ansichten von der Seele schreiben. Enthält zwar konkret nichts Neues, aber zu dem wohl fundamentalsten Thema bzgl. Onlinepoker (noch vor der Steuerthematik), juckts mir einfach in den Fingern
Jeder weiß ja, dass selbst Politiker, die direkt mit dem Bereich Glücksspiel zu tun haben, von der Materie Poker NULL Ahnung haben. Kürzlich hat das erst der Beitrag zum Thema Poker in Österreich gezeigt. Die Entscheidungen treffen hirnlose Bürokraten, die absolut keinen Plan haben, womit sie es zu tun haben. Da hat man nicht selten den Eindruck, deren Wissen über Poker beschränkt sich auf alte Westernfilme. Diesen Leuten muss die Situation erklärt werden. Gut durchdachte Modelle (Steuern, Rake, Legelität, EU-Lizenzen, uswusf) müssen ausgearbeitet, so dass vom ersten Moment der neuen Umsetzung an beide Seiten gewinnen. Wer könnte sowas für die deutsche Politik oder auch EU-Politik besser erstellen als ihr (und uns)? Ggf. in Verbindung mit den führenden Pokeranbietern - euren Partnern und unseren "quasi" Arbeitgebern.
2-3 Jahre Übergangszeiten in nationalen Spielerpools, da aufgrund anfänglicher Unwissenheit erstmal beschlossen und anschließend erst geschaut wird was eigentlich Sache ist, darf es unter keinen Umständen geben. Hier gibts wirklich dringenden Handlungsbedarf. Als Pokergemeinde muss zumindest alles versucht werden, eine Zusammenarbeit mit der Politik auf die Beine zu stellen. Denn sonst braucht man sich hinterher nicht wundern, wenn seitens der Politiker nur Scheiße verabschiedet wird. Sicher will der Staat mitverdienen am Pokergeschäft, die Millionen locken natürlich. Und wenn Poker dadurch endlich aus der Grauzone herauskommt, dann wäre es letztlich ein großer Fortschritt für uns alle. Die öffentlichkeit braucht da im Vorfeld auch nicht groß einbezogen werden, sondern nur die, die bald an der Entscheidungsfindung bzgl. (Online-) Poker in Deutschland beteiligt sein werden. Die muss man unbedingt aufklären und auf einen sinnvollen Konsens bringen. Wenn die ganze Sache erstmal in die falsche Richtung läuft, wer weiß wie lange es dauert, da wieder rauszukommen. Siehe Zeitarbeitsfirmen: Die Politiker verabschiedeten damals unter SPD-Führung ein Gesetz zur Politik-Priorität schlechthin - dem Arbeitsmarkt. Jahre später will man es wieder ändern, weil es in die falsche Richtung läuft und in zu vielen Fällen ausgenutzt wird. Soll keine Beurteilung sein, aber das ist ja der aktuelle SPD-Konsens zu dem Thema Zeitarbeitsfirmen. Ich schreibe das, weil es die Unfähigkeit der Politik zu sinnvollem Handeln (aus ihrer eigenen Sichtweise und welche Partei ist dabei völlig egal) perfekt beschreibt. Selbst in so wichtigen Politikbereichen werden auf höchster Ebene Dinge beschlossen, über deren Auswirkungen sich die Entscheider Jahre später wundern, wie und warum es aus ihrer Sicht und aus der Sicht der Beteiligten schiefläuft. Hier haben wir den Bezug auf so eine politische Nebensache wie Online-Poker. Da wird unter Garantie nur Schwachsinn zu beschlossen. Das ist sowas von sicher, allein schon weil es andere EU-Länder bereits vorgemacht haben. So wird die Politik aber nicht kriegen was sie will, die Pokerseiten nicht und wir Spieler schon gar nicht. (Ich setze hier einfach voraus, dass Politik und Anbieter ein gesundes Maß an Regulars wollen, da ein Reg beiden mehr in die Kasse spült, als wenn man für ihn eine gewisse Fischanzahl in die Gleichung einsetzt. Sicherlich ein Rechenspiel, aber beide Seiten wollen zweifelsohne an uns verdienen.)
Ein nationaler Spielerpool, in dem sich der nationale Spieleranteil dann verdoppelt, ist doch gegen einen jetzigen weltweiten Spielerpool ein lächerlicher Trost für uns alle. Für Fische mag es relativ egal sein, aber wie soll ein Reg da noch seine Tische vollkriegen? Als wäre es für Cash Gamer nicht jetzt schon tough genug (was man so hört
) Und auch der ROI jedes Turnierspielers sinkt in so einem Szenario sicher stark. Größte Turnier der Woche wäre dann ein Sunday 50k gtd auf Stars Germany?
Solche Aussichten sollten hier im Forum nicht mal ansatzweise als Option für die Zukunft von Online-Poker in Deutschland in Frage kommen - auch nicht als mögliche Übergangslösung! Mir ist klar das ihr diese Entwicklung auch nicht wollt, aber es nur nicht zu wollen und sich mit allen möglichen Mitteln dagegen zu wehren, ist wohl genau was sich hier alle wünschen. Dieser wichtige Zeitpunkt darf jetzt nicht verpasst werden. In den langsamen Mühlen der Politik dauert es offensichtlich ewig, bis der Punkt Online-Poker überhaupt mal zur Tagesordnung wird. Und wenn es dann soweit ist, was ja nach eurer Meinung zeitnah der Fall sein wird, dann sollte die Pokergemeinde mit allen Beteiligten darauf vorbereitet sein und versuchen das Beste aus der Sache herauszuholen.
Wenn ihr hinter den Kulissen was in der Richtung tut, ist das sehr erfreulich. Außerdem haltet uns bitte weiterhin über die Entwicklungen und eure Aktivitäten uptodate. Immerhin gibt es kein anderes Thema von dieser enormen Wichtigkeit, von dem wir alle in so hohem Maße betroffen sind. Wenn ihr hier eine positive Lösung herbeiführt, dann werdet ihr vermutlich selbst vom kritischen Pokerpublikum heilig gesprochen und könnt die News in Zukunft auch auf hebräisch von rechts nach links veröffentlichen, ohne das sich jemand über sie beschweren würde. Wenn das kein Anreiz ist? ♦