Ich hab noch QT in der Equityanalyse vergessen, das ist vermutlich zu Teilen auch noch in Villains Range. Damit einigermaßen gute Zahlen rauskommen nehme ich mal noch 2 suited QT dazu.
Mal seine Valuekombos durchgegangen:
AK = 6
AA = 1
KK = 3
JJ = 3
A9 = 8
AT = 8
AJ = 6
AQ = 8
KJ = 9
QTs = 2
Das macht zusammen 54 Kombos, die uns beat haben. Damit es für uns keinen Unterschied macht, ob wir callen oder folden, wir ihn also nicht exploiten können egal was wir machen, muss Villain seiner Valuerange also 54/7,75 = 6,97 also 7 Bluffs hinzufügen und hat demnach insgesamt 61 Kombos in seiner Range.
Unser EV für fold ist logischerweise 0. Unser EV für call ist:
7/61 * 7,75BB - 54/61 * 1BB = 0,004 also 0 die Abweichung kommt daher, dass Villain 6,97 Bluffs haben müsste, was natürlich nicht geht.
Blufft Villain jetzt mehr als 7 Kombos, dann haben wir mit all unseren Bluffcatchern einen Call und wir sind eben nicht mehr beim gto, sondern beim exploitive Play. Das hat mich jetzt auch erst jetzt wieder etwas bei der AT-Hand oder der darin verlinkten KT-Hand irritiert, ist aber eigentlich nur logisch.
Also mal angenommen Villain blufft nicht 7 sondern 8 Kombos, Villain hat dann insgesamt 62 Kombos in seiner Range. Dann ist unsere EV jedenfalls
8/62 * 7,75BB - 54/62 * 1BB = 0,13BB
Wir haben also einen Call mit all unseren Bluffcatchern und exploiten seinen Hang zuviel zu bluffen.
Das Problem ist dann halt immer die Bluffcatcher zu bestimmen. In der Hand wäre ja z.B. selbst 76 ein Bluffcatcher, wenn wir wüssten, dass Villains Bluffingrange aus den dann 9 möglichen Kombos 64s, 65s und 74s besteht.
Ingame kann man das alles eh nur grob abschätzen, wieviel Valuekombos Villain hat und wieviele Bluffs. Selbst wenn man das einigermaßen eingrenzen kann, hat man halt noch das Problem, was aus der eigenen Range alles ein Bluffcatcher ist.
Nach meinem Verständnis liegt gto und exploitive in so Situationen gar nicht soweit auseinander bzw gehen Hand in Hand. Also man schaut halt zuerst, was an Villains Stelle "optimal" an Bluffs wäre. Dann schaut man seine Spieltendenzen an und wenn man denkt, dass er hier zuviele Bluffs hat, callt man einfach mit allen Bluffcatchern.
Wir exploiten also seinen Hang zuviel zu bluffen und machen dadurch autoprofit.