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[Geschlossen] AK überspielt?

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Raddler
Beigetreten: 04.10.2010

Known players:
[tg]Position:hands/vp$ip/RaisePreflop/AF/WTS/ORL/BBvsSteal/W$SD;CO:1.077/28/12/1,1/43/38/33/55;[/tg]
0,25/0,5 Fixed-Limit Hold'em (8 handed)
Hand recorder used for this poker hand: PokerStrategy.com Elephant 0.102 by www.pokerstrategy.com.

Preflop: Hero is MP2 with A♦, K♠
2 folds, Hero raises, MP3 folds, CO 3-bets, 3 folds, Hero caps, CO calls.

Flop: (9,40 SB) 9♠, 9♣, 8♣ (2 players)
Hero bets, CO raises, Hero 3-bets, CO caps, Hero calls.

Turn: (8,70 BB) 2♠ (2 players)
Hero bets, CO calls.

River: (10,70 BB) 8♥ (2 players)
Hero bets, CO calls.

Final Pot: 12,70 BB

Results follow (highlight to see):
Hero shows (Ad Ks)
CO shows two pairs, kings and nines (Kd Kc)

CO wins with two pairs, kings and nines (Kd Kc)


9 Antworten
deep_patzer
Beigetreten: 30.01.2005

also ich weiß nicht ob man den flop umbedingt 3-betten muß, natürlich kann es mal ein f.c. raise sein, aber zusammen mit der 3-bet p.f. finde ich eher das es nach einem Overpair aussieht.


wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

Ich finde die 3bet Flop als Balancing zu deinen Overpairs schon in Ordnung. Ne FC am Turn wollen wir ja auch nicht sehen. Aber du musst dich fragen, warum du den River bettest. Siehst du eine schlechtere Hand callen oder eine bessere hand folden? Wenn ja, welche?


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Ohne Reads lieber nur call Flop. Die Range des Gegners ist schon relativ stark. Es gibt nicht viele Flush Draws in der gegnerischen Range. Die Pockets überwiegen bei weitem. Für Value ist die 3-bet nicht. Vom Balancing hat man nur etwas, wenn der Gegner stärkere Hände foldet. Das wären Overpairs und die wird er nie folden. Einen billigeren Showdown gegen gegnerische Overpairs kann man nicht bekommen, weil der Gegner in Position ist. Die 3-bet wäre nur gut, wenn der Gegner seine Pockets zuverlässig call Flop, raise Turn spielen würde. Dann wüsste man, dass der Flopraise schwach ist. Dazu braucht man aber einen Read.

Für die Turnbet gilt das noch mehr. Der Gegner zeigt mit seinem Flopcap durchaus Stärke. So oft wirst du nicht mehr vorne sein. Eine Bet bringt dir nichts, denn du bist kein Favorit und bekommst garantiert nichts zum folden. Der Flush Draw erhöht zwar dein Outs, aber vorne bist du deswegen nicht.


wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

cap flop ip ist aber oft ein draw und 77 66 bekommt man evtl doch zum folden.

ich finde das kann man schon so spielen. wir können ja nicht ovis 3betten und alles andere betcallen.


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Ich habe ein bischen nachgedacht und komme zum Schluss, dass man die 3-bet vielleicht spielen kann, wenn man es sehr selten macht. Ungefähr jedes 8. mal, also in 12% der Fälle, wenn man AK oder AQs+ hat.

77 und 66 ist wahrscheinlich nicht in der Range des Gegners. PFR 12 ist nicht übermässig aggressiv. Im Silberchart kommt eine preflop 3-bet gegen MP2 erst mit 99. Eine 3-bet mit 77 oder 66 ist wesentlich looser und passt nicht zum PFR. Über 1k Hände ist schon was.

Es gibt die Hypothese, dass Flopraises auf drawlastigem Board oft weak sind, da der Gegner sich gegen einen preflop Cap auf die Linie call Flop, raise Turn der 3-bet Turn Gefahr ausgesetzt sehen mag oder sich keine Foldequity gibt, mit einer starken made Hand mit call Flop, raise Turn aber mehr aus Hero herausholen könnte. Diese Hypothese trifft aber nur zu, wenn der Gegner seine Range nicht balanced. Davon kann man ohne Read nicht so ohne weiteres ausgehen.

Balancing (für Hero) spielt hier keine grosse Rolle. Der Pot ist gross, so dass der Gegner den Pot nicht so leicht aufgeben kann, wenn Hero 3-bet Flop spielt, selbst wenn Heros Range dann sehr stark ist. Die Hauptidee von Balancing ist ja, Foldequity mit schlechteren Händen zu erzeugen oder sich gute Hände besser auszahlen zu lassen. Das besser auszahlen lassen wird schon durch die Potgrösse erreicht. Die Foldequity gegen bessere Hände ist wahrscheinlich nicht vorhanden, weil man es in den besseren Händen mit 99+ zu tun hat. Der Gegner muss in der Lage sein, das Overpair TT am River wegwerfen zu können.

Den ersten Konflikt hat man mit dem Balancing des Gegners. Angenommen, er spielt seine Flush Draws raise Flop. Das sind ca. 5 Kombinationen (ATs+, KQs). Damit Hero keine profitable 3-bet hat, braucht er ein paar Hände, die besser sind, z. B. 99 und AA. Das reicht schon, um alles zu balancen. Den Rest kann er call Flop spielen. Seine Balancinghände kann er raise Flop, raise Turn für maximalen Value spielen. Dann befindet sich aber keine Hand mehr in der Range des Gegners, gegen die Hero vielleicht Foldequity hat und Villain maximiert seinen Value.

Vor dem River bekommt man mit der 3-bet sicher nichts zum folden. Dort hat man nur noch einen Bluffcatcher ausser Position. Checkt man, unterscheidet sich dier Situation nicht von b/c Flop, cc Turn, ausser, dass die 3-bet am Flop 1 SB mehr gekostet hat. Der Gegner bekommt nach 3-bet Flop, bet Turn, check River genau die gleiche Information wie nach bc Flop, cc Turn. Dafür 1 SB mehr auszugeben, ergibt keinen Sinn.

Der Sinn von 3-bet Flop kann daher nur darin bestehen, den River zu bluffen. Aus einer Range von 99+ ist TT die einzige Hand, gegen die eine entfernte Möglichkeit besteht. Alle besseren Hände callen gegen TT. Das Problem: Villain bekommt am River knapp 11:1 Pot Odds. Da Heros Range eng ist, reicht es ihm, wenn sich 2 schlechtere Kombinationen in der Range von Hero befinden, neben dem Split gegen Heros TT (wenn er von einer preflop Range von TT+, AK, AQs+ ausgeht).

Daraus ergibt sich schon, dass man den Bluff nur mit ganz wenigen Kartenkombinationen spielen darf, sonst befinden sich zuviele schlechtere Hände in Heros Range. Daher kommen meine 12% von oben. (12% aus 16 Kombos = 2 Kombos.)

Man wird nur Foldequity haben, wenn ein Kreuz auftaucht und man hat sie nur gegen einen kleinen Teil der gegnerischen Range.

Die Chance auf einen erfolgreichen Bluff ist ungefähr:
5 Flush Draws sind in der gegnerischen Range, d.h. gegen 5 Kombos sind nur noch 9 Kreuz im Deck. Gegen die Pockets sind im Schnitt 10 Kreuz im Deck. Es wird angenommen, dass der Gegner alle Pockets und die Draws am Flop raisen kann.
99+ = 27 Kombos
Flush Draws = 5 Kombos
gesamt 32 Kombos

Anteil von TT an der gegnerischen Range * Wahrscheinlichkeit für 3. Kreuz auf dem Board
= 6/32 * (5/32 * (1-38/47*37/46) + 27/32 * (1-37/47*36/46))
= 7,1%

Der Bluff kostet 1 BB auf dem River und 1 SB mehr auf dem Flop, wenn man die Differenz zu bc Flop, cc Turn rechnet. Die effektiven Odds sind also 10,7:1,5 = 7,1:1. Dafür braucht man aber eine Gewinnchance von gut 12%.

Irgendwie rechnet es sich nicht. Das Problem, dass der Gegner seine Range gut balancen kann, besteht dazu.


wuerstchenwilli
Beigetreten: 07.04.2008

Cool Rechnung. Da ich TT nie folden sehe erübrigt sich das dann ja. Soll ich dann mein bcF mit Overpairs balancen?


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Kommt drauf an, welche Linien man vom Gegner erwartet. Gegen einen Gegner, der raise Flop als cheap Showdownlinie spielt (check Turn) auf keinen Fall. Die cheap Showdownlinie lässt sich hervorragend durch Aufsplittung von Valuerange und schwacher Range ausbeuten. Dann checkt der Gegner nämlich dann, wenn man die free Card selbst gut gebrauchen kann. Das ist bei AF 1,1 nicht ganz auszuschliessen.

Ebenso klar ist, wenn der Gegner raise Flop fast immer mit bet Turn fortsetzt (auch mit Draws), dann ist call Flopraise, checkraise (bzw. cc mit marginalen Händen) Turn die beste Linie.

Die schwierige Frage entsteht, wenn der Gegner raise Flop für free Card spielt. Zum Teil kann man sich mit Flopstruktur und gegnerischer Range behelfen. Befinden sich in der gegnerischen Range nur wenige Draws, dann kann man sehr gut den Flopraise nur callen. Hier weiss man nicht, wieviele Draws sich in der gegnerischen Range befinden, weil man nicht weiss, wie gut der Gegner seine Linie balanced.

Wenn du deinen Flopcall balancen willst, was wäre das Ziel des Balancings? Eine free Card zu verhindern geht schon mal nicht, denn deine Balancehände würdest du am Turn zunächst mal checken (egal ob du checkraise oder check/call spielen willst). Einen Check von made Händen verhindern willst du auch nicht, denn den beutet eine ungebalancte Range viel besser aus. Das Ziel des Balancings kann es also nur sein, deine check/call Range am Turn zu stärken, damit der Gegner am River schlechtere Reads auf dich hat. Wenn du den Gegner dazu bringen kannst, TT am River zu checken oder dich am River nicht zu bluffen, dann wäre das beides ein grosser Gewinn. Das machst du am besten mit Händen, mit denen du ohnehin nicht gut für Value 3-bet Flop, bet Turn spielen kannst. TT fällt auf jeden Fall drunter, da du mit TT gegen die gegnerische Flopraiserange nie Favorit bist. JJ ist an der Grenze, und alles andere ist zu gut, um nur calldown Flopraise zu spielen.

Der Gegner erweckt den Eindruck, postflop etwas passiv zu sein (AF 1,1 auf über 1000 Hände). Es spricht viel dafür, den Flopcall nicht zu balancen, weil du so von seiner Passivität am besten profitierst.


Raddler Themenstarter
Raddler
Beigetreten: 04.10.2010

Original von cjheigl. Der Flush Draw erhöht zwar dein Outs, aber vorne bist du deswegen nicht.

was für nen fl draw hatte ich?


Moderator
cjheigl
Beigetreten: 10.04.2006

Hab mich bei den Farben verkuckt. Macht aber nichts, ohne Flush Draw stehst du nur noch schlechter da. An der Linie ändert das nichts, im Gegenteil.


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